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Veröffentlicht am 12.03.2026

" Happy Head - Happy wirst du jedoch nicht sein" - Ein sensationell gutes Buch mit psychologischer Spannung

Happy Head
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„Happy Head- hier gelten Verantwortung, Wachstum und Dankbarkeit“

Wer möchte nicht seinen 17-Jährigen und viel zu sensiblen Sohn, der keine großartigen Freunde hat, nicht der Klassenbeste ist und sonst ...

„Happy Head- hier gelten Verantwortung, Wachstum und Dankbarkeit“

Wer möchte nicht seinen 17-Jährigen und viel zu sensiblen Sohn, der keine großartigen Freunde hat, nicht der Klassenbeste ist und sonst auch nichts vorzuweisen hat, nicht in ein Camp stecken, welches helfen wird. Das die Tabletten gegen Angst, dass Asthmaspray und die Unsicherheiten in Zukunft alle nicht mehr gebraucht werden.
So wird der frisch gewordene 17-jährige Sebastian, den alle nur Seb nennen, von seinen Eltern überrascht, wie es heißt: „Ab zu Happy Head – da machen sie dich happy“

Begeisterung braucht man da natürlich nicht erwarten, vor allem wenn der Abend mit der einzigen und besten Freundin anders geplant war. Aber Wiederworte helfen hier nicht und schon geht es mit der nervigen kleinen Schwester, welche alles in den Popo geschoben bekommt, auf dem Rücksitz und einer mehreren Stunden andauernden Fahrt ins Spieleparadies für Schwererziehbare.

Vor Ort erfreut er sich direkt mal zu hören, dass er auf seine Kleidung verzichten soll und nur ein Lieblingsteil mitdarf. David Bowie darf für Seb nicht fehlen. Sein Jugendschwarm, der ihn versteht und ihm mit seinen Liedern Kraft gibt.
Vor Ort einer von 100 Jugendlichen, alle wenig begeistert, wird man direkt mal in Teams gesteckt. Die Farbe grün in allen Nuancen sind das Kennzeichen.

Und wer nun denkt es gibt Gesprächstherapien, Gruppenkuscheln und Wohlfühlzeiten, der irrt. Und zwar gewaltig. Das Cover und der giftige Farbschnitt sprechen ihre eigene Sprache.

Schnell erkennt man, was hier wirklich los ist. Die Zimmer, die von 1 bis 100 sehr unterschiedlich sind, die Überwachungskameras, die „netten“ Betreuer und die psychologischen Gespräche treffen auf harte Aufgaben, Schmerz und Psychoterror. Aber wer was werden will, der muss halt ein bisschen leiden.

Seb findet für sich halt in seinem Mitmenschen Finn, der genauso wenig da sein möchte und welcher schneller erkennt was vor sich geht als Seb. Beide entwickeln zueinander eine eigene Dynamik und versuchen gemeinsam dem Horror vor Ort zu entkommen. Dabei haben beide keine Ahnung wie groß das Ganze noch werden wird.

Ich persönlich bin so dermaßen angetan von der Geschichte. Es ist zwar als Jugendbuch eingeordnet, aber für Erwachsene genauso geeignet. Der Teils unterschwellige und der Teils sehr direkte manipulative Psychoterror, welcher vor Ort angewendet wird, ist so gutgeschrieben. Die Aufgaben, die Gespräche, die kleinen Aktionen. Als lesende Person sieht man sofort mehr als die Protagonisten und dennoch sehen wir nur Bruchstücke. Diese verbinden sich bis zum Ende, lassen aber in der Mitte des Bildes noch ein großes Loch, welches mit dem zweiten Teil gefüllt werden wird.

Die Charaktere waren super beschrieben. Dabei geht es nicht mal um Sympathie, sondern wie gut sie ihre Rollen in der Geschichte widerspiegeln. Die Schreibweise lässt einen durch die Seiten fliegen und man möchte immer mehr erfahren. Man leidet mit den jungen Menschen mit und ist fassungslos, wie weit Gewalt an einen Menschen gehen kann.
Für mich eines der besten Jugendbücher der letzten Jahre. Es muss kein überzogenes Romantikdebakel in einem Fantasysetting sein, wenn es auch eine Dystopie in unserer realen Welt sein kann mit Menschen, die den Kontakt zur Normalität verloren haben und ihre Ideologie mit Gewalt einbringen wollen, auch wenn sie dafür über Leichen gehen müssen.

