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Veröffentlicht am 01.06.2025

Zwischen Zynismus und Sehnsucht

Geht so
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Meine Meinung und Inhalt
Mich hat bei diesem Buch Klappentext und Cover neugierig gemacht. Und nun nach dem Lesen möchte ich sagen - Es gibt Bücher, bei denen man das Gefühl hat Ja - Das spricht mir aus ...

Meine Meinung und Inhalt
Mich hat bei diesem Buch Klappentext und Cover neugierig gemacht. Und nun nach dem Lesen möchte ich sagen - Es gibt Bücher, bei denen man das Gefühl hat Ja - Das spricht mir aus der Seele. "Geht so" von Beatriz Serrano war für mich genau so eines. Ich habe es nicht gelesen, um mich zu motivieren, sondern eher, um mich verstanden zu fühlen. Und das hat funktioniert. Serrano beschreibt mit viel schwarzem Humor und einer ordentlichen Portion Selbstironie das Lebensgefühl einer Generation, die in einer Leistungsgesellschaft feststeckt, obwohl sie längst innerlich gekündigt hat. Die Hauptfigur Marisa – unzufrieden im Job, erschöpft vom Alltag, innerlich leer – ist keine Heldin, sondern ein Mensch, der irgendwie „mitläuft“, ohne genau zu wissen, warum. Ich habe mich in vielem wiedergefunden: die Meetings, in denen nichts gesagt wird; das Gefühl, einen sinnlosen Job zu machen; die Frage, ob das wirklich alles ist. Das Buch ist kein Selbsthilferatgeber – und genau deshalb ist es so ehrlich. Serrano versucht gar nicht erst, Lösungen zu bieten. Stattdessen beschreibt sie messerscharf das diffuse Unbehagen, das so viele von uns kennen.

Fazit -> "Geht so" ist für mich ein Buch über das Leben zwischen Zynismus und Sehnsucht. Nicht spektakulär. Nicht heldenhaft. Aber ehrlich.



Klappentext
Marisa ist mit den Nerven am Ende. Ihr Bullshit-Job in einer Madrider Werbeagentur, in dem sie nur durch Zufall gelandet ist, langweilt sie zu Tode, und das tägliche Hamsterrad des Angestelltendaseins erträgt sie nur noch, indem sie ihre Sinne mit einer Mischung aus bizarren YouTube- Videos und Beruhigungsmitteln betäubt. Als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, gerät Marisas Angststörung völlig außer Kontrolle. Allmählich zeigen sich Risse in ihrer sorgsam aufrechterhaltenen Fassade - und die Idee, auf den Firmenausflug diverse Drogen mitzunehmen, trägt vielleicht nicht unbedingt dazu bei, ihr Leben wieder in geordnetere Bahnen zu lenken.


Über die Autorin

Beatriz Serrano, geboren 1989, studierte Journalismus an der Complutense Universität in Madrid und schrieb für Medien wie BuzzFeed, Vanity Fair, GQ, Harper's Bazaar oder Vogue. Derzeit arbeitet sie für El País. Zusammen mit dem Schriftsteller Guillermo Alonso ist sie Host des Podcasts Arsénico Caviar, der 2023 mit dem Ondas-Preis als bester Gesprächspodcast ausgezeichnet wurde. Beatriz Serrano lebt in Madrid.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

In der Stille liegt die Leichtigkeit

Lass los – das Leben darf leicht sein
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Meine Meinung und Inhalt

Wer kennt sie nicht - die Schwere des Alltags, des Lebens. Ich bin eher zufällig auf Shunmyo Masunos Buch „Lass los – das Leben darf leicht sein“ gestoßen – und es hat mich direkt ...

Meine Meinung und Inhalt

Wer kennt sie nicht - die Schwere des Alltags, des Lebens. Ich bin eher zufällig auf Shunmyo Masunos Buch „Lass los – das Leben darf leicht sein“ gestoßen – und es hat mich direkt angesprochen. In einer Zeit, in der alles schnell gehen muss, ständig neue Reize auf uns einprasseln und das Gefühl, „mithalten zu müssen“, fast schon zur Norm geworden ist, war dieses kleine, schlichte Buch für mich wie ein Atemzug frischer Luft.

