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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Sehr gelungen

Angst vorm Fliegen
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Dieser Roman erzählt die Geschichte einer Frau auf der suche nach Freiheit, nach sich selbst aber auch nach Liebe.

Isadora ist eine Portagonistin die alles andere als eindimensional ist. Aus ihrer Sicht ...

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer Frau auf der suche nach Freiheit, nach sich selbst aber auch nach Liebe.

Isadora ist eine Portagonistin die alles andere als eindimensional ist. Aus ihrer Sicht erzählt sie von ihrer Familie, ihren Liebesbeziehungen und dem Versuch sich einen eigenen Weg zu suchen. Bei dieser Suchegerät sie allerdings immer wieder in abhängigkeitsbeziehungen zu Männern die ihr alles andere als gut tun.
Immer wieder merkt man während dem Lesen die selbstzerstörerische Art in der Isadora sich auf Männer einlässt die alles andere als Großherzig und liebevoll sind. Fast scheint es so als könne sie nur lieben wenn sie dabei leiden kann.

Als sie auf einen Analytikerkongress Adrian kennenlernt der auf den ersten Blick unheimlich charmant aber bei genauerem Hinsehen eher überheblich, kontrollierend und alles andere als Liebevoll ist begibt sie sich mit ihm auf eine Reise. Zuerst scheint alles gut zu gehen doch wird immer klarer das nach dieser Reise nichts mehr so ist wie davor.

Die Protagonistin in diesem Buch fand ich sehr authentisch, jedoch immer wieder anstrengend. Sie erzählt von ihren Liebschaften und man fragt sich ob sie eigentlich merkt das dies eine Liste an Psychopathen ist und ob sie das mit Absicht macht oder ob sie einfach zu naiv ist.

Immer wieder kam man beim Lesen nicht umhin sich zu fragen wie man so selbstzerstörerisch sein kann. Nichtsdestotrotz ist das Buch spannend zu lesen und die Geschichte wirklich interessant. Die vielen scheinbar nebenbei erzählten Geschichten aus Isadoras Leben, die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern, ihre selbstabalysen und ihr trockener Humor machen das Buch zu einem gelungenen Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Ein toller Leitfaden

Was schenken wir unseren Kindern?
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In diesem 2019 erschienenen, gerade mal ein bisschen über 70 Seiten starken Büchlein gehen Gerald Hüther und Andrè Stern der Frage auf den Grund was es wirklich ist was Kinder brauchen.

Immer wieder ...

In diesem 2019 erschienenen, gerade mal ein bisschen über 70 Seiten starken Büchlein gehen Gerald Hüther und Andrè Stern der Frage auf den Grund was es wirklich ist was Kinder brauchen.

Immer wieder versucht uns die Werbeindustrie und der Kapitalismus einzureden wir müssten unsere Kinder mit materiellen Dingen "bereichern". Doch was brauchen Kinder wirklich und was können wir ihnen als Bezugspersonen schenken?

Gerald Hüther und Andrè Stern geben hier sehr präzise und klar formulierte Antworten. Kinder brauchen unsere Geschenke nicht. Sie brauchen unsere bedingungslose Liebe, unsere Hingabe und unser Vertrauen in sie. Das ist der Grundstein jeglicher Erziehung und Beziehung und somit das Fundament für eine gelungen Zukunft unserer Kinder.

Ein wirklich großartiges Buch das es vermag auf wenigen Seiten zum nach- und umdenken anzuregen.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Ein tolles Buch

Sprache und Sein
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Ein Stereotyp ist wie ein Panzer. Doch er beschützt nicht diejenigen, die ihn tragen, sondern die Ignoranz der Außenstehenden. Stereotype sind Panzer der Ignoranz, die die Ignorierten zu tragen haben. ...

Ein Stereotyp ist wie ein Panzer. Doch er beschützt nicht diejenigen, die ihn tragen, sondern die Ignoranz der Außenstehenden. Stereotype sind Panzer der Ignoranz, die die Ignorierten zu tragen haben. Sie wiegen schwer, sie belasten die Träger*innen und zwingen sie in schwachen, menschlichen Momenten in die Knie" s. 69

Kübra Gümüşay (@kuebrag ) hat mit "Sprache und Sein" ein beeindruckendes, manchmal schmerzhaftes und wachrüttelndes Buch verfasst.

Wie beeinflusst Sprache wie wir Unterschiede wahrnehmen, wie manifestiert sich Rassimus und unterdrückung in unserem Sprachgebrauch und welche Schritte und Methoden braucht es um unsere Sprache und somit auch unser Denken zu verändern.

Mal wissenschaftlich, mal sehr persönlich erkundet sie die Möglichkeiten die unsere Sprache uns eröffnet aber auch die Grenzen ebendieser.
Wie können wir eine Pluralistische Welt schaffen in der alle Erfahrungen und Lebensrealitäten valide sind?

"Wie aber würde sich unsere Wahrnehmung dieser Gesellschaft verändern, wenn wir sie ausschließlich mit dem Blick eines von Armut bedrohten Menschen betrachten und beschreiben würden? Wie würden sich unsere Geschichten über uns selbst verändern und infolgedessen unsere Gesellschaft selbst?" S.161

Was Kübra Gümüşay auf diesen knapp 200 Seiten auszudrücken vermag ist absolut unglaublich, kraftvoll und zum umdenken anregend.


