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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2025

Packend und hochaktuell

Echokammer
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Skandinavien-Krimis und Thriller habe ich in der letzten Zeit einige gelesen. Rechtsradikalismus spielt oft eine Rolle, ist aber nicht immer so packend und politisch brisant verwoben wie hier. Im Zentrum ...

Skandinavien-Krimis und Thriller habe ich in der letzten Zeit einige gelesen. Rechtsradikalismus spielt oft eine Rolle, ist aber nicht immer so packend und politisch brisant verwoben wie hier. Im Zentrum stehen die Polizisten Liselott Benjamin und Martin Tong, die immer tiefer in eine atemlose Jagd nach einem Terroristen geraten. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet, ich kann mich gut hineinversetzen. Der Berater Jens Meidell ist eine Figur, an die ich mich erst herantasten muss und die ich, insbesondere zu Beginn, nur schwer einschätzen kann. Doch Seite um Seite zieht mich das Geschehen mehr in seinen Bann. Der Schreibstil ist packend und lässt den Leser nicht los. Das Cover gefällt mir weniger, ich finde es etwas nichtssagend. Auch den gelben Farbschnitt hätte ich nicht gebraucht, aber der Inhalt überzeugt mich und das zählt. Wirklich spannend und aufgrund seiner Aktualität umso nervenaufreibender.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Melancholische Dreiecksbeziehung

Rückkehr nach Budapest
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Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman über eine junge Frau in der Vorwendezeit, zwischen Erwachsenwerden, Freiheit und dem Wunsch, den Zwängen ihres Zuhauses zu entkommen. Marta wächst in Ungarn auf ...

Ein wirklich sehr gut geschriebener Roman über eine junge Frau in der Vorwendezeit, zwischen Erwachsenwerden, Freiheit und dem Wunsch, den Zwängen ihres Zuhauses zu entkommen. Marta wächst in Ungarn auf und verbringt die schönste Zeit des Jahres mit ihrer Cousine Theresa. Die Beziehung zwischen den beiden ist eng, aber meiner Meinung nach von Anfang an im Ungleichgewicht. Die lebensfrohe, mutige Theresa gibt den Ton an und die intelligente, zurückhaltende Marta stellt zu oft ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Als Martas Mutter die Familie verlässt, muss sie sich um ihren alkoholabhängigen Vater kümmern. Statt unbeschwerter Jugend hängt sie in ihrem Heimatdorf fest. Irgendwann bricht sie aus und reist nach Berlin zu ihrer Cousine. Dort verbringt sie eine aufwühlende Zeit mit Intellektuellen und jungen Denkern und die beiden jungen Frauen begegnen Konstantin, einem geheimnisvollen Schriftsteller. Er wird von nun an ihre Beziehung bestimmen. Beide Cousinen fühlen sich zu ihm hingezogen und schließlich ist es Theresa, die eine Beziehung mit ihm beginnt. Marta kehrt nach Budapest zurück und studiert. Doch die Gedanken an Konstantin lassen sie nicht los und die drei begegnen sich wieder. Was wie eine Liebesgeschichte klingt, ist aber nur zum Teil eine. Der andere Teil ist sehr viel Zeitcholorit und ein bewegender Blick in die Zeit des Sozialismus. Dennoch springt der Funke bei mir nicht über. Die Stimmung ist mir zu schwermütig, die Figuren teils zu extrem oder einfach nicht sympathisch. Selbst zu Marta kann ich keine wirklich Beziehung oder Nähe aufbauen. So beobachte ich das Geschehen interessiert, aber aus Distanz. Obwohl mir der Schreibstil gefällt, stören mich die Zeitsprünge innerhalb der Kapitel. Ich brauche immer etwas, um zuzuordnen wann und wo ich mich befinde und mich wieder einzulesen. Das schafft zusätzlich Distanz. Das ist etwas schade, aber alles in allem finde ich "Rückkehr nach Budapest" einen sehr gelungenen Roman über eine ereignisreiche Zeit.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Bittersüße Zeitreise

Das Leben fing im Sommer an
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Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Der Klappentext klang schon sehr vielversprechend, die Erwartung war entsprechend hoch. Mit dem 15jährigen Chris begibt sich der Leser auf eine Zeitreise in das ...

Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Der Klappentext klang schon sehr vielversprechend, die Erwartung war entsprechend hoch. Mit dem 15jährigen Chris begibt sich der Leser auf eine Zeitreise in das Jahr 2006. Das Sommermärchen, die erste Liebe, Freundschaft und der Traum vom Profifußballer. Der Schreibstil ist nicht unglaublich originell oder besonders einprägsam, doch die Stimmung, das Lebensgefühl dieser Zeit zwischen Kind und Erwachsenem, ist sehr gut eingegangen. Das Ringen darum cool zu sein, anerkannt zu werden und trotzdem seine eigenen Werte und Überzeugungen zu leben, ist spürbar. Ich fühlte mich bei einigen Schilderungen in meine eigene Jugend versetzt. Auch die anderen Figuren wie Johnny sind sehr gut beschrieben und als Leser fühle ich mit ihnen. Das Cover möchte ich außerdem besonders hervorheben, da es die Stimmung, das Unbeschwerte eines heißen Feriensommers und durch das Sprungbrett die Träume sehr gut einfängt. Ein luftiger Sommerroman über das Erwachsenwerden - ich war gern dabei.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Wundervoll geschrieben

Flusslinien
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Dies ist ein leises Buch, aber ein sehr kraftvolles, das lange nachklingt. Jedes Wort, jeder Satz ist gekonnt gesetzt und der bildhafte, aber dennoch unsentimentale Schreibstil lässt die Bilder sehr eindringlich ...

Dies ist ein leises Buch, aber ein sehr kraftvolles, das lange nachklingt. Jedes Wort, jeder Satz ist gekonnt gesetzt und der bildhafte, aber dennoch unsentimentale Schreibstil lässt die Bilder sehr eindringlich im Kopf entstehen. Dabei handelt es sich um einen sehr gefühlvollen, berührenden Roman. Im Mittelpunkt stehen drei Hauptfiguren: Margrit, Luzie und Arthur. Margrit hat die 100 Jahre überschritten und lebt in einer Seniorenresidenz. Dort wird sie oft von ihrer Enkelin Luzie besucht, die die Schule abgebrochen hat und künftig Senioren tätowieren will. Arthur, der Fahrer der Senioren, sucht in seiner Freizeit mit einer Sonde den Strand ab und verkriecht sich in einer Strandhütte. Was kurios klingt, verbindet sich zu einer sehr eindringlichen und fesselnden Geschichte um Schicksalsschläge, Trauer, Mut, Schuld und den Kampf um ein selbstbestimmtes Leben. Ich kann gar nicht sagen, welche Geschichte mich am meisten berührt. Der Leser erfährt aus wechselnden Perspektiven mehr über die Vergangenheit der Figuren. Insbesondere Margrit taucht tief in die Familiengeschichte ein. Auch kleinere Figuren sind sehr gekonnt gezeichnet, insbesondere Gregor, aber auch Luzies Freundin Rana. Am eindrucksvollsten finde ich allerdings die Wortwahl und Sprache. Ich war oft verblüfft von Mehrdeutigkeit und Klang der Worte. Ein wirklich wundervoller Roman, der mich sicher nicht so schnell loslässt.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Mitreißende Reise

In einem Zug
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Ich bin auf das Buch durch eine Lesung wirklich aufmerksam geworden. Ein wunderbar geschriebener, kurzweiliger Roman über die Liebe ohne eine klassische Liebesgeschichte zu sein. Im Zentrum steht dennoch ...

Ich bin auf das Buch durch eine Lesung wirklich aufmerksam geworden. Ein wunderbar geschriebener, kurzweiliger Roman über die Liebe ohne eine klassische Liebesgeschichte zu sein. Im Zentrum steht dennoch eine große Liebe, nämlich die der Hauptfigur Eduard Brünhofer und seiner Frau Regina. Regina begegnen wir allerdings nur in der Erzählung. Doch zurück zur Abfahrt des Zuges. Zwei Fremde, ein etwas in die Jahre gekommener Autor und eine Frau mittleren Alters, jüngeren mittleren Alters, begegnen sich im Zug. Die Dame verwickelt den Herrn in ein Gespräch über die Liebe, Freiheit, Glück, Ehe und das Schreiben. Das ist sehr kurzweilig erzählt. Der Leser fühlt sich als Beobachter und stummer Gast im Abteil, der dem Gespräch lauscht. Dabei treffen verschiedene Weltbilder aufeinander. Der glücklich verheiratete Autor und die freiheitsliebende junge Single-Frau. Dabei passiert bis auf den verbalen Schlagabtausch nicht wirklich viel. Von Station zu Station nähern sich beide an, bis bei der Ankunft in München ein Geheimnis gelüftet wird. Die Auflösung finde ich etwas schnell erzählt und die Idee mit dem Podcast auch nicht unglaublich originell, aber der Rest des Buches begeistert mich und unterhält mich auf sehr anregende Weise. Die Lektüre vergeht wie im Flug.

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