Ein Buch, das mich aufwühlt und erschüttert. Packend geschrieben, interessante Figuren und ein Fall, der eine Lawine an Emotionen und Krisen auslöst. Ein Mädchen ist verschwunden. Was wie ein scheinbarer ...
Ein Buch, das mich aufwühlt und erschüttert. Packend geschrieben, interessante Figuren und ein Fall, der eine Lawine an Emotionen und Krisen auslöst. Ein Mädchen ist verschwunden. Was wie ein scheinbarer Routinefall aussieht, wird zum Albtraum für die Familie, Ermittler und Gesellschaft. Durch ein Video in den sozialen Medien wird die Stimmung angeheizt und es braucht nicht lange bis sie kippt. Unruhen, Selbstjustiz und weitere Verbrechen sind die Folge. Im Zentrum steht bald die Ermittlerin selbst. Seite um Seite nimmt die Spannung zu. Die Geschichte und die Rahmenbedingungen sind so real, dass es mich schaudert. Es reicht ein Funke, um einen Brand zu entfachen. Was ist Wahrheit und wem oder was können wir vertrauen? Ich wünsche mir beim Lesen, dass dies alles Sciencefiction ist, doch erschreckenderweise ist es ganz nah an der Realität. Am Ende bleiben einige Fäden offen, aber das passt zum Charakter des Buches. Ein verstörender, aufwühlender Roman.
Ich bin wirklich begeistert. Den ersten Fall der Ermittler Juha und Lux fand ich eher solide. Hier überzeugt mich nicht nur der Plot und der packende Schreibstil, auch die Figuren sind deutlich intensiver ...
Ich bin wirklich begeistert. Den ersten Fall der Ermittler Juha und Lux fand ich eher solide. Hier überzeugt mich nicht nur der Plot und der packende Schreibstil, auch die Figuren sind deutlich intensiver beschrieben. Ein Verbrechen aus der Vergangenheit wirft seine Schatten und führt zu einer Mordserie im kalten Hamburg. Soweit so gut. Doch sowohl die Rückblicke, als auch die Rekonstruktion der Vorgänge sind sehr packend beschrieben und erhöhen die Spannung. Dazu eine Prise persönliche Verquickungen der Ermittler. Ein wirklich sehr guter Krimi mit einem sympathischen und abwechslungsreichen Ermittler-Duo. Ich freue mich auf Teil 3.
Dieses Buch lässt mich sprachlos zurück. Es überrascht, verwundert, verwirrt zeitweise und entführt in eine Welt, die es nicht mehr gibt. Dabei zieht sich ein märchenhafter Zauber durch die Seiten, der ...
Dieses Buch lässt mich sprachlos zurück. Es überrascht, verwundert, verwirrt zeitweise und entführt in eine Welt, die es nicht mehr gibt. Dabei zieht sich ein märchenhafter Zauber durch die Seiten, der aber nichts mit Fantasy zu tun hat, sondern durch die Schauplätze und Figuren geprägt wird. Im Zentrum steht die adelige Familie Lazar. Auf ihren Spuren reist der Leser durch das bewegte 20. Jahrhundert. Verfolgt das luxuriöse Leben zwischen Waldschloss und Stadtresidenz, Privilegien und Ländereien. Jede Generation hat ihre ganz eigenen Besonderheiten und Schwächen. Im Mittelpunkt steht Lajos, ein Kind mit durchscheinender Haut und großen Träumen. Die schwierige Beziehung zum alten Baron, die Misshandlungen im Internat, seine Entwicklung zum erwachsenen Mann und seine lebenslangen Versagens- und Verlustängste berühren mich sehr. Doch auch die anderen Charaktere sind sehr facettenreich und spielen keine Nebenrolle. Lilly - die Jugendliebe und Ehefrau, Ida - Schwester, die auch vor Lügen und Intrigen nicht zurückschreckt, Imre - der Onkel, der sich im Wahnsinn verloren hat und dennoch seltsam lichte Momente hat, Eva - die mutige, geerdete Tochter und Pista - der Sohn, der das Dunkle liebt. Seine Figur rührt mich am stärksten. Die dunklen Seiten der Figuren nehmen generell viel Raum ein, dennoch wirken sie nicht unsympathisch oder bleiben fremd. Vielmehr üben sie eine ganz besondere Faszination aus. Konstante im Leben der Familie ist das Schloss am Wald, um das sich zahlreiche Mythen ranken und das bereits Schauplatz einiger Unglücke geworden ist. Eine verzauberte, mystische Welt abseits des städtischen Trubels, beinahe wie ein dunkler Traum. „Die Apfelbäume trugen dieses Jahr besonders viele Birnen. Das Kleid, das sie vom Stuhl nahm, hing im Schrank.“ Es sind Sätze wie dieser, die immer wieder diese besondere Welt einfangen. Der Schreibstil ist sehr poetisch und hüllt den Leser ein, entführt in diese vergangene Zeit. Dann ist er aber wieder sehr direkt, rau, unerbittlich. Diese Mischung erhöht die Spannung und Dynamik zusätzlich. Die Handlung spielt im 20. Jahrhundert, während zweier Weltkriege und ist dennoch nicht aus der Zeit gefallen. Dem Autor gelingt es, mit seiner Sprache und den Figuren trotzdem sehr heutig zu sein. Das fasziniert mich ungemein. Dadurch wirkt der Roman trotz seiner historischen Hintergründe und schweren Themen, elegant und auf seltsame Weise modern. Ein absolut lesenswertes, besonderes Buch, das ich lange nicht vergessen werde.
