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Veröffentlicht am 07.05.2026

Nicht so stark wie Band 1

Iron Flame – Flammengeküsst (Flammengeküsst-Reihe 2)
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Ab diesem Band begint sich der Hype um die Reihe für mich endlich zu erklären. Anfänglich hat mich der hohe Preis abgeschreckt, doch der Umfang lohnt sich: Der Band besteht aus zwei Teilen, die jeweils ...

Ab diesem Band begint sich der Hype um die Reihe für mich endlich zu erklären. Anfänglich hat mich der hohe Preis abgeschreckt, doch der Umfang lohnt sich: Der Band besteht aus zwei Teilen, die jeweils so umfangreich sind, dass man daraus eigene, überdurchschnittlich lange Romane hätte formen können.

Der erste Teil setzt die Handlung fort: Die Truppe kehrt ans College zurück und Violet begegnet einem neuen Antagonisten, dem Vizekommandeur, der es ihr schwer macht – und der offenbar auch an Andarna interessiert ist. Der Unterricht rückt dabei stärker in den Hintergrund.

Über den zweiten Teil verrate ich nichts Konkretes – nur so viel: Violet beginnt, sich in die Politik von Navarre einzumfädeln und Veränderungen zu bewirken.

Im Zentrum stehen Geheimnisse, die endlich gelüftet werden. Die Geschichte spitzt sich enorm zu und liefert überraschende Plot-Twists. Violets Intelligenz und Mut kommen dabei wirklich zur Geltung. Beide Teile sind durchgehend spannend und kaum lässt sich das Buch aus der Hand legen.

Wie gehabt begleitet uns Xaden, und ihre Gefühle füreinander bleiben bestehen, auch wenn seine Band 1-Geheimnisse eine Herausforderung darstellen. Die Dialoge zwischen Tairn, Violet und Andarna liefern erneut humorvolle Momente; Andarna entwickelt sich weiter zu einer freche Teenagerin, während Tairn als grummeliges Beschützersymbol fungiert. Auch die Nebenfiguren aus Violets Freundeskreis sorgen für Gestaltungsreichtum.

Kritisch bleibt, dass auch dieser Band phasenweise Informationsduplizierungen enthält und gelegentlich Logiklücken oder abgegriffene Spannungsbögen auftreten. Dennoch überwiegt der Spannungsstoff, und ich lese gespannt weiter, um zu erfahren, wie alles zusammenhängt.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Mein Jahreshighlight

Fourth Wing – Flammengeküsst
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Die Geschichte hält Spannung bis zum Finale bereit und entfaltet gegen Ende tatsächlich dramatische Momente. Die reich beschriebene Fantasy-Welt mit Magie, komplexen Verstrickungen und vielen Geheimnissen ...

Die Geschichte hält Spannung bis zum Finale bereit und entfaltet gegen Ende tatsächlich dramatische Momente. Die reich beschriebene Fantasy-Welt mit Magie, komplexen Verstrickungen und vielen Geheimnissen zieht einen sofort hinein. Und ja, Drachen und Reiter-Themen gehen immer – doch hier bleibt die Erzählweise hinter dem Potenzial zurück.

Kern der Handlung ist die harte Ausbildung von Violet zur Drachenreiterin, die ihre Mutter ihr aus unergründlichen Gründen aufzwingt. Ihr Körper ist dafür ungeeignet – zerbrechliche Knochen, instabile Gelenke – doch ihre Stärke liegt in Intelligenz und Bildung. Neben der Ausbildung kämpft Violet am College mit Rivalen, die ihr das Leben schwer machen oder ihr schaden wollen. Freundschaften zu interessanten Nebencharakteren entstehen glücklicherweise ebenfalls.

Zunächst scheint Xaden, der momentan stärkste Kadett der Akademie, gegen Violet zu arbeiten: Sie ist die Tochter der Generälin, die Xadens Vater, einen Rebellenführer, zum Tod verurteilt hat. Überraschenderweise unterstützt er sie gelegentlich, ohne sie zu verwöhnen. Dagegen steht ihr Sandkastenfreund, der sie auf sehr übergriffige Weise schützen will. Das führt zu einer spannenden Dreiecks-Konstellation. Xadens Skrupellosigkeit und direkte Art wirken gnadenlos – oft grumpy. Eine Liebesgeschichte bleibt zunächst dezent im Hintergrund und entfaltet sich erst im letzten Drittel – dann wird es auch heiß.

