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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2026

Unterhaltsam, Lesenswert, Köln 1969!

Swinging Cologne
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Im März 2026 hat der Autor Stefan Winges gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman Swinging Cologne herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte.
Wir sind im Jahr 1969. Die Kölnerin Chrissy ...

Im März 2026 hat der Autor Stefan Winges gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman Swinging Cologne herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte.
Wir sind im Jahr 1969. Die Kölnerin Chrissy van Larken ist jung, lässig und ein wenig gelangweilt. Sie wird gebeten, eine vermisste Frau zu suchen und macht sich auf den Weg. Sie sucht in bekannten Szenediscotheken und kommt Rockern und Dealern in die Quere. Als es den ersten Toten gibt bekommt sie Unterstützung. Und sie stellt fest, dass ihr diese Suche richtig viel Spaß macht.
Als ich dieses Buch gesehen habe, da konnte ich gar nicht anders als gleich zuzugreifen. Die Gestaltung der jungen Frau und des Titels vermitteln mir den Eindruck nach Party, Lust und Abenteuer. Regelmäßig bin ich auf der Suche nach neuem Lesestoff. Einen Krimi aus dem Jahre 1969 zu lesen, das reizt mich zusätzlich. Neugierig und voller Lust auf eine Geschichte aus Köln starte ich in die Geschichte.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben vermittelt mir Stefan Winges einen stark atmosphärischen Zeitgeist. Ich habe fast das Gefühl, das ich mich tatsächlich in dem Jahr bewege. Geschmunzelt habe ich über Chrissys Strickkleid ebenso, wie über das Telefon an der Schnur. Dabei musste ich an meine jetzt 19-jährige Nichte denken. Wir haben ihr letztens ein Telefon mit einer Wählscheibe gezeigt und sie hat auf die Zahlen gedrückt, als sie es ausprobieren wollte…
Zurück zum Krimi. Der Autor erzählt seinen Kriminalroman über ca. 333 Seiten. Es gelingt ihm, die Spannung durch die gesamte Geschichte aufrecht zu halten. Am Ende ist der Krimi sauber aufgelöst und meine Fragen sind beantwortet. Meiner Meinung nach findet die Auflösung des Falls eher im Hintergrund statt. Im Vordergrund steht die junge Frau, der Zeitgeist und ihre Lust auf Abenteuer.
Alles in allem hat Stefan Winges mit „Swinging Cologne“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen Ausflug nach Köln in das Jahr 1969 hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Schräg, Skurril und abgedreht!

Ziemlich beste Verbrecher
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Ende März hat der Autor Sunil Mann den Regionalkrimi „Ziemlich beste Verbrecher“ gemeinsam mit dem Verlag grafit herausgebracht. Der Titel bringt mich auf Anhieb zum Schmunzeln. Er erinnert mich an den ...

Ende März hat der Autor Sunil Mann den Regionalkrimi „Ziemlich beste Verbrecher“ gemeinsam mit dem Verlag grafit herausgebracht. Der Titel bringt mich auf Anhieb zum Schmunzeln. Er erinnert mich an den Film „Ziemlich beste Freunde“. Er hat mich herrlich lachen lassen. Auf dem Cover blicke ich auf eine herrschaftliche Villa in einer idyllischen Parkanlage. Unten rechts ein Pärchen in schwarz, das im Garten ein Loch gräbt. Es ist der erste Teil mit dem Seniorenpärchen Alois Mistelzweig und Berta Bartok. Hoffentlich ist es nicht der letzte.
Alois Mistelzweig wollte eigentlich Pianist werden und Berta Bartok ist Köchin. Beide mögen sich überhaupt nicht. Sie wohnen gemeinsam in einer Villa in Zürich. Ihre Arbeitgeberin ist gestorben und sie finanzieren sich über Diebstähle der kleineren Art. Bei einem dieser Diebstähle werden sie ertappt. Sie kommen um eine Anzeige herum, denn sie bieten an, eine verschwundene Person zu suchen. Aus dieser Suche entwickelt sich eine lustige und humorvolle Jagd nach Indizien, Aussagen, Hinweisen und weiteren Ermittlungsansätzen.
Keine Frage, dies ist ein Stil, den man lieben muss. Aus meiner Sicht ist es eine Screwballkomödie, die mich an Bonnie und Clyde erinnert. Oder an „Per Anhalter durch die Galaxis“, falls das noch jemand kennt.
Der Schreibstil von Sunil Mann liest sich leicht und locker. Mir haben die knapp 350 Seiten beim Lesen richtig Spaß gemacht und konnte mir alles gut vorstellen. Ich habe mich in diese Geschichte so vertieft, dass ich von der Hitzewelle kaum etwas mitbekommen habe. Die Frage, wie es denn nun weitergeht und was im Garten der Villa unter dem Birnbaum vergraben ist, beschäftigt mich mehr als 38 Grad im Schatten. Ich denke, ich habe da eine Idee und ich hoffe, ich muss nicht so lange warten, bis Sunil Mann uns eine Fortsetzung serviert.
Alles in allem hat der Autor mit „Ziemlich beste Verbrecher“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der schräg, skurril und abgedreht ist. Er ist jederzeit spannend, völlig überzogen und sehr humorvoll. Ich habe häufig herzlich gelacht. Wer da Lust zu hat, ist hier völlig richtig. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente Lesesterne.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Nicht so gruselig

