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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

Emotionales Kammerspiel in den Bergen

Wild wuchern
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Dieser kurze Roman erzählt die Geschichte zweier Cousinen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Marie lebt in Wien, ist verheiratet und lebt augenscheinlich ein ganz normales Leben. Doch hinter ...

Dieser kurze Roman erzählt die Geschichte zweier Cousinen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Marie lebt in Wien, ist verheiratet und lebt augenscheinlich ein ganz normales Leben. Doch hinter der Fassade sieht alles ganz anders aus, sie wird von ihrem Mann geschlagen und gedemütigt. Nach einem erneuten Streit flieht sie in die Tiroler Berge, wo ihre Cousine Johanna wie eine Einsiedlerin lebt. Dort ist sie aber nicht wirklich willkommen. Nach und nach entblättern sich alte Wunden, Geheimnisse und unterschiedlichste Lebensentwürfe. Dabei ist besonders der sehr bildhafte Schreibstil hervorzuheben, der jede Szene sehr eindringlich bor dem geistigen Auge entstehen lässt. Als Leserin fühle ich mich in die eindrucksvolle Bergwelt versetzt, fühle das klare, eiskalte Wasser des Brunnen, die schwere Arbeit und die saubere Luft. Ein Gewitter zwingt die Cousinen, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ein wirklich berührender und gleichzeitig auch beklemmender Roman vor toller Kulisse. Dennoch kann ich mich keiner der beiden Frauen wirklich annähern. Sie bleiben beide etwas auf Distanz. Das ist schade, mag aber vielleicht an den sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen liegen. Dennoch habe ich das Buch gern gelesen und es wird mir noch einige Zeit in Erinnerung bleiben.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Tränen vor Lachen und vor Rührung

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Ein absolut packender Roman, der für mich den Nerv der Zeit trifft. Nina, eine Frau um die 50, sitzt nach ihrer Scheidung allein in einer 1-Zimmer-Wohnung in Berlin, hat einen Job, den man wohl kaum als ...

Ein absolut packender Roman, der für mich den Nerv der Zeit trifft. Nina, eine Frau um die 50, sitzt nach ihrer Scheidung allein in einer 1-Zimmer-Wohnung in Berlin, hat einen Job, den man wohl kaum als Traumjob bezeichnen kann und dazu ist sie noch mitten in den Wechseljahren. Ausgerechnet auf einer Party bei ihrem Exmann trifft sie den attraktiven, deutlich jüngeren David. Zwischen den beiden besteht sofort eine große Anziehung, doch Nina kann und will ihren Gefühlen nicht trauen. Ihre Gedanken und ihr Leben ist so absolut treffend erzählt, dass man sich direkt im Geschehen glaubt. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, was sicher daran liegt, dass die Autorin auch im Filmgeschäft erfolgreich ist. Mich reißt die Geschichte auf jeden Fall mit. Auch die wechselnde Perspektive von Lena, Ninas Schwester, ist interessant und offenbart zusätzliche Facetten. Anfangs wirkt Lena recht spießig und sehr anstrengend in ihrem Bestreben endlich in der Welt der reichen Mütter anerkannt zu werden. Doch nach und nach offenbart sie ein anderes Gesicht und eine überraschend treffende Beobachtungsgabe. Neben der Liebesgeschichte zwischen Nina und David wird ein Me-Too-Skandal bei Ninas Arbeitgeber erzählt, der aber sehr stark an Axel-Springer erinnert. Eine sehr berührende Facette ist der Handlungsstrang um die Mutter von Nina und Lena, die sehr früh ihren Mann verloren hat und danach mit der Trauer und Erziehung der Töchter überfordert war. Nun ist sie krank und beide Töchter müssen sich um sie kümmern, auch hier treten Wahrheiten ans Tageslicht, die bisher unausgesprochen waren. Ein voll gepackter Roman, der aber sehr berührend und mitreißend erzählt ist. Besonders schön finde ich die kleinen Bemerkungen um Ninas Vater und ihre große Liebe zu ihm, die sich durch den ganzen Roman zieht. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und manche Wendungen sind für mich nicht ganz nachvollziehbar und wirken etwas überzogen, aber insgesamt hatte ich beim Lesen sehr viel Spaß und werde dieses Buch auf jeden Fall im Herzen behalten.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Packend und hochaktuell

Echokammer
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Skandinavien-Krimis und Thriller habe ich in der letzten Zeit einige gelesen. Rechtsradikalismus spielt oft eine Rolle, ist aber nicht immer so packend und politisch brisant verwoben wie hier. Im Zentrum ...

