Freundschaft unter Pensionstöchtern
Das Pensionat am Holstentor: SturmschwesternDie vier Mädchen Fanny, Lotte, Agnes und Nora haben sich geschworen immer füreinander einzustehen.
Kein einfaches Versprechen in einer Zeit, in der Frauen noch Menschen zweiter Klasse waren.
In diesem ...
Die vier Mädchen Fanny, Lotte, Agnes und Nora haben sich geschworen immer füreinander einzustehen.
Kein einfaches Versprechen in einer Zeit, in der Frauen noch Menschen zweiter Klasse waren.
In diesem zweiten Band der Dilogie ist Fanny nun schon verheiratet und auch Lotte geht den Freundinnen zunächst fremd.
Ob die Freundschaft ganz auseinander fällt?
Auch Gesche Petersen hat es in diesem Band wieder gar nicht einfach ihr Leben und das der Mädchen in ruhigem Fahrwasser zu lassen.
Sturmschwestern ist ein gelungener zweiter Teil der Dilogie über die Mädchen im Pensionat am Holstentor.
Er zeigt auf, das die Frauen um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert keine einfache Stellung hatten und es für heranwachsende junge Frauen schier unmöglich schien eigene Ideen zu entwickeln und ihr Leben zu gestalten.
Männer waren an der Macht und dachten allen Ernstes, das Frauen nicht selbständig denken könnten. Und zum Erschrecken meiner, gab es auch ausreichend Frauen, die selbst daran glaubten.
Aber anhand der heutigen,politischen Lage wird uns gezeigt, das es selbst heute, mehr als 100 Jahre später noch Männer und Frauen einem solchen Irrglauben anhängen.
Gesche und ihre Mädchen sind mir schon im ersten Band sehr ans Herz gewachsen und ich freute mich, ihr Leben und dessen Entwicklung hier nun weiter verfolgen zu können.
Lotte macht in meinen Augen hier die größte Entwicklung durch.
Fanny, Gesche und Nora sind dem größten Leid ausgesetzt und selbst die Zuversichtliche Agnes hat ihr Päckchen zu tragen.
Wie gut das Gesche den Mädchen weitestgehend zur Seite stehen kann und das auch in ihrer schwärzesten Zeit eine helfende Hand beiseite steht.
Ein toller Roman über Liebe, Freundschaft, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die Entwicklung des Automobils und gewisser gesellschaftlicher Veränderungen, eingepackt in ein schönes Setting, mit einem Erzählstil, der die Geschichte wie einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen lies.
Ich kann die beiden Bücher für Fans historischer Romane mit starken Frauenfiguren nur empfehlen.