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Veröffentlicht am 08.03.2025

Digitale Diagnosen

Digitale Diagnosen
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Als Person, die in einer Psychiatrie arbeitet, ist dieses Thema für mich allgegenwärtig. Umso interessanter finde ich es, mit diesem Buch eine bündige Zusammenfassung dieser Entwicklung in der Hand zu ...

Als Person, die in einer Psychiatrie arbeitet, ist dieses Thema für mich allgegenwärtig. Umso interessanter finde ich es, mit diesem Buch eine bündige Zusammenfassung dieser Entwicklung in der Hand zu halten.
Das Cover ist auffällig gestaltet, hält sich mit bildlichen Darstellungen jedoch zurück, was ich gut finde. Das Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Buches gibt die Struktur der Buches vor, einige Kapitel sind jedoch etwas nebulös formuliert, so dass zu Beginn nicht immer ganz klar ist, was sich dahinter verbirgt.
Die einzelnen Kapitel lesen sich angenehm und auch fundiert recherchiert. Einzelne Aussagen sind mit Belegen verknüpft, die sich am Ende des Buches finden - das stärkt zunächst den "professionellen" Eindruck, den ich von diesem Buch erhalten habe, die zitierten Quellen habe ich dann jedoch nicht auf weitere Glaubwürdigkeit überprüft.
Wiesböck gelingt es hier jedoch sehr gut die Chancen und Grenzen der Digitalisierung und damit auch unweigerlich der Kommerzialisierung psychischer Gesundheit herauszuarbeiten. Dabei wirkt diese Aufarbeitung im Großen und Ganzen relativ neutral und nicht zu einiseitig. Das hat mir gefallen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

In einem Zug

In einem Zug
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"In einem Zug" von Daniel Glattauer ist in der Hörbuchfassung von Christian Berkel gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. ...

"In einem Zug" von Daniel Glattauer ist in der Hörbuchfassung von Christian Berkel gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Berkels Stimme gut gefallen.
Die grundlegende Handlungsprämisse ist zunächst simpel: zwei Menschen sitzen gemeinsam im Zug und kommen miteinander ins Gespräch - für knapp 4 Stunden von Wien nach München. Das Gespräch wird geführt von einem renommierten Autor für Liebesromane und einer Psychotherapeutin. Das Thema: Liebe.
Dieses Setting gefällt mir grundlegend gut, jedoch ist es durchaus auch zügig auserzählt und benötigt daher ein spannendes Innenleben, was die Story mit Leben füllt. Das ist in diesem Buch teils gut, teils weniger gut gelungen. Die Dialoge zwischen Brünhofer und Meyr sind pointiert und humorvoll, werden mit Verlauf des Buches jedoch platter und repetitiv. Zwischendurch habe ich beim Hören abgeschalten und musste zurück spulen, um erneut zu hören, was ich verträumt hatte. Glücklicherweise gelingt es noch einen Twist in die Handlung einzubauen, so dass die Bahnhfahrt nicht all zu ermüdend ist. Dennoch hat dieses Buch zwischenzeitlich deutlich Längen. Der Twist war für mich in der Form zwar nicht vorhersehbar, aber auch nicht wirklich authentisch. Nichtsdestotrotz konnte er mich das Buch mit gutem Gefühl abschließen lassen.
"In einem Zug" hat mich vor allem durch pointierte Beobachtungen positiv überraschen, durch fehlende Tiefe und Langatmigkeit jedoch gleichermaßen ermüden können. Ein nettes Buch für zwischendurch, was mir vermutlich nicht lang im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Kurzschluss

Wackelkontakt
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Die Prämisse dieses Buches hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht: Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.... Die Verknüpfung der beiden Storylines, ...