Dieses kleine Buch hat mich sehr berührt. Wenn man im kleinen Ort Reschen oder auch Graun steht und auf die versunkene Kirche schaut, wird das Surreale spürbar. Wie tiefgreifend und gravierend die Veränderungen ...
Dieses kleine Buch hat mich sehr berührt. Wenn man im kleinen Ort Reschen oder auch Graun steht und auf die versunkene Kirche schaut, wird das Surreale spürbar. Wie tiefgreifend und gravierend die Veränderungen für die Menschen vor Ort waren, wird aber erst bei der Lektüre wirklich klar. Erst als Deutsch sprechende Gemeinschaft von der italienischen Regierung ausgegrenzt, ohne Arbeit, ohne Zukunftsaussichten. Das Leben wir zur Hölle. Verfolgung und Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Mit dem Krieg keimt zunächst etwas Hoffnung auf, doch auch diese weicht bald Ernüchterung und Angst. Trina und ihr Mann fliehen in die Berge der Umgebung. Dort schlagen sie sich mehr schlecht als recht durch, immer auf der Flucht, immer in Todesangst. Nach dem Krieg dann wieder etwas Hoffnung, doch die Bauarbeiten am Staudamm, der ihr Leben für immer verändern soll, gehen gnadenlos weiter. Für die meisten Familien heißt es das Land zu verlassen oder umgesiedelt zu werden. Der Autor schreibt sachlich und voller Dringlichkeit. Dennoch bleibt mir die Hauptfigur etwas fremd, sie wirkt oft abweisend. Ihr Schicksal und der Verlust der Tochter sind aber sehr bewegend erzählt. Ein wirklich wichtiges Stück Geschichte in einem kleinen Ort vor toller Landschaft, das leider zu oft zum Fotomotiv geworden ist. Auf jeden Fall sehr lesenswert.
Nach dem ersten Roman von Caroline Wahl lag die Latte recht hoch. Der zweite Teil um Tildas Schwester Ida hält was „22 Bahnen“ versprochen hat. Ja, das Buch ist anders. Der Schreibstil ist wieder sehr ...
Nach dem ersten Roman von Caroline Wahl lag die Latte recht hoch. Der zweite Teil um Tildas Schwester Ida hält was „22 Bahnen“ versprochen hat. Ja, das Buch ist anders. Der Schreibstil ist wieder sehr direkt, sehr nah an den Figuren. Viele Gedanken, viele im Kopf formulierte Sätze. Gesagtes und Gedachtes. Ida ist erwachsen geworden. Nachdem Tilda zum Studium nach Berlin gegangen ist, musste sie allein klarkommen bzw. allein mit ihrer alkoholabhängigen Mutter. Nach deren Tod verlässt sie Hals über Kopf die Stadt und flieht nach Rügen. Dort findet sie bei Knut und Marianne eine Zuflucht. Die Annäherung der scheuen Ida an den wortkargen Knut und die liebevolle Marianne rührt mich sehr. Ida verliebt sich und scheint langsam wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Doch immer wieder fällt sie hin, steht sich selbst im Weg oder begegnen ihr Leid und Trauer. Dennoch zeigt sie eine unglaubliche Stärke. Die Liebesgeschichte zwischen Ida und Leif ist sehr bewegend, ohne schwülstig zu sein. Man ahnt auch hier die Gefahr, das Fragile. Tilda kommt seltsamerweise etwas muttihaft und bevormundend rüber, was nicht so richtig zu ihr passt. Doch auch das starke Band zwischen den Schwester ist noch da, wenn auch durch das Leben gedehnt und strapaziert. Mir fehlt in diesem sehr gefühlvollen zweiten Teil nur etwas der Witz von „22 Bahnen“, der sich in manchen, auch nachdenklichen Momenten anschlich, z.B. wenn Tilda die Einkäufe über die Kasse zieht und auf den Einkäufer schließt. Doch auch „Windstärke 17“ überzeugt mich wieder mit diesem ungewöhnlichen Schreibstil und der Nähe zu den Figuren.