Die Drachen wirken furchterregend, stolz und arrogant. Es bleibt spannend, ob Violet einen Drachen für sich gewinnen kann und welche magischen Kräfte ihr durch ihn zuteilwerden.

Geschildert wird die Handlung in der Ich-P Perspektive von Violet. Emotionalität bleibt zugunsten der Handlung oft etwas außen vor, Violet wirkt nüchtern und pragmatisch, mutig im Umgang mit den Herausforderungen. Dadurch fokussiert sich der Band stärker auf Handlung statt auf innere Reflexionen, was dem Ton ein leichteres Lesen ermöglicht.

Positiv: Diversität und Pansexualität werden selbstverständlich gezeigt. Und die Akzeptanz von Frauen und Männern in gleicher Weise kommt klar rüber.

Kritikpunkte: An vielen Stellen werden komplexe Weltenregeln zu Beginn durch schwere Infodrops vermittelt, was ermüdend wirken kann. Protagonistinnen und Protagonisten wirken nicht immer durchgehend konsistent, und es gibt Logik- oder Plausibilitätsbrüche sowie Wiederholungen von Informationen, die das Leseerlebnis zögern lassen. Zudem vermisst man gelegentlich emotionale Tiefe, da klar der Fokus auf Handlung liegt.

Fazit: Wer eine spannende, magische Drachenwelt sucht und mit einem intensiven Aufbau für Band 2 einverstanden ist, erhält hier eine unterhaltsame Lektüre. Wer jedoch eine intensivere emotionale Tiefe bevorzugt, sollte sich auf Band 2 freuen oder andere Titel bevorzugen.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Habs einfach geliebt

The Ever King - Die Versuchung des Meeres
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The Ever King: Die Versuchung des Meeres von L. J. Andrews hat mich von der ersten Seite an gepackt und begeistert zurückgelassen Schon das Vorwort verzaubert und bereitet elegant auf die Geschichte vor. ...

The Ever King: Die Versuchung des Meeres von L. J. Andrews hat mich von der ersten Seite an gepackt und begeistert zurückgelassen Schon das Vorwort verzaubert und bereitet elegant auf die Geschichte vor. Die Erzählung knüpft an die Broken Kingdoms-Reihe an, lässt sich jedoch auch bestens ohne Vorwissen genießen. Es war trotzdem eine Freude, alte Bekannte aus den ersten Bänden wiederzusehen, auch wenn es nur kurze Erwähnungen waren. Das fühlte sich wie ein warmes Wiedersehen an – mit einem kleinen Stich ins Herz, weil die restlichen Bände noch nicht übersetzt wurden.

Das Worldbuilding überzeugt absolut: atmosphärische, bildhafte Beschreibungen und eine Welt, die einen sofort in ihren Bann zieht. Die Meerfae mit ihren Fähigkeiten sind besonders spannend, und man spürt die Liebe zum Detail in jeder Ecke der Welt. Der Spannungsbogen bleibt konstant hoch und hält die Leserinnen und Leser in Atem 🌊✨

Livia kommt direkt sympathisch rüber. Der kleine Verbindungspunkt, dass sie denselben Spitznamen wie meine Tochter trägt, hat mir zusätzlich gefallen. Als Tochter der Protagonisten aus der Geliebt von meinem Feind-Trilogie war ich sofort neugierig auf sie, und sie enttäuscht mich nicht. Lifia’ Entwicklung ist glaubwürdig, stark und emotional. Erik präsentiert sich als vielschichtige Figur: Sein Ziel, sein Volk aus einer verfluchten Unterwasserwelt zu befreien, macht ihn grausam, wütend und von Schmerz gezeichnet – ein dunkler, aber authentischer Charakter. Die ständige Bezeichnung „Süße“ von ihm an Livia war zunächst etwas nervig, doch seine Entwicklung überzeugt im Verlauf der Geschichte vollständig. Die Dynamik zwischen Livia und Erik wird mit jeder Seite intensiver und fesselt mich immer stärker

Auch die Nebenfiguren, insbesondere Sewell den Koch und Celina, haben mir ans Herz gewachsen. Sie bringen Wärme, Tiefe und genau die richtigen ruhigen Momente ins Spiel.

