Ich mag die Reihe um die etwas ruppige Ermittlerin Ffion und den charismatischen Leo sehr gern. Im dritten Teil der Serie dreht sich alles um den Mord an einer Immobilienmaklerin und eine Einbruchserie ...
Ich mag die Reihe um die etwas ruppige Ermittlerin Ffion und den charismatischen Leo sehr gern. Im dritten Teil der Serie dreht sich alles um den Mord an einer Immobilienmaklerin und eine Einbruchserie in einem Nobelviertel. Nach und nach zeigt sich, dass beide Fälle zusammenhängen. Spannender als die eigentliche Ermittlung finde ich dieses Mal die private Geschichte um Ffion, Leo und seine Exfrau Allie. Der Fall nimmt nicht so richtig Fahrt auf. Da fand ich die beiden Vorgänger spannender. Erst zum Ende hin wird es richtig rasant. Dennoch habe ich mich mit den sympathischen Figuren und in der tollen Natur an der Grenze zwischen England und Wales wieder sehr wohl gefühlt.
Ein sehr berührender Roman über eine verloren gegangene Familie, eine verlassene Heimat und eine tragische Vergangenheit. Als Ninas Mutter stirbt, kommt die Familie wieder zusammen. Katja, die kleine Tochter, ...
Ein sehr berührender Roman über eine verloren gegangene Familie, eine verlassene Heimat und eine tragische Vergangenheit. Als Ninas Mutter stirbt, kommt die Familie wieder zusammen. Katja, die kleine Tochter, der Liebling, die aber kurz vor der Wende aus der DDR geflohen ist. Der Vater, der die Traurigkeit und Stille in der Familie nicht mehr aushält und diese verlässt. Und Nina, der letztlich die Aufgabe zufällt für die Mutter da zu sein und die darüber ihre eigenen Ansprüche und Wünsche zurückstellt. Das Verhältnis zwischen den Schwestern ist eng, aber aufgrund der schwierigen Gefühle und Vorwürfe sehr angespannt. Dennoch spürt man sehr viel Liebe und Zugewandheit zwischen den Schwestern. Nach und nach offenbart sich in Rückblenden in den letzten glücklichen Familienurlaub, der tragisch endet, was im Sommer 1987 die Familie auseinander brechen lässt. Die Autorin nimmt uns aber noch weiter zurück. In kurzen Kapiteln erfährt man mehr über die Kindheit von Irma, der Mutter. Das einst behütete Leben in Böhmen endete jäh. Die deutsche Bevölkerung wurde aus der Region vertrieben, in Lager geschickt. Der geliebte Vater ist verschwunden, die Mutter zerbricht. Kaum vorstellbar, was die kleine Irma aushalten musste. Die Geschichte des kleinen Lutz berührt mich sehr. Irma wird hart, versteinert. Diese Wandlung vom lebensfrohen Kind zur zerstörten Frau ist erschütternd. Der Autorin gelingt es, diese Entwicklung und das ambivalente Verhältnis zu ihren eigenen Töchtern sehr eindringlich und greifbar darzustellen. Schreibstil und Sprache sind klar und ohne Firlefanz. Das unterstreicht die Eindringlichkeit zusätzlich. Ich hatte mich auf das Buch gefreut und eine mehrere Generationen umspannende Familiengeschichte erwartet. Dieses Buch birgt aber viel mehr. Für mich eines der Highlights in dem bisherigen Lesejahr.
Wie schon der erste Thriller des Autors hat mich auch dieser total gepackt. Spannung pur, Adrenalin und verworrene Enden eines schrecklichen Verbrechens. Schon der Prolog, der ähnlich wie beim Vorgänger ...
Wie schon der erste Thriller des Autors hat mich auch dieser total gepackt. Spannung pur, Adrenalin und verworrene Enden eines schrecklichen Verbrechens. Schon der Prolog, der ähnlich wie beim Vorgänger in die 90er Jahre führt, lässt mich Gänsehaut bekommen. Kinder, die in einem Schilf verstecken spielen und auf eine Leiche stoßen. 30 Jahre später geschehen wieder schreckliche Taten nach dem gleichen Muster. Hängen die Fälle zusammen? Werden Hess und Naia den Täter rechtzeitig finden? Ja, dieser Thriller ähnelt von der Konstruktion dem Vorgänger. Der Spannungsbogen, die Art der Ermittlung, der Blick in die Vergangenheit. Dennoch wird es zu keiner Zeit langweilig. Atemlos verfolge ich die Ermittlungen. Auch die private Beziehung der Hauptfiguren nimmt etwas mehr Raum ein, als im ersten Teil. Man kommt beiden näher. Ich bin wieder begeistert und freue mich auf eine Fortsetzung.
Dieses Buch ist das zweite, das ich von der Autorin lese. Nach der Lektüre bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Nachdem mir die erste Hälfte mit der flirrenden Atmosphäre heißer Sommertage wirklich ...
