Es hat mir so unglaublich gut gefallen!
Noch immer Zeit zu liebenWann gefällt mir eigentlich ein Liebesroman so richtig gut? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Natürlich spielen die transportierten Emotionen eine große Rolle. Aber ist das nicht die Mindestbasis ...
Wann gefällt mir eigentlich ein Liebesroman so richtig gut? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Natürlich spielen die transportierten Emotionen eine große Rolle. Aber ist das nicht die Mindestbasis für einen Liebesroman, dass er es zumindest etwas knistern lässt? Um in Bildern zu sprechen: Es würde ja auch niemand sagen, dass es bei einem guten Butterbrot darauf ankommt, dass es Butter draufhat. Also muss da ja mehr sein. Bei mir jedenfalls kommt es am meisten auf die Authentizität an. Damit meine ich, dass mir sowohl der Fortgang der Handlung realistisch vorkommen muss und die Figuren so handeln, dass ich es als schlüssig empfinde. Das ist mein Nummer-Eins-Kriterium für einen perfekten Liebesroman. Diese Anforderung hat Heike Abidis Liebesroman Noch immer Zeit zu lieben ganz vorzüglich erfüllt!
Wir lernen Isabel in ihrer Wohnung kennen, kurz nachdem ihre Mutter nach schwerer Krankheit verstorben ist. Um sie aus dieser schweren Zeit herauszuholen, hat ihre beste Freundin und Agentin Olivia einen Auftrag in Schweden für sie an Land gezogen. Als Fotografin hat sich Isabel während der Pflege ihrer Mutter nur mit kleineren Aufträgen in der näheren Umgebung über Wasser gehalten. Ein Tapetenwechsel ist also gar nicht schlecht. Wäre es nur nicht ein Hotel in Schweden, für das Isabel ein Fotokonzept entwerfen und umsetzen soll. Denn Isabel hat vor einem halben Leben ihre große Liebe in Schweden bei einem Badeunfall verloren und versucht seitdem irgendwie damit zurecht zu kommen. Trotzdem lässt sie sich darauf ein und merkt in Schweden schnell selbst, wie sehr sie dieser Auftrag und der Aufenthalt in Stockholm verändert. Nicht nur die Ablenkung tut ihr gut, sondern es erwachen auch Gefühle in ihr, die sie lange nicht mehr erlebt hat. Denn Juniorchef Lennart gefällt ihr ziemlich gut. Sie verbringen viel Zeit miteinander, es knistert gewaltig und dann tut sich ein neues Detail aus ihrer Vergangenheit auf, das alles verändert.
Ich mag Isabel. Sie ist so sympathisch und ich kann sie so gut verstehen. Sie hat den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und dass ihr Verlobter vor 25 Jahren tragisch verstorben ist, strahlt auf ihr ganzes Leben aus. Dennoch nimmt sie den Auftrag an und lässt sich von ihrer Freundin helfen. Das zeigt Kampfgeist und dass Isabel bereit ist, etwas zu tun, damit es ihr bessergeht. Auch wie sie damit umgeht, als sie merkt, dass sie sich zu Lennart hingezogen fühlt, mochte ich sehr. Zwar gesteht sie es sich zuerst nicht ein, aber reflektiert genau zum richtigen Zeitpunkt und handelt für mich total logisch. Und zu Lennart kann ich einfach nur sagen: Er ist traumhaft. Er erobert nicht nur Isabel mit seinem Charme, Witz und seinen süßen Ideen, sondern uns Leser gleich mit. Für mich war es die perfekte Liebesgeschichte. Ich war ganz begeistert von den Figuren, der bildreichen Sprache, die mir einen wunderschönen Leseurlaub in Schweden beschert hat und von den wunderbar transportierten Emotionen, die sich für mich sehr echt angefühlt haben.
Ganz großes Liebesroman-Kino, das ich jedem empfehlen möchte, der sich einfach in eine wunderbare, echte Liebesgeschichte fallen lassen möchte!