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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2025

Nicht so ganz warm geworden

Die Garnett Girls
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Ich muss zugeben, dass ich mich etwas schwergetan habe. Das wunderschöne Cover verspricht eine Familiengeschichte, Sommer, Leichtigkeit und sicher auch die ein oder andere Differenz zwischen den Frauen. ...

Ich muss zugeben, dass ich mich etwas schwergetan habe. Das wunderschöne Cover verspricht eine Familiengeschichte, Sommer, Leichtigkeit und sicher auch die ein oder andere Differenz zwischen den Frauen. Doch die Beziehungen in diesem Roman sind durchweg schwierig, negativ aufgeladen und berühren mich nicht. Die Figuren sind starke Charaktere, aber auch hier springt der Funke nicht über. Ich kann mich in keine der Personen hineinversetzen. Die geschilderten Konflikte reichen weit zurück und belasten die Familie, doch ich finde keine emotionale Beziehungen. Ab der Mitte des Buches wirkt auch das Cover nicht mehr luftig und unbeschwert, sondern die Frauen stehen isoliert, einsam. Der Schreibstil hat mir gefallen, aber dennoch bleibt mir das Buch seltsam fremd.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Eine eindrucksvolle Frau

Peggy
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Peggy Guggenheim hat mich schon immer fasziniert. Förderin von Kunst und Künstlern, exzentrisch, eine Diva. Dieser Roman zeigt auch eine andere Seite von Peggy. Der Leser begibt sich auf eine Reise in ...

Peggy Guggenheim hat mich schon immer fasziniert. Förderin von Kunst und Künstlern, exzentrisch, eine Diva. Dieser Roman zeigt auch eine andere Seite von Peggy. Der Leser begibt sich auf eine Reise in ihre Kindheit und Jugend in New York, die sehr vom Verlust des Vaters geprägt ist. Sie scheint diese Tragödie ihr ganzes Leben mit sich zu tragen, spricht selbst von einem Fluch. Für meinen Geschmack nimmt der erste Teil der Schulzeit und des Erwachsenwerdens in New York etwas zu viel Raum ein. Ich kann mich in diesem Teil nur schwer in die Figur, in die Familie einfühlen. Mit ihrem Umzug oder Aufbruch nach Paris ändert sich das schlagartig - die Figur wird nahbarer, die Handlung interessanter und auch der Schreibstil packender. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch von zwei Autorinnen geschrieben wurde. Die Zeit in Paris, das Leben der Boheme und ihre Ehe sind sehr gut eingefangen. Ihr Charakter offenbart sehr viele Facetten - auf der einen Seite die starke, extrovertierte Frau, die auf Partys und in der Kunstwelt glänzt. Auf der anderen Seite die schwache Ehefrau, die sich den Grausamkeiten ihres Mannes ergibt. Das hat mich überrascht. Erst mit dem Umzug nach Südfrankreich scheint sie sich mehr und mehr zu emanzipieren. Die enge und liebevolle Beziehung zu ihrer Schwester Benita ist sehr berührend erzählt. Die letzten Kapitel sind etwas kurz. Ich hätte mir deutlich mehr von ihrer Zeit in Venedig gewünscht. Das finde ich etwas schade. Dennoch ein interessanter und überraschender Roman über eine faszinierende Frau.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Ein Kunstwerk

Was ich von ihr weiß
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Dieser Roman hat eine Kraft, die mich staunen lässt. Die Lebensgeschichte von Mimo Vitaliani und Viola Orsini ist so berührend erzählt, dass ich nach der Lektüre erst einmal innehalten muss. Mimo, in Armut ...

