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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2026

Prüfungen, Magie, Freundschaften, Morde und darüber hinaus nichts Neues

The Ordeals
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Ich lese am liebsten Fantasy. Prüfungen und ein Setting an Akademien sind auch nie verkehrt. Nun kann man das Rad nicht neu erfinden und in jeder Geschichte finden wir etwas, was wir bei einer anderen ...

Ich lese am liebsten Fantasy. Prüfungen und ein Setting an Akademien sind auch nie verkehrt. Nun kann man das Rad nicht neu erfinden und in jeder Geschichte finden wir etwas, was wir bei einer anderen schon hatten, aber wichtig ist, dass diese eine fesseln kann.
So hat sich „The Ordeals“ genau diese Mischung oben genommen und die Protagonistin Sophie hervorgebracht. Diese verlor als Kind schon ihre Eltern und hat sie auch nie kennen gelernt. Beim „Sammler“ wurde sie aufgezogen und ihre einzige Bezugsperson, ist die schon recht lebensältere Dolly. Sophie besitzt nur ganz schwach die Gabe einer Illusionistin. Der Sammler ist wiederum ein Alchemist, und gehört somit zu den stärksten Wirkern in dieser Welt.
Sophie ist gefangen unter der Macht des Sammlers und möchte nur noch fliehen. Die einzige Chance hierfür ist es die Ordeals zu bestehen, und der wichtigsten Mageiakademie Killmarth beitreten zu können. Doch die Prüfungen sind lebensgefährlich und nur 20 schaffen es bis zum Ende. Der Rest geht freiwillig oder stirbt bei den Prüfungen.
Sie überlistet den Fremden jungen Mann Alden Locke, um Informationen zu erhalten und sich den Ordeals anschließen zu können. Dies führt dazu, dass beide fortan diese als Team bestreiten müssen. Im Kampf gegen einen Mörder vor Ort, Wirkern aus den Bereichen Botanik, Alchemie, Illusionisten und Maskierer versucht sie ihre eigene Stärke zu finden und öffnet sich das erste Mal vollkommen einen Menschen.
Ist die Story neu? In Teilen ja und in Teilen nein.
Die Charaktere sind alle in Ordnung, auch wenn sie nicht vor Tiefgang strotzen. Sophies Entwicklung ist schön anzusehen aber zu oft mit Zweifeln und Ängsten versehen. Ihr sehr häufiges Verlangen Alden am liebsten ins Bett zu zehren, war sehr anstrengend. Neben Alden sind alle anderen Figuren nur Nebendarsteller und bekommen leider zu wenig Raum sich zu präsentieren und zu entwickeln.
Die Geschichte hat ihre Längen. Gerade in Wiederholungen, wenn Sophie rattig ist, Gedankengänge von ihr wiederholt stattfinden oder bei der ersten großen Prüfung die Überquerung einer Fläche sehr schwer gestaltet ist aber man das Gefühl hat man versucht aus einem Luftballon mit Sauerstoff einen Heißluftballon, der schwebt zu machen.
Die Möglichkeiten der Wirker waren gut gewählt. Ein Botaniker kann heilen, so wie Alchimist, aus dem Nichts etwas erschaffen kann. Maskierer kopieren eine Person bis aufs haar und weiter. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, als die paar Szenen wo deren Magie zu spüren war.
Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber keine die wirklich in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 23.01.2026

Eine glaubwürdige Darstellung des Muttersein unter dem Druck von Instagramm und der Öffentlichkeit

8000 Arten, als Mutter zu versagen
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Kinder sind ein Geschenk. Aber sie sind neben der Freude, die wir wegen ihnen verspüren auch viel Arbeit, Stress und Schmerz. So zeigt uns Frau Kebekus ehrlich und mit viel Humor und auch selbstkritischen ...