Der Autor ist nicht nur ein Zen-Mönch, sondern auch Gartengestalter und Professor – das merkt man seinem Stil an. Es ist nichts Überladenes oder Aufdringliches in seinen Worten. Im Gegenteil: Mit einer ruhigen, klaren Sprache gelingt es ihm, tiefgründige Gedanken leicht zugänglich zu machen. Das Buch besteht aus 99 kurzen Impulsen – manche nur eine Seite lang –, die dennoch etwas in mir angestoßen haben. Es geht darin nicht um große Lebensveränderungen, sondern um kleine, achtsame Schritte: Dinge wie bewusstes Atmen, das Loslassen von Erwartungen, der Verzicht auf ständigen Vergleich mit anderen oder die einfache Geste, morgens die Fenster zu öffnen und die frische Luft hereinzulassen.

Was mir besonders gefallen hat, ist, dass nichts davon dogmatisch daherkommt. Masuno wirkt nicht wie ein Lehrer, der alles besser weiß, sondern eher wie jemand, der auf Augenhöhe spricht. Viele seiner Gedanken habe ich noch Tage später mit mir herumgetragen (und auch im Buch markiert) und manche Sätze wirken fast wie Mantras im Alltag.

Für mich ist das Buch keine Lektüre, die man einmal durchliest und dann wieder ins Regal stellt. Es ist eher ein Begleiter für den Alltag.

Wer sich nach mehr Ruhe, Einfachheit und innerer Klarheit sehnt, dem kann ich dieses Buch wirklich ans Herz legen.




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Veröffentlicht am 23.05.2025

Zwischen Zeiten, Herzen und Systemen

Das Ministerium der Zeit
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Meine Meinung und Inhalt

Schon der Klappentext zu "Das Ministerium der Zeit" hat mich neugierig gemacht -> Zeitreisen, ein viktorianischer Polarforscher im heutigen London, ein geheimnisvolles Ministerium ...

Meine Meinung und Inhalt

Schon der Klappentext zu "Das Ministerium der Zeit" hat mich neugierig gemacht -> Zeitreisen, ein viktorianischer Polarforscher im heutigen London, ein geheimnisvolles Ministerium – das klang nach einer spannenden Mischung aus Sci-Fi und literarischer Finesse. Was mich dann aber tatsächlich erwartet hat, war noch viel überraschender: eine kluge und echt menschliche Geschichte, die sich nicht in Genre-Schubladen pressen lässt.

Im Zentrum steht eine namenlose (!) Protagonistin – eine Frau mit kambodschanisch-britischem Hintergrund, die im London der nahen Zukunft für ein geheim operierendes Ministerium arbeitet.

Was mich berührt hat, war nicht nur die ungewöhnliche Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelt, sondern wie ehrlich und komplex Bradley über Entwurzelung, kulturelle Anpassung und Nähe schreibt.

Die Sprache von Bradley ist trocken, witzig, manchmal bewusst nüchtern – aber nie leer. Die Dialoge wirken nie konstruiert, die Gedanken der Erzählerin trafen oft genau den Punkt, über den ich selbst gerade nachdachte.

Allerdings fand ich, dass die Nebenfiguren mehr Tiefe verdient hätten.

Für mich war "Das Ministerium der Zeit" eine der gute unterhaltsame Lektüre.

Für alle die Bücher mögen, welche Fragen stellen, ohne einfache Antworten zu liefern, und die gleichzeitig unterhalten, sollte sich dieses nicht entgehen lassen.


Inhalt

Als eine junge Frau einen neuen Job bei einem geheimnisvollen Ministerium antritt, ahnt sie nicht, dass dieser schwüle Sommer ihr Leben für immer verändern wird. Denn das Ministerium der Zeit hat das geschafft, was niemand jemals für möglich hielt: Menschen durch die Zeit zu transportieren. Und so soll sie dem eigentlich 1847 verstorbenen Polarforscher Commander Graham Gore das Ankommen im lärmenden London des 21. Jahrhunderts erleichtern.

