Vor allem das Ende war grandios
Zwischen Herzklopfen und SchneegestöberMarie steckt zu Beginn des Buchs in einer echten Krise. Gerade sie als Paartherapeutin muss sich eingestehen, dass ihre Beziehung zu ihrem Mann Julius am Ende ist, als sie ihn in flagranti mit seiner Assistentin ...
Marie steckt zu Beginn des Buchs in einer echten Krise. Gerade sie als Paartherapeutin muss sich eingestehen, dass ihre Beziehung zu ihrem Mann Julius am Ende ist, als sie ihn in flagranti mit seiner Assistentin erwischt. Und auch ein Jahr nach der Trennung hat sie sich aus dieser Krise noch nicht wieder herausmanövriert. Also verordnet sich die Wahlhamburgerin eine Auszeit über Weihnachten auf Fehmarn in ihrer Heimat, um ihrer Familie mehr unfreiwillig auf dem Alpakahof zu helfen. Doch statt Ruhe findet sie nur Chaos, als zuerst One Night Stand Tom und anschließend auch noch Exmann Julius mitsamt seiner neuen Freundin auf dem elterlichen Hof auftaucht.
Marie ist Mitte vierzig und wirkt zu Beginn ziemlich verzweifelt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mochte sie direkt. Sie steckt irgendwie fest in ihrem Leben und das verdeutlicht der Zeitsprung von einem Jahr am Anfang des Buches noch, weil man sieht, dass sie das ganze Jahr an dem Betrug ihres Mannes zu knacken hatte. Trotz dieser Krise gibt es lustige Momente und man kommt gut in die Stimmung des Romans hinein. Ich mochte die Szenen aus der Praxis und auch auf dem Hof. Dennoch gab es eine Stelle, wo ich mich etwas überrumpelt gefühlt habe: Nämlich als One Night Stand Tom, von dem wir vorher noch nie etwas gehört hatten, auf dem Hof auftaucht und es von den Beschreibungen zunächst so wirkt, als wäre es ihr Exmann. Als ich mich dann aber mit dem plötzlichen Auftauchen angefreundet hatte, fand ich die Schilderungen, wie sich Marie vor ihm versteckt, ziemlich witzig. Auch als dann weitere Personen dazu kamen, habe ich mich gut unterhalten gefühlt und mochte die Mischung aus lustig und romantisch. Manchmal waren mir jedoch die Stimmungssprünge etwas zu schnell und Maries Handlungen kamen mir nicht immer ganz logisch vor. Würde eine Frau in diesem Alter wirklich sofort eifersüchtig werden, wenn der neue Mann mit einer anderen Frau tanzt? Ich denke, man wäre erwachsen genug, um es anzusprechen und nicht wegzulaufen.
Dennoch hat mir das Ende wirklich gut gefallen! Das war wirklich ein Highlight muss ich sagen, weil ich mit etwas viel Platterem gerechnet hatte und diese Variante wirklich überraschend gelungen fand. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber dass Marie erst Zeit für sich braucht, um ihr Leben neu zu ordnen, wirkt sehr viel erwachsener als manche Handlung während der Erzählung. Dass dann aber auch die Romantik nicht zu kurz kommt und Weihnachten nochmal aufgegriffen wird, hat mir sehr gefallen.
Alles in allem gebe ich 4 Sterne und wünsche mir beim nächsten Mal etwas fließendere Stimmungswechsel, nachvollziehbarere Reaktionen der Protagonisten und behalte gerne ein so kreatives, süßes Ende.