Das Gutshaus im Nebel
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Ende Februar 2026 hat die Autorin Katja Angenent gemeinsam mit dem Verlag emons: den Mystery-Roman „Das Gutshaus im Nebel“ herausgebracht. Auch wenn das Cover den Zusatz Kriminalroman trägt halte ich Mystery ...

Ende Februar 2026 hat die Autorin Katja Angenent gemeinsam mit dem Verlag emons: den Mystery-Roman „Das Gutshaus im Nebel“ herausgebracht. Auch wenn das Cover den Zusatz Kriminalroman trägt halte ich Mystery für das passendere Genre. Dann passen der Titel und das Cover gut zur Geschichte.
Es ist das Jahr 1882. Die junge Charlotte Jäger staunt nicht schlecht. Sie bekommt eine Stellung angeboten, wo sie nicht nein sagen kann. Sie soll einen heranwachsenden Adelsjungen auf dem Gut Valarian betreuen. Als Lehrerin ist sie dafür qualifiziert und das Geld kommt ihr gelegen. Kaum dort angekommen fragt sie sich jedoch, ob das so die richtige Entscheidung gewesen ist, die sie getroffen hat.
Ich lese gerne und viel. Am liebsten Regionalromane. Gerne mache ich Ausflüge in das Mystery-Genre und das macht mir meistens großen Spaß.
Der Start in die Geschichte ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Katja Angenent liest sich leicht und locker. Ich kann ihren Worten gut folgen und mir alles gut vorstellen. Gemeinsam mit Charlotte bemühe ich mich auf Gut Valarian anzukommen. Der Adelssprössling macht es ihr alles andere als einfach, er brilliert in der Rolle des Stinkstiefels im Mini-Format. Der Herr des Hauses ist mir auch nicht sympathischer. Es gibt merkwürdige Verbote. Charlotte darf das Anwesen nicht verlassen, in der Dunkelheit nicht in den Garten, sie hört merkwürdige Geräusche und sieht sich selbst auf einem Foto. Dafür bekommt sie herrliche Kleidung bereitgestellt und eine Angestellte zur Hand, die ihr zeigen soll, wie sich eine Dame zu kleiden und zu frisieren hat. Als ihr suggeriert wird, sie sei geisteskrank, neigt Charlotte dazu, sogar das zu glauben.
Mir geht das ein wenig zu weit. Nun wissen wir alle, dass es eine logische Erklärung für all diese Vorkommnisse geben muss und geben wird. Und die gibt es auch. Nach und nach löst Angenent das Rätsel um diese Villa im Nebel. Dabei wird mir leider nicht gruselig und das ist schade. Es gibt viele andere Geschichtenerzähler, die das schaffen.
Alles in allem hat Katja Angenent mit „Ein Gutshaus im Nebel“ einen Mystery-Roman auf den Büchermarkt gebracht, der mich nicht überzeugt hat. Von mir bekommt die Autorin 3 verdiente Lesesterne, denn diese Geschichte hat mich trotz meiner Kritik gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Mörderisches Erzgebirge!

Finsteres Erzgebirge
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Ende Februar 2026 hat die Autorin für Spannungsliteratur Danielle Zinn gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Finsteres Erzgebirge“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover passt gut in das ...