Ein Highlight durch und durch und eine Rezension welche hoffentlich neugierig macht ohne das ich zu viel gespoilert habe und dennoch zeige, wie tiefgründig das Buch ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2026

Erfrischend neu, jedoch fehlte mir die angekündigte Satire

Kurz vor Paris
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„Kurz vor Paris – Der kuriose Weg zur Freiheit“ von Agga Kastell erzählt von einer ungewöhnlichen Reise in einer postapokalyptischen Welt. 15 Jahre zuvor hat die große Menge der Weltbevölkerung für Erdbeben ...

„Kurz vor Paris – Der kuriose Weg zur Freiheit“ von Agga Kastell erzählt von einer ungewöhnlichen Reise in einer postapokalyptischen Welt. 15 Jahre zuvor hat die große Menge der Weltbevölkerung für Erdbeben gesorgt, welche Atomkraftwerke zerstört hat und somit die Atomkraftunfälle. Insekten wurden so groß wie Menschen, liefen auf Beinen und mit Hilfe von Translatorchips hinterm Ohr können alle miteinander sprechen

Der junge Mensch Stinker reist gemeinsam mit der Fliege Flymo und dem Schmetterling Meiling Richtung Paris, um persönliche Träume zu erfüllen. – doch ihre Pläne ändern sich, als sie der schwangeren Wespe Puck begegnen, die vor einer rassistischen Gemeinschaft auf der Flucht ist. Aus dem zunächst skurrilen Roadtrip entwickelt sich eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, sich gegen Ausgrenzung und faschistische Ideologien zu stellen.

Der Roman hat eine originelle Idee und eine ungewöhnliche Figurenkonstellation. Die Beziehung zwischen Menschen und Insekten wirkt überraschend selbstverständlich und verleiht der Geschichte Wärme und Humor. Die Autorin verbindet witzige Dialoge, kuriose Begegnungen und emotionale Momente mit gesellschaftskritischen Themen wie Rassismus, Machtmissbrauch und Verfolgung, ohne dabei belehrend zu wirken.

Besonders die Dynamik zwischen den Hauptfiguren sowie Pucks Entwicklung von Misstrauen zu Vertrauen verleihen der Handlung Herz und Dramatik.

Wir erfahren zwar kleine Infos, wie die speziellen Sitze in der Bahn für Schmetterlinge, Menschen, oder auch breite Sitze für Wespen. Aber darüber hinaus, bleibt leider viel an Informationen zurück, wenn es um die Umwelt geht und die politischen Hintergründe werden nur angerissen und die Gruppe der Nordos hätten mehr Tiefe vertragen können. Wir erfahren zwar am Rande, wie diese Kommune ähnlich einer Sekte handelt, aber dennoch blieb es hier oberflächlich. Ebenso habe ich leider nicht ganz die Satire in der Geschichte gefunden, womit das Buch jedoch wirbt. Ich schaue gerne Politische Satire und weiß daher, wie diese aussieht, hier sind es aber nur minimal Seitenhieb und zu wenig Humor und zu wenig Schlagseite.

Die Geschichte ist mit weniger als 300 Seiten schnell gelesen und es zeigt eine Welt, wo Insekten untereinander genauso Rassismus ausgesetzt sind wie Insekten von Menschen und Menschen Rassismus durch Insekten erfahren. Es bringt aktuelle Themen auf und zeigt das trotz dieser Diversität ein Miteinander möglich ist und man Freunde und Familien darauf aufbauen kann. Ganz ausgereift ist die Geschichte für mich leider nicht gewesen, aber es war dennoch erfrischend neu.

Veröffentlicht am 22.02.2026

Dunkle Fantasy mit (En)Täuschungen

Eramor - Reich der dunklen Fae
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Mit Eramor – Reich der dunklen Fae werden wir in eine düstere, märchenhaft-bedrohliche Welt voller Intrigen und gefährlicher Prüfungen mitgenommen. Im Mittelpunkt steht Seren, welche eine nie gewollte ...