Dieser Roman hat eine Kraft, die mich staunen lässt. Die Lebensgeschichte von Mimo Vitaliani und Viola Orsini ist so berührend erzählt, dass ich nach der Lektüre erst einmal innehalten muss. Mimo, in Armut geboren, kleinwüchsig, aber mit einem unglaublichen Talent gesegnet, wird zu einem der begehrtesten Bildhauer Italiens. Sein Weg vom Hilfsarbeiter, der Schlägen und Pöbeleien ausgesetzt ist, zu einem Künstler, der von Kirche und Politik umschwärmt wird, ist hart, oft grausam und voller Steine. Die Beschreibung der Wanderjahre in Florenz, von der Handwerksbank über die Kneipen und Spelunken der Stadt ist sehr bildhaft. Einige Jahre verdingt er sich als Zwergendarsteller in einem Zirkus, bis eine Laune des Schicksals oder auch politische Fäden ihn auf die Überholspur katapultieren. Viola, eine Frau, die nicht in die Zeit passt - unangepasst, überaus intelligent, neugierig und mutig. Sie träumt vom Fliegen und muss sich doch den Konventionen ihrer Zeit beugen. Immer wieder verlieren und begegnen sich die beiden wieder. Ihre Freundschaft ist wie ein Band - mal eng und anschmiegsam, mal wie ein dünner Faden, mal zum Zerreißen gespannt. Der Roman ist auch eine Zeitreise durch das Italien von 1900 bis in die 80er Jahre. Ein sattes, langes, volles Leben voll Entbehrungen und Kämpfen, aber auch tiefer Gefühle. Dabei ist die Geschichte an keiner Stelle trivial oder rutscht ins Schnulzige ab. Der Ton ist bei aller geschilderten Härte zart und elegant. Die Charaktere sind ungemein gut eingefangen. Auch Violas Brüder, die Zwillinge im Dorf, die Wegbegleiter Mimos - jeder hat seinen Platz und ist an genau der richtigen Stelle. Die ersten Seiten brauchte ich etwas, um mich in das raue Leben in Italien zu Beginn des 20. Jahrhunderts einzufinden, aber spätestens als Viola das erste Mal auftritt, ist es um mich geschehen. Ein wirklich berührender, eindrucksvoller Roman, den ich noch sehr lange in meinem Herzen tragen werde. Absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Eine packende Reise nach Paris

Die tausend Farben von Paris
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Ein wirklich sehr bildhaft und packend geschriebener Roman über interessante Figuren im Paris nach dem 2. Weltkrieg. Die Menschen tragen ihre Bürden und die Geschehnisse des Krieges wirken noch nach. Dennoch ...

Ein wirklich sehr bildhaft und packend geschriebener Roman über interessante Figuren im Paris nach dem 2. Weltkrieg. Die Menschen tragen ihre Bürden und die Geschehnisse des Krieges wirken noch nach. Dennoch liegen Aufbruch und Lebensbejahung in der Luft. Die Charaktere, allen voran die Frauen, gefallen mir sehr gut. Ich folge ihnen gern. Das Buch ist aber nicht nur Liebesgeschichte, wie das Cover vermuten ließe, sondern gibt auch ein berührendes Bild der Geschehnisse im und nach dem Krieg. Schlimmste Verbrechen waren an der Tagesordnung. Am Ende findet sich alles und die verschiedenen Fäden werden gut zusammengeführt. Ein gut zu lesender Roman über Liebe, Leid, Hoffnung und natürlich über das wunderschöne Paris.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Von Ruhm und Absturz

Der ewige Tanz
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Von Anita Berber hatte ich schon gehört, aber keine wirkliche Kenntnis über ihr Leben. Das Buch von Steffen Schröder folgt dem Leben der Tänzerin und Schauspielerin von ihren jungen Jahren bis zu ihrer ...

Von Anita Berber hatte ich schon gehört, aber keine wirkliche Kenntnis über ihr Leben. Das Buch von Steffen Schröder folgt dem Leben der Tänzerin und Schauspielerin von ihren jungen Jahren bis zu ihrer Krankheit. In Rückblicken erfährt der Leser vom Aufstieg, dem wilden, ungezwungen und vor allem unangepassten Leben der jungen Frau im Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dabei geht der Autor auch auf dunkle Schatten ein. Das schwierige Verhältnis zur Mutter, die selbst Tänzerin war, ist vom Wunsch nach Anerkennung auf Anitas Seite und Neid auf der Seite ihrer Mutter geprägt. Der Schreibstil fängt den besonderen Zauber, aber auch das Elend dieser Zeit zwischen zwei Weltkriegen sehr gut ein. Dabei liest sich das Buch nicht leicht weg, das würde dem Thema und der beeindruckenden Frau auch nicht gerecht. Vielmehr muss ich immer wieder innehalten. Das rote, grelle Cover unterstreicht die Handlung sehr passend. Stärke, Macht, Liebe, Lust aber auch Blut, Tod und Leid. Ein Tanz auf der Rasierklinge.

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