Während er sich an mit den Wundern der Moderne wie Toilettenspülungen und Spotify vertraut macht, muss sie ihn damit konfrontieren, dass sich die Welt nicht unbedingt nur zum Guten gewandelt hat. Und als sei nicht alles ohnehin kompliziert genug, entwickelt sich aus dem anfänglichen Unbehagen weit mehr als nur eine tiefe Freundschaft. Doch das Ministerium hat seine ganz eigenen Pläne mit dem Zeitreisenden und plötzlich verschieben sich heute, morgen und gestern, und was die beiden zusammengeführt hat, droht sie nun mit aller Macht auseinanderzureißen.


Über die Autorin

Kaliane Bradley ist eine britisch-kambodschanische Autorin und Lektorin. Ihre Kurzgeschichten sind in verschiedenen Magazinen erschienen. Sie ist Gewinnerin des Harper's Bazaar Short Story Prize 2022 und des V. S. Pritchett Short Story Prize 2022. »Das Ministerium der Zeit« ist ihr erster Roman und erscheint in über 25 Ländern. Kaliane Bradley lebt in London.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

The Walking Date

Horror-Date
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Meine Meinung und Inhalt

Ich hatte keine Ahnung, was mich bei "Horror-Date" erwarten würde – aber definitiv nicht das. Als jemand, der Fitzeks Thriller liebt (!!!) war ich neugierig, wie er sich in diesem ...

Meine Meinung und Inhalt

Ich hatte keine Ahnung, was mich bei "Horror-Date" erwarten würde – aber definitiv nicht das. Als jemand, der Fitzeks Thriller liebt (!!!) war ich neugierig, wie er sich in diesem dritten humorvollen Roman schlägt. Der Titel klingt nach Grusel, das Cover spielt mit Klischees – doch was sich dahinter verbirgt, ist eine Mischung aus schwarzem Humor, Beziehungssatire und existenzieller Leichtigkeit und ganz vielen unglücklichen Zufällen.

Die Geschichte beginnt mit Nala, einer Psychotherapeutin, die wegen einer Krebsdiagnose nur noch wenige Monate zu leben hat. Statt sich zurückzuziehen, meldet sie sich auf einer Dating-Plattform speziell für todkranke Menschen an – ein morbides, aber auch irgendwie anrührendes Setting. Dass ihr vermeintliches Date sich dann als Julius entpuppt, der sich nur als jemand anderes ausgibt, weil sein Freund keine Lust hatte zu erscheinen, bringt alles aus dem Ruder. Das hatte mich wirklich gecacht. Was sich zunächst wie ein "Spaß" anfühlt, entwickelt sich zu einer Reflexion über Täuschung, Egoismus und Nähe. Alles in einem guten Paket geschnürt.

Natürlich ist vieles (oftmals wirklich sehr) überdreht, vieles auch zum Fremdschämen.

Ein Pluspunkt für mich: die Stimme von Simon Jäger. Er ist nicht nur seit Jahren die deutsche Stimme von Matt Damon oder Josh Hartnett, sondern einfach ein verdammt guter Sprecher. Seine Stimme gibt dem Buch die Tiefe und den Witz, die es braucht. Er hat eine Art, jede Emotion präzise, aber nie übertrieben zu vermitteln

Natürlich ist das kein typischer Fitzek. Kein Thriller, kein Nervenkitzel. Aber es ist ein Spiel mit Erwartungen, ein Experiment mit Form und Genre. Manches hat für mich nicht funktioniert – etwa die vielen überspitzten Charaktere oder der teilweise holprige Dialogwitz. Trotzdem: Ich war überrascht, wie leicht sich Tod, Lüge und Liebe in eine unterhaltsame Geschichte packen lassen, ohne dass es flach oder respektlos wird.

Fazit

"Horror-Date" ist keine "Offenbarung", aber eine angenehm verrückte, skurrile Geschichte, die mehr Tiefgang hat, als ich zu Beginn erwartet hätte. Dank Simon Jägers unnachahmlicher Sprecherleistung und Fitzeks Gespür für Timing wird aus diesem absurden Plot ein humorvolles Hörbuch.