Mit Eramor – Reich der dunklen Fae werden wir in eine düstere, märchenhaft-bedrohliche Welt voller Intrigen und gefährlicher Prüfungen mitgenommen. Im Mittelpunkt steht Seren, welche eine nie gewollte Verbindung zu den Fae aufnehmen muss.

Der Einstieg hat mir gut gefallen. Wir erfahren vom harten Alltag und dem Überlebenskampf nicht zu verhungern. Das verbotene Wildern nach Kaninchen, die Suche nach Beeren und täglich die Angst vor Gewalt in den eigenen Reihen. Seren die als Andenken an ihre Oma eine sehr wichtige Halskette hat und schon früh in der Geschichte eine Karte findet, welche ihr Großvater vom Hofe der Fae rausbringen lassen konnte. Seren handelt nicht kopflos, sondern aus Überzeugung – besonders deutlich wird das, als sie anstelle von Ellis Bruder den Weg an den Hof der Fae antritt. Diese Entscheidung passt gut zu ihrem Charakter: loyal, mutig, aber auch naiv.

Die Welt der Fae ist atmosphärisch und teilweise angenehm grausam gestaltet. Besonders spannend fand ich, dass Fae nicht lügen können – aber eben auch nicht die ganze Wahrheit sagen müssen. Dieses Detail sorgt immer wieder für Misstrauen und unterschwellige Spannung. Auch ihre Fähigkeiten – das Verschmelzen mit der Umgebung, Tierverwandlungen, geschärfte Sinne oder das Auftreten mit Flügeln – werden bildhaft beschrieben. Dass nur Eisen und Silber ihnen wirklich gefährlich werden können, verleiht der Welt zusätzliche Struktur.

Am Hof selbst wird es politischer: König Azor, der den Tod seines Vaters zumindest nicht verhindert hat, seine Geschwister – vor allem der grausame Baal – und die unterschwelligen Machtspiele machen deutlich, wie zerbrechlich das Gleichgewicht ist. Besonders interessant fand ich Elion, den Lichtweber und vierten in der Thronfolge. Als vermeintlich „unnützer“ Nachfolger in den Krieg geschickt, hebt er sich stark von seinen Schattenweber-Brüdern ab. Er, der für Seren noch eine sehr wichtige Person in der Geschichte wird und nicht wie ein typsichern Fae wirkt, welche immer als die Bösen dargestellt werden.

Neben der politischen und persönlichen Geschichte gibt es das wirklich Böse. Schattenwesen, welche aus einem Riss entstammen, und Fae, egal wie gut ausgebildet und trainiert, reihenweise töten. Hier kommt eine Prophezeiung ins Spiel, welche bis auf Elion niemand so wirklich glauben will, und Seren ist ein sehr wichtiger Bestandteil dieser.

Warum mich das Buch nun nicht wirklich überzeugen konnte: Es hat sich gezogen und es fehlte mir die Spannung. Wie Seren recht zu Anfang des Buches die Entscheidung traf den Weg zum Schloss anzutreten und den Spielen beizuwohnen, muss sie durch einen Sumpf. Wie zähflüssig dort die Flüssigkeiten sind, so war hier auch die Geschichte. Ich habe mehrere Seiten übersprungen und gewartet bis sie gerettet wurde. Denn was sie nicht kann, ist auf sich aufpassen. Sie weiß um die Tricks und Fallen der Fae, um andere Wesen in dieser Welt, die ihren Tod sehen will. Läuft der ersten Täuschung in den Arm und lässt sich fasst umbringen. Nächste Prüfung auf dem Weg zum Schloss, lässt sich wieder von einer Täuschung (immer Menschen die „verschwunden“ oder „tot“ sind) einnehmen und stirbt auch hier wieder fast, würde man sie nicht unterstützen.

Das hat es mir leider sehr schwer gemacht, mit ihr zurecht zu kommen. Zudem ich nicht verstehe, warum die Weiber in den Büchern immer zickig sein müssen und selbst in ihren Gedanken immer die Männer beleidigen müssen.