Kinder sind ein Geschenk. Aber sie sind neben der Freude, die wir wegen ihnen verspüren auch viel Arbeit, Stress und Schmerz. So zeigt uns Frau Kebekus ehrlich und mit viel Humor und auch selbstkritischen Reflexionen, wie schön es ist Mutter zu sein, auch wenn der Weg durch die Schwangerschaft und den ersten 18 Monaten kein Spaziergang mit frischem Make-Up, nen Kaffee in der Hand und einem Lächeln im Gesicht ist.
So erzählt sie uns ganz offen, dass die Schwangerschaft sie überrascht hat und mit dieser erstmal ganz viele To-Do-Listen erstellt wurden, was man alles mit dem Baby machen möchte. Und kläglich daran scheiterte. Der Druck, der schon in der Schwangerschaft steigt, wenn Instagramm zeigt wie fit der Körper während der Schwangerschaft zu sein hat. Mit dem „Belly-Only-Pregnancy“ (nur der Bauch nimmt zu) und sie jedoch zur Fraktion „Ass-Only-Pregnancy“ -Gruppe gehörte. Dazu die täglichen Sportübungen, Vorschriften was sie essen soll und wie wichtig ist doch ist, zur Geburt frisch rasiert zu sein. Man könnte ja einen Kommentar zur Behaarung erhalten.
Doch kaum war raus das sie schwanger war, muss sie sich dem Dünnschiss der Nation anhören von „zu alt“, „zu unverantwortlich“ und dann noch im 8. Monat auf der Bühne. Wie unverschämt. Ich fand die Kommentare (welche sie erstmal der deutschen Rechtschreibung angepasst hat), welche sie wiedergibt, sehr gut gekontert. Was nimmt sich eine Gesellschaft zu urteilen, ob sie zu alt ist oder nicht und warum sie arbeiten, geht (Comedian), was soll passieren außer, dass das Baby nen schlechten Witz hört?
So führt uns Frau Kebkus im weitern Verlauf durch eine echt lange und unschöne Geburt und zeigt das das Thema Wochenbett nicht schönes kuscheln im Bett ist und zwischendrin locker den Haushalt machen. Sie erklärt offen und mit viel Humor wie der eigene Druck steigt sich selbst zu perfektionieren, dem Kind die perfekte Mutter zu sein und daneben noch den Haushalt zu schaffen. Aber wie sie selbst sagt, ist eine junge Mutter nach Kaiserschnitt mit der Optik einer „Cracknutte“ in den ersten Wochen nicht das Vorzeigepüppchen von Instagramm.
Und hier trifft der Humor, mit vielen lustigen Anekdoten auf die immer wiederkehrende Problematik, welche sie selbst erleben muss: Eine Gesellschaft die dir vorschreiben meint zu müssen, wie du auszusehen hast, wie du mit dem Kind umzugehen hast und was du dir alles anzuhören hast. Spoiler: In Wirklichkeit nichts davon. Frau Kebekus erklärt, wie schlimm der Druck durch Instagramm ist, ihr ein Körperbild vorzuschreiben, von Leuten zu hören wie man das Kind zum Schlafen zu bringen hat, sich anhören zu dürfen das es normal ist das die Nippel bluten und sie drüberstehen soll und dann noch beleidigt wird, wenn sie stillt. Ansonsten wollen Männer Möpse sehen, aber bloß nicht, wenn sie ihren biologischen Sinn erfüllen.
So ist der schwerste und wenn auch schönste Job den man als Frau haben kann der Job der Mutter (natürlich vorausgesetzt man möchte Kinder haben, was jede Frau für sich selbst entscheiden kann) und es zigtausend Menschen gibt, die meinen dir zu zeigen, was die perfekte Mutter ist. Und Frau Kebekus zeigt ehrlich und authentisch, wie sich zigtausende Leute ihre Meinung in den Hintern schieben können. Ich finde das Buch großartig und erfrischend. Ich selbst bin keine Mutter, ich habe auch keine Kinder. Aber ich habe Respekt vor jeder Frau, die sich die Kraft täglich nimmt, sich liebevoll um ihr Kind zu kümmern, auch wenn es aufopfern bedeutet und auch mal zurückstecken.
Ich kann die Autorin voll und ganz verstehen, dass sie nicht nur Mutter sein will und auch arbeiten geht, notfalls auch ohne Schlüpper, dass man dem Kind nen Kochlöffel in die Hand drückt, um selbst mal zum Aufräumen zu kommen und nicht allen Ratgebern Recht gibt, sondern sie ihren (und dem des Babypapas) eigenen Weg findet sich um ihr Baby zu kümmern.
Ich würde mich freuen, auch noch in Zukunft von ihr zu lesen, wie es mit dem Spross und den nächsten Jahren weitergeht. Ob ihr Kind ihren Humor hat und im Kindergarten schon zeigt was ein kölsches Kind mit Kebekusgenen so von sich geben wird.

