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Veröffentlicht am 20.11.2021

Dostojewskij rockt tatsächlich!

Rock Me, Dostojewski!
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So seitenreich die Romane Dostojewskijs sind, so umfangreich kommt auch diese Darstellung des Menschen und seiner Lebensstationen vom Autorenduo Markus Spieker und David Bühne daher.

Aber keine Angst! ...

So seitenreich die Romane Dostojewskijs sind, so umfangreich kommt auch diese Darstellung des Menschen und seiner Lebensstationen vom Autorenduo Markus Spieker und David Bühne daher.

Aber keine Angst! Die 20 Kapitel sind so spannend in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben, dass es geradezu eine wahre Freude ist, diesen einzigartigen Menschen der Weltliteratur näher kennenzulernen.

Wir erfahren so viel über seine ärmliche Kindheit, seinen dominanten Vater, seinen langen Lageraufenthalt als Sträfling, seine literarischen Erfolge, aber auch Niederlagen, seine Liebschaften, seine Krankheit, seine Reisen, die eigenen dramatischen familiären Verluste bis hin zum eigenen Tod.

Durch die zahlreichen Zitate aus seinen Romanen aber auch seiner Zeitzeugen bleiben die Leser immer ganz nah an Dostojewskij und seinem Leben dran und können es kaum abwarten, noch mehr über ihn zu erfahren. Wer glaubt, ihn bereits durch und durch zu kennen, wird durch dieses Buch eines bessern belehrt.

Fazit: Durch dieses Buch habe ich nicht nur Dostojewskij, seine Familie, Lebensstationen und die zeitlichen Umstände seines Lebens besser kennengelernt, sondern konnte seine Romane nun wesentlich besser verstehen und auch einen Blick hinter die Kulissen seiner Werke werfen.

Eine unbedingte Leseempfehlung an alle, die mehr über diesen faszinierenden Menschen erfahren möchten und an alle, die über diese wunderbare Einstiegsdroge den Einstieg zu Dostojewskij finden möchten!

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Hervorragende Reflexion über die Faszination der Bergwelt

Gipfelrausch
1

Philipp Laage nimmt uns über 287 Seiten mit in seine Bergwelt, die er während seiner gerade mal 34 Lenze erwandert und erklettert hat. Dabei sind seine Gipfelwanderungen nicht als weit im voraus geplante ...

Philipp Laage nimmt uns über 287 Seiten mit in seine Bergwelt, die er während seiner gerade mal 34 Lenze erwandert und erklettert hat. Dabei sind seine Gipfelwanderungen nicht als weit im voraus geplante Expeditionen eines Reinhold Messner zu verstehen, sondern Projekte, die er während seiner Urlaubszeit durchführt.

Er beginnt seine Wanderung in den heimischen Bergen, zieht dann durch Europa, schließlich über ferne Kontinente, um dann wieder in die Heimat zurück zu kehren.

Für alle begeisterten Bergwanderer ist es dabei sehr beruhigend, dass auch ein so ambitionierter und gut trainierter Mann wie Philipp Laage in gewissen Höhen seine Probleme bekommt und auch an Gipfeln scheitert. Sei es der eigenen Kondition oder Tagesverfassung oder aber auch den aktuellen Wetterbedingungen geschuldet.

Was machen nun die 10 einzelnen Erzählungen über die Bergtouren so interesant und spannend? Zum einen natürlich die stets sehr unterschiedlichen Topographien, Regionen und klimatischen Verhältnisse der örtlichen Gegebenheiten und zum anderen seine subjektiven Eindrücke über die Landschaften, Städte und Menschen, auf die er trifft.

Mein Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch für alle begeisterten Bergliebhaber - egal auf welchen Höhen und / oder Kontinenten - und auch für alle, die es werden wollen! Abgerundet wird der Lesespaß durch ein aufschlussreiches Glossar am Ende des Buches und durch herrliche Gipfelfotos zu Beginn jedes einzelnen Kapitels.

