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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2018

Spannend und magisch! Ein zauberhaft schönes Kinderbuch!

Das Hotel der verzauberten Träume - Fräulein Apfels Geheimnis (Das Hotel der verzauberten Träume 1)
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Von Gina Mayer habe ich nun schon einige Bücher gelesen und alle konnten sie mich hellauf begeistern. Als ich nun in der Vorschau auf ihre neue Kinderbuchreihe gestoßen bin, stellte sich mir gar nicht ...

Von Gina Mayer habe ich nun schon einige Bücher gelesen und alle konnten sie mich hellauf begeistern. Als ich nun in der Vorschau auf ihre neue Kinderbuchreihe gestoßen bin, stellte sich mir gar nicht erst die Frage, ob ich diese lesen möchte. Die Cover der ersten beiden Bände gefielen mir auf Anhieb und auch die Klappentexte konnten mich sofort überzeugen.

Eigentlich wollte Joëlle mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Lancelot Urlaub an der Nordsee machen, in einem total angesagten Hotel, dem „Beach Holiday Superior“. Doch leider programmiert Joëlles Mutter das Navi falsch und so landet Familie Fröhlich nicht an ihrem Wunschziel, sondern 400 Kilometer von diesem entfernt.

Na, super. Keine Riesenwasserrutsche und Ponys weit und breit und auch mit Nordsee sieht es erst einmal schlecht aus. Aber wenigstens hat sie das Navi ans Meer geführt, nämlich an die Ostsee, nur das Hotel, bei welchem sie schließlich landen, ist wohl das genaue Gegenteil vom „Beach Holiday Superior“. Schlecht ist es allerdings auch nicht. „Rose-Linde Apfels Traumhotel“ macht einen verwunschenen und richtig urigen Eindruck. Ponys hat dieses kleine Strandhotel zwar keine zu bieten, dafür aber einen niedlichen Dackel und eine freche Gans. So richtig begeistert sind Joëlle und Lancelot aber trotzdem nicht.

Doch ihre Meinung soll sich schon sehr bald ändern. Fräulein Apfels Hotel umgibt ein Geheimnis, da sind sich die beiden Kinder sicher. So gibt ihnen das uralte Telefon an der Rezeption große Rätsel auf. Und wo kommt bitte schön plötzlich eines Nachts dieser riesige Seeadler her? Stand der nicht vorhin noch ausgestopft am Hoteleingang? Und der Dachboden: Was hat es mit diesem auf sich? Warum befinden sich darin lauter Traumfänger? Ein spannend magisches Abenteuer erwartet die Geschwister.

Meine Erwartungen wurden hier komplett erfüllt. Einmal angefangen mit dem Lesen wollte ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand. Ich habe diesen schönen Reihenauftakt nahezu in einem Rutsch durchgelesen und wenn ich es zeitlich noch geschafft hätte, hätte am liebsten sofort zum zweiten Band gegriffen und weitergelesen. Zum Glück besitze ich die Fortsetzung bereits, auf diese freue ich mich schon sehr.

Gina Mayer ist hier mal wieder ein ganz zauberhaftes Kinderbuch gelungen. Die Geschichte lädt von den ersten Seiten an zum Mitfiebern ein, sie ist spannend, witzig, magisch und verströmt zudem ein tolles Sommer- und Urlaubsfeeling. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angemessen für die Zielgruppe. Etwas geübtere Leser sollten hier keine Probleme mit dem Lesen haben. Die Schrift ist angenehm groß und die Kapitel schön kurz. Ich bin hier wirklich nur so durch die Seiten durchgerauscht.

Mein flottes Lesetempo wurde natürlich auch die aufregende Handlung sehr vorangetrieben. Mir gefiel das Buch von den ersten Seiten an richtig gut. Zu Beginn der Geschichte befinden wir uns im Auto der Familie Fröhlich, die gerade auf dem Weg in den Urlaub ist. Nur leider hat die Mutter anstatt Karbotz, Korbutz in das Navi eingegeben und so landen die Fröhlichs nicht an der Nord- sondern an der Ostsee. Die anfängliche Enttäuschung schlägt sehr rasch in Begeisterung um, denn Joëlle und ihrer großer Bruder Lancelot kommen nach nur kurzer Zeit einem großen Geheimnis auf die Spur, welches das kleine Strandhotel umgibt. Träume, genauer gesagt Albträume, spielen dabei eine große Rolle. Aber keine Sorge, gruselig ist das Buch nicht. Spannend ist es aber, Langeweile kommt hier wirklich an keiner Stelle auf.