Veröffentlicht am 17.01.2026

Eine sehr starke Dystopie mit viel Humor rund um den Tod

Whispers of Destiny
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Wir befinden uns im Jahr 2096 und auf einer Erde, welche gegen die Menschen arbeite. Sinnfluten, saurer Regen und zu wenig Nahrung für die Überbevölkerung sorgen dafür, dass sich ein Klassensystem in mehreren ...

Wir befinden uns im Jahr 2096 und auf einer Erde, welche gegen die Menschen arbeite. Sinnfluten, saurer Regen und zu wenig Nahrung für die Überbevölkerung sorgen dafür, dass sich ein Klassensystem in mehreren Stufen entwickelt hat.
In der dritten Stufe, welche Menschen erlaubt zu arbeiten und dafür eine Wohnung haben und ein bisschen was an Essenrationen, ist man noch zu gut dran, um zu sterben, aber nicht gut dran, wenn man erkrankt. So erfährt die 21-Jährige Blue, dass sie an einer sogenannten „Erbse“ im Gehirn erkrankt ist und daran sterben wird. Ihr Plan mit ihrer Mitbewohnerin in die 4. Stufe aufzusteigen für mehr Essen und etwas mehr Lebenssinn scheitert.
Die Junge Frau, welche Ihre Eltern mit 6 Jahren an einer Flut verliert und täglich mit dem Säureregen zu kämpfen hat kann nicht fassen, dass nun alles vorbei sein soll. So möchte sie ihrem Leben ein Ende setzten, bevor sie in die Stufe 2 oder 1 runter geht, wo es keinerlei Helfen mehr vom Staat gibt (In Stufe 1 isst man alles was geht, auch andere Menschen, wenn es sein muss).
So begegnet sie Creek, einer der Agens von DC und er bietet ihr an, für das CC zu arbeiten und dafür Immunität zu erhalten. Denn jede Person, die dort arbeitet, bleibt für die Zeit des Jobs immun und wird bei einem plötzlichen Umkommen wiedererweckt. So bleibt Blue nichts anderes übrig, als dies anzunehmen und findet sich auf einmal in Stufe 9 wieder, wo es Dinge wie Schokolade gibt und genügend zu Essen.
Doch fällt es ihr sehr schwer sich den Regeln des Todes und des CC anzupassen. Das nicht alle Menschen überleben dürfen und selbst Kinder dem Tod überlassen werden müssen. Mit ihrer mürrischen und leicht aggressiven Art legt sie sich auch fast täglich mit dem Tod persönlich an (Verkörpert durch einen Mann). Doch die Leute lernen sie kennen und merken die Schutzschicht, welche sie ein Leben lang benötigte, um über den Tod der Eltern und ihren Aufstieg von Stufe 2 auf 3 zu schaffen und dem täglichen Kampf ums Überleben.
Wir erleben, wie unterschiedlich die Leben in den unteren bis mittleren Stufen sind. Wie ungerecht sicher vor Regenschützenden Maschinen die oben 2% leben mit Betreuung eines Gesundheitssystems und wie die Stufe 1 täglich dem Tod ausgesetzt ist. Das Geld auch hier die Welt regiert, wie schon zur heutigen Zeit. Das es aber Menschen wie Blue sind die etwas ändern wollen und werden. Denn sie geht hin und versucht auch andere Gruppen wie die Magenta Moms (wegen der Kleidung), „Zuchtmaschienen“ mit einem Kind nach dem anderen, zu verstehen.
Ich fand den Einstieg sehr angenehm, dann zog es sich etwas und dann ging es ab 50 % wieder richtig gut weiter. Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern warum, aber die Geschichte bekommt neben dem Gedankenspiel von Recht und Unrecht, wer darf leben und wer nicht, noch eine weitere actionreiche Komponente hinzu.
Mir hat das Buch alles in allem sehr gut gefallen. Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, weil es mich persönlich einfach im Lesefluss stört und nicht wegen dem Grundgedanken dahinter ist die Nutzung des gendern in Form von Pronomen. Anstatt des deutschen „sie, ihr“ immer die englischen Worte zu haben, reißt mich aus dem Lesefluss und passt für mich nicht in eine deutsche Übersetzung. Das klappt vlt. Im englischen Original, aber nicht in die deutsche Sprache.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2025

