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Veröffentlicht am 12.03.2026

Tödliches, historisches Hamburg!

Der Tote an der Alster
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Im Oktober 2025 hat die Autorin Anja Marschall den historischen Kriminalroman „Der Tote an der Alster“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre, ...

Im Oktober 2025 hat die Autorin Anja Marschall den historischen Kriminalroman „Der Tote an der Alster“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre, es wirkt, als sei es ein verblichenes Farbfoto.
Von Anja Marschall habe ich bereits die ein oder andere Geschichte gelesen und so habe ich mich gefreut, mit „Der Tote an der Alster“ ein neues Werk von ihr zu entdecken. Gleichzeitig interessiere ich mich als Bremerin immer darüber, was in Hamburg so geschehen ist. Zu meiner persönlichen Freude finde ich eine Karte aus Hamburg um 1907 im Buch, bevor ich zu lesen beginne. Die Autorin startet ihre Kapitel mit Textschnipseln aus verschiedenen Zeitungen, die so einmal veröffentlicht worden sind. Mein Lieblingsschnipsel befindet sich auf Seite 158 und ist im Jahr 1907 im Hamburger Fremdenblatt erschienen. Sie stehen nicht im Zusammenhang mit dem Fall.
Im Hamburger Nobelhotel Vier Jahreszeiten wird ein Mann ermordet. Die Polizei geht von einem Raubmord aus, doch Kommissar Hauke Sötje ist nicht überzeugt. Schließlich kennt er den Mann. Er hat ihm bereits früher einmal das Leben schwer gemacht und denkt, dieser Fall könnte auch etwas mit ihm zu tun haben. Die Ermittlungen beginnen und ehe Hauke Sötje sich versieht, steht er in ihrem Kreuzfeuer.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert, da bin ich tief in der Geschichte versunken. Den Schreibstil von Anja Marschall empfinde ich als leicht und locker. Gerne folge ich ihren Worten und kann mir alles gut vorstellen.
Hauke Sötje nimmt als Figur schnell Gestalt an. Dies ist mein erster Fall mit ihm und so muss ich ihn erst einmal kennenlernen. Nach und nach gestaltet sich ein Charakter, der mir durchaus sympathisch ist und ich hoffe, dass diesen Kriminalroman unbeschadet übersteht.
Der Kriminalfall selbst ist sauber aufgebaut und endet abrupt mit einem Cliffhanger, denn das Finale wird in zwei Bänden ausgetragen. Es ist schade, dass ich nicht weiterlesen kann, denn warten ist nicht meine große Stärke.
Alles in allem hat die Autorin Anja Marschall mit „Der Tote an der Alster“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust hat, im Hamburg um 1900 einem spannenden Kriminalfall zu folgen, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Historisch, Unterhaltsam, Lesenswert!

Der Schrein der Könige
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Im März 2026 hat die Autorin Sabine Weiß den historischen Roman „Der Schrein der Könige“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt den kunstvollen Schrein ...

