Angefangen aus Langeweile und nicht mehr losgelassen
Konfessor - Das Schwert der WahrheitDer Zyklus erinnert in seiner Grundidee an die „Drachenbeinthron“-Saga von Tad Williams: ein junges Liebespaar in einer mittelalterlich-fantastischen Welt, das im Zentrum einer weltrettenden Handlung steht ...
Der Zyklus erinnert in seiner Grundidee an die „Drachenbeinthron“-Saga von Tad Williams: ein junges Liebespaar in einer mittelalterlich-fantastischen Welt, das im Zentrum einer weltrettenden Handlung steht – inklusive zahlreicher Trennungen, neuer Weggefährten und klassischer Abenteuer- und Liebesdramaturgie.
Die ersten beiden Bände sind klar die stärksten: Figuren und Schauplätze sind originell und überzeugend ausgearbeitet, insbesondere die beiden Hauptfiguren, deren Gedanken- und Gefühlswelt gut nachvollziehbar und aus ihrer Biografie heraus entwickelt wirkt.
Im weiteren Verlauf (bis aktuell 16 deutsche Bände) nimmt die Qualität der Handlung jedoch deutlich ab. Die Geschichte rückt zunehmend in den Hintergrund zugunsten der ideologischen und weltanschaulichen Positionen des Autors, die teils sehr direkt über die Figuren vermittelt werden und nicht immer glaubwürdig in deren Entscheidungen eingebettet wirken.
Auch die Tonalität verändert sich: Die anfänglich romantisch geprägte Beziehung tritt stärker zurück, während drastische und sehr ausführlich geschilderte Gewalt- und Folterszenen deutlich zunehmen und sich häufig in die Länge ziehen. Dadurch wirken viele Passagen repetitiv, während andere in ihrer Darstellung übermäßig ausschweifend sind.
Die Rahmenhandlung selbst wirkt insgesamt uneinheitlich und offenbar nachträglich erweitert: Nach einem zunächst klar umrissenen Einstieg folgen mehrere Richtungswechsel und neue Konflikte, die die ursprüngliche Struktur stark ausdehnen.
Insgesamt bleibt der Eindruck einer stark begonnenen, später jedoch zunehmend ausufernden und qualitativ schwankenden Reihe, die nicht jedem Leser dauerhaft gerecht wird.