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Chrihart

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Diego und das Geheimnis der Farben

Bunt
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Über eine besondere Freundschaft und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein.

Das Cover des Kinderbuchs „Bunt“ von Cornelia Franz, im Gerstenberg Verlag erschienen, ist eigentlich ...

Über eine besondere Freundschaft und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein.

Das Cover des Kinderbuchs „Bunt“ von Cornelia Franz, im Gerstenberg Verlag erschienen, ist eigentlich nur eine schwarze Umrisszeichnung mit lockerem Pinselstrich auf blauen Grund. Vermutlich ist die abgebildete Figur Diego, der bei Geräuschen und Stimmen Farben sieht, denn die Brillengläser sind mit Regenbogenfarben ausgemalt. Die Farben der Brille wiederholen sich in der Schrift des Buchtitels. Die Gestaltung gefällt mir gut. Die Illustration ist schlicht und passend. Ich wurde deshalb auf das Buch aufmerksam, um dann den Klappentext zu lesen.

Zur Story: Diego hört Geräusche anders als andere. Er sieht dabei Farben und nicht alle Bilder sind angenehm. Manchmal hilft ihm seine Besonderheit beim Malen. Niemand weiß davon, auch seine Eltern nicht. Die Ärztin hat seine Synästhesie nicht entdeckt. Als ein neuer Mitschüler in die Klasse kommt, vertraut er sich diesem nach einiger Zeit an.

Sie sind sich sofort sympathisch und haben einiges gemeinsam, Ismael sieht allerdings weniger Farben statt mehr. Er ist farbenblind. Ismael ist ein Trennungskind und von Köln nach Hamburg gezogen. Seine Mutter kommt aus Äthiopien und sie sind nicht so gut situiert wie andere Familien in der Klasse. Ismael vermisst seinen Vater und den Basketballverein.

Schnell teilen sie ein Geheimnis und Diego soll für Ismael lügen. Das ist ihm eigentlich nicht recht, aber Diego kann Ismael kaum etwas abschlagen. Die Leser bekommen mit, wie zwei Außenseiter Freundschaft schließen. Einige Mitschüler lästern über sie und unterstellen, sie seien ein Liebespaar. Die Geschichte lässt sich gut lesen und man möchte wissen, wie es mit den beiden Hauptfiguren weitergeht.

Die Klassenfahrt steht an. Diego und Ismael müssen ihre Komfortzone verlassen. Ismael lässt aber auch nichts unversucht, die Regeln der Jugendherberge zu brechen, damit er nach Hause geschickt wird. Er will vor seinem Vater, der sich in Hamburg angekündigt hat, beim Basketball glänzen. Außerdem hofft er, dass er durch einen Scout eine Empfehlung für eine Sport-Elite-Schule bekommt. In seine Aktionen zieht er Diego mit rein. Aber Rohde, der Lehrer, denkt gar nicht daran, seine Schüler nach Hause zu schicken.

Und dann wird Diego auch noch maßlos enttäuscht. Ausgerechnet auf der Nachtwanderung geht er verloren... Mitfühlend folgt man der Geschichte um die noch fragile Freundschaft zwischen den beiden Schülern. Es ist fast rührend, dass beide merken, was sie bedeutet und, dass die anderen Mitschüler ebenfalls an ihrer Seite sind. Die kleinen Abenteuer der Klasse sind wunderbar authentisch. Man mag alle Figuren und mittlerweile auch den Lehrer Rohde.

Was weiter passiert, wird hier nicht verraten. Allerdings hat das Buch ein gutes Ende und die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zueinander ehrlich zu sein. Ich finde, das Buch verlangt nach einer Fortsetzung. Denn die beiden, Diego und Ismael, sind ein klasse Team, von dem man gerne weiteres lesen möchte. Die Geschichte der beiden eignet sich für die 5./6. Klasse und wird auch noch älteren Lesern Spaß machen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Lehrreiche Zeitreise in die 1920er

Die verborgenen Bilder
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Frieke unternimmt Zeitreisen in die Vergangenheit und entdeckt, dass es wichtig ist, dass sich diese nicht wiederholt

In dem Buch „Die verborgenen Bilder“ von Maja Ilisch, erschienen im Oetinger Verlag, ...

