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Veröffentlicht am 30.08.2021

Dystopisches Berlin

Network
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Meine Meinung und Inhalt

"Wie in Trance wischte sich Di Marco das Blut vom Gesicht. Babic wandte sich dem toten Geiselnehmer zu. Die Kugel war schräg in die Brust eingetreten, die Wucht des Schusses ...

Meine Meinung und Inhalt

"Wie in Trance wischte sich Di Marco das Blut vom Gesicht. Babic wandte sich dem toten Geiselnehmer zu. Die Kugel war schräg in die Brust eingetreten, die Wucht des Schusses hatte ihn einen Meter nach hinten, über einen Stapel Long-Life-Geneto-Präparate zur oralen Einnahme, gestoßen. Wie eine achtlos weggeworfene Puppe verdreht, lag er bäuchlings in einer Blutlache am Boden. Der linke Arm fehlte, ein Loch klaffte im Rücken, umsäumt von den Resten seiner blutverschmierten Jacke." (ZITAT)

Das Buch konnte aufgrund des Klappentextes meine Neugier wecken.

Thiel hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil und schreibt mit "Network" ein wirklich erschreckend realistisches Szenario.

2046: Die Innenstadt ist eine glitzernde Metropole, separiert von Außenbezirken, in denen die »Aus-dem-Netz-Gefallenen« ihr erbärmliches Dasein fristen. Der technische Fortschritt und die Digitalisierung hat die meisten Jobs aus den Händen der Menschen genommen und sie den Algorithmen und künstlichen Intelligenzen überlassen. Die Bevölkerung taucht ein in eine virtuelle Welt, um weiter Arbeiten verrichten zu können, um nicht am Hungertod zu verenden durch den Geldmangel, welcher große Teile der Bevölkerung plagt. Als dann in Berlin ein Attentat den Erfinder der Virtual Work verübt wird, schaltet sich eine Taskforce der Polizei ein, um diesem realen und dutzenden Morden in der digitalen Welt auf die Spur zu kommen. Die Charaktere sind interessant geschildert, jedoch konnte ich keinen wirklichen Bezug aufbauen. Ich bin ein Fan von Dystopien und dieses Buch konnte mich gut unterhalten!


Ansgar Thiel ist Professor an der Universität Tübingen. Er studierte Sportwissenschaft, Psychologie und Psychogerontologie und promovierte und habilitierte im Anschluss daran im Fach Sportwissenschaft.

Im Hauptberuf forscht er heute zum gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf Sport, Körper und Gesundheit. Als Autor und Ko-Autor hat Ansgar Thiel eine Reihe an Fachbüchern und eine Vielzahl an Fachartikeln in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht. Im Laufe seiner beruflichen Karriere war er an mehreren Orten im In- und Ausland tätig.

Heute wohnt er mit seiner Frau und seinen drei Kindern im beschaulichen Tübingen.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Sehr aufschlussreiches Buch!

Der reizende Darm
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Meine Meinung und Inhalt

Sicherlich gibt es viele Ratgeber bezüglich Reizdarm und Verdauung, aber dieses ist wirklich super hilfreich, informativ, schön gestaltet und aufschlussreich. Absolute Leseempfehlung ...

Meine Meinung und Inhalt

Sicherlich gibt es viele Ratgeber bezüglich Reizdarm und Verdauung, aber dieses ist wirklich super hilfreich, informativ, schön gestaltet und aufschlussreich. Absolute Leseempfehlung für dieses Buch!

„Im deutschsprachigen Raum leidet nahezu jeder Fünfte unter einem gereizten Darm. Das Reizdarmsyndrom ist somit eine der häufigsten Darmkrankheiten. Sie ist zum Glück weder tödlich noch lebensverkürzend, für viele Betroffene jedoch unerträglich. Unerträglich, weil der Darm macht, was er will. Das Haus zu verlassen, wird zum unberechenbaren Abenteuer, da für viele Betroffene nicht vorhersehbar ist, wann eine Toilette in der Nähe sein sollte.“ (ZITAT)

Nach einem Vorwort von Dr. med. Adrian Schulte und der Einleitung, ist das Buch in drei Hauptteile gegliedert.

