Diego und das Geheimnis der Farben
BuntÜber eine besondere Freundschaft und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein.
Das Cover des Kinderbuchs „Bunt“ von Cornelia Franz, im Gerstenberg Verlag erschienen, ist eigentlich ...
Über eine besondere Freundschaft und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein.
Das Cover des Kinderbuchs „Bunt“ von Cornelia Franz, im Gerstenberg Verlag erschienen, ist eigentlich nur eine schwarze Umrisszeichnung mit lockerem Pinselstrich auf blauen Grund. Vermutlich ist die abgebildete Figur Diego, der bei Geräuschen und Stimmen Farben sieht, denn die Brillengläser sind mit Regenbogenfarben ausgemalt. Die Farben der Brille wiederholen sich in der Schrift des Buchtitels. Die Gestaltung gefällt mir gut. Die Illustration ist schlicht und passend. Ich wurde deshalb auf das Buch aufmerksam, um dann den Klappentext zu lesen.
Zur Story: Diego hört Geräusche anders als andere. Er sieht dabei Farben und nicht alle Bilder sind angenehm. Manchmal hilft ihm seine Besonderheit beim Malen. Niemand weiß davon, auch seine Eltern nicht. Die Ärztin hat seine Synästhesie nicht entdeckt. Als ein neuer Mitschüler in die Klasse kommt, vertraut er sich diesem nach einiger Zeit an.
Sie sind sich sofort sympathisch und haben einiges gemeinsam, Ismael sieht allerdings weniger Farben statt mehr. Er ist farbenblind. Ismael ist ein Trennungskind und von Köln nach Hamburg gezogen. Seine Mutter kommt aus Äthiopien und sie sind nicht so gut situiert wie andere Familien in der Klasse. Ismael vermisst seinen Vater und den Basketballverein.
Schnell teilen sie ein Geheimnis und Diego soll für Ismael lügen. Das ist ihm eigentlich nicht recht, aber Diego kann Ismael kaum etwas abschlagen. Die Leser bekommen mit, wie zwei Außenseiter Freundschaft schließen. Einige Mitschüler lästern über sie und unterstellen, sie seien ein Liebespaar. Die Geschichte lässt sich gut lesen und man möchte wissen, wie es mit den beiden Hauptfiguren weitergeht.
Die Klassenfahrt steht an. Diego und Ismael müssen ihre Komfortzone verlassen. Ismael lässt aber auch nichts unversucht, die Regeln der Jugendherberge zu brechen, damit er nach Hause geschickt wird. Er will vor seinem Vater, der sich in Hamburg angekündigt hat, beim Basketball glänzen. Außerdem hofft er, dass er durch einen Scout eine Empfehlung für eine Sport-Elite-Schule bekommt. In seine Aktionen zieht er Diego mit rein. Aber Rohde, der Lehrer, denkt gar nicht daran, seine Schüler nach Hause zu schicken.
Und dann wird Diego auch noch maßlos enttäuscht. Ausgerechnet auf der Nachtwanderung geht er verloren... Mitfühlend folgt man der Geschichte um die noch fragile Freundschaft zwischen den beiden Schülern. Es ist fast rührend, dass beide merken, was sie bedeutet und, dass die anderen Mitschüler ebenfalls an ihrer Seite sind. Die kleinen Abenteuer der Klasse sind wunderbar authentisch. Man mag alle Figuren und mittlerweile auch den Lehrer Rohde.
Was weiter passiert, wird hier nicht verraten. Allerdings hat das Buch ein gutes Ende und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein. Ich finde, das Buch verlangt nach einer Fortsetzung. Denn die beiden, Diego und Ismael, sind ein klasse Team, von dem man gerne weiteres lesen möchte. Die Geschichte der beiden eignet sich für die 5./6. Klasse und wird auch noch älteren Lesern Spaß machen.