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Veröffentlicht am 13.11.2021

Literarische Reise mit einer sehr bemerkenswerten Frau und Schriftstellerin

Selma Lagerlöf - sie lebte die Freiheit und erfand Nils Holgersson
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"Selma Lagerlöf", der Titel ist hier natürlich Programm, ist ein 366 Seiten starker biographischer Roman über eine der bemerkenswertesten Frau Schwedens von Charlotte von Feyerabend.

Der Roman ist in ...

"Selma Lagerlöf", der Titel ist hier natürlich Programm, ist ein 366 Seiten starker biographischer Roman über eine der bemerkenswertesten Frau Schwedens von Charlotte von Feyerabend.

Der Roman ist in drei Teile gegliedert, zu deren Beginn das Konterfei einer Gans abgebildet ist; frei nach Lagerlöfs wohl bekanntesten Buch "Nils Holgersson".

Charlotte von Feyerabend lädt die Leser zu einer Reise mit Selma Lagerlöf durch Schweden und anderen Zielen ein. Auf dieser Reise, beginnend im Juni 1888, lernen wir Selma sehr nah, privat und sehr menschlich kennen. Will heißen, die Autorin zeigt uns nicht nur die großartige Schriftstellerin, die für "Nils Holgersson" den Literatur-Nobelpreis bekam, sondern auch eine Frau mit all ihren Ecken und Kanten, die ihren eigenen Kopf sowohl im Berufs- als auch im Privatleben hatte. Das führt dazu, dass die Leser sich immer wieder mal dabei ertappen, zwischen grenzenloser Sympathie mit Selma und auch Zweifel und Unverständnis zu schwanken.

Absolut zu erwähnen und hervorzuheben sind natürlich auch die wundervoll in Worten gezeichneten Landschaftsbilder Schwedens, die die Leser so deutlich vor Augen geführt bekommen als wären sie selber vor Ort.

Mein Fazit:

Der Roman hat mir eine wunderbare starke Frau so viel näher gebracht, von der ich bis daher eigentlich nur die Erzählung über Nils Holgersson kannte. Ich habe die gemeinsame Reise mit Selma und ihren beiden geliebten Frauen sehr genossen und bin froh, so viel Interessantes und Erstaunliches über diese Frau erfahren zu haben. Sehr schön abgerundet wird das Leseerlebnis noch durch zwei Rezepte und einer Playlist am Ende des Romans und einer Karte Schwedens im Buchdeckel, die das Reisen mit Selma erleichtert.

Eine Leseempfehlung nicht nur, aber auch für Schwedenliebhaber und alle, die über Selma Lagerlöf in Romanform mehr erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 09.10.2021

Atemberaubende Jagd nach wertvollen Heilmitteln

Probe 12
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Einem georgischen Wissenschaftler ist es gelungen, Bakterienstämme, Phagen genannt, zu entwickeln, die in der Lage sind, antibiotikaresistente Keime zu zerstören. Eine bahnbrechende medizinische Entdeckung, ...

Einem georgischen Wissenschaftler ist es gelungen, Bakterienstämme, Phagen genannt, zu entwickeln, die in der Lage sind, antibiotikaresistente Keime zu zerstören. Eine bahnbrechende medizinische Entdeckung, die natürlich sowohl in der Medizin, in der Politik als auch bei Privatpersonen heiß begehrt ist.
So kommt es, dass sich eine atemberaubende Jagd nach diesen Heilmitteln und den Aufzeichnungen des Wissenschaftlers, Georgy Anasias, entwickelt, bei der auch Menschenopfer billigend in Kauf genommen werden.