Skandinavien-Krimis und Thriller habe ich in der letzten Zeit einige gelesen. Rechtsradikalismus spielt oft eine Rolle, ist aber nicht immer so packend und politisch brisant verwoben wie hier. Im Zentrum stehen die Polizisten Liselott Benjamin und Martin Tong, die immer tiefer in eine atemlose Jagd nach einem Terroristen geraten. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet, ich kann mich gut hineinversetzen. Der Berater Jens Meidell ist eine Figur, an die ich mich erst herantasten muss und die ich, insbesondere zu Beginn, nur schwer einschätzen kann. Doch Seite um Seite zieht mich das Geschehen mehr in seinen Bann. Der Schreibstil ist packend und lässt den Leser nicht los. Das Cover gefällt mir weniger, ich finde es etwas nichtssagend. Auch den gelben Farbschnitt hätte ich nicht gebraucht, aber der Inhalt überzeugt mich und das zählt. Wirklich spannend und aufgrund seiner Aktualität umso nervenaufreibender.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Melancholische Dreiecksbeziehung

Rückkehr nach Budapest
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Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman über eine junge Frau in der Vorwendezeit, zwischen Erwachsenwerden, Freiheit und dem Wunsch, den Zwängen ihres Zuhauses zu entkommen. Marta wächst in Ungarn auf ...

Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman über eine junge Frau in der Vorwendezeit, zwischen Erwachsenwerden, Freiheit und dem Wunsch, den Zwängen ihres Zuhauses zu entkommen. Marta wächst in Ungarn auf und verbringt die schönste Zeit des Jahres mit ihrer Cousine Theresa. Die Beziehung zwischen den beiden ist eng, aber meiner Meinung nach von Anfang an im Ungleichgewicht. Die lebensfrohe, mutige Theresa gibt den Ton an und die intelligente, zurückhaltende Marta stellt zu oft ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Als Martas Mutter die Familie verlässt, muss sie sich um ihren alkoholabhängigen Vater kümmern. Statt unbeschwerter Jugend hängt sie in ihrem Heimatdorf fest. Irgendwann bricht sie aus und reist nach Berlin zu ihrer Cousine. Dort verbringt sie eine aufwühlende Zeit mit Intellektuellen und jungen Denkern und die beiden jungen Frauen begegnen Konstantin, einem geheimnisvollen Schriftsteller. Er wird von nun an ihre Beziehung bestimmen. Beide Cousinen fühlen sich zu ihm hingezogen und schließlich ist es Theresa, die eine Beziehung mit ihm beginnt. Marta kehrt nach Budapest zurück und studiert. Doch die Gedanken an Konstantin lassen sie nicht los und die drei begegnen sich wieder. Was wie eine Liebesgeschichte klingt, ist aber nur zum Teil eine. Der andere Teil ist sehr viel Zeitcholorit und ein bewegender Blick in die Zeit des Sozialismus. Dennoch springt der Funke bei mir nicht über. Die Stimmung ist mir zu schwermütig, die Figuren teils zu extrem oder einfach nicht sympathisch. Selbst zu Marta kann ich keine wirklich Beziehung oder Nähe aufbauen. So beobachte ich das Geschehen interessiert, aber aus Distanz. Obwohl mir der Schreibstil gefällt, stören mich die Zeitsprünge innerhalb der Kapitel. Ich brauche immer etwas, um zuzuordnen wann und wo ich mich befinde und mich wieder einzulesen. Das schafft zusätzlich Distanz. Das ist etwas schade, aber alles in allem finde ich "Rückkehr nach Budapest" einen sehr gelungenen Roman über eine ereignisreiche Zeit.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Bittersüße Zeitreise

Das Leben fing im Sommer an
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Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Der Klappentext klang schon sehr vielversprechend, die Erwartung war entsprechend hoch. Mit dem 15jährigen Chris begibt sich der Leser auf eine Zeitreise in das ...

Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Der Klappentext klang schon sehr vielversprechend, die Erwartung war entsprechend hoch. Mit dem 15jährigen Chris begibt sich der Leser auf eine Zeitreise in das Jahr 2006. Das Sommermärchen, die erste Liebe, Freundschaft und der Traum vom Profifußballer. Der Schreibstil ist nicht unglaublich originell oder besonders einprägsam, doch die Stimmung, das Lebensgefühl dieser Zeit zwischen Kind und Erwachsenem, ist sehr gut eingegangen. Das Ringen darum cool zu sein, anerkannt zu werden und trotzdem seine eigenen Werte und Überzeugungen zu leben, ist spürbar. Ich fühlte mich bei einigen Schilderungen in meine eigene Jugend versetzt. Auch die anderen Figuren wie Johnny sind sehr gut beschrieben und als Leser fühle ich mit ihnen. Das Cover möchte ich außerdem besonders hervorheben, da es die Stimmung, das Unbeschwerte eines heißen Feriensommers und durch das Sprungbrett die Träume sehr gut einfängt. Ein luftiger Sommerroman über das Erwachsenwerden - ich war gern dabei.

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