Krimi trifft auf Sci-Fi

Manche Schuld vergeht nie
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„Manche Schuld vergeht nie“ ist ein Krimi, der sich neben der typischen Aufklärung eines Mordes in Teilen des Sci-Fi-Genre bedient und Zeitreisen zur Auflösung eines Falles bedient.
Ali Dawson, eine 50-Jähringe ...

„Manche Schuld vergeht nie“ ist ein Krimi, der sich neben der typischen Aufklärung eines Mordes in Teilen des Sci-Fi-Genre bedient und Zeitreisen zur Auflösung eines Falles bedient.
Ali Dawson, eine 50-Jähringe Kriminalbeamtin, reist ins viktorianische London, um einen Mordfall zu klären. Mit ihrem Team ist sie für Cold-Case Fälle zuständig, wo die Leute im Glauben sind, dies würde mit normalen Mitteln erfolgen. Jedoch steht hinter der Ermittlerin ein ganzes Team, welches es geschafft hat Zeitreisen zu erschaffen, wo Ali oder eine andere Person als „Hologramm“ in die Vergangenheit reisen kann, ohne eine Geschichtliche Veränderung zu bewirken.
So sehen sie dort alles, können aber nicht eingreifen und nicht von Menschen gesehen werden. Zumindest nicht bis jetzt. Denn dieses Mal bewirkt der Weg durch die Pforte, dass Ali vor Ort feststeckt und dort als sehr aufgeweckte und taffe Frau (und sehr untypisch in ihrer Wortwahl) schnell von einer Person von hohem Interesse wird.
Währenddessen wird ihr erwachsener Sohn als Tatverdächtiger an dem Mord seines Arbeitgebers verdächtigt. Ali muss einen Weg in die Gegenwart finden und vor Ort versuchen alle zu verstehen was passiert ist und Finn aus dem Gefängnis zu befreien.
Die Geschichte gefiel mir sehr gut, wenn es um die Recherche geht, welche die Autorin für die Zeit im viktorianischen London betrieben hat. Diese Abschnitte gefielen mir persönlich auch am besten. Die Geschichte in der Gegenwart war dagegen etwas mau gewesen. So wurde sehr viel angedeutet, wie das Thema Zeitreise schon damals „präsent“ in aller Munde war und auch wie es weitere Möglichkeiten geben könnte, außer der uns bekannten. Zudem ich leider auch schnell erahnen konnte, wer der tatsächliche Mörder ist (und ich bin sonst Blind für sowas).
Alles in allem ist es ein anderer Krimi als man sie sonst kennt. Die Mischung aus 1850 und 2023 war gut gewählt. Lediglich das Ende war dann zu schnell hingeschmissen wurden und hätte etwas mehr Raum gebrauchen können.
Alles in allem jedoch mal was anderes zu der breiten Masse.

