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Veröffentlicht am 31.07.2022

Heimliche Trauer

Verheizte Herzen
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Sarah Crossan setzt sich in ihrem Roman "Verheizte Herzen" mit der Thematik der heimlichen Trauer auseinander, von der niemand wirklich etwas mitkriegen darf.

Ana ist verheiratet und Rechtsanwältin ...

Sarah Crossan setzt sich in ihrem Roman "Verheizte Herzen" mit der Thematik der heimlichen Trauer auseinander, von der niemand wirklich etwas mitkriegen darf.

Ana ist verheiratet und Rechtsanwältin und muss mit der Trauer um ihren bei einem Unfall tödlich verunglückten heimlichen Geliebten Connor umgehen. Ausgerechnet seine Frau Rebekka überbringt ihr die Todesnachricht als sie nichtsahnend in ihrer Kanzlei kommt und Ana als Testamentsvollstreckerin beauftragt. Ana übernimmt den ungewöhnlichen Auftrag um so ein wenig in Connor "anderem" Leben eintauchen zu können. Dieses 2. Leben von Connor wird immer mehr zu ihrer Besessenheit und Ana vernachlässigt darüber immer stärker ihre eigene Familie mit Mann und ihren beiden Kindern.

Sarah Crossan erzählt ihren Roman in einem besonderen Schreibstil - zu einem in Versform und zum anderen in sehr kurzen abgehackten Sätzen. Sie wechselt auch immer zwischen der Gegenwart nach Connors Tod und der Kennlernphase und der Affäre mit Connor hin und her.

Der Leser soll dadurch das Gefühlschaos und die Zerrissenheit von Ana besser nachvollziehen können, aber mich konnte es so leider gar nicht packen. Ich fand es dadurch allerdings nur recht anstrengend der Geschichte zu folgen. Ich konnte häufig nur schwer nachvollziehen, in welcher "Situation" (die Zeit mit Connor oder die Zeit nach seinem Tod) sich Ana gerade befindet. Außerdem konnte ich besonders das Verhalten von Ana nach Connors Tod nicht nachvollziehen. Klar ist es schwer eine Trauer zu verarbeiten, von der keiner wissen darf, aber sich so in das Leben seiner Witwe "einzumischen" konnte ich gar nicht verstehen.
Mir war Ana eigentlich die ganze Zeit eher unsymphatisch gewesen und somit fand ich das Lesen eher anstrengend und war insgesamt froh, dass der Roman eher kurz ausgefallen ist und ich den Roman beenden konnte. Leider konnte er mich gar nicht überzeugen und ich persönlich kann keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 23.07.2022

Affenskelett im Allgäu sorgt für Aufregung

Affenhitze (Ein Kluftinger-Krimi 12)
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"Affenhitze" ist der mittlerweile 12. Fall für den Kommissar Klufftinger und sein Team. Für mich war dies allerdings der 1. Fall des Kultkrimis gewesen.
Vor kurzem wurden bei Grabungen die überreste ...

"Affenhitze" ist der mittlerweile 12. Fall für den Kommissar Klufftinger und sein Team. Für mich war dies allerdings der 1. Fall des Kultkrimis gewesen.
Vor kurzem wurden bei Grabungen die überreste eines alten Menschensaffen gefunden und nun will sein Finder beweisen, dass die Menschheit eigentlich aus dem Allgäu entstammt. Allerdings macht er sich damit einige Feinde, so dass Kluftinger bei seinen Mordermittlungen um den Finder mit einigen (merkwürdigen) Verdächtigen zu tun bekommt.
Mittlerweile leitet er kommissarisch das Kommissariat und wünscht sich natürlich auch einen Assitenten, dem er seine ungeliebten Aufgaben übertragen kann. Denn bekommt er auch zur Seite gestellt, was zum Teil zu lustigen Situationen führt.

Aber auch in seinem Privatleben läuft einiges nicht so, wie es sich Kluftinger am liebsten vorstellen würde. Seine kleine Enkeltochter wird von einer Tagesmutter betreut, die in seinen Augen mehr falsch als richtig macht und zum anderen will seine Frau einen Flohmarkt für Flüchtlinge organisieren. Da kann die Mithilfe von Kluftinger bei der Suche nach Spenden nur mehr Chaos anrichten als eine Hilfe sein.