Frieke unternimmt Zeitreisen in die Vergangenheit und entdeckt, dass es wichtig ist, dass sich diese nicht wiederholt

In dem Buch „Die verborgenen Bilder“ von Maja Ilisch, erschienen im Oetinger Verlag, trennen sich die Eltern von Frieke und ihrer älteren Schwester Henri. Die Mädchen müssen mit der Mutter in eine neue Wohnung umziehen. Der Vater zieht stattdessen mit seinem neuen Partner zusammen. Frieke leidet stark unter der Trennung. Sie ist entsetzt, nicht nur darüber, dass ihr Vater die Familie für einen Mann verlassen hat, sondern auch weil er schon vorher ein Doppelleben mit dem Wissen der Mutter geführt hat. Nur die Töchter ahnten davon nichts. Frieke fühlt sich von beiden Elternteilen hintergangen. „,Was ich gebraucht hätte, wären Eltern, die ehrlich mit mir sind!‘, schrie Frieke. Sie zieht sich zurück, vernachlässigt ihre Freunde in der Schule und will den Vater nicht mehr sehen. Mit ihrer Schwester, ihrer einzigen Vertrauten, gerät sie in Streit.

Eine Möglichkeit zur Flucht aus der Realität bietet sich, als Frieke entdeckt, dass sie mit Hilfe der geheimnisvollen Zeichnungen an einer Wand in der neuen Wohnung Zeitreisen in die Vergangenheit unternehmen kann. Dafür muss sie nur die Zeichnungen, die unter der Tapete zum Vorschein gekommen sind, mit den Fingern berühren. Die 12-Jährige ist nur einige Sekunden in der realen Welt "weg", während ihrer Zeitreisen verbringt sie stattdessen mehrere Stunden in dem Jahr 1928, in dem die Zeichnungen entstanden. Sie lernt die Zeichnerin kennen, es ist die gleichaltrige Ilsabeth, die in den 1920ern im gleichen Zimmer gewohnt hat.

Frieke verhält sich wie ein Junkie, der süchtig nach den Zeitreisen ist. Die Menschen in der Vergangenheit werden wichtiger als die in der Gegenwart. Sie selber merkt es auch: die Noten sacken ab. Die Geschichte ist glaubwürdig erzählt und man geht als Leser mit auf die Zeitreisen. Diese werden länger und intensiver. Sie zehren an Frieke. Sie ist davon erschöpft und man ahnt, dass die Besuche eventuell doch größere Auswirkungen auf die Gegenwart haben werden. Und die Reisen enthüllen für Frieke auch die dunklen Schatten der 1920er Jahre.

Frieke lernt Ilsabeths Familie kennen und muss einsehen, dass diese auch nicht so perfekt ist, wie es zunächst scheint. Eduard, der attraktive Bruder von Ilsabeth, entpuppt sich zum Entsetzen Friekes als Antisemit. Er will mit anderen Studenten gegen seine jüdischen Profs vorgehen. Die gesamte Familie sympathisiert mit den aufstrebenden Nationalsozialisten, deren erklärte Feinde Juden und auch Homosexuelle, wie ihr Vater, sind. Kann man mit so jemand befreundet sein? Frieke verschließt die Augen, aber dann ist sie gezwungen, Position zu beziehen. Als Friekes Vater im Krankenhaus liegt, weil er wegen seiner neuen Beziehung von Neonazis überfallen wurde, wacht Frieke endlich auf. Frieke versucht, vieles wieder hinzubiegen, was ihr auch gelingt.

Fazit: Das wichtige Thema Nationalsozialismus erklärt die Bibliothekarin und Autorin Maja Ilisch verständlich und spannend. Die Fakten webt sie geschickt in die Geschichte ein. Die Geschichtsstunde 2.0 ist gelungen. Klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Gelungener vierter Berliner Fall führt Dahlberg nach Prignitz

Die Sonne über Berlin - Triebstau
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"Die Sonne über Berlin" von Carla Kalkbrenner, im Martini & Loersch Verlag erschienen, ist der vierte Band einer Krimiserie, die man alle unabhängig voneinander lesen kann. Kommissar Dahlbergs Team muss ...

"Die Sonne über Berlin" von Carla Kalkbrenner, im Martini & Loersch Verlag erschienen, ist der vierte Band einer Krimiserie, die man alle unabhängig voneinander lesen kann. Kommissar Dahlbergs Team muss diesmal in Prignitz, einem Landkreis im äußersten Nordwesten des Landes Brandenburg, Amtshilfe leisten. Ein Referent des Landwirtschaftsministeriums liegt tot auf dem Acker und wurde von einem Pflug überrollt. Allerdings hat keiner etwas mitbekommen. Am Tatabend ging es in der Dorfkneipe hoch her und die Landwirte waren mehr oder weniger alle betrunken. Im Klappentext heißt es denn auch: "Alkohol und Ackerbau, eine ganz miese Kombination." Es geht um Konkurrenz im Amt, um alte Kränkungen zwischen den Landwirten und jeder Menge Geheimnisse. Jeder hat etwas zu verbergen und jeder macht sich verdächtig. Man rätselt bis zum Schluss, der dann eine überraschende Auflösung serviert.

