Bewegende Geschichte
Ich bleibe hierDieses kleine Buch hat mich sehr berührt. Wenn man im kleinen Ort Reschen oder auch Graun steht und auf die versunkene Kirche schaut, wird das Surreale spürbar. Wie tiefgreifend und gravierend die Veränderungen ...
Dieses kleine Buch hat mich sehr berührt. Wenn man im kleinen Ort Reschen oder auch Graun steht und auf die versunkene Kirche schaut, wird das Surreale spürbar. Wie tiefgreifend und gravierend die Veränderungen für die Menschen vor Ort waren, wird aber erst bei der Lektüre wirklich klar. Erst als Deutsch sprechende Gemeinschaft von der italienischen Regierung ausgegrenzt, ohne Arbeit, ohne Zukunftsaussichten. Das Leben wir zur Hölle. Verfolgung und Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Mit dem Krieg keimt zunächst etwas Hoffnung auf, doch auch diese weicht bald Ernüchterung und Angst. Trina und ihr Mann fliehen in die Berge der Umgebung. Dort schlagen sie sich mehr schlecht als recht durch, immer auf der Flucht, immer in Todesangst. Nach dem Krieg dann wieder etwas Hoffnung, doch die Bauarbeiten am Staudamm, der ihr Leben für immer verändern soll, gehen gnadenlos weiter. Für die meisten Familien heißt es das Land zu verlassen oder umgesiedelt zu werden. Der Autor schreibt sachlich und voller Dringlichkeit. Dennoch bleibt mir die Hauptfigur etwas fremd, sie wirkt oft abweisend. Ihr Schicksal und der Verlust der Tochter sind aber sehr bewegend erzählt. Ein wirklich wichtiges Stück Geschichte in einem kleinen Ort vor toller Landschaft, das leider zu oft zum Fotomotiv geworden ist. Auf jeden Fall sehr lesenswert.