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ColleenF

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Bewegend

Wohin du auch gehst
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Ein bewegender Roman über das Schicksal zweier Frauen: In „Wohin du auch gehst“ von Christina Fonthes (deutsche Übersetzung von Michaela Grabinger) begleiten wir Bijoux, welche als junges Kind ...

Ein bewegender Roman über das Schicksal zweier Frauen: In „Wohin du auch gehst“ von Christina Fonthes (deutsche Übersetzung von Michaela Grabinger) begleiten wir Bijoux, welche als junges Kind aus Kinshasa zu ihrer Tante Mira nach London kommt. Mira ist selbst nach einer ungeplanten Schwangerschaft in ihrer Jugend aus dem Kongo nach Europa gezogen und hat sich dort ein neues Leben aufgebaut.

Selbst nach langer Zeit in London vermisst Bijoux ihre Heimat - den Trost findet sie vor allem in ihrer Freundin Kay. Ihre Beziehung hält sie geheim, da sie von ihrer religiösen Gemeinde stets das Gefühl vermittelt bekommt, dass Queerness nicht mit mit dem Glauben und der Herkunft vereinbar wäre. Doch als besprochen wird, dass Bijoux einen Mann heiraten soll, outet sie sich vor Mira - diese nimmt das aber ganz und gar nicht positiv auf.

Der Roman ist wirklich eine ganz große Empfehlung. Es werden so viele Themen wie Feminismus und Postkolonialismus, aber auch Queerness, Religion, Traumata und Familienkonflikte berührt. Durch die verschiedenen Perspektiven und Zeit- sowie Ortswechsel werden viele Eindrücke geteilt. Ich fand es sehr schön, wie geschichtliche Aspekte behandelt wurden, ohne diese zentral in den Mittelpunkt des Romans zu stellen. Es sind keine leichten, aber wichtigen Themen - vielleicht hätte ich mir deswegen auch eine Triggerwarnung gewünscht.

Veröffentlicht am 18.07.2025

Hasenspaß!

Jim Salabim und der Mogel-Strauß
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Hex Hex oder Abra Kadabra? Ganz egal: Jim Salabim, der Hase im Hut eines Zauberers, schafft es mit seiner Geschichte alle zu verzaubern! Eigentlich wohnt er im Hut des Zauberers, doch er merkt, ...

Hex Hex oder Abra Kadabra? Ganz egal: Jim Salabim, der Hase im Hut eines Zauberers, schafft es mit seiner Geschichte alle zu verzaubern! Eigentlich wohnt er im Hut des Zauberers, doch er merkt, dass es ihm viel zu eng ist. Deswegen beschließt er, auszubüxen. Jedoch ist er nicht allein! Ein paar winzige Kücken folgen ihm. Gejagt von dem Zauberer machen sich Jim und die Kücken auf eine abenteuerliche Reise!

Das Buch ist wirklich schon gestaltet. Obwohl die Zeichnungen nicht super detailliert sind, gibt es viel zu entdecken! Der Schreibstil ist wirklich sehr windgerecht und angenehm. Das Verhältnis von Text und Bildern ist gut und ausgeglichen. Da das der erste Band der Reihe ist, bin ich gespannt, wie sich die Geschichte weiterzieht, und natürlich: ob der Zauberer sie wieder einfängt.

Bis jetzt war es nicht super spannend, trotzdem schön zu lesen und sicher eine lohnenswerte Reihe!

Veröffentlicht am 09.07.2025

Nichts für mich

Two Lives
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Zu Beginn möchte ich festhalten, dass die Rezension nur meine persönliche Meinung widerspiegelt und weder gegen das Buch noch die Autorin gerichtet ist.

In Two Lives beschreibt Laura Herz ihr ...

Zu Beginn möchte ich festhalten, dass die Rezension nur meine persönliche Meinung widerspiegelt und weder gegen das Buch noch die Autorin gerichtet ist.

In Two Lives beschreibt Laura Herz ihr Leben nach einem Neuanfang: Trennung von ihrem Freund, Leben in und mit einem Van, Jobverlust, Umzug und viele Veränderung. Mit diesen Themen hat sicher jede*r schon mal Berührungspunkte gehabt, auch mir waren diese nicht fremd. Ich finde es sehr mutig, offen über diese Themen und auch z.B. Panikattacken und Therapie zu sprechen, jedoch waren die zusammengefassten Erkenntnisse und Hilfen alle sehr "Basic Knowledge" für mich. Zwar kommt mir die Autorin sehr selbstreflektiert vor, trotzdem wurde kaum beachtet, wie privilegiert manche Sichtweisen sind. Der Schreibstil war trotzdem sehr angenehm und schön lesbar.