Die Enemies-to-Lovers-Dynamik ist hervorragend umgesetzt, mit vielen Wendungen, intensiven Momenten und einem letzten Drittel, das sowohl traumatisiert als auch begeistert hat. Spannend, intensiv und stark.

Das Zusatzkapitel ist kein Muss, ergänzt das Leseerlebnis aber wunderbar. Düster, emotional und voller faszinierender Figuren. Für mich ist The Ever King ein starkes Debüt, und ich freue mich auf Band 2. абсолют klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Keine Ahnung warum aber ich liebe Nesta :D

Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer
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Nesta ist hart. Ihre Schale wirkt nahezu undurchdringlich, kühl und abweisend. Doch unter dieser Oberfläche verbirgt sich eine zutiefst sensible und verletzliche Seite. Ja, sie kann egoistisch sein – aber ...

Nesta ist hart. Ihre Schale wirkt nahezu undurchdringlich, kühl und abweisend. Doch unter dieser Oberfläche verbirgt sich eine zutiefst sensible und verletzliche Seite. Ja, sie kann egoistisch sein – aber genau diese Widersprüche machen ihren Charakter so faszinierend. Ihre Entwicklung ist für mich eine der stärksten der gesamten Reihe: intensiv, glaubwürdig und vor allem konsequent. Sie verändert sich, ohne sich selbst zu verlieren – und genau das macht ihre Reise so überzeugend. Die Autorin bleibt ihr treu und führt ihren Charakter mit einem klaren roten Faden weiter.

Doch worum geht es eigentlich?

Nesta ist gefangen – in ihrem Trauma, ihrem Selbsthass und ihrer Schuld. Sie macht sich Vorwürfe für alles: dass sie Feyre damals nicht beschützen konnte, Elain nicht vor dem Kessel bewahrt hat, ihren Vater nicht retten konnte und auch Cassian nicht. Diese Last frisst sie von innen auf und entlädt sich in selbstzerstörerischem Verhalten: Alkohol, Affären, Flucht vor sich selbst.

Der Wendepunkt kommt, als ihre Familie eingreift und sie zu einer Art Intervention zwingt. Sie soll ihr Leben wieder in den Griff bekommen – etwas, das Nesta zunächst strikt ablehnt. Sie wehrt sich, sabotiert jede Hilfe und stößt alle von sich weg.

Und doch gibt es jemanden, der bleibt: Cassian.

Er hält all ihren Schmerz, ihre Wut und ihre Abwehr aus – ohne sie aufzugeben. Und genau das macht ihn für mich zu einem der stärksten Charaktere überhaupt. Ich hätte nie gedacht, dass jemand Rhysand für mich übertreffen könnte, aber Cassian hat mein Herz auf eine ganz neue Weise erobert. Seine Geduld, seine Loyalität und seine Fähigkeit, Nesta immer wieder aufzufangen, sind einfach beeindruckend.

Besonders schön dargestellt ist der zentrale Kampf der Geschichte: der Kampf gegen sich selbst. Nestas Weg ist kein gerader – sie macht Fortschritte, fällt zurück, steht wieder auf. Genau das macht ihre Entwicklung so realistisch. Die 10.000 Stufen zum Haus des Windes sind dabei ein starkes Symbol: für Mühe, Rückschläge und den langen Weg zur Heilung.

Natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz – ebenso wenig wie der „Spice“, der in diesem Band deutlich präsenter und expliziter ist. Die Beziehung zwischen Nesta und Cassian vertieft sich spürbar und gewinnt an emotionaler Intensität.