Darüber hinaus hat sich bis 60% kaum etwas in der Geschichte getan und ich habe mich ab hier nur sehr schwer durchs Buch weiter durchgelesen. Die Leichtigkeit des Anfangs war verflogen und es fühlte sich für mich an wie ein Buch, welches ich in x-Varianten schon gelesen habe. Werde ich den zweiten Teil lesen? Nein. Aber ich empfehle es jeder Person, die kein Problem mit Mainstreamgeschichten und kein Problem mit Blut und Gewalt hat.

Veröffentlicht am 15.02.2026

Traumjob? Traumfrau? Traumfreunde? Oder doch das Gegenteil? Tolle Story von Anfang bis Ende

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Selten hat mich ein Thriller so durch die Seiten gejagt wie dieser. Schon die ersten Kapitel haben mich förmlich eingesogen, diese Mischung aus Offensichtlichem und doch geschickt Verschwiegenem, aus Wahrheiten, ...

Selten hat mich ein Thriller so durch die Seiten gejagt wie dieser. Schon die ersten Kapitel haben mich förmlich eingesogen, diese Mischung aus Offensichtlichem und doch geschickt Verschwiegenem, aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und gezielten Lügen war unglaublich spannend. Ständig hatte ich dieses Gefühl kleine Bestätigungen zu erhalten, weil man die Zusammenhänge sah und schonmal erahnen konnte.
Besonders fasziniert hat mich das Spiel mit der Atmosphäre in der Villa und zwischen den Charakteren: Dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass hinter jeder Geste und jedem Satz mehr steckt. Die Villa wirkt unheimlich, aber noch unheimlicher sind die Menschen darin. Immer wenn man dachte man versteht die Person und ihr handeln, wurde man vor eine neue Seite gestellt und fing stellenweise wieder bei null an.
Cecilia ist eine Protagonistin, die mich von Anfang an beschäftigt hat. Ihre Vergangenheit wirkt wie ein Puzzle aus Brotkrumen – klug gestreut, nie zu viel, aber genug, um Misstrauen zu säen. Ihre Widersprüche, ihre Ängste, ihre Entscheidungen: Nichts scheint zufällig. Denn Cecilias Angst alleine in den Häusern zu schlafen, warum macht sie es dann? Was ist passiert das sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hat, bei ihrem Vater wird es schnell offensichtlich.
Gleichzeitig bleibt Johannes ebenso rätselhaft. Seine Perspektive eröffnet neue Ebenen, wirft aber genauso viele Fragen auf wie sie beantwortet. Der reiche Schönling, der Inhaber einer Firma ist und sich für ganz andere Frauen als für Cecilia interessieren sollte. Seine führsorgliche Art, die dennoch übergriffig wirkt.
Dann die Freunde von Cecilia, welche sie regelmäßig in den Häusern in der sie sittet besucht. Sie alle scheinen ihre Geheimnisse zu haben und über vieles nicht offen sprechen zu wollen. Immer wieder gibt es Andeutungen zu Cecilias Vergangenheit, über die Kellnerjobs die sie hatten und dass sie nicht besonders angetan davon sind, dass sie nun mit Johannes zusammen ist.
Für die Leserschaft ist schnell klar, dass hier spielt niemand mit offenen Karten spielt.
So wirkt der Mittelteil des Buches ruhiger und es wird mehr Hintergrundgeschehen aufgearbeitet und Fragen beantwortet, wo neue entstehen. Das Gefühl alles zu verstehen und zu greifen ist jedoch hier auch nicht immer gegeben.
Im letzten Abschnitt hat mich das Buch dann vollkommen gepackt. Die Enthüllungen fühlten sich gleichzeitig erschreckend konsequent und doch schockierend an. Ich saß mit offenem Mund da, weil sich so vieles, was vorher nur als Ahnung im Raum stand, plötzlich zu einem düsteren Gesamtbild zusammenfügte. Manche Entwicklungen haben mich wirklich getroffen – emotional wie moralisch.
Was mich besonders beeindruckt hat: Wie schmal der Grat zwischen Opfer und Täter gezeichnet wird. Wie leicht Mitgefühl kippen kann. Und wie erschreckend nachvollziehbar manche Abgründe wirken, wenn man erst einmal alle Puzzleteile kennt.
Ich kann das Buch daher nur absolut empfehlen. Ja, es hat kleine Schwachstellen wie die Tatsache das Cecila etwas zu oft das Glück auf ihrer Seite hatte, für sie immer die passenden Informationen zu erhalten. Und auch zwei Nebencharaktere sind nicht so präsent wie viele es sich wünschen würden, aber das muss es für mich auch nicht. Denn die drei Hauptcharaktere, aus deren Sicht das Buch geschrieben wurde, mit einer Gegenwart und vielen Vergangenheitsszenen und die auch mal aus der Perspektive von Person A am Anfang des Buches und dann von Person B am Ende des Buches, haben der Geschichte ein tolle Dynamik gegeben und Situationen so gut aufgeklärt, wie ich es selten erlebt habe.
Ein Thriller, der nicht nur spannend ist, sondern auch mit Erwartungen spielt und sie eiskalt unterläuft. Für mich eines dieser Bücher, dass man kaum aus der Hand legen kann – und das einen nach dem Zuklappen noch lange beschäftigt.


