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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

Dieses Buch macht sprachlos

Trophäe
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Eine Lektüre wie ein Fiebertraum. Dieser Roman ist schonungslos, hart, brutal, berührend, menschlich und unmenschlich zugleich. Durch die Augen von Hunter White begibt sich der Leser auf eine Reise durch ...

Eine Lektüre wie ein Fiebertraum. Dieser Roman ist schonungslos, hart, brutal, berührend, menschlich und unmenschlich zugleich. Durch die Augen von Hunter White begibt sich der Leser auf eine Reise durch die Wildnis Afrikas. Zunächst auf der Jagd nach einem Nashorn, dem letzten der Big Five, die der Jäger noch voll machen möchte. Wenn der Gedanke, die größten und mächtigsten Tiere Afrikas zu jagen schon abstoßend ist, lässt einen das, was das Buch noch bereithält, erschaudern Die Landschaft, die Gerüche und Geräusche des afrikanischen Busch sind auf jeder Seite spürbar. Die Hitze, das Schwirren der Fliegen und Mücken, die Gefahr, das Adrenalin. Hunter White ist der Inbegriff des weißen, erfolgreichen, selbstbewussten Amerikaners, für den alles käuflich ist und der sich in der Rolle des mächtigen Jägers unglaublich gut gefällt. Als die Jagd nach dem Nashorn in einem Misserfolg endet, bietet ihm sein Freund und Geschäftspartner eine weitere, noch exotischer, in seinen Augen unvergleichliche, Beute. Zunächst zögert Hunter doch sein Jagdtrieb gewinnt gegen die Moral. Die Erklärungsversuche, die Legitimation warum ein Mensch einen anderen Menschen jagt, werden in seinen Augen so logisch und schlüssig aus der Kolonialgeschichte hergeleitet, dass Hunter scheinbar guten Gewissens die Jagd beginnt. Auf einer atemlose Verfolgungsjagd durch die erbarmungslose Landschaft Afrika erfährt man viel über die Natur, die beeindruckende Tierwelt, aber auch über die Abgründe des Menschen. Dabei ist der Blick der Autorin, schonungslos, rau und doch voller Zuneigung und Liebe zur Natur, den Traditionen und Legenden des afrikanischen Volkes und ihren Ritualen. Beim Lesen schwanke ich zwischen Hoffen und Bangen, Angst, Ekel und Bewunderung für die Stärke der Gejagten. Am Ende bleiben Sprachlosigkeit und Bestürzung. Dieses kleine Buch ist von so einer Kraft und unvorhergesehenen Wucht, das es mir beim Lesen den Atem nimmt. Das Cover lässt mich ebenso innehalten. Die mächtige Gestalt des Nashorn, die filigranen Ohren, die majestätische Ausstrahlung. Ein ganz besonderes Buch, das mich sicherlich noch lange beschäftigen wird und man nicht so einfach vergisst.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Irrsinniger Plot, aber überraschend komisch

Hope Joanna
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Ich weiß nicht so recht, was ich erwartet habe, aber dieses Buch entzieht sich jeglicher Schublade. Krimi - ja und zwar mit sehr facettenreichen Figuren. Aber auch eine abgefahrene Verfolgungsjagd durch ...

Ich weiß nicht so recht, was ich erwartet habe, aber dieses Buch entzieht sich jeglicher Schublade. Krimi - ja und zwar mit sehr facettenreichen Figuren. Aber auch eine abgefahrene Verfolgungsjagd durch Berlin im Fantasy-Wahnsinn. Die Kulisse der größten Fantasy-Messe verstärkt die skurrile Stimmung zusätzlich. Zwischen Zwergen, Elfen und Superhelden kämpft die Kommissarin Joanna gegen Bösewichte. Dabei ist der Fall, den es zu lösen gilt, ebenso unglaublich. Ein geheimer Trank, der Superkräfte verleihen soll, steht im Mittelpunkt. Die rechtsradikale Szene will dieses sagenumwobene Elixier unbedingt haben. Komme was wolle. Das liebenswerte und vielseitige Ermittler-Team schlittert von einer waghalsigen Aktion in die nächste. Der Schreibstil ist wirklich komisch. Ich habe bisher kein Buch des Autors gelesen, habe damit also gar nicht gerechnet. Das Cover gefällt mir auch sehr gut. Irgendwo zwischen Superheldin und Pionier. Ein kurzweiliger Krimi, der wirklich mal etwas anderes ist und überraschend komisch.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Eine Liebesgeschichte wie ein Sog

Fast ein Leben
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Ich bin sprachlos. Berührt. Aufgewühlt. Diese Liebesgeschichte zwischen Laure und Erica ist eine der schönsten, die ich bisher gelesen habe. Atemlos lese ich von ihrem ersten Kennenlernen vor der Sacre ...