Veröffentlicht am 16.12.2025

George Orwell wäre stolz auf dieses Buch

Wie die Karnickel
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Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, ...

Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, spiegeln auch hier Tiere die unterdrückte Minderheit.

So war es für die Welt ein großes Ereignis als über Nacht, neben den Kaninchen auch weitere Tiere wie z.B. Füchse, in eine menschliche Größe anwuchsen und wie diese zu sprechen und zu denken begannen. Schnell wurde versucht zu verstehen was dahinter steckt, jedoch ohne Erfolg. Sie sind keine Hybride aus Menschen und Kaninchen, sondern haben die reine tierische DNA, sind jedoch sprachbegabt (neben der eigenen die menschliche und haben einen IQ der im Durchschnitt höher als der eines Menschen ist. Somit haben Menschen am Ende Angst, dass die intelligentere Rasse sie übernehmen wird?

Die Kaninchen sind dem Ministerium für Kaninchenangelegenheiten unterstellt und anders als zu Anfangszeiten wo es nur darum ging diese in Arbeitsstellen zu bekommen, ist es nun ein Überwachungsapparat, welcher diese Bewohner in großen Gruppen in Außenstellen unterbringt.

Dabei haben diese beim Europäischen Gerichtshof die Rechte wie ein jeder normaler Mensch zugesprochen bekommen. Jedoch hat sich Großbritannien mit seinem Ausstieg aus der EU (wie im echten Leben) sich somit ein Schlupfloch geschaffen, sich nicht an diese Regelung halten zu müssen. So ist es die Taskforce, welche regelmäßig Kaninchen von der Straße holen will, dieser strafrechtliches Verhalten vorhalten will um diese dann gerechtfertigt zu beseitigen. Das dies nicht selten der Fall ist, wird im Buch immer wieder betont.

So erleben wir einen Staat, dem Lebewesen die nicht zu 100% Mensch sind, nicht als solche akzeptieren und führen eine Hasstirade auf diese aus. Verfolgt sie, spioniert sie aus, unterstellt alles Böse der Welt und sieht sich als potenzielles Opfer.

So gibt es Menschen, die es noch mit Humor sehen und offen dem gegenüber stehen wie in diesem Beispiel: „… werden sie nicht aus dem Gebäude (Kirche) ausschließen-sofern sie auf den Kirchenbänken keinen Salat knabbern und nicht alles vollkötteln.“

Und natürlich das klassische Gegenteil, welches wesentlich häufiger und aggressiver auftaucht: „Karottenknabbernde Quälgeister. Man hätte sie ersticken sollen, als sie ihr erster Wort gesprochen haben“ … dessen sozialer Filter – wenn er überhaupt welche besaß – nun vollständig flöten gegangen waren.

In diesem nun sehr zweideutigen Geschehen gibt es dann Menschen wie Peter Knox, welche für den Staat und gegen die Kaninchen arbeiten, jedoch noch aus der Zeit des jungen Erwachsenensein, genau mit diesen sympathisiert hat. Wie soll er dem Druck von Seiten des Staates als Arbeitgebern, den rassistischen und verängstigten Bewohnern seines Dorfes und auf der anderen Seite den ihm freundlichen Volk der Kaninchen agieren? Die Parallelen zu unsere jetzigen Gesellschaft bzw. dessen, was in der Vergangenheit passiert ist, sind groß. Und schafft der Autor in diese sehr harte und schwere Thematik so wunderbar viel Humor zu verpacken, dass ich oftmals grinsen musste. Denn auch Kaninchen besitzen Humor, auch schwarzen. Und nach einem sehr schwierigen Einstige auf den ersten 15 % mit mir viel zu vielen Fachbegriffen von der Psychologie, über Genetik und Politik, konnte ich das Buch danach genießen und empfehle es jedem (wobei die Blaukreuze in die Tischkante beißen würden, da sie ihr absolut dummes Denken hier so schön vor Augen geführt bekommen und rate hier zur Möhre zu greifen.)