TEIL 1: VERDAUUNGSPROBLEME VERSTEHEN

(u.a. Neun weitverbreitete Mythen, Leiden Sie am Reizdarmsyndrom?, Verdauungssymptome verstehen, Verzögerte Magenentleerung, Stress)

TEIL 2: DEN DARM RICHTIG FIT MACHEN

(u.a. Bakterien, Mangel an Magensäure, Verstopfungsursachen, Glutenhaltige Getreide, Milch und Milchprodukte, Das Fitnessprogramm für den Darm)

TEIL 3: DER 5-SCHRITTE-PLAN

Schritt 1: Symptome schnell lindern
Schritt 2: Gute Darmbakterien züchten
Schritt 3: Die Darmnerven beruhigen
Schritt 4: Setzen Sie Ihre Verdauung auf Diät
Schritt 5: Lebenslang beschwerdefrei bleiben



„RDS gibt Ärzten immer wieder Rätsel auf, da es sich nicht mit klassischen Tests diagnostizieren lässt. Dies hat zu der Fehleinschätzung geführt, dass es sich dabei im Prinzip um nichts wirklich Schlimmes oder, was noch problematischer ist, um ein rein psychosomatisches Geschehen handle, das bloße Kopfsache sei.
In Wirklichkeit liegt dem Syndrom eine Reihe von häufig auftretenden funktionellen Störungen im Verdauungs-, Immun- und Nervensystem zugrunde. Diese aber sind schwer zu identifizieren und zudem von Person zu Person verschieden.“ (ZITAT)


BENJAMIN I. BROWN, ist Naturheilkundler, Ernährungswissenschaftler, Autor und Sprecher bei internationalen Konferenzen und Workshops. Er unterrichtet Ernährungsheilkunde, ist Mitglied des Beratungsgremiums des Britischen College für Ernährung und Gesundheit und veröffentlicht wissenschaftliche Artikel in Magazinen. Kürzlich eröffnete er seine eigene Arztpraxis.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Auszeit

Auszeit
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Meine Meinung und Inhalt

"Ich bin nicht alt, ich habe noch Zeit. Ich brauche nur Luft. Luft und Abstand, ich muss die Dinge ordnen, und das kann ich jetzt. Je weiter ich laufe, desto klarer sehe ich." ...

Meine Meinung und Inhalt

"Ich bin nicht alt, ich habe noch Zeit. Ich brauche nur Luft. Luft und Abstand, ich muss die Dinge ordnen, und das kann ich jetzt. Je weiter ich laufe, desto klarer sehe ich." (ZITAT)

Das Cover ist schön und meiner Meinung nach passend gewählt.

Lühmann hat einen einfachen und teilweise melancholischen, poetischen Schreibstil, der mir von Beginn an gefallen hat.

"Es war, als hätte mein Körper eine Entscheidung getroffen, aber ich ging weiter." (ZITAT)

Man spürt die Trauer und Rastlosigkeit der Protagonistin.

Ich konnte mich in die Ich-Erzählerin Henriette sehr gut hineinversetzen und die Beschreibung, was einem die Natur geben kann, absolut nachvollziehen.

"Es ist unglaublich, was es mit mir macht, in der Natur zu sein: dieser Überblick, diese Weite, diese wilden Gerüche. Es ist, denke ich, als hätte die Stadt meine Seele zerquetscht,..." (ZITAT)

In einer Ferienhütte im Bayerischen Wald trauert Henriette um ihr ungeborenes Kind. Als draußen die Schatten länger werden und die Tage kürzer, bringt ein Freund ungeahntes Unheil mit sich.

Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen und ich denke, dass mir dieses Buch wird noch in Erinnerung bleiben wird

Hannah Lühmann, geboren 1987, hat Philosophie in Berlin und in Paris studiert. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin im Feuilleton der "Welt" und "Welt am Sonntag" und arbeitete unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Berliner Zeitung" und "Die Zeit". "Auszeit" ist ihr erster Roman. Hannah Lühmann lebt in Berlin.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

2032

Sanctuary – Flucht in die Freiheit
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Meine Meinung und Inhalt

„Ich finde es einfach schön zu wissen, dass es all diese anderen Welten da draußen gibt. Dass die Menschen nicht das Zentrum des Universums sind.“ (ZITAT)

USA, 2032: Alle ...

Meine Meinung und Inhalt

„Ich finde es einfach schön zu wissen, dass es all diese anderen Welten da draußen gibt. Dass die Menschen nicht das Zentrum des Universums sind.“ (ZITAT)

USA, 2032: Alle Bürger*innen werden durch einen ID-Chip überwacht. Es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben, doch genau das tut die 16-jährige Protagonistin.