Kalkbrenner legt großen Wert auf ihre Recherche. Die örtlichen Beschreibungen, aber auch die Charaktere sind realistisch beschrieben und gut nachvollziehbar. Die Autorin zeichnet die Protagonisten sehr präzise, darunter verletzliche Kauze und äußerst menschliche Ermittler. Der Krimi liest sich sehr gut und flüssig, man fiebert mit den Figuren mit, die alle ihre Problemchen haben. Dahlberg versucht die Vaterrolle neben seinem aufreibenden Job auszufüllen, zudem will seine Frau wieder arbeiten gehen. Claudias Beziehung zu einer Frau ist schon etwas eingerostet und Jo kämpft mit einer toxischen Beziehung. Alexander hat durch seine vorherige Beziehung Angst, sich wieder auf eine Beziehung einzulassen. So sind alle Ermittler nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit sich selbst beschäftigt und anfangs fischen sie bei den Ermittlungen auch noch im Trüben. Aber sie bekommen Hilfe aus einer anderen Abteilung und endlich bringt das den Durchbruch. Dann klappt es auch wieder mit dem Team wie in alten Zeiten und sie kommen dem Täter immer näher. 

Fazit: Der Krimi aus Berlin macht Spaß, ist raffiniert konzipiert und gibt spannende Einblicke in die Landwirtschaftsszene. Eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Vom Verständigen auf einen gemeinsamen Nenner

GRRRIZZLY
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Starke Bilderbuchseiten dafür, wie man eine gemeinsame Lösung findet und auf den anderen eingehen kann

In dem Bilderbuch „GRRRIZZLY" von Hervé Le Goff, im Von Hacht Verlag erschienen, stehen zwei Bären ...

Starke Bilderbuchseiten dafür, wie man eine gemeinsame Lösung findet und auf den anderen eingehen kann

In dem Bilderbuch „GRRRIZZLY" von Hervé Le Goff, im Von Hacht Verlag erschienen, stehen zwei Bären im Mittelpunkt, ein Braunbär und ein Waschbär. Der aktive Waschbär macht begeistert Vorschläge für die Tagesgestaltung und hat immer neue Ideen, die er dem Freund in den schillerndsten Farben ausmalt. Der lethargische haarige Braunbär hat allerdings keine Lust dazu, ist mürrisch, meckert und findet an allem das berühmte Haar in der Suppe.

Er kann sich nicht gut auf Neues einlassen. Die unterschiedlichen Charaktere sind besonders gut gelungen, denn sie sind so gut befreundet, dass sie trotz unterschiedlicher Bedürfnisse gerne Zeit miteinander verbringen wollen. Schön ist, dass sie es am Ende auch schaffen und der Tag dann doch noch schön wird.

Die leuchtenden Illustrationen gefallen mir ausgesprochen gut. Sie sind immer im Wechsel in totalen Einstellungen (long shots) und in nahen Einstellungen (close-ups) gestaltet. Die pessimistische Sicht des Braunbären wird als Close-up und mit wenigen Farben dargestellt und das, was z. B. negativ am Vorschlag mit dem Trockenwehen lassen sein könnte: die unangenehme kalte Brise bei triefenden nassen Haaren. Die optimistische Sicht des Waschbären wird als Long Shot und in den schönsten Farben und im sonnigen Licht dargestellt und das, was positiv an dem Vorschlag sein könnte: dass man schnell wieder trocken ist und eine traumhafte Aussicht von dem umwehten Berg herunter ins Tal hat.

Die jungen Leser können bildhafte Eindrücke von einer Diskussion bekommen. Der eine hat das Argument dafür, der andere ein anderes dagegen. Und am Ende steht die Einigung auf etwas, das für beide in Ordnung ist und eine rosige Landschaft, die in schönes Abendlicht getaucht wird, mit den beiden ungleichen Freunden darin.

Denn nach einigen gescheiterten Versuchen ändert der Waschbär seine Kommunikation, um den Freund zum Mitmachen zu bewegen. Nachdem er Vorschläge gemacht hat, fragt er, was denn bitte schön der Braunbär möchte. Beim Vorlesen kann man gut in den Dialog mit den jungen Zuhörern kommen. Darüber, was man mag und, was nicht. Dass man auch mal unterschiedlicher Meinung sein darf.

In diesem Buch, das mit wenig Text auskommt, gibt es nur auf jeder zweiten Doppelseite kurze Sätze. Stattdessen kann man die Bilder auf sich wirken lassen und selbst Worte für die wunderbar ausdrucksstarken Zeichnungen finden und die großartig stimmungsvollen Szenen beschreiben, in denen das gemeinsame genussvolle Erleben dargestellt wird.