Neben der tollen Story konnten mich auch die Charaktere richtig begeistern. Unsere Protagonistin ist die 10-jährige Joëlle, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren. Joëlle habe ich vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen, sie ist ein ganzes liebes und sehr aufgewecktes Mädchen. Auch den 12-jährigen Lancelot (lustiger Name, oder?) mochte ich auf Anhieb. Ach, eigentlich mochte ich alle Charaktere. So etwas habe ich wirklich selten in Büchern.

Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir das Setting. Das Traumhotel habe ich mir durch die sehr anschaulichen Beschreibungen ganz genau vorstellen können und hatte dazu richtig schöne Bilder im Kopf. Mir persönlich wäre das kleine gemütliche Strandhotel viel lieber gewesen als so ein protziges Luxushotel. Dieses hat zwar coole Attraktionen wie einen Kletterpark, ein 3-D Kino oder eine Riesenwasserrutsche zu bieten, aber eines kann man an so einem Ort ganz bestimmt erleben: Ein magisches, aufregendes und prickelnd spannendes Abenteuer. So etwas ist wohl nur an einem so verwunschenen Fleckchen Erde wie Rose-Linde Apfels Traumhotel möglich.

Zusammen mit Joëlle, Lancelot und dem Jungen Benny, den die Geschwister während ihrer Zeit an der Ostsee kennenlernen, erleben wir hier ein ganz wundervolles Abenteuer, welches auch erwachsene Leser verzaubern wird. Auch die Bilder laden zum Träumen und Bestaunen ein. An jedem Kapitelanfang befinden sich sehr liebevoll gezeichnete Illustrationen, die mir allesamt sehr gut gefallen haben.

Das Ende des Buches ist recht offen, was in einen die große Lust auf Band 2 weckt. Was bin ich froh, dass ich diesen schon habe, hoffentlich wird mir dieser genauso schöne Lesestunden wie sein Vorgänger bescheren. :)

Fazit: Witzig, spannend, magisch und total liebenswert! Mit dem ersten Band von „Das Hotel der verzauberten Träume“ ist Gina Mayer ein wundervoller Reihenauftakt gelungen, welcher mich von den ersten Seiten an verzaubern konnte. Hier erwartet einen aufregend schöner Lesespaß, der einen zum Mitfiebern, Schmunzeln und Träumen einlädt. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, Jungen wie Mädchen und auch erwachsenen Lesern kann ich dieses zauberhafte Kinderbuch sehr ans Herz legen. Von mir gibt 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 18.06.2018

Süß, humorvoll, romantisch und einfach nur schön!

Mein Sternschnuppensommer
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Ich bin ja ein ziemlicher Cover-Käufer. So konnte zum Beispiel auch „Mein Sternschnuppensommer“ mich in erster Linie wegen dem wunderschönen Cover überzeugen. Sieht es nicht toll aus? Bei mir war es hier ...

Ich bin ja ein ziemlicher Cover-Käufer. So konnte zum Beispiel auch „Mein Sternschnuppensommer“ mich in erster Linie wegen dem wunderschönen Cover überzeugen. Sieht es nicht toll aus? Bei mir war es hier wirklich Liebe auf den ersten Blick. Allerdings klang auch der Klappentext für mich sehr vielversprechend. Er verspricht eine locker-leichte Sommergeschichte, etwas, was ich immer wieder sehr gerne lese. Von der Autorin Alisha Sevigny hatte ich bisher noch nichts gelesen, „Mein Sternschnuppensommer“ sollte also mein erstes Buch von ihr sein.