Dieses Buch ist das zweite, das ich von der Autorin lese. Nach der Lektüre bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Nachdem mir die erste Hälfte mit der flirrenden Atmosphäre heißer Sommertage wirklich ausgesprochen gut gefallen hat, lässt mich die zweite Hälfte leider etwas ratlos zurück. Der Schreibstil und insbesondere die Beschreibung der Schauplätze, der Gefühle, Gedanken und Beziehung der Figuren gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich selbst als stiller Beobachter in dieser Urlaubskulisse. Flo und Matty sind das perfekte Paar. Frisch verliebt und glücklich verbringen sie ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer griechischen Insel. Da begegnet ihnen die junge Sofia. Auch ihre Figur gefällt mir gut. Sie ist vielschichtig, etwas geheimnisvoll und leider auch sehr einsam. Insbesondere Flo und Sofia kommen sich näher. Was zunächst wie eine erotische Anziehung wirkt, entpuppt sich zu einem tiefen Verständnis für die Gefühle und die Einsamkeit der jeweils anderen. Soweit so gut. Auch das Einbinden griechischer Mythologie und der Tarotkarten finde ich sehr originell. Dennoch kann ich die verschiedenen Überschriften, die Tarotkarten gewidmet sind, nicht so richtig dem Inhalt des jeweiligen Kapitel zu ordnen. Es wird auch kein Bezug zu den konkreten Karten wie dem Narren, dem Hohepriester und dem Tod genommen. Das verwirrt mich und wirkt etwas konstruiert. Eine Wendung, die mich gar nicht anspricht und die für mich auch nicht wirklich in die Handlung passt, ist der Genuss von Pilzen kurz vor Abreise von Flo und Matty. Ich frage mich, warum die Autorin dies so explizit in den Vordergrund stellt. Für mich hätte es das für den weiteren Verlauf der Handlung gar nicht gebraucht. Flo hätte ihr Geheimnis meiner Meinung nach auch ohne Drogen offenbaren können. Vielleicht fehlt mir da ja auch der persönliche Zugang. Jedenfalls kann ich mich in diesen Teil der Geschichte nicht hineindenken. Was mich wiederum sehr berührt, ist der Blick in die Vergangenheit. Insbesondere die Beziehung zwischen Flo und ihre Schwestern Nadine. Die große Entfremdung finde ich erschreckend und sehr traurig. Das tiefe Band zwischen den Schwestern ist sehr gut eingefangen, der Riss daher umso erschütternder. Warum Flo so viel vor ihrem Freund verbirgt, erklärt sich in ihrer zerrütteten Familiengeschichte. Ob die Liebe der beiden Bestand hat, wird sich zeigen. Ebenso wie es mit Sofia weitergeht. Mich lässt der Roman mit verschiedenen Gefühlen zurück, dennoch möchte ich die Lektüre nicht missen.
Mein erster Thriller von Horst Eckert und gleich ein Volltreffer. Spionage- und auch Politthriller fand ich bisher oft etwas verworren und für mich am Ende oft etwas unbefriedigend, weil die großen Probleme ...
Mein erster Thriller von Horst Eckert und gleich ein Volltreffer. Spionage- und auch Politthriller fand ich bisher oft etwas verworren und für mich am Ende oft etwas unbefriedigend, weil die großen Probleme und Intrigen zwar benannt, aber selten gelöst werden. Hier wird die düstere Aussicht eines Hyper War zwar auch nicht verhindert, aber das Buch lässt mich mit der Hoffnung zurück, dass guter, mutiger Journalismus aufmerksam beobachtet und aufmerksam macht. Die noch unerfahrene, mutige und sehr selbstbewusste Praktikantin Carla stößt auf eine spannende Geschichte, um einen russischen Journalisten. Es gelingt ihr den renommierten Reporter Jan ins Boot zu holen und gemeinsam decken sie nach und nach ein Geflecht von Geheimdiensten, Waffendeals und Lügen auf. Auch die kleineren Nebengeschichten sind gut und packend eingebunden. Die sehr interessanten Einblicke in die Welt der Redaktionen und Verlagshäuser großer Zeitungen geben zu denken. Was ist echter Journalismus noch wert, wenn es nur um Klicks, Reichweite und automatisierte Recherche und Texten durch KI geht? Durch die Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln bleibt die Spannung hoch. Die kurzen Kapitel gefallen mir und passen zum rasanten Stil. Das Ende lässt für mich die Möglichkeit einer Fortsetzung offen, zumindest einem weiteren Thriller mit den sympathischen Journalisten. Carlas Vergangenheit bietet sicher noch einiges an Erzählstoff. Ein sehr packender, gut zu lesendes Politthriller, bei dem mich die Aktualität und wahrscheinlich auch Nähe zur Realität durchaus noch lange beschäftigen wird. Das einzige kleine Manko ist der Titel, der mir etwas zu beliebig daherkommt zwischen all den ähnlich klingenden Thrillern, die in den letzten Monaten auf den Markt gekommen sind. Das wird dem sehr starken Inhalt nicht wirklich gerecht. Es lohnt sich aber zuzugreifen.