Fazit: Ein Bilderbuch mit eigenwilligen Figuren und zauberhaften Bildern über das Verständigen auf einen gemeinsamen Nenner.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Agentin Asta übersetzt und ermittelt - Nürnberger Prozesse lebendig erzählt

Die Dolmetscherin
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Mitreißender Geschichtsroman um die Agentin und Dolmetscherin Asta. Sie ermittelt gegen die Nazis und gerät immer mehr zwischen die Fronten.

Mit Asta ist dem preisgekrönten Titus Müller eine faszinierende ...

Mitreißender Geschichtsroman um die Agentin und Dolmetscherin Asta. Sie ermittelt gegen die Nazis und gerät immer mehr zwischen die Fronten.

Mit Asta ist dem preisgekrönten Titus Müller eine faszinierende Figur gelungen! In seinem Buch mit dem Titel „Die Dolmetscherin“, das im Heyne Verlag erschienen ist, arbeitet sie 1945 als Dolmetscherin im Kurhotel Palace in Mondorf-les-Bains. Dort hält die US-Armee Nazi-Größen gefangen und verhört sie. Göring gibt sich wie ein König und bringt insgesamt 16 Koffer mit. Er ist höhnisch, herablassend und arrogant, keineswegs demütig. Asta übersetzt bei den Verhören, reist dann mit nach Nürnberg zu den Prozessen und wird jeden Tag im Gerichtssaal die Aussagen ins Englische simultan übersetzen. Sie kämpft mit jeder Menge Widrigkeiten. Verständlich ist ihre Wut über das Herausreden und Verharmlosen der Schuldigen. Keine leichte Aufgabe, als Dolmetscherin neutral zu bleiben.

Spannend finde ich bei der Figur Asta, dass sie für verschiedene Geheimdienste arbeitet und dabei aber ihre eigene Rechnung offen hat. Sie ist Göring als Kind begegnet. Eine Verwandte, die für sie eine Art Mutterersatz war, wurde zu Tode gefoltert. Asta ist mutig und entschlossen, die Täter hinter Gitter zu bringen. Sie trifft im Kurhotel Leo. Er interessiert sich ebenso wie sie für bestimmte Informationen. Die Anziehung zwischen den beiden ist offensichtlich. Er hat zwar einen Sohn, aber seine Frau hat nicht auf ihn gewartet und sich in seiner Abwesenheit einem anderen zugewendet. Leo kümmert sich neben seinem Auftrag in Nürnberg um Robert, so weit das möglich ist. Ein tröstlicher Abschnitt, als Robert in die Schule kommt und er sich über den Besuch seines Vaters freut. Leo und sie bringen sich in Gefahr und die Spannung wächst.

Es kommen viele Figuren zu Wort bzw. ihre Perspektive wird eingenommen. Die Erzähl-Perspektiven sind genial ausgewählt und sehr eindrücklich. Ich finde es spannend, wie der Transport der Gefangenen beschrieben wird und auch das Geschehen im Gericht. Es gibt viele Details und ich konnte die Bilder der Szenen deutlich vor mir sehen. Alles ganz präzise recherchiert und mittendrin finden wir die fiktive Asta, die über sich hinauswächst für das hehre Ziel. Göring will, dass Asta eine Nachricht herausschmuggelt. Ist es eine verschlüsselte Botschaft? Asta hat etwas zu verlieren und auch die Beziehung zu Leo macht sie angreifbar. Sie wird von allen Richtungen unter Druck gesetzt.

Klar wird auch, dass der gefährliche Nazi Naujocks buchstäblich über Leichen geht. Der Prozess geht inzwischen ans Eingemachte. Das Buch nimmt Fahrt auf und das Erzähltempo erhöht sich. Titus Müller erzählt gekonnt die harten Fakten, verpackt in einer brillanten Geschichte um die Dolmetscherin und Agentin Asta, die einem so nahe ist, als wäre sie eine Nachbarin oder eine Freundin. Das berührt und bringt einen zum Nachdenken. Ab wann ist man ganz auf der falschen Seite? Ab wann gibt es kein Zurück mehr? Wird Asta in der Notlage wirklich zur Verbrecherin, wie die, die sie verabscheut und bekämpft? Können Leo und Asta die Entführung von Göring aus der Haft noch verhindern? Der letzte Teil ist ein großartiger Showdown. Alle Fäden werden geschickt zusammengeführt.

Fazit: Am Ende steht die Erkenntnis, dass Hass nicht mit Hass beantwortet werden darf. Mir gefällt, dass auch noch erklärt wird, welche historischen Fakten wie in die Geschichte eingebunden wurden. Insgesamt ein beeindruckendes und informatives Buch über die traumatische deutsche Geschichte, das sich faszinierender Weise ganz leicht lesen lässt.

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