Über den Autor

Sebastian Fitzek, geboren 1971 in Berlin, ist einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete als Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die allesamt zu Bestsellern wurden. Sein erster Roman „Die Therapie“ eroberte innerhalb kürzester Zeit die Bestsellerliste und wurde als bestes Krimidebüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.
Fitzeks Bücher wurden bisher in 36 Sprachen übersetzt und weltweit über 20 Millionen Mal verkauft. Viele davon sind inzwischen erfolgreich verfilmt – so wurde „Die Therapie“ als sechsteilige Miniserie für Prime Video produziert und stieg sofort auf Platz 1 der meistgesehenen deutschsprachigen Sendungen ein. Zudem ist Sebastian Fitzek für seine spektakulären Buchvorstellungen bekannt, die er als Shows inszeniert - im Herbst 2024 brach er mit der "Größten Thriller Tour der Welt" alle Zuschauerrekorde.
Sebastian Fitzek wurde als erster deutscher Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er ist Preisstifter des Viktor Crime Awards und engagiert sich als Schirmherr für den Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.

Er lebt mit seiner Familie in Berlin.


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Veröffentlicht am 17.05.2025

Zwischen Mondlicht und Mut – Eine stille Reise

Die neun Monde der Miss Sith
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Meine Meinung und Inhalt
Ich bin auf der Leipziger Buchmesse auf "Die neun Monde der Miss Sith" gestoßen – und was soll ich sagen: selten hat mich ein Buch so leise und gleichzeitig so tief bewegt. Es ...

Meine Meinung und Inhalt
Ich bin auf der Leipziger Buchmesse auf "Die neun Monde der Miss Sith" gestoßen – und was soll ich sagen: selten hat mich ein Buch so leise und gleichzeitig so tief bewegt. Es ist schwer, dieses Werk einem bestimmten Genre zuzuordnen. Es ist keine klassische Fantasy, kein typischer Roman, keine bloße Kurzgeschichtensammlung – es ist eher wie ein literarischer Zauberkreis, der sich langsam um einen legt.

Was mich sofort angesprochen hat, war die Grundidee hinter dem Buch -> Neun Monde, neun Frauen, neun Geschichten – verbunden durch eine geheimnisvolle Figur, Miss Sith, die irgendwo zwischen Katze, Schicksal und stiller Beobachterin schwebt. Und dann noch dieses kleine Café, das wie ein Ruhepunkt zwischen den Kapiteln wirkt – dort sitzt die Protagonistin und schreibt.

Jede Geschichte steht für dich - mal zart, mal schmerzhaft, aber immer voller Bedeutung. Die Themen reichen von häuslicher Gewalt über Verlust, Angst, Migration bis hin zu einem sehr feinen, fast unmerklichen Feminismus, der nie platt oder politisch wirkt, sondern existenziell. Die Geschichten sind wie Momentaufnahmen aus dem Leben.

Was mich besonders berührt hat: die Symbolik des Mondes. Der Zyklus, das Wachsen und Vergehen, das Licht und die Dunkelheit – das zieht sich wie ein stilles Motiv durch alle Geschichten.

Der Schreibstil ist ruhig, fast meditativ. Poetisch, ohne kitschig zu sein.



Mein Fazit
Die neun Monde der Miss Sith ist ein stilles, magisches Buch, das mich mehr berührt hat, als ich erwartet hätte. Es ist nichts für zwischendurch – aber wenn man sich wirklich darauf einlässt, kann es eine tiefgehende Leseerfahrung sein.



Über die Autorin

Biljana S. Crvenkovska, geb. 1973 in Skopje, ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Erzählerin, Herausgeberin, Übersetzerin und Magistra der Philosophie aus Nordmazedonien. Sie schreibt Romane, vor allem illustrierte Romane für Kinder, aber auch für Erwachsene. Ihre Werke wurden in verschiedene Sprachen übersetzt, im Mitteldeutschen Verlag erschien ihre Graphic Novel „Stella Dark und die Kreaturen von Gruselstadt“ (2023) in der Übersetzung von Cornelia Marks. Die Autorin lebt in Skopje.

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