Veröffentlicht am 07.02.2026

Prüfungen, Magie, Freundschaften, Morde und darüber hinaus nichts Neues

The Ordeals
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Ich lese am liebsten Fantasy. Prüfungen und ein Setting an Akademien sind auch nie verkehrt. Nun kann man das Rad nicht neu erfinden und in jeder Geschichte finden wir etwas, was wir bei einer anderen ...

Ich lese am liebsten Fantasy. Prüfungen und ein Setting an Akademien sind auch nie verkehrt. Nun kann man das Rad nicht neu erfinden und in jeder Geschichte finden wir etwas, was wir bei einer anderen schon hatten, aber wichtig ist, dass diese eine fesseln kann.
So hat sich „The Ordeals“ genau diese Mischung oben genommen und die Protagonistin Sophie hervorgebracht. Diese verlor als Kind schon ihre Eltern und hat sie auch nie kennen gelernt. Beim „Sammler“ wurde sie aufgezogen und ihre einzige Bezugsperson, ist die schon recht lebensältere Dolly. Sophie besitzt nur ganz schwach die Gabe einer Illusionistin. Der Sammler ist wiederum ein Alchemist, und gehört somit zu den stärksten Wirkern in dieser Welt.
Sophie ist gefangen unter der Macht des Sammlers und möchte nur noch fliehen. Die einzige Chance hierfür ist es die Ordeals zu bestehen, und der wichtigsten Mageiakademie Killmarth beitreten zu können. Doch die Prüfungen sind lebensgefährlich und nur 20 schaffen es bis zum Ende. Der Rest geht freiwillig oder stirbt bei den Prüfungen.
Sie überlistet den Fremden jungen Mann Alden Locke, um Informationen zu erhalten und sich den Ordeals anschließen zu können. Dies führt dazu, dass beide fortan diese als Team bestreiten müssen. Im Kampf gegen einen Mörder vor Ort, Wirkern aus den Bereichen Botanik, Alchemie, Illusionisten und Maskierer versucht sie ihre eigene Stärke zu finden und öffnet sich das erste Mal vollkommen einen Menschen.
Ist die Story neu? In Teilen ja und in Teilen nein.
Die Charaktere sind alle in Ordnung, auch wenn sie nicht vor Tiefgang strotzen. Sophies Entwicklung ist schön anzusehen aber zu oft mit Zweifeln und Ängsten versehen. Ihr sehr häufiges Verlangen Alden am liebsten ins Bett zu zehren, war sehr anstrengend. Neben Alden sind alle anderen Figuren nur Nebendarsteller und bekommen leider zu wenig Raum sich zu präsentieren und zu entwickeln.
Die Geschichte hat ihre Längen. Gerade in Wiederholungen, wenn Sophie rattig ist, Gedankengänge von ihr wiederholt stattfinden oder bei der ersten großen Prüfung die Überquerung einer Fläche sehr schwer gestaltet ist aber man das Gefühl hat man versucht aus einem Luftballon mit Sauerstoff einen Heißluftballon, der schwebt zu machen.
Die Möglichkeiten der Wirker waren gut gewählt. Ein Botaniker kann heilen, so wie Alchimist, aus dem Nichts etwas erschaffen kann. Maskierer kopieren eine Person bis aufs haar und weiter. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, als die paar Szenen wo deren Magie zu spüren war.
Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber keine die wirklich in Erinnerung bleiben wird.