Wer ein Buch sucht und sich noch nicht sehr mit Veränderung und Reflexion beschäftigt hat, wird das vielleicht mögen.

Veröffentlicht am 08.07.2025

Realistisch

Ja, nein, vielleicht
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In "Ja, Nein, Vielleicht" begleiten wir eine namenlose Ich-Erzählerin mitten in ihrem Leben. Sie geht zum Zahnarzt und erfährt, dass ihr Zahn stirbt. Doch dieses Ereignis lässt sie irgendwie ...

In "Ja, Nein, Vielleicht" begleiten wir eine namenlose Ich-Erzählerin mitten in ihrem Leben. Sie geht zum Zahnarzt und erfährt, dass ihr Zahn stirbt. Doch dieses Ereignis lässt sie irgendwie nicht los.

Angetrieben von diesem Ereignis lernen wir mehr über die Protagonistin: sie lebt allein und ihn Wien, ist single, ihre Kinder sind ausgezogen, sie hat einen Hund und mehrere Schwestern. Im Laufe des Buches lernen wir Friedrich kennen, mit dem sie zeitlang eine Beziehung führte. Das Buch gliedert verschiedene Figuren ein, ohne dass sie zu viel oder nicht sinnvoll wirken.

Der Erzählstil ist angenehm und schön lesbar, die Anglizismen waren für mich nicht störend und man hat die Emotionen und Gedanken spüren können. Leider konnte ich mich trotzdem nicht so in die Protagonistin einfühlen, vielleicht war das auch des Alters bedingt. Trotzdem ein angenehmes und realistisches Buch!

Veröffentlicht am 17.06.2025

Wütend

Bye Bye Lolita
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CN: sexueller Missbrauch, Grooming, Traumata

Der Roman „Bye Bye Lolita“ von Lea Ruckpaul erzählt Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ aus weiblicher Perspektive - nämlich aus der von „Lolita“ selbst. Dabei ...

CN: sexueller Missbrauch, Grooming, Traumata

Der Roman „Bye Bye Lolita“ von Lea Ruckpaul erzählt Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ aus weiblicher Perspektive - nämlich aus der von „Lolita“ selbst. Dabei gibt es Lolita so gar nicht: Eigentlich heißt sie Dolores Haze.

Sie ist nun 40 und denkt an ihr bisheriges Leben zurück. Und: Sie rechnet ab. Dolores erzählt, wie sie als junges Mädchen durch den Missbrauch von Humbert zum Opfer gemacht wurde - ein Opfer, dass sie selbst nicht sein will. Ihre eigene Mutter ist froh verstorben, sie ist mit ihrem 37-jährigen Stiefvater zurückgeblieben. Sie ist 12 Jahre alt und wird missbraucht.

„Es gibt eine Sache, die ich nicht sein will: das Opfer eines hässlichen alten Mannes in einem Pyjama.“ (S.102)

Im Original wird der Missbrauch so beschrieben, als hätte Dolores Humbert verführt - er hat die Schuld abgewiesen. Doch nun gibt es einen Turn: Humbert wird als Täter benannt und bekommt die Verantwortung für SEIN Handeln. Dolores ist wütend und geprägt von all der Gewalt, die sie erfahren musste.

Das Buch ist schmerzhaft und ehrlich. Es gab einige Stellen, die mich sehr mitgenommen haben. Ich bin froh, dass das Original (endlich!) so kritisch betrachtet wird - auch wenn ich es selbst nicht gelesen habe. Teilweise erinnere ich mich noch an den Film, „Bye Bye Lolita“ kann aber auch ohne Vorahnung gut gelesen werden. Manchmal war mir trotzdem der Ablauf etwas wirr, vielleicht hätte mir ein grobes Einlesen in den Inhalt des Originals geholfen.

Lea Ruckpaul hat mit ihrem Buch gezeigt, dass der Scham die Seite wechseln muss. Danke!

Insgesamt: 4 von 5 ⭐️