Auch Nestas Kräfte, die sie lange ablehnt, entwickeln sich weiter. Und mit der Zeit erkennt sie, dass sie trotz ihrer Fehler – oder vielleicht gerade wegen ihnen – nicht nur zerstören, sondern auch etwas Gutes schaffen kann.

Sie öffnet sich Stück für Stück, stellt sich ihren inneren Dämonen – und bleibt dabei trotzdem sie selbst: stolz, stur und unangepasst. Und genau das macht sie so besonders.

Für mich ist diese Geschichte die stärkste der gesamten Reihe. Ich habe mich vollkommen in Nesta und Cassian verliebt – und ihre Reise hat mich tief berührt.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Anders als erwartet

Das Reich der sieben Höfe – Teil 4: Frost und Mondlicht
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Die Wintersonnenwende rückt näher, und im inneren Kreis kehrt langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Die Schrecken des Krieges sind noch nicht vollständig verblasst, doch sie haben genug Abstand gewonnen, ...

Die Wintersonnenwende rückt näher, und im inneren Kreis kehrt langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Die Schrecken des Krieges sind noch nicht vollständig verblasst, doch sie haben genug Abstand gewonnen, um den Figuren Raum zum Durchatmen zu geben. Genau hier setzt dieser Band an: weniger als direkte Fortsetzung, sondern vielmehr als ruhiger Epilog, der den Fokus auf Zwischenmenschliches und leise Entwicklungen legt.

Man sollte sich bewusst machen, dass dieses Buch keine klassische Fortführung mit großer Handlungskurve ist. Stattdessen wirkt es wie eine Momentaufnahme nach dem Sturm. Dramatische Wendungen bleiben weitgehend aus, und auch die Spannung hält sich zurück. Doch gerade das macht den Reiz aus: Es ist ein sanfter Ausklang, der die Möglichkeit bietet, die Figuren ohne äußeren Druck zu erleben und ihre Dynamiken neu zu entdecken.

Feyre und Rhys haben sich zunehmend in ihre Rollen eingefunden. Ihr Alltag ist nicht mehr von permanenten Bedrohungen geprägt, sondern von Verantwortung und kleineren Herausforderungen. Besonders angenehm ist dabei die Rückkehr zu ihrem spielerischen Umgang miteinander – der Humor, die Sticheleien und diese vertraute Leichtigkeit, die ihre Beziehung so besonders macht. Gleichzeitig wirkt ihre Verbindung reif und stabil: Nähe ohne Enge, Offenheit ohne Zwang.

Ein weiterer Pluspunkt sind die wechselnden Perspektiven. Sie erlauben einen tieferen Blick in die Gedankenwelt der anderen Charaktere und lassen erahnen, wohin zukünftige Entwicklungen führen könnten. Cassians innere Konflikte, vor allem im Zusammenhang mit Nesta und seiner Vergangenheit, verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Auch Azriel tritt stärker ins Licht und unterstreicht einmal mehr die besondere Bindung innerhalb des Dreiergespanns – eine Verbindung, die sich längst wie echte Familie anfühlt.

Besonders berührend ist Luciens Situation. Seine Zerrissenheit und das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören, verleihen seiner Figur eine tragische Note. Trotz seiner Fehler wirkt er bemüht und loyal, was seine Behandlung durch andere umso schmerzlicher erscheinen lässt. Auch Tamlin bleibt eine ambivalente Figur, die weiterhin Fragen offenlässt.

Als Gesamtwerk ist dieser Band ruhig, fast schon kontemplativ. Wer große Spannung oder dramatische Höhepunkte erwartet, könnte zunächst enttäuscht sein. Doch als bewusstes „Innehalten“ nach den intensiven Ereignissen zuvor erfüllt das Buch seinen Zweck sehr gut. Es ist wie eine Verschnaufpause – ein Moment der Ruhe, bevor möglicherweise neue Stürme aufziehen.

Unterm Strich ein angenehmer, sanfter Band, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre und Charaktertiefe überzeugt. Perfekt, um nach den vorherigen Ereignissen einmal durchzuatmen und die Figuren einfach sein zu lassen.

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