Ende Februar 2026 hat die Autorin für Spannungsliteratur Danielle Zinn gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Finsteres Erzgebirge“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover passt gut in das Genre und in die Reihe. Es handelt sich um den 3. Teil der Reihe mit dem Hauptkommissar Alexander Berghaus und seiner Kollegin Anne Keller. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß.
Meiner Meinung nach hat Danielle Zinn mit ihrer Krimireihe aus dem Erzgebirge einer der besten Reihen auf den Büchermarkt gebracht. Sie ist eine unglaublich gute Erzählerin und kennt das Erzgebirge auch in seinen dunkelsten Tagen.
Alexander Berghaus und Anne Keller sind zwei Protagonisten, die es nicht leicht miteinander haben. Anne Keller ist in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und dennoch Polizistin geworden. Beide verbindet eine Liebe, die alles andere als einfach ist. Anne ist im 9. Monat schwanger und es ist unklar, ob Alexander der Vater ist, oder ob das Kind die Folge einer Vergewaltigung ist. Annes Kindheit steht oft zwischen ihnen und belastet den Alltag. Das hat Folgen auch für die Arbeit von Berghaus. In diesem Teil kommt er an einen Punkt, wo er sich entscheiden muss. Für Anne oder für den Kommissar in ihm. Mit seiner getroffenen Entscheidung muss er leben. Ob er will oder nicht. Ich bin gespannt, wie sie sich auf seine weitere Entwicklung auswirkt.
Der Krimi spielt in Crottendorf, einem Ort im Erzgebirge. Bei einem Hexenfeuer verschwindet ein Mädchen spurlos und das soll nicht das letzte sein. Alexander Berghaus wird von Seite zu Seite nervöser, denn seine Tochter ist in dem gleichen Alter, wie das oder die verschwundenen Mädchen. Gemeinsam mit Anne Keller kämpft er einen Wettlauf gegen die Zeit.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben ist diese Erzählung unglaublich spannend. Über knapp 350 Seiten habe ich das Gefühl, ich sei mitten im Geschehen und es liegt mit an meiner Konzentration, ob Alexander und Anne die Mädchen rechtzeitig finden.
Mein Fazit: Mit „Finsteres Erzgebirge“ ist Danielle Zinn ein Regionalkrimi gelungen, der mit zu den besten gehört, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Hier passt alles. Hier stimmt alles. Wer also Lust auf ein paar spannende und unterhaltsame Lesestunden im Erzgebirge hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 auf Hochglanz polierte Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Humorvoll, Spannend, Unterhaltsam!

Salute - Das letzte Foto
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Im Juni 2026 hat der Autor Friedrich Kalpenstein gemeinsam mit dem Verlag Edition M den Kriminalroman „Salute, Das letzte Foto“ auf den Büchermarkt gebracht. Es ist der vierte Teil mit dem Ex-Polizisten ...

Im Juni 2026 hat der Autor Friedrich Kalpenstein gemeinsam mit dem Verlag Edition M den Kriminalroman „Salute, Das letzte Foto“ auf den Büchermarkt gebracht. Es ist der vierte Teil mit dem Ex-Polizisten und Cafébetreiber Paul Zeitler und dem Commissario Lanza. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Das Cover passt gut in die Reihe und zur Geschichte.
Der Fotograf Domenico Spina ist tot. Er wird auf einem Felsvorsprung gefunden. Gesprungen, gestoßen oder abgestürzt? Das sind die Fragen die Lanza beschäftigen, als er sich vor Ort ein Bild macht. Er ist sich schnell sicher, dass der Fotograf nicht abgestürzt ist. Paul Zeitler kann es nicht lassen und unterstützt Lanza wo er kann. Ob er will oder nicht.
Von Friedrich Kalpenstein habe ich schon einiges aus der Prost-Reihe gelesen. Die Salute-Reihe kenne ich von ihrer Geburtsstunde an. Sie ist einfach klasse. Dieser Teil unterscheidet sich ein wenig von den ersten drei Teilen. Sie spielt im größeren Teil außerhalb des Cafés Monaco, das Paul Zeitler betreibt. Dafür komme ich den Genuss, dass der Autor Bardolino und Umgebung so gelungen beschreibt, dass ich mich im Urlaub fühle und die wunderschöne Landschaft direkt vor mir sehen kann. Sehr geschmunzelt habe ich über die Szenen mit den Radfahrern. Der Autor legt ihnen Gedanken und Kommentare in die Szenen, die mir durchaus bekannt vorkommen. Später freue ich mich über die fotografischen Kenntnisse von Spinas Nichte und Paul Zeitlers Hobby. Das Fotografieren von Menschen, die nicht wissen, dass sie fotografiert werden.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben ist es dieser humorvolle Regionalkrimi wert, gelesen zu werden. Über ca. 331 Seiten versorgt der Autor Friedrich Kalpenstein den Leser mit einem feinen Wortwitz, einem spannenden Rätsel, das sauber aufgelöst wird und einem atmosphärisch starkem Lokalkolorit. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band, wenn es wieder heißt „Salute“. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente und auf hochglanzpolierte 5 Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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