Im März 2026 hat die Autorin Sabine Weiß den historischen Roman „Der Schrein der Könige“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt den kunstvollen Schrein der Könige in der Farbe Gold auf braunem Hintergrund. Dadurch wird der Schrein der Könige umso präsenter. Der Titel des Romans, der Name der Autorin und der Hinweis „Historischer Roman“ sind gut lesbar.
Zu Beginn des Buches finden wir ein hilfreiches Personenverzeichnis, in dem die historischen Persönlichkeiten von den fiktiven unterschieden werden können.
Es ist das Jahr 1162. Reinald von Dassel gelingt es, die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln zu bringen. Pilger überlaufen die Stadt, doch die Gebeine lagern in einer unscheinbaren Kiste. Der Verduner Goldschmied Nicolaus hat den Ruf, der Beste von allen zu sein. Er erhält den Auftrag einen Schrein zu schaffen, der alles überstrahlt. Nicolaus ist in einer schlechten Verfassung. Seine Frau und eines seiner Kinder starben. Seine 14 jährige Tochter schmeißt den Haushalt und egal was Nicolaus macht, sein Sohn Louis ist dagegen. Nicolaus geht mit seiner Familie nach Köln. Verständlicherweise sind die Kölner Goldschmiede nur wenig begeistert. Jeder einzelne von ihnen hat selbst auf den Auftrag gehofft. Da Nicolaus verschiedene Goldschmiede für die Arbeiten am Schrein beauftragen muss, steht er vor einer schwierigen Situation.
Von Sabine Weiß habe ich schon einige historische Romane und viel Krimis gelesen. Meine Erwartungshaltung war hoch. Schnell ist mir der Einstieg in die Geschichte gelungen. Den Schreibstil der Autorin habe ich als flüssig, atmosphärisch und bildhaft empfunden. Die Konzentration zu Beginn liegt auf der fiktiven Geschichte, die sich in erster Linie auf Nicolaus und seine Familie und dann auf die Arbeiten am Schrein konzentriert. Ungefähr in der Mitte ändert sich das und es kommt mehr Geschichte ins Spiel. Auf den letzten ca. 100 Seiten kommt es mir dann so vor, als würde mir die Geschichtsschnipsel nur so um die Ohren fliegen. Wir sind hier in einer ereignisreichen Zeit und es scheint, als müsste nun jedes Ereignis (z. B. die Kinderkreuzzüge) hier seinen Platz finden. Da fehlen mir zwischen 80 bis 100 Seiten.
Die Hauptfigur in diesem Roman ist Nicolaus, der mir am Anfang leid tut. Das Schicksal hat ihn mit dem Verlust von seiner Frau und seinem Kind gestraft. Die Arbeiten am Schrein geben ihm neuen Lebensmut und er tut alles, um seine Familie und die Arbeiten zu schützen. Das ist verständlich, dennoch wünsche ich mir ein paar Schattierungen mehr in den Charakteren. Während Nicolaus mir ein wenig zu gut ist, sind mir andere Charaktere z. B. sein Sohn Louis zu schlecht. Die einzige Person, die ich durch und durch als logisch empfinde ist Elisabeth.
Alles in allem hat Sabine Weiß mit „Der Schrein der Könige“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen Ausflug in das 12. Jahrhundert hat, wird auf den ca. 540 Seiten viele unterhaltsame Lesestunden verbringen können. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
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  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 08.03.2026

Amüsant, Spannend, Unterhaltsam!

Bächle, Gässle, Rache
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Im November 2025 hat die Autorin Ute Wehrle gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Bächle, Gässle, Rache“ herausgebracht. Das Cover mit dem schwimmenden Krokodil deutet an, dass es sich um ...

Im November 2025 hat die Autorin Ute Wehrle gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Bächle, Gässle, Rache“ herausgebracht. Das Cover mit dem schwimmenden Krokodil deutet an, dass es sich um einen humorvollen Regionalkrimi handelt und passt gut in die Freiburger Reihe. Für mich ist es der erste Band mit der Journalistin Katharina Müller und dem Hauptkommissar Jürgen Weber. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
In Freiburg ist ordentlich was los. Ein Panther läuft durch ein Maisfeld, ein Hund wird entführt und im Mooswald liegen zwei Leichen. Katharina Müller und Jürgen Weber raufen sich die Haare, egal was sie sich ansehen, sie kommen einfach nicht weiter mit ihren Ermittlungen. Und dann gibt es einen dritten Toten im Seepark…
Einfach herrlich zu lesen ist mein Gesamteindruck dieser Erzählung. Der Schreibstil der Autorin ist modern. Er liest sich leicht und flüssig. Beim Lesen bekomme ich automatisch gute Laune. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben haben mir die Ermittlungen mit Katharina Müller und Jürgen Weber richtig viel Spaß gemacht. Besonders herrlich fand ich das Alibi des Schamanen, der verdächtig war, den Jäger ermordet zu haben.
Richtig gut beschrieben hat Ute Wehrle mehrere Ecken in Freiburg. Dort habe ich mal ein Wochenende mit meinen Freundinnen verbracht. Das ist zwar schon eine Weile her, doch die Autorin erinnert mich gekonnt an meine Jugend. Wer mag das nicht?
Der Krimi ist zum Miträtseln geeignet. Allerdings habe ich beim Lesen ebenso im Dunkeln gefischt wie Katharina Müller und Jürgen Weber. Am Ende ist er sauber aufgelöst und meine Fragen sind beantwortet.
Alles in allem liefert Ute Wehrle mit „Bächle, Gässle, Rache“ einen humorvollen Regionalkrimi aus Freiburg ab, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf ein paar spannende Lesestunden hat und einen gewissen Sinn für Ironie, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Phantasievoll, Mystisch, Spannend!