Die Prämisse dieses Buches hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht: Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.... Die Verknüpfung der beiden Storylines, die über einander in Büchern lesen ist ein wirklich spannendes Konzept, auf dessen Umsetzung ich sehr gespannt war.
So richtig warm bin ich zunächst aber nicht mit diesem Buch geworden: die ersten 100 Seiten haben sich für mich sehr zäh und langatmig angefühlt, ich musste mich regelrecht durch die Handlung hindurch kämpfen. Das liegt vor allem auch Protagonist Escher, zudem ich die gesamte Handlung hinweg keinen Draht aufbauen konnte. Erst mit fortschreitender Handlung und zunehmender Verstrickung der beiden Handlungsstränge ineinander hat mich das Buch mitnehmen können. Da war ich froh bis zu diesem Punkt ausgehalten zu haben. Zum Ende des Buches war mir die Story-Entwicklung dann leider etwas zu platt und konnte mich auf erzählerischer Ebene nicht mehr mitnehmen.
Dennoch habe ich das Buch insgesamt gern gelesen - es war eine gute Unterhaltung, die bei mir vor allem durch den ungewöhnlichen Aufbau punkten konnte. Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig, dann jedoch im Verlauf zunehmend flüssig zu lesen. Die Entwicklung der Story und Charakterdarstellung hat nicht meinen Geschmack treffen können.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Prager für Polina

Für Polina
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Wie üblich beim Diogenes-Verlag finde ich die Covergestaltung wunderbar. Das Gemälde von Jan Sluijters »Portrait of a Girl« passt hervorragend zum Klappentext und bringt damit eine gewisse Harmonie in ...

Wie üblich beim Diogenes-Verlag finde ich die Covergestaltung wunderbar. Das Gemälde von Jan Sluijters »Portrait of a Girl« passt hervorragend zum Klappentext und bringt damit eine gewisse Harmonie in den Gesamteindruck.
Was mich dann aber doch überrascht hat, ist die Großartigkeit von Takis Würgers Geschichte. Ich habe mir eine nette Geschichte erhofft und habe so viel mehr bekommen. Dabei erzählt Würger in einem fesselnden und beschreibenden Sprachstil, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Alle Personen in diesem Buch sind für sich spannende Charaktere, die Mischung und Entwicklung dieser macht es spannend und ließ mich alle in mein Herz schließen. Allem voran Hannes Prager, der in seiner speziellen Art durch das Leben zu gehen ein besonders interessanter Protagonist ist. Einzig Polinas Beschreibung "tu nicht so autistisch" hat mich an den Charakterdarstellungen etwas gestört, das wirkte wie ein Label, das es in diesem Buch zu keiner Stelle gebraucht hat.
Die Handlung als solche ist durchaus zügig, jedoch sehr unaufaufgeregt erzählt, so dass ich immer gut im Tempo mitgekommen bin.
Insgesamt konnte mich "Für Polina" auf ganzer Linie überraschen, berühren und begeistern - ein Highlight zum Jahresbeginn!

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Der König von Os

Der König
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"Der König" von Jo Nesbø ist in der Hörbuchfassung von Sascha Rotermund gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. ...

"Der König" von Jo Nesbø ist in der Hörbuchfassung von Sascha Rotermund gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Dieses Buch ist der nachfolgende Band zu Nesbøs "Ihr Königreich" und es ist notwendig diese Story zu kennen, um im aktuellen Buch inhaltlich mitkommen zu können. Das voranstehende Buch habe ich sehr gern gelesen und mich vollkommen in dieser Erzählung verlieren können - mit "Der König" gelang mir dies nicht so gut. Hauptprotagonist ist Roy, die Handlung setzt an die Geschehnisse des vorigen Buches an. Die Charakterdarstellung ist dem Autor sehr gut gelungen, selten habe ich so vielschichtige und undurchschaubare Charaktere erlebebt wie die Brüder Opgard. Auch die Nebencharaktere sind anschaulich und gleichsam düster dargestellt - ich konnte mir von allen ein gutes und detailliertes inneres Bild machen. Weiterentwicklungen oder Wendungen konnte ich zumeist nicht in Gänze vorahnen. Diese düstere Stimmung innerhalb der Charakterdarstellung zieht sich auf den gesamten Plot.
Das Erzähltempo war zügig, die Handlungen für mich nicht immer nachvollziehbar und vor allem auch sehr gewaltvoll. Das hat mir in der Masse nicht ganz so gut gefallen.
Zwischenzeitlich habe ich für mich auch den roten Faden und damit das Interesse an der Geschichte verloren, der Spannungsaufbau war für mich nicht stringent.
Insgesamt hat mir das Buch durchaus gefallen, von einigen Dämpfern abgesehen.

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