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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.12.2016

Aus dem Schatten der Schwester ins eigene Leben

Die Schattenschwester
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Auch dieses Buch aus der „Sieben Schwestern“-Serie ist wieder lesenswert und voller Gefühl. Diesmal ist es Star, die dritte der Schwestern, die mit einem Hinweis ihres verstorbenen Adoptivvaters ihre wahren ...

Auch dieses Buch aus der „Sieben Schwestern“-Serie ist wieder lesenswert und voller Gefühl. Diesmal ist es Star, die dritte der Schwestern, die mit einem Hinweis ihres verstorbenen Adoptivvaters ihre wahren Wurzeln sucht. Sie kommt dabei royalen Gerüchten und Geschichten auf die Spur, aber auch ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen vom Leben.

Nach den beiden ersten Büchern, in denen Maya und Ally ihren Platz im Leben (und einen Neuanfang) fanden, knüpft dieses dritte Buch nahtlos an und schlägt sogar letztlich den Bogen zu Ally, als sie in Norwegen ein Konzert gibt und Star dorthin fährt um ihre Schwester spielen zu hören. Diesmal geht es um die schüchterne 27jährige Star, die ihr gesamtes Leben bisher an der Seite ihrer Schwester Ce-Ce verbracht hat.

Den Hauptteil des Buches macht die Spurensuche von Star aus. Diesmal geht es nicht in fremde Länder – das Buch spielt weitestgehend in England. Dabei wird auf zwei Ebenen zum einen die Geschichte von Flora MacNicol erzählt, einer wahrscheinlichen Ahnin von Star – zum Anderen verschlägt es Star auf ein Anwesen in Kent, dessen Geschichte eng mit ihrer eigenen verknüpft ist und dessen jetzige Bewohner, einschließlich des kleinen tauben Jungen Rory, ihr schnell ans Herz wachsen.

Von der Ausdruckskraft und Spannung der Story her konnte dieses Buch aus meiner Sicht nicht ganz mit seinen zwei Vorgängern mithalten, was mich zu einem Stern Abzug bewogen hat. Trotzdem geht die Geschichte ans Herz und ist für Fans von Büchern rund um Familiengeheimnisse auf jeden Fall zu empfehlen.

Veröffentlicht am 16.12.2016

Bei diesem Titel & Cover hätte ich viel mehr Hund erwartet…

Kleines Hundeherz sucht großes Glück
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Der kleine Mischling Amor ist zwar ein wirklich süßer Fratz, aber leider kommt er im Buch etwas zu kurz. Das Hauptaugenmerk liegt ganz eindeutig auf der Liebesgeschichte zwischen Lidia und Noah.

Und ...

Der kleine Mischling Amor ist zwar ein wirklich süßer Fratz, aber leider kommt er im Buch etwas zu kurz. Das Hauptaugenmerk liegt ganz eindeutig auf der Liebesgeschichte zwischen Lidia und Noah.

Und an dieser Stelle auch gleich ein großes „Achtung!“. Denn wer vorhat, dieses Buch wegen des süßen Covers an die 12jährige Nichte (o. ä.) zu verschenken, der sollte doch erst einmal selbst ein wenig reinlesen… Die Sexszenen sind nämlich ganz schön ausschweifend beschrieben und passen nicht wirklich zu dem unschuldig-süßen Welpen auf dem Buchtitel und auch nicht zum Titel selbst. Der Klappentext gibt ebenfalls keinen Hinweis darauf, dass es so hoch hergehen könnte im Roman. Eine andere Rezensentin hat es drastischer ausgedrückt und dem Buch auch nur einen Stern gegeben – so weit möchte ich nicht gehen, denn ich finde die Geschichte schon ganz nett zu lesen in der Weihnachtszeit. Aber es versteckt sich eben doch eine ganz andere Art von Story hinter Klappentext & Cover, als man erwartet.

Apropos Klappentext: wenn man den liest, könnte man auf den Gedanken kommen, die Geschichte sei aus Amors Sicht geschrieben und enthielte seeeehr viel Hund. Wer das hofft, wird definitiv enttäuscht. Wer einfach eine kurzweilig geschriebene Weihnachtsgeschichte erwartet, könnte seine Freude an dem Buch haben.