Die Jagd nach den magischen Münzen
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Die Autorin Jessie Burton hat das Kinderbuch „Die Jagd nach den magischen Münzen“ im Januar 2026 gemeinsam mit dem Verlag CARLSEN herausgebracht. Das tolle und kindgerechte Cover zeigt den Inhalt der Geschichte ...

Die Autorin Jessie Burton hat das Kinderbuch „Die Jagd nach den magischen Münzen“ im Januar 2026 gemeinsam mit dem Verlag CARLSEN herausgebracht. Das tolle und kindgerechte Cover zeigt den Inhalt der Geschichte auf einen Blick. Der Name der Autorin ist gut lesbar. Das Buch liegt gut in der Hand.

Beim Spielen findet das Mädchen Bo eine glänzende Münze im Schlamm der Themse. Ihr ist, als würde der Fluss mit ihr sprechen. Gemeinsam mit Billy River, den sie ebenfalls am Fluss kennenlernt, bringt sie in Erfahrung, dass es noch eine zweite Münze gibt und eine Ballade. Doch auch der alte Muncaster ist an den Münzen interessiert und macht sich auf die Suche. Wird er schneller sein als Bo und Billy?

Vom ersten bis zum letzten Buchstaben hat dieses Buch mir viel Spaß beim Lesen bereitet. Bo ist ein sympathisches Mädchen, das sich gleich einen Platz in meinem Herzen erobert. Auch Billy ist ein sympathischer und netter Junge. Er lebt als Koch im Haus des alten Muncaster und schnell wird klar, dass er einer von ihnen ist.

Der Schreibstil von Jessie Burton liest sich leicht und locker. Ich empfinde ihn beim Lesen als kindgerecht, modern und atmosphärisch stark. Ich kann mir alles gut vorstellen. Diese Geschichte konzentriert sich nicht nur auf das Suchen der Münzen und der Ballade, sie behandelt viele Themen, die nicht so ganz einfach sind: Den Tod, die Trauer und den Krieg. Aus dieser Geschichte nehme ich mit, dass die Freundschaft mächtig ist und die Liebe bleibt.

Zu jeder Zeit liest diese Geschichte sich sehr spannend. Es dauert nur ein paar Sätze und mein Geist ist tief in die Geschichte versunken und so lese ich sie in nur drei Abschnitten. Es fällt mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen, denn immer möchte wissen, wie es denn nun weitergeht.

Alles in allem hat Jessie Burton mit „Die Jagd nach den magischen Münzen“ ein wunderbares Kinderbuch herausgebracht, das eine spannende und phantasievolle Geschichte mit mystischen Elementen erzählt. Wer dazu Lust, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannend, Wendungsreich, Lesenswert!

Die Toten vom Saalestrand
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Im Oktober hat der Autor Christoph Werner den Regionalkrimi „Die Toten vom Saalestrand“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut zur Geschichte und in das Genre.
In ...

Im Oktober hat der Autor Christoph Werner den Regionalkrimi „Die Toten vom Saalestrand“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut zur Geschichte und in das Genre.
In Halle an der Saale kommt es zu einem grausamen Doppelmord. Zwei Männer werden gefesselt und mit Wasser übergossen der eisigen Kälte ausgesetzt. Der Klempner Rob und die Ex-Hauptkommissarin Mona folgen der Frage, wer für diese Grausamkeit verantwortlich ist. Und sie fragen sich, was haben die beiden Männer verbrochen. Rob und Mona stoßen bei ihren Ermittlungen auf viele unschöne Dinge und begeben sich tief in die DDR-Geschichte.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben ist die Geschichte unglaublich spannend. Mit seinem leicht zu lesenden Schreibstil hat Christoph Werner mich mit nur wenigen Sätzen mit nach Halle an der Saale genommen. Geschickt führt er mich durch seinen Kriminalroman und lässt mich regelmäßig zweifeln. Immer wieder frage ich mich, was ist denn jetzt richtig? Was macht Rob? Wird er von Mona manipuliert? Oder ist alles ganz anders? Für mich sind das die Kernfragen rund um den stets spannenden Kriminalfall, der sich immer wieder dreht und wendet. Spannung kommt hier nicht zu kurz und diese Geschichte hat es in sich.
Alles in allem hat Christoph Werner mit „Die Toten vom Saalestrand“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf ein paar spannende Lesestunden, eine Geschichte mit vielen Wendungen und einen Ausflug in die deutsch-deutsche Geschichte hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente Lesesterne und eine kriminell gute Leseempfehlung.

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