Darüber hinaus setzt sich Kluftinger mehr der weniger erfolgreich mit einigen "neumodischen" Kram auseinander, was irgendwie den besonderen Charme und die Tolpatischkeit und "Weldfremdsein" von Kluftinger ausmacht.

Ich habe "Affenhitze" als Hörbuch gehabt, was auch mein erstes Hörbuch gewesen ist. Einerseits hat mit die Stimmlage der beiden Autoren und Vorleser gut gefallen, da man sich dadurch gut in die Geschichte einfinden konnte. Allerdings wr mir die Geschichte streckenweise ein wenig zu langatmig gewesen und es passierte zu wenig. Der Humor von Kluftinger und seine manchmal offenkundige Naivität und "altmodischkeit" haben mich eins ums andere zum Schmunzeln gebracht. Vielleicht hätte es mir als selber gelesenes Buch besser gefallen (Hörbücher sind wohl doch nicht so ganz meins), aber insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

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Veröffentlicht am 22.07.2022

Mordfall auf dem Reiterhof

Düsterhof (Thriller)
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Der erfolglose Privtdetektiv Felix Hertzlich kommt durch seine Schwester Natalie in Kontakt mit dem Tatverdacht von Robin Thaler konfrontiert, der auf einem Reiterhof als Therapeut arbeitet. ...

Der erfolglose Privtdetektiv Felix Hertzlich kommt durch seine Schwester Natalie in Kontakt mit dem Tatverdacht von Robin Thaler konfrontiert, der auf einem Reiterhof als Therapeut arbeitet. Robin Thaler wird beschuldigt seine Exfreundin brutal in ihrer Wohnung ermordert zu haben, nachdem er sich mit ihrer Trennung nicht abfinden wollte. Da Natalie nicht an seine Schuld glauben will, fängt Felix an Recherchen auf eigene Faust anzustellen. Unterstützung erhält er recht schnell von der Rechtsanwältin Annabeoll Hart, die als Pflichtverteidigerin versucht die Unschuld ihres Mandanten zu beweißen.

Als Annabel ihren Mandanten gerade aus der Unteruchungshaft geboxt hat, geschieht ein weiterer Mord an einer Frau, die mit Robin Thaler in Verbindung gebracht werden kann. Haben sich die beiden Ermittler so täuschen lassen oder gibt es einen anderen Mörder, der es nur Robin Thaler in die Schuhe schieben will?

Melissa Schwermer hat mit "Düsterhof" einen spannenden Krimi um die beiden Hauptpersonen Annabell Hart und Felix Hertzlich vorgelegt. Es geht dabei nicht nur um Mord aus verschmähter Liebe bzw Stalking, sondern das wahre Mordmotiv liegt wo anders. Es gibt einige überraschende Wendungen, die es gerade zum Schluß hin recht spannend macht.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Eine Dolmetscherin wird zur Ermittlerin

Mord in Montagnola
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Eigentlich möchte Moira nur ihren alten Vater in Tessin besuchen, als sie durch einen Zufall mitten in eine Mordermittlung gerät. Sie arbeitet als Dolmetscherin und soll eigentlich nur bei einer ...

Eigentlich möchte Moira nur ihren alten Vater in Tessin besuchen, als sie durch einen Zufall mitten in eine Mordermittlung gerät. Sie arbeitet als Dolmetscherin und soll eigentlich nur bei einer Befragung beim Übersetzung aushelfen. Ein junges Päarchen hat bei einer Wanderung eine übel zugerichtete Leiche in einem Eiskeller gefunden. Als Gerichtsmediziner arbeitet mittlerweile ein alter Freund von Moira, der ihr auch diesen Aushilfjob vermittelt.

Nach und nach wird Moira immer mehr in die Ermittlungen eingebunden und wird mit der Zeit auch zur Ermittlerin, die den ein oder anderen neuen Ansatz verfolgt. Schließlich deckt sie noch so manches dunkleres Geheimnis der Dorfgemeinschaft auf, denn so friedlich wie es auf den ersten Blick scheint , geht es doch nicht immer zu. Es hätte mehr als einer der Bewohner ein Mordmotiv gehabt und auch das Mordopfer ist nicht nur das reine Unschuldslamm.

"Mord in Montagnola" ist der Krimiauftakt um die Übersetzerin Moira Rusconi. Die Krimis drehen sich nicht nur um den eigentlichen Mordfall, sondern auch das Privatleben und das Dorfleben spielt eine gewisse Rolle.
Schließlich haben Moira und Luca eine gemeinsame Vergangenheit und auch in der Gegenwart scheinen die Gefühle nicht völlig erloschen zu sein. Auf jeden Fall ergibt Moiras Privatleben noch genügend Potential für weitere Bände.

Auch wenn der Krimi zeitweise ein wenig dahin plätscherte, habe ich mich gut unterhalten gefühlt und knn mir gut vorstellen mehr davon lesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Neustart nach 15 Jahren

Morgen kann kommen
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In Ildiko von Kürthy neustem Roman "Morgen kann kommen" dreht sich alles um Neuanfang in unterschiedlichen Konstellationen, wobei 5 Menschen zufällig in einer alten Villa aufeinander treffen.

Ausgangspunkt ...

In Ildiko von Kürthy neustem Roman "Morgen kann kommen" dreht sich alles um Neuanfang in unterschiedlichen Konstellationen, wobei 5 Menschen zufällig in einer alten Villa aufeinander treffen.

Ausgangspunkt ist Ruth, die durch ein zerrissenes Foto im einer Drogerie von der Affäre ihres Mannes erfährt. Jahrelang hat sie sich ihrem egoistischen und selbstverliebten (Schauspieler) Ehemann Karl untergeordnet und ihr eigenes Leben völlig nach ihm ausgerichtet und sich dabei völlig aufgegeben. Nun flüchtet sie Hals über Kopf in die Villa ihrer Großeltern, wo ihre Schwester Marie (nennt sich mittlerweile Gloria) ein offenes Haus für alle möglichen gestrandeten Menschen betreibt. Die beiden Schwestern haben seit 15 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, als es durch Karls Intrige zu einem Verwürfnis zwischen ihnen gekommen ist. Die beiden Frauen haben nie über die damaligen Ereignisse gesprochen oder versucht es aufzuklären.

Dann gibt es noch den todkranken Rudi, welcher sich bereits seinen eigenen Todestag in wenigen Tagen ausgesucht hat und vorher aber noch einiges klären möchte. Außerdem versucht der übergewichtige Erdal in einer Abnahmeklinik ein paar Kilos zu verlieren, doch so richtig wohl fühlt er sich da nicht und sucht immer mehr die Nähe seiner Freundin Gloria und deren Gäste. Schließlich tauch noch Erdals Cousine Fatma auf, die dringend eine Auszeit braucht um sich über einiges klar zu werden.

Allen ist gemeinsam, dass sie einen Neuanfang wagen wollen, aber nicht sicher sind, ob Sie den Mut und Kraft haben die Vergangenheit und entstandenen Verletzungen wirklich hinter sich lassen zu können. Besonders die beiden Schwestern müssen lernen, sich wieder aufeinander einzulassen und über die Missverständnisse offen zu reden.

Wird es Ihnen der Neuanfang gelingen oder sich die "eingefahrenen Wege" doch bereits zu tief um sie noch einmal verlassen zu können?

Das Buch "Morgen kann kommen" vermittelt einen das Gefühl, dass man einen Neuanfang doch wagen soll, denn nur so kann man auch wieder glücklich werden. Es bringt nichts, weiter im alten Leben auszuharren, auch wenn man merkt, dass man sich darin verloren hat oder nicht mehr glücklich und zufrieden ist. Es gibt nur das eine Leben und man sollte das Beste für sich selber daraus machen und nicht nur das Gläck von anderen abhängig machen.
Besonders gefallen haben mir die eingestreuten bunten Illustrationen im Buch, die ich so noch in sehr sehr wenigen Büchern angetroffen habe.

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