Mal eine völlig andere Idee
Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.Als Kyss das Buch vorgestellt hat, war ich sofort gespannt auf die Story: Ballett, düstere Magie und zwei alternative Enden? Count me in! Die dunkle Atmosphäre und die schonungslos intensiven Bilder, die ...
Als Kyss das Buch vorgestellt hat, war ich sofort gespannt auf die Story: Ballett, düstere Magie und zwei alternative Enden? Count me in! Die dunkle Atmosphäre und die schonungslos intensiven Bilder, die die Autorin in meinem Kopf entstehen ließ, haben mich absolut fasziniert. Das Setting – eine glamouröse Ballettwelt, getränkt in Schattenmagie – sorgte für eine bedrückend-schöne Stimmung, die mich lange beschäftigt hat und mich stellenweise an „Black Swan“ erinnerte.
Die Protagonistin Emberlyn wirkte anfangs distanziert auf mich und kämpfte mit einem Egoismus, der in der gnadenlosen Ballettwelt absolut plausibel ist. Gerade das machte sie für mich zu einer komplexen, greifbaren Figur. Auch wenn sie mir nicht auf Anhieb sympathisch war, mochte ich ihre Entwicklung sehr – ebenso wie das Band zu den anderen Tänzerinnen und den geheimnisvollen Schattenmann als Love Interest. Besonders die Themen Freiheit, Unterdrückung und weiblicher Zusammenhalt kamen stark rüber, oft durch recht harte Szenen – unbedingt auf die Triggerwarnungen achten!
Als Fantasyfan hätte ich mir allerdings noch mehr Details zum Fluch und zur magischen Welt gewünscht sowie mehr Tiefe beim Love Interest und den Nebenfiguren. Das hätte dem Mittelteil ein wenig die Länge genommen. Das große Finale und die alternativen Enden haben mir dafür umso besser gefallen – eine super Entscheidung, das zweite Ende bei der Autorin anzufragen.
Ein atmosphärisch starkes Debüt mit kreativen Ideen, ein paar kleinen Längen und einer vielschichtigen Heldin.