Als jedoch der ID-Chip ihrer Mutter nicht mehr funktioniert und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen.

Als Valis Mutter festgenommen wird, muss Vali allein mit ihrem Bruder weiter, quer durchs gesamte Land, bevor es zu spät ist.

„Nichts war okay. Nichts an dieser ganzen Welt war okay. Aber vielleicht war ich einfach zu sehr daran gewöhnt, eine Lüge zu leben, um etwas anderes zu sagen.“ (ZITAT)

Die Co-Autoren Mendoza und Sher schreiben äußerst feinfühlig und regen mit ihrem Werk zum Nachdenken an. Die Geschichte ist weniger dystopisch als vermutet. Vielmehr kann man sich dies - erschreckenderweise - als Realität in der heutigen Zeit vorstellen.

Die Protagonisten sind sehr ausdrucksstark dargestellt, man fühlt als Leser die Emotionen. Ansonsten ist der Schreibstil relativ nüchtern und die Nebenfiguren wirken im Gegensatz zu den Protagonisten eher blass.

Die Stimmung des Buches ist relativ düster und nimmt einen als Leser definitiv mit. Abzüge gibt es für ein paar Stellen im Buch, die weniger nachvollziehbar waren und vereinfacht dargestellt worden sind.

Das Cover finde ich wirklich super gewählt und es gefällt mir sehr gut!


Paola Mendoza ist Autorin, Filmregisseurin, Aktivistin und Künstlerin, die sich an vorderster Front für Menschenrechte einsetzt. Sie ist Mitbegründerin des »Women's March« und Co-Autorin des New York Times-Bestsellers »Together We Rise«. Mendoza hat ebenfalls bei preisgekrönten Filmen mitgewirkt.


Abby Sher ist Performerin und preisgekrönte Autorin. Neben Jugendromanen schreibt sie auch für diverse Zeitungen und Magazine, wie die New York Times, die LA Times, Elle u. v. m. Eins ihrer Essays war Vorlage für eine Fernsehshow. Sie schreibt Drehbücher und tritt selbst auf der Bühne und in Fernsehshows auf.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Fuzzie

Flauschig
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Meine Meinung und Inhalt

"He, da bist du ja endlich! Ich bin so froh, dass du dich für mich entschieden hast. Obwohl ich gerade erst in deinen Händen liege, habe ich das Gefühl, dich schon seit Ewigkeiten ...

Meine Meinung und Inhalt

"He, da bist du ja endlich! Ich bin so froh, dass du dich für mich entschieden hast. Obwohl ich gerade erst in deinen Händen liege, habe ich das Gefühl, dich schon seit Ewigkeiten zu kennen." (ZITAT)

Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut und die Handlung ist wirklich kreativ und toll umgesetzt. Die Story, gepaart mit dem guten Schreibstil ist leicht, aber trotzdem so gehaltvoll, dass man an der einen oder anderen Stelle innehalten muss um darüber nachzudenken. Oftmals musste ich auch schmunzeln.

Florence, Maisie, Stephan und Diek, alle sind mehr oder weniger unglücklich, im Grunde also ganz normal. Sie vermissen etwas, wissen jedoch nicht so genau, was, bis sie, jeder für sich, eines Tages auf einen kleinen flauschigen Ball stoßen: Fuzzie.

"Ich stecke nicht in deinem Kopf, ich bin kein Teil von dir, und doch bin ich fest mit dir verbunden. Ich gehe nicht weg, solange du willst, dass ich bleibe. Und, ja: Ich kann mir gut vorstellen, dass du an mir zweifelst." (ZITAT)

Jeden Tag erzählt Fuzzie ihnen Geschichten, Geschichten über Liebe und Verlust, über Träume und Einsamkeit, Geschichten, in denen sich jeder wiederfindet. Sie hören ihrem kleinen Ball zu, sie tun, was er sagt.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und kann es wirklich weiterempfehlen.

Hanna Bervoets, geboren 1984, schreibt Romane, Kolumnen und Drehbücher. Für ihre Romane wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter dem Opzij-Literaturpreis für das beste Buch einer niederländischen Autorin und dem BNG Neuer Literaturpreis 2016. 2017 erhielt Hanna Bervoets für ihre Romane den Frans-Kellendonk-Preis.

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