Was kann es Schöneres geben, als nachts im Sommer auf einem Steg am See zu liegen und in die Sterne zu blicken? Julia liebt diese Momente, genauso wie den Campingplatz ihrer Familie, mitten in der wunderschönen Natur Kanadas. Doch leider steht es nicht gut um den Familienbesitz. Julias kleiner Bruder war längere Zeit schwer krank und musste viele Monate im Krankenhaus verbringen. Seine Behandlung war alles andere als billig und mittlerweile reicht das Geld hinten und vorne nicht mehr. Aber den Campingplatz verkaufen? Niemals! Julia ist entsetzt, als sie erfährt, dass ihre Mutter dies tatsächlich in Erwägung zieht. Und sie hat auch schon einen Interessenten, einen reichen Bauunternehmer. Er ist bereit die Campinganlage für viel Geld zu kaufen. So wäre Julias Mutter ihre Schulden auf einen Schlag los. Für Julia aber kommt dies dennoch überhaupt nicht in Frage. Nicht nur, dass sie ihr geliebtes Zuhause verlieren würde, der Käufer möchte dieses auch noch in einen tristen Casino-Park umwandeln. Julia sucht Zuflucht und Rat in ihren Sternen und trifft am See auf den netten und äußerst attraktiven Jungen Nick. Sie vertraut ihm ihre Sorgen an und Nick ist sofort bereit ihr zu helfen. Nur kurz darauf aber muss Julia erfahren, dass es sich bei Nick um den Sohn des Bauunternehmers handelt. Kann sie ihm wirklich vertrauen?

Wie oben bereits erwähnt, bin ich hier mal wieder Opfer eines wunderschönen Covers geworden. Ich habe mich nun schon öfters von solchen verführen lassen und wurde dann leider einige Male ziemlich enttäuscht. Hier aber war das zum Glück überhaupt nicht der Fall sein.
Mir hat „Mein Sternschnuppensommer“ richtig gut gefallen, es ist ein wundervolles Buch für zwischendurch und die perfekte Lektüre für den Sommer!

Die sommerliche Atmosphäre kommt hier wirklich richtig schön rüber. Schauplatz ist zwar kein Strand am Meer oder eine schöne Insel, sondern ein Campingplatz in der Natur Kanadas, aber auch mit diesem Setting ist es der Autorin wunderbar gelungen in dem Buch ein tolles Sommer-Feeling zu erzeugen.
Das Setting war übrigens auch ein großer Punkt im Klappentext, der meine Neugier auf das Buch wecken konnte. Kanada hat mich schon immer fasziniert, daher lese ich Bücher, die in diesem Land spielen immer besonders gerne.

Mir haben Cover und Klappentext hier also nicht zu viel versprochen. Einmal begonnen, habe ich das Buch nahezu in einem Rutsch durchgelesen. Es liest sich wirklich flott und richtig gut, was zum einen an dem sehr flüssigen und locker-leichten Schreibstil liegt, zum anderen aber auch an der Handlung, die mich von den ersten Seiten an begeistern konnte.

Wir erfahren alles aus der Sicht von Julia. Diese hat die Schule gerade abgeschlossen, hat es aber durch die stressige Zeit, die durch die schlimme Krankheit ihres kleinen Bruder hervorgerufen wurde, nicht geschafft, sich für Colleges zu bewerben. Sie hat daher beschlossen, ihrer Mutter erst einmal für eine Weile auf dem Campingplatz zur Hand zu gehen. Tja, nur leider scheint daraus nichts zu werden, denn Julia muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihre Mutter hoch verschuldet und kurz davor ist, den Campingplatz zu verkaufen.
Ich konnte Julias Ärger und ihre Verzweiflung nur zu gut nachvollziehen. Nicht nur, weil die idyllische Lage des Campingplatzes wunderschön beschrieben wird, ich konnte es natürlich auch sehr gut nachempfinden, wie furchtbar es sein muss, wenn man erfahren muss, dass man vermutlich sein geliebtes Zuhause verlieren wird. Denn das tut Julia, sie liebt den Campingplatz. Sie gibt daher auch an keiner Stelle auf und setzt alles daran, um ihr Zuhause zu retten.
Zur Hilfe kommt ihr dann ausgerechnet Nick. Dieser ist, wie Julia nach ihrer ersten Begegnung mit Nick erfahren muss, der Sohn des Bauunternehmers, der sich für die Camping-Anlage interessiert.

Mit Nick haben wir es mit einem ziemlich typischen, männlichen Protagonisten zu tun: Gut aussehend, witzig, sympathisch, Rockstar in einer Band und scheinbar in allen Dingen perfekt. Nick ist schon ein ziemliches Klischee, aber als Leser muss man ihn dennoch sofort ins Herz schließen. Wie eigentlich alle Charaktere, mir war hier wirklich so gut wie niemand unsympathisch. Nur Dan, ein Freund von Julia, für den sie heimlich geschwärmt hat und von dem sie immer dachte, er würde ihre Liebe erwidern und es könnte mehr aus ihnen werden. Dan war mir zu sehr von sich überzeugt, da war ich persönlich schon sehr froh, dass aus ihm und Julia kein Paar wurde. Ich glaube nicht, dass Julia mit Dan glücklich geworden wäre.

Nick dagegen ist anders. Stellenweise war mir seine liebe Art und Hilfsbereitschaft fast schon etwas zu viel des Guten, wie gesagt, Nick ist schon ein kleines wandelndes Klischee. Gestört hat es mich aber nicht, ich finde, in solchen schönen Sommergeschichten dürfen Klischees und etwas Kitsch nicht fehlen. ;)

Und keine Sorge, zu kitschig ist die Geschichte auch gar nicht, überhaupt nicht. Sie besitzt auch Tiefgang und regt einem zu Nachdenken an. Durch Julias kleinen neunjährigen Bruder, der bis vor kurzem sehr schlimm krank gewesen ist und dessen Krankheit natürlich auch jetzt noch Thema in der Familie ist, bekommt die Handlung etwas Ernsthaftes und Einfühlsames. Natürlich ist auch die Sache mit dem Verkauf des Campingplatzes nichts zum Lachen und auch in Nicks Leben ist, wie sich herausstellt, zurzeit nicht alles eitel Sonnenschein. Alisha Sevginy ist es jedoch wunderbar gelungen, die ernsteren Themen so gekonnt in die Geschichte einzubauen, dass sie einen nicht traurig stimmen oder bedrücken. Das Buch ist stellenweise wunderbar humorvoll und hat mich wirklich bestens unterhalten. Auch mit romantischen Szenen bekommen wir es hier zu tun, wobei es von diesen für meinen Geschmack ein paar mehr hätte geben können.

Mehr möchte ich hier auch gar nicht verraten. Wenn ihr gerne wissen möchtet, welche Rolle eigentlich die Sterne in dem Buch spielen, der Titel wurde ja nicht ohne Grund gewählt, und ob es Julia und Nick gelingen wird, den Campingplatz zu retten und wenn ja, wie – um all das zu erfahren, müsst ihr „Mein Sternschnuppensommer“ schon selber lesen. :D

Fazit: Mir hat das Buch wirklich richtig schöne Lesestunden beschert. Ich kann es sehr empfehlen, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen. Wer gerne humorvolle, sommerliche Jugendromane liest, die zwar Klischees enthalten, aber auch einen gewissen Anteil an Tiefgang besitzen, dem wird „Mein Sternenschnuppensommer“ ganz bestimmt gefallen. Für mich war hier alles stimmig: Eine süße Geschichte, super sympathische Charaktere, ein tolles Setting und ein herrliches Sommer-Feeling. Nicht zu vergessen der humorvolle Schreibstil, wodurch sich das Buch sehr angenehm lesen lässt. Ein wundervolles Buch, perfekt für zwischendurch, ich vergebe hier gerne 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 16.06.2018

Ein wunderschöner Roman

Träume, die ich uns stehle
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Dieses schöne Buch stand schon etwas länger auf meiner Wunschliste. Meine Neugier darauf konnte vor allem das wunderschöne Cover wecken, da war es bei mir wirklich Liebe auf den ersten Blick. Auch der ...

Dieses schöne Buch stand schon etwas länger auf meiner Wunschliste. Meine Neugier darauf konnte vor allem das wunderschöne Cover wecken, da war es bei mir wirklich Liebe auf den ersten Blick. Auch der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb. Von Lily Oliver hatte ich bisher noch kein Buch gelesen, „Träume, die ich uns stehle“ sollte also mein erstes Werk von ihr sein.

Nach einen schlimmen Unfall befindet sich Lara im Krankenhaus und ist dort Patientin in der psychiatrischen Abteilung. Sie hat keine Erinnerung mehr an die letzten zwei Jahre und leidet zudem an einer Art Redezwang. Manchmal kann Lara einfach nicht aufhören zu reden, die Worte wollen aus ihrem Mund heraus und lassen sich nicht stoppen. Zuhören hört ihr schon längst keiner mehr, außer ihr Therapeut Martin, bei dem sie in Behandlung ist. Dann aber findet Lara Thomas. Bei ihm kann sie ihre Verzweiflung loswerden, bei ihm fühlt sie sich geborgen. Aber ist das, was sie tut, auch wirklich richtig? Schließlich kann Thomas sich nicht gegen ihren Redefluss wehren, da er im Koma liegt. Trotzdem beginnt Lara sich immer wieder zu Thomas auf die Intensivstation zu schleichen und bemerkt nach kurzer Zeit etwas ganz Erstaunliches: Thomas reagiert auf ihre Stimme! Lara beschließt, Thomas eine Geschichte zu erzählen, eine Liebesgeschichte zwischen ihr und ihm. Diese wird für beide immer realer und Lara gewinnt zunehmend den Eindruck, dass sie und Thomas etwas verbindet. Allerdings sieht die Wahrheit ganz anders aus...


Bücher, die von psychischen Erkrankungen handeln, lese ich immer sehr gerne. Die verschiedensten Krankheitsbilder sind mir mittlerweile schon untergekommen, manche wirklich gut und realistisch dargestellt, andere leider eher weniger.

In „Träume, die ich uns stehle“ wird Laras Krankheit in meinen Augen erstklassig und absolut authentisch von der Autorin beschrieben. Ich kann zwar keine Vergleiche aus dem wirklichen Leben ziehen, da ich mit dem Thema Amnesie zum Glück noch nie in der Realität in Berührung gekommen bin, hatte hier aber dennoch sofort den Eindruck, dass Lily Oliver Laras Zustand sehr realistisch darstellt.

Lara war mir auf Anhieb sympathisch. Es fiel mir anfangs zwar ein wenig schwer, wirklichen Zugang zu ihr zu finden, da sie psychisch sehr angegriffen ist. Allerdings hat mich dieser Aspekt überhaupt nicht gestört, im Gegenteil. Dadurch, dass Lara einem zuerst noch etwas unnahbar und irgendwie auch geheimnisvoll erscheint, übt das Buch schon gleich zu Beginn an eine richtige Sogwirkung auf einen aus, die auch das ganze Buch über bestehen bleibt.

Man versteht erst so nach und nach die verschieden Zusammenhänge und ist wie Lara eine lange Zeit am rumrätseln, was genau eigentlich bei diesem schlimmen Unfall passiert ist und wieso dieser dazu geführt hat, dass Lara keinerlei Erinnerungen mehr an ganze zwei Jahre hat. Irgendwie eine furchtbare Vorstellung, oder? Wie hilflos und ängstlich man sich da fühlen muss. Ich kann mir so etwas ja kaum vorstellen und möchte auch niemals erfahren, wie sich so etwas anfühlt. Lara aber befindet sich leider in so einer Lage. Sie leidet nicht nur unter dem Verlust ihrer Erinnerungen, sie muss auch lernen, ihre Worte unter Kontrolle zu bringen. Diese verlangen oft urplötzlich danach, hinausgelassen zu werden und das so stark, dass Lara sie nicht stoppen kann. Schon verständlich, dass andere Menschen, die Lara nicht kennen, sie für vollkommen verrückt halten.

Sobald ich Lara ein bisschen näher kennengelernt habe, konnte ich mich ohne Probleme in sie hineinversetzen und habe sie immer mehr in mein Herz geschlossen. Wir erfahren die Geschichte überwiegend aus ihrer Sicht, bekommen aber auch einige Kapitel aus der Perspektive von Thomas zu lesen. Da er im Koma liegt, sind sein Anteile immer recht kurz gehalten. Aber auch in diesem kurzen Erzählpassagen gelingt es einem als Leser, sich ein Bild von dem jungen Mann zu machen und ihn gern zu haben. Zumindest war es bei mir so. Ich fand es richtig interessant mitzuverfolgen, wie ein Komapatient seine Umgebung wahrnimmt. Thomas mag zwar ans Bett gefesselt im Koma liegen und den Anschein erwecken, nichts davon mitzubekommen, was um ihn herum geschieht. Dieser Eindruck täuscht aber, denn Thomas spürt durchaus, dass da jemand ist, der mit ihm spricht und ihn berührt. Dieser jemand ist Lara. Auf ihre Stimme reagiert er, was Lara auch nicht verborgen bleibt. Verwirrt und unsicher, wie sie ist, beginnt sie schließlich anzunehmen, dass Thomas auf ihre Stimme reagiert, weil er sie kennt. Kann das sein? Sind sie und Thomas sich schon mal begegnet? Sind sie Freunde? Vielleicht sogar mehr als Freunde? Ist die Liebesgeschichte, die Lara da erzählt, etwa wahr und gar nicht ihrer Fantasie entsprungen?

Wie Lara, so tappen auch wir Leser bis zum Schluss zum Dunklen. Ich habe beim Lesen immer wieder Theorien aufgestellt, wie wohl alles zusammenhängen könnte, musste diese aber immer wieder verwerfen. So etwas liebe ich ja in Büchern, ständig von geschickt platzierten Wendungen überrascht zu werden und immerzu am Rumrätseln zu sein. Ihr auch? Dann kann ich euch das Buch wirklich sehr ans Herz legen. Ganz besonders das Ende konnte mich begeistern, mit diesem hätte ich überhaupt nicht gerechnet.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es war zwar schon ein bisschen anders als von mir erwartet, weniger romantisch, dafür deutlich tiefgründiger und spannender, aber es war auf keinen Fall schlecht anders, eher im Gegenteil. :D
Zwischendurch haben sich manche Stellen leider ein wenig gezogen. Diese hätten vielleicht etwas weniger ausführlich sein können. Durch den wunderbar flüssigen und wirklich tollen Schreibstil der Autorin liest sich das Buch jedoch echt klasse, auch die etwas langatmigen Stellen. Diese halten sich auch in Grenzen, allzu sehr gestört haben sie mich nicht.

Ich denke, dass das Buch nicht jedermanns Sache sein wird. Man muss sich schon auf die Handlung und die Charaktere einlassen können. Gelingt einem das, so wird man von dem Buch herrliche Lesestunden beschert bekommen. Bei mir war dies der Fall. Lily Oliver ist hier eine alles andere als typische Liebesgeschichte gelungen. „Träume, die ich uns stehle“ ist mal etwa komplett anderes und in meinen Augen wurde hier eine tolle Idee sehr gelungen umgesetzt.

Fazit: Nun habe ich also mein erstes Buch von Lily Oliver gelesen und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Mir hat „Träume, die ich uns stehle“ sehr gut gefallen. Die Geschichte ist sehr emotional, tiefgründig, sie stimmt einen extrem nachdenklich und nimmt einen mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Mit ihrem wunderschönen und sehr fesselnden Schreibstil beschreibt Lily Oliver ein alles andere als leichtes und sehr ernstes Thema auf eine sehr einfühlsame und gefühlvolle Weise, die einen mitten ins Herz trifft. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 15.06.2018

Hat mir leider nicht so gut gefallen

Agalstra
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Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich durch das coole Cover. Als ich das erste Mal im Internet auf „Agalstra“ gestoßen bin, wusste ich noch gar nicht, wie witzig das Buch aufgemacht ist. Mir hat schon ...

Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich durch das coole Cover. Als ich das erste Mal im Internet auf „Agalstra“ gestoßen bin, wusste ich noch gar nicht, wie witzig das Buch aufgemacht ist. Mir hat schon allein die Illustration, die so etwas Geheimnisvolles an sich hat, richtig gut gefallen. Als das Buch dann aber bei mir eintraf und ich sah, wie lustig das Cover gestaltet ist, verliebte ich mich nur mehr in die Aufmachung. Ich war schon richtig gespannt was mich zwischen den Buchdeckeln erwarten wird und hoffte sehr, dass das tolle Cover hält, was es verspricht.


Merle und ihr kleiner siebenjähriger Bruder Felix sollen an einem Theater-Workshop in einer alten Burg teilnehmen. Eigentlich kann Merle das Theaterspielen nicht leiden, aber Ferien in einer Burg reizen das Mädchen dann doch. Zudem handelt sich bei besagter Burg um Burg Hohenhartt, die eine wichtige Rolle in dem Leben ihrer verstorbenen Mutter gespielt hat. Vielleicht kann Merle ja endlich mehr über deren Vergangenheit in Erfahrung bringen. Leider sind die anderen Kinder, die an dem Workshop teilnehmen, nicht wirklich nett zu Merle und Felix. Puh, wie sollen die beiden das nur die ganze Zeit mit diesen Blödis aushalten? Doch zum Glück finden sich unter den Kindern dann doch noch zwei, mit denen sich die Geschwister recht gut verstehen. Zusammen mit den beiden, Wladimir und Jannis heißen sie, sollen die Merle und Felix ein Theaterstück einstudieren. Sie sollen es selbst schreiben und dann auf die Bühne bringen, alles andere als einfach. Das Ganze gestaltet sich dann auch als ein Wettbewerb, denn die anderen Teilnehmer bilden die Gegengruppe. Wer das bessere Theaterstück aufführt, gewinnt und erhält als Preis topmoderne Smartphones! Neben dem Proben beschäftigt Merle aber noch etwas ganz anderes: Woher kommt dieses unheimliche Wispern? Ein Geist? Und was hat es mit diesen merkwürdigen Kostümen auf sich, auf die die Kinder stoßen? Diese umgibt ein Geheimnis, haben sie vielleicht sogar magische Kräfte? Und was hat es mit dem Burgherren auf sich? Wieso bekommt Merle immer eine richtige Gänsehaut, wenn sie ihm begegnet?


Leider, leider hat mir das tolle Cover hier zu viel versprochen. Mich konnte „Agalstra“ nicht so wirklich überzeugen, was an mehreren Dingen lag.


Zum einen bin ich einfach mit dem Schreibstil nicht warm geworden. Er liest sich zwar recht flüssig, nur war er mir zu gewollt poetisch. Ich kann es nicht besser beschreiben, mir lag diese Art zu schreiben einfach nicht. Er war stellenweise zwar auch recht humorvoll, was ich immer sehr gerne habe, nur war der Humor leider nicht so ganz mein Geschmack. Vielleicht sagt er der Zielgruppe, Kinder ab 10 Jahren, mehr zu. So bezeichnet Merle ihre Zimmergenossinnen als „Pissikacki“. Kinder werden es vielleicht amüsant finden, ich jedenfalls fand diese Bezeichnung ziemlich albern und auch nicht so wirklich gut geeignet für ein Kinderbuch.


Tja, und die Handlung: Diese fand ich sehr wirr und leider auch nicht spannend. Manche Szenen waren zwar etwas aufregender, aber für mich hielt sich die Spannung dennoch sehr in Grenzen. Den Punkt mit der fehlenden Spannung konnte ich eher noch verschmerzen, wobei mich dies schon enttäuscht hat, da das Cover und der Klappentext in meinen Augen schon einen packenden Kinderroman versprechen.

Was mich beim Lesen sehr gestört hat, war diese verwirrende Handlung. Verstanden habe ich sie zwar letztendlich, auch die Auflösung, aber wie das Ganze aufgebaut wurde, mit den Rückblenden, den Theaterproben und dem zu abrupten Ende, dies alles hat mir doch sehr den Lesespaß geraubt.


Der Anfang des Buches ging allerdings noch. Dieser hat mir noch recht gut gefallen. Allerdings flachte das Buch dann immer mehr für mich ab. Vielleicht habe ich mir durch das Cover auch einfach zu viel versprochen und bin deswegen nun so enttäuscht.


Ebenfalls schade fand ich, dass das Buch kaum Illustrationen besitzt. Ich hatte da durch die witzige Gestaltung des Covers schon mit ein paar mehr Bildern gerechnet. Leider befinden sich nur ab und an mal kleine Zeichnungen von Federn zwischen den Absätzen und größere Bilder, wenn ein neuer Teil beginnt. Insgesamt ist das Buch in drei Teile unterteilt.


Was mir an dem Buch gefallen hat, waren die schwarzen Seiten zwischendurch. So ganz den Sinn dabei habe ich zwar nicht verstanden, aber es bringt auf jeden Fall Abwechslung rein und sieht cool aus.

Auch die Charaktere fand ich recht gelungen und sympathisch. Sowohl die Protagonistin Merle als auch die Nebencharaktere. Da wir es hier auch mit Jungen und Mädchen zu tun bekommen, eignet sich das Buch für beide Geschlechter. Ich denke schon, dass auch Jungen gefallen an dem Buch finden können, obwohl die eigentliche Hauptfigur ein Mädchen ist.


Vielleicht haben Kinder hier wirklich mehr Spaß beim Lesen als ich. Vielleicht empfinden sie die Geschichte ja auch als weniger verwirrend. Mein Fall war das Buch leider nicht, da konnte selbst der Nymphensittich, der eine kleine Minirolle in dem Buch spielt, nicht groß was dran ändern. Als großer Vogelfreund, insbesondere von Sittichen, freut es mich immer sehr, wenn diese in Büchern vorkommen.


In meinen Augen wurde hier Potenzial verschenkt. Das Setting ist klasse, Bücher, die in Burgen spielen, standen schon immer ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Wenn nur das drumherum nicht stimmt, kann auch ein tolles Setting nicht dazu beitragen, dass einem das Buch gefällt.


Nach etwas längerer Zeit habe ich mal wieder daneben gegriffen. Ich kann das Buch leider nicht so wirklich weiterempfehlen, aber dies ist ja auch nur meine Meinung. Vielleicht kann „Agalstra“ andere Leser mehr begeistern.


Fazit: Leider hat das tolle Cover für mich nicht das gehalten, was es mir versprochen hat. Mir hat es an Spannung gefehlt, der Schreibstil lag mir nicht und die Handlung war mir zu wirr. Pluspunkte sind die sympathischen Charaktere, das Setting und auch die angenehm große Schrift. Mich konnte das Buch leider nicht so wirklich überzeugen, besonders das Ende hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen. Schade, aber meinen Geschmack hat „Agalstra“ leider nicht getroffen. Ich kann hier nur 2 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 11.06.2018

Ein wunderschöner Jugendroman, welchem viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte!

Mein Herz in allen Einzelteilen
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Als mir dieses Buch das erste Mal begegnete, konnten das hübsche Cover und der sehr vielversprechend klingende Klappentext meine Neugier sofort wecken. Hier wusste ich einfach vom ersten Moment an, dass ...

Als mir dieses Buch das erste Mal begegnete, konnten das hübsche Cover und der sehr vielversprechend klingende Klappentext meine Neugier sofort wecken. Hier wusste ich einfach vom ersten Moment an, dass „Mein Herz in allen Einzelteilen“ ganz genau das Richtige für mich sein wird. Von der Autorin Julie Buxbaum hatte ich bisher noch nichts gelesen, dieses Buch sollte also mein erstes Werk von ihr sein.

Die 16-jährige Kit zählt zu den Beliebten an ihrer Schule, daher haben sich ihre Wege mit denen von Außenseiter und Sonderling David bisher auch eher selten gekreuzt. Dann aber kommt Kits Vater bei einem Autounfall ums Leben und für die 16-jährige ändert sich alles. Es gelingt ihr nicht, ihr bisheriges Leben normal fortzusetzen. Sie erträgt die Nähe und die Gespräche ihrer Freunde derzeit nicht mehr, daher beschließt sie eines Tages, sich in der Mittagspause zu David an den Tisch zu setzen. David hat das Asperger-Syndrom, wodurch er vieles anders wahrnimmt als normale Menschen und große Schwierigkeiten damit hat, soziale Kontakte zu knüpfen. Er wirkt auf andere durch seine schonungslose Ehrlichkeit recht seltsam, weswegen er von seinen Mitschülern auch gemieden wird. Kit jedoch tun gerade Davids ehrliche Worte gut. Auch in den nächsten Tagen setzt sie sich zu ihm an den Tisch. Die zwei verbindet recht schnell eine wunderbare Freundschaft, die beiden dabei helfen wird, diese schwierige Zeit zu überstehen.

Bei diesem schönen Buch habe ich leider ein klein wenig gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Nachdem ich aber erst einmal reingefunden habe, wollte ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegen. Schon witzig, wie das manchmal so sein kann: Am Anfang dachte ich tatsächlich noch, nee, dieses Buch ist wohl eher doch nichts für mich, dann aber konnte es mich immer mehr begeistern, sodass es letztendlich sogar zu einem Highlight für mich wurde.

Mein Eindruck ist ja, dass dem Buch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Internet begegnet man diesem eher wenig, was wirklich unendlich schade ist, da sich zwischen den hübschen Buchdeckeln ein wahres Schätzchen verbirgt.

Wie man dem Klappentext entnehmen kann, handelt es sich bei „Mein Herz in allen Einzelteilen“ um ein eher ernsteres Jugendbuch. Es spricht viele wichtige