Ich bin sprachlos. Berührt. Aufgewühlt. Diese Liebesgeschichte zwischen Laure und Erica ist eine der schönsten, die ich bisher gelesen habe. Atemlos lese ich von ihrem ersten Kennenlernen vor der Sacre Coeur, diese schwerelosen Wochen der Verliebtheit im heißen Pariser Sommer Ende der 70er. Erotisch, wie ein Rausch. Man sieht das nahende Ende kommen, will es aber nicht wahrhaben. Doch es kommt wie es kommen muss, Trennung, Schmerz, Leid. Laure scheint unter der Trennung mehr zu leiden als die unbeschwerte junge Erica, die sich schnell in neue Abenteuer stürzt. Laure bleibt zurück in einem Paris, das einem als Leser plötzlich auch nur noch melancholisch, grau und trist erscheint. Die beiden Frauenfiguren könnten unterschiedlicher kaum sein. Laure ist extrem, alles an ihr widersetzt sich bestehenden Konventionen. Sie ist streitbar, ruppig und sexy. Erica ist ausgeglichener, impulsiver, manchmal beinahe naiv. Liebt eine von beiden mehr? Ich vermag es nicht zu sagen. Erica scheint sich immer nach einem Leben zu sehnen, das nicht das ihre ist. Ich verfolge das Leben der beiden Frauen, das Erwachsenwerden, die Jahre ohne einander. Beide Figuren durchlaufen im Laufe der Jahre eine Wandlung. Erica, anfangs von einer kindlichen Neugier geprägt, stumpft im Laufe der Geschichte immer mehr ab. Laure wird mit den Jahren weicher, nachgiebiger. Auch die anderen Figuren, insbesondere die Pariser Clique, aber auch Anthony, Ericas Mann, sind facettenreich und reißen mich beim Lesen mit. Insbesondere das Schicksal des schönen Michel, dem besten Freund, einer Säule in Laures chaotischem Leben, berührt mich sehr. Seine schwere Krankheit kündigt sich lange an, will man beim Lesen aber gar nicht wahrhaben. Es ist so bewegend beschrieben, wie sich die Freundinnen in den letzten Wochen um ihn kümmern. Auch Anthony ist eine sehr besondere Figur, er wirkt wie ein Geist aus einer fast vergessenen anderen britischen Welt. Manchmal wirkt es auf mich so, als würde Erica sich kopfüber in diese Beziehung stürzen, um zu fliehen. Doch vor was? Vor der Liebe, der eigenen Courage oder einem Leben, das einfach nicht sein soll. Immer wieder weht ein Hauch dessen durch die Zeilen, was hätte sein können. Ein gemeinsames Leben, eine lebenslange Liebe. Neben der Beziehung der beiden Frauen zeichnet der Roman aber auch ein gutes Bild der Gegebenheiten in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren. Fehlende Rechte für gleichgeschlechtliche Beziehungen, Intoleranz, Vorurteile und Hass. Die Liebesgeschichte zwischen Laure und Erica wirkt sehr zeitgemäß, und obwohl man ihnen beim Lesen viele Jahre folgt, bleibt die Geschichte frisch und wird zu keiner Zeit langweilig. Das Ende ist sehr bewegend, bestürzend und macht mich traurig. Dennoch birgt die starke, lebensbejahend Laure eine große Zuversicht. Für mich ist sie eine der facettenreichsten Frauenfiguren, von denen ich in der letzten Zeit gelesen habe. Dieser wirklich elegante, sehr sinnlich geschriebene Roman der Autorin wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben und bekommt definitiv einen Platz auf der Liste meiner Lieblingsbücher. Ein unwiderstehliches Buch, das noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Wiener Schmankerl

Ein Bauch lustwandelt durch Wien
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Wien - Stadt der Kaffeehäuser, des Schnitzels und der Heurigen. Alles das erfährt man auch in Vincent Klinks Reiseführer durch Wien. Wieder geht es durch Restaurants, Bars, den Naschmarkt und allerlei ...

Wien - Stadt der Kaffeehäuser, des Schnitzels und der Heurigen. Alles das erfährt man auch in Vincent Klinks Reiseführer durch Wien. Wieder geht es durch Restaurants, Bars, den Naschmarkt und allerlei genussvolle Adressen. Ja, es ist kein Reiseführer im klassischen Sinn, eher ein Buch, dass den Geschmack und die kulinarische Seele der Stadt einfängt. Tradition, Kunst und Geschichte kommen hier ebenfalls nicht zu kurz. Ein Buch, das zum Schlendern, Schlemmen und Lustwandeln einlädt.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Genuss in meiner Lieblingsstadt

Ein Bauch spaziert durch Venedig
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Nachdem ich den Paris-Genuss-Reiseführer des Kochs gelesen habe, war die Venedig-Ausgabe für mich ein Muss. Meine Lieblingsstadt kulinarisch zu erleben, ist immer ein Highlight und so spaziere ich gedanklich, ...

Nachdem ich den Paris-Genuss-Reiseführer des Kochs gelesen habe, war die Venedig-Ausgabe für mich ein Muss. Meine Lieblingsstadt kulinarisch zu erleben, ist immer ein Highlight und so spaziere ich gedanklich, mit Klink an meiner Seite, durch die Lagunenstadt. Ja, es geht vor allem um hochpreisige Institutionen wie das Gritti Palace oder auch Harry‘s Bar, aber es kommen auch kleinere Trattorien vor und der Leser bekommt einen guten Eindruck der venezianischen Küche. Die ersten, knapp 80 Seiten legen einen Blick auf die Region auf dem Weg nach Venedig. Südtirol und das Veneto. Das ist ebenfalls recht anregend, Höhepunkt ist aber klar Venedig, die schönste aller Städte. Teilweise liegt der Schwerpunkt stark auf Geschichte und Kunst, das hätte für meinen Geschmack etwas weniger üppig ausfallen können, dennoch eine tolle Genussreise.

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