Zum ersten Mal habe ich einen Thriller eines Autorenduos, hier: Kathrin Lange und Susanne Thiele, gelesen und bin mehr als positiv überrascht, wie hervorragend die beiden sich ergänzt und gegenseitig bei der Entwicklung des Thrillers gefördert haben.
"Probe 12" ist ein Medizinthriller, der alles beinhaltet:
Von Beginn an wird durch den Mord an Georgy Anasias und der Parallelstory um den verzweifelten Kampf eines Jungen Mädchens gegen einen multiresisteten Keim ein enormer Spannungsbogen aufgebaut, den die Autorinnen bis zum Ende des Thrillers durch gekonnt eingebaute Cliffhanger und Perspektivenwechsel immer weiter aufbauen.
Aufgrund des Krankheitsverlaufes von Sylvie, dem jungen Mädchen, der Teilnahme ihres Vaters, Tom Morell, an der Jagd nach dem Bakterienstamm und dem Zwiespalt Toms zwischen seiner Noch-Ehefrau, Isabelle, und der jungen Doktorin Nina Falkenberg, kommen auch die Emotionen nicht zu kurz und hinterlassen die Leserschaft sowohl wütend, traurig als auch fassungslos zurück.
Erfreulicherweise haben die Autorinnen aber sogar die nötige Prise Humor nicht vergessen, die diese zuvor genannten Emotionen dann wieder gekonnt auffängt.

Mein Fazit:
"Probe 12" ist ein sehr gelungenes Gesamtpaket.
Die Figuren des Thrillers werden authentisch und jede für sich detailiert dargestellt, so daß zu allen ein Bezug gebildet werden kann.
Die Geschichte ist auch aufgrund der momentanen Pandemie um das Coronavirus aktuell und sehr realistisch.
Die natürlich auftretenden medizinischen Fachbegriffe und chemischen Bezüge sind im absolut vertretbaren und für die Geschichte immer noch verständlichen Rahmen eingesetzt und zudem sehr lehrreich.
Das Tempo und die Spannung sind atemberaubend und lassen die Leser bis zum Ende nicht mehr los.

Für mich eine unbedingte Leseempfehlung.
Ein Thriller, der für mich seine 5 Sterne ausnahmslos verdient hat und mich auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

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Veröffentlicht am 05.10.2021

Geister-Gruselkabinett für junge Leser

Die Geister der Pandora Pickwick
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Christina Wolff beschreibt in "Die Geister der Pandora Pickwick" die spannende Zeit von Fanny Jones in dem Antiquitätenladen ihrer Tante Harriet. Während ihres Aufenthaltes stößt Fanny dabei auf seltsame ...

Christina Wolff beschreibt in "Die Geister der Pandora Pickwick" die spannende Zeit von Fanny Jones in dem Antiquitätenladen ihrer Tante Harriet. Während ihres Aufenthaltes stößt Fanny dabei auf seltsame Gesellschaft und auch auf einige Geheimnisse, die ihre Mutter als auch ihre Tante ihr bislang verschwiegen haben.
Das Cover und auch die Illustrationen, die zwischen den einzelnen Kapiteln immer mal wieder auftauchen sind dem Inhalt des Buches entsprechend ein wenig schaurig aber dem Klientel genügend nicht unheimlich gestaltet. Der Blick auf dem Cover in den Laden von Harriet macht gleich neugierig und läßt die Leser sogleich in die Hauptperson, Fanny, hineinschlüpfen.

Die einzelnen Charaktere sind sehr liebevoll und detailiert dargestellt und der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und bildhaft. Die einzelnen Kapitel haben für die junge Leserschaft eine angenehme überschaubare Seitenzahl, so daß der Spaß am Lesen unbedingt erhalten bleibt.

Mit Fanny Jones hat die Autorin eine Protagonistin entwickelt, die sogleich von allen Lesern ins Herz geschlossen wird und mit der man gerne durch den Laden der Tante bei Tag und Nacht herumwandert und es genießt, wie sich Fanny von Seite zu Seite immer mehr entwickelt und den Antworten auf ihre zahlreichen Fragen immer näher kommt.

Bei der ein oder anderen Geisterbeschreibung habe ich mich jedoch gefragt, ob dies für Kinder ab 10 Jahren nicht doch schon zu gruselig ist.
Dennoch bereitet diese Lektüre in jedem Fall großen Lesespaß und eignet sich mit Sicherheit auch für eine Fortsetzung mit der abenteuerlustigen, neugierigen und sympathischen jungen Heldin, Fanny Jones.

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