Ein Buch das beim Erscheinen nicht umsonst große Beachtung erfahren hat und nach wie vor absolut empfehlenswert ist. Ich hoffe dieses großartige Buch erreicht noch einige Köpfe und Herzen mehr.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Ein großartiges Buch

Zami
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[TW: Rassismus, Sexismus, Suizid, Drogen, Depression]

"Ich habe mich oft gefragt, warum sich für mich stets die Außenposition richtig anfühlt, warum mir Extreme, obwohl sie schwierig und manchmal schmerzhaft ...

[TW: Rassismus, Sexismus, Suizid, Drogen, Depression]

"Ich habe mich oft gefragt, warum sich für mich stets die Außenposition richtig anfühlt, warum mir Extreme, obwohl sie schwierig und manchmal schmerzhaft sind, immer mehr behagen als ein Plan, der entlang einer geraden Linie durch die unerschütterliche Mitte verläuft." S. 23

Dieses Zitat habe ich als Einstieg gewählt weil es hervorragend zu meinem Eindruck des Buches passt und ich selbst dieses Gefühl auch bestens kenne.

Audre Lorde erzählt in diesem Buch die Geschichte einer Selbstfindung unter widrigen Umständen.

"Ich wurde Schwarz, auf die selbe Weise wie sich mein Verlangen nach Leben, nach Bestätigung, nach Liebe, nach Teilhabe entwickelte. [....] s. 93

Wie fühlt es sich an in einer Welt zu leben in der man sich nicht willkommen fühlt? Wie findet man sich selbst wenn alles was man ist abgelehnt wird? Was macht es mit einem Menschen immer an den Rand gedrängt zu werden? Wie beeinflusst all dieser Schmerz und der Hass dem wir begegnen unsere eigene Liebesfähigkeit?

Audrey Lorde schriebt hier aus der Perspektive einer mehrfach marginalisierten Person die versucht sich allen Widerständen zum Trotz einen Weg zu ebnen. Immer wieder spürt man Zorn, Schmerz aber auch Trotz und Kampfeswillen. Immer kommt der drang durch einen Weg zu finden und sich nicht der Resignation zu ergeben. Ihre Geschichte ist voll von Liebe, Verlust, Tragik, Verzweiflung aber auch Zuversicht, Gestaltungswillen und Liebe.

Audre Lorde schreibt sowohl poetisch als auch sehr schonungslos und das geschriebene lässt erahnen welch scharfsinniger Geist in ihr steckte. Ihre Fähigkeit kritisch zu hinterfragen, zu kämpfen wenn ihr etwas wichtig war und sich auch der Sanftheit voll zu ergeben hat mir während dem Lesen unheimlich imponiert. Mit größter Authentizität erzählt sie hier ihre Geschichte. Ein wirklich sehr authentisches, tolles Buch einer beeindruckenden Autorin.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein sehr gelungener Roman

Aspergers Schüler
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[CN: Nationalsozialismus, Asperger, Folter, Mord, Eugenik]

Der Name Hans Asperger zählt wohl zu den meistumstrittenen der Medizingeschichte.

Ihm widmet sich @beatemaly alias Laura Baldini in diesem ...

[CN: Nationalsozialismus, Asperger, Folter, Mord, Eugenik]

Der Name Hans Asperger zählt wohl zu den meistumstrittenen der Medizingeschichte.

Ihm widmet sich @beatemaly alias Laura Baldini in diesem sehr gut recherchierten, sehr berührenden und äußerst interessanten Roman.

Als die Protagonistin Sarah für ihre Recherchen zu Dr Aspergers Arbeit nach Wien kommt will sie unbedingt beweisen das Asperger ein fähiger Arzt war der sich ausschließlich für das Wohl seiner Patienten interessierte.

Doch dann stößt sie auf Aufzeichnungen die alles auf den Kopf stellen und aus den Fugen geraten lassen. Auch Privat hat Sarah bald mit so einigen Verwirrungen zu kämpfen und beginnt auch durch die bekanntschaft mit einem jungen Journalisten sehr vieles im Persönlichen zu hinterfragen.

Doch mit dem was sie noch alles erfahren wird hatte sie wohl niemals gerechnet.

Dieser Roman hat mich sofort gefesselt und immer wieder habe ich historische Fakten zum Thema Asperger, Autismus und Spiegelgrund gesucht. Das Buch bringt einen auf jeden Fall zum Nachdenken und da auch ich im Rahmen meiner Arbeit im Kindergarten immer wieder Kontakt zu Kindern im Spektrum habe interessiert mich dieses Thema sehr. Besonders in Hinblick auf Dr Aspergers zweifelhaften Ruf, die Geschichte des Autsimsus und den Zeitgeist in dem die Nazis versuchten alles was von der zweifelhaften, vermeintlichen Norm abwich zu beseitigen ist dieser Roman sehr schokierend und teilweise fast nicht auszuhalten aufgrund der Schilderungen die man liest.

Ich finde man merkt das die Autorin sich mit dem Thema gut auskennt, da sie selbst mit Kindern im Spektrum Arbeitet. Das hat man während dem Lesen finde ich immer wieder gemerkt.

Für mich ein wirklich außergewöhnlich gut gelungenes, sehr wichtiges Buch.

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