Veröffentlicht am 10.12.2016

Die Welt des Balletts in seiner ganzen Pracht und Härte

Die Schwester des Tänzers
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Eva Stachniak ist dafür bekannt, dass sie akribisch recherchierte biografische Romane schreibt – das hat sie schon in ihren Büchern „Der Winterpalast“ und „Die Zarin der Nacht“ über Katharina die Große ...

Eva Stachniak ist dafür bekannt, dass sie akribisch recherchierte biografische Romane schreibt – das hat sie schon in ihren Büchern „Der Winterpalast“ und „Die Zarin der Nacht“ über Katharina die Große bewiesen. Auch diesmal spielt ihr Roman wieder weitestgehend in Russland und sie hat sich wieder eine Persönlichkeit aus dem osteuropäischen Raum herausgepickt: Bronislawa Nijinska, eine Ballerina, die in den ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Karriere machte.

Bekannter als „Bronia“, wie sie kurz genannt wurde, ist jedoch ihr Bruder. Der legendäre Balletttänzer Waslaw Nijinsky, bekannt für seine einzigartigen Sprünge und Bewegungen. Und so ist der Roman über Bronia gleichzeitig eine Biografie Waslaws, die sich eng an historische Fakten hält und von der die Autorin selbst im Nachwort sagt, es sei ein „Roman auf archivarischer Grundlage, in dem Wirklichkeit und Fantasie miteinander verschmelzen“.

Als Leser sollte einem bewusst sein, dass eine an Tatsachen orientierte Biografie, auch wenn sie als Roman geschrieben ist, nicht die Spannungskurve einer konstruierten fiktionalen Geschichte aufweisen kann. Genau das haben nämlich einige Leser kritisiert – die Spannungskurve sei z. T. zu flach. Nun – ein Leben läuft in der Regel nicht so ab. Seien wir doch ehrlich – wir wollen so wenig Schicksalsschläge wie nur möglich erleben, aber genau das ist es, was Bücher interessant macht. Auch wenn Bronias Leben sehr viel Stoff für einen spannenden Roman abgibt, so dreht sich das Buch doch in der Hauptsache um das, was Bronias Leben ausmachte: Tanzen, Inszenieren, Choreografieren. Und ich finde es auch gut, dass die Autorin Bronias Leben genau so widergibt.

Einzig der Schluss hat mir nicht gefallen, da gibt es für mich zwei Kritikpunkte. Zum Einen endet das Buch irgendwie „mittendrin“, als Bronia im mittleren Alter ist und kurz vor dem 2. Weltkrieg Richtung Australien aufbricht. Warum genau das der Abschluss des Buches ist, ging für mich nirgends hervor. Zum Anderen wird es zum Ende hin etwas konfus. Um nicht zuviel zu verraten: wahrscheinlich hat die Autorin, um eben am Ende noch einmal etwas Spannung aufzubauen, ein einschneidendes Ereignis (das eigentlich viel früher stattfand), immer nur erwähnt und der Leser wartet eine gefühlte kleine Ewigkeit, bis das Thema ganz am Schluss erläutert wird. Zwischendurch habe ich schon gedacht, ich hätte die Zusammenhänge überlesen und habe wild geblättert… das hat den Lesefluss leider gestört und mich zu einem Punkt Abzug verleitet.

Trotzdem: es ist ein guter Roman, der ohne Kitsch und Verklärung die ganze Welt des Balletts in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt. Auf jeden Fall lesenswert!

Veröffentlicht am 04.12.2016

Erst im letzten Drittel wirklich spannend

Mord im stillen Belfrey
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Ich hatte mir etwas mehr bzw. etwas anderes von diesem Roman versprochen – ein Kriminalfall in einer englischen Kleinstadt wurde ja schon oft zum Geheimtipp, weil gerade in diesem Jeder-kennt-jeden-Milieu ...

Ich hatte mir etwas mehr bzw. etwas anderes von diesem Roman versprochen – ein Kriminalfall in einer englischen Kleinstadt wurde ja schon oft zum Geheimtipp, weil gerade in diesem Jeder-kennt-jeden-Milieu besondere Spannung entstehen kann. Außerdem sind die Engländer oft etwas verschroben, aber dennoch äußerst liebenswürdig dargestellt.
Daher war ich ein wenig ernüchtert, als ich im ersten Drittel des Buches meine Erwartungen nicht bestätigt sah. Vielmehr las sich das Buch „so dahin“ und ich entdeckte nichts Besonderes. Irgendwie kam es mir vor wie ein beliebiger Unterhaltungsroman über den Neuanfang einer jungen Frau unter widrigen Umständen (davon gibt es ja einige…). Und trotz des Toten in der Wohnung über dem potentiellen Cafè kam zunächst wenig Krimi-Feeling auf. Noch bis etwa zur Hälfte des Buches plätscherte die Story dahin und es war auch recht vorhersehbar, dass Keeley sich Hals über Kopf in den Polizisten (und ehemaligen Schulkameraden) Ben verlieben würde.
Das letzte Drittel des Buches allerdings konnte mich dann doch noch überzeugen. Denn da überschlugen sich die Ereignisse und die Geschichte bekam ordentlich Drive. Ich fing plötzlich an mitzufiebern und war letztlich sogar sehr erstaunt, wie clever die Autorin die Auflösung des Kriminalfalls konzipiert hat. Das verdient auf jeden Fall Respekt und hat mich positiv überrascht. Schade nur, dass ich so lange „durchhalten“ musste, um in die Geschichte reinzukommen.
Ich denke aber, dass Leser(innen) mit einem Interesse an leichter Unterhaltungsliteratur ihre Freude an dem Roman haben können, wenn ihr Fokus weniger auf einer von Anfang an mitreißenden Kriminalgeschichte liegt und sie eher eine kurzweilige Liebesgeschichte lesen möchten oder an der Story über den Neuanfang von Keeley in Belfrey interessiert sind.

Veröffentlicht am 02.12.2016

Mit jeder Seite spannender!

Die Reise der Amy Snow
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Anfangs war ich noch nicht so überzeugt von der „Reise der Amy Snow“. Das Buch las sich „so dahin“ und konnte mir keinen Gefühlsschauer über den Rücken jagen. Doch nach etwa 50 Seiten ging es los: ich ...

Anfangs war ich noch nicht so überzeugt von der „Reise der Amy Snow“. Das Buch las sich „so dahin“ und konnte mir keinen Gefühlsschauer über den Rücken jagen. Doch nach etwa 50 Seiten ging es los: ich wurde quasi eingesogen in den Bann von Amy und Aurelia, ihrer verstorbenen Freundin.

Aurelia schickt Amy mit Briefen, die sie noch zu Lebzeiten verfasst hat, auf eine Reise quer durch das Königreich, damit Amy ihr Geheimnis kennenlernt. Ein Geheimnis, das dermaßen prekär ist im England des 19. Jahrhunderts, dass Aurelia äußerste Vorsicht walten lässt und posthum sogar Amys Freundschaft aufs Spiel setzt.

Was mir besonders positiv auffiel an diesem Roman, ist die Sprache. Mit viel Authentizität des damaligen Englands, aber auch genügend modernem Einfluss um für Leser aus dem „Heute“ interessant zu bleiben. Tracy Rees hat einen beeindruckenden Weg gefunden, die Geschichte glaubwürdig wirken zu lassen und gleichzeitig für moderne, vor allem junge Leser interessant zu machen. Für ein Erstlingswerk, das in einem Schreibwettbewerb eingereicht wurde, ist das definitiv mehr als man erwarten kann.

Einzig der keine Durchhänger am Anfang bewegt mich dazu, nicht die vollen fünf Sterne zu geben. Trotzdem freue ich mich jetzt schon auf den nächsten historischen Roman von Tracy Rees und hoffe, dass man noch viel von ihr hören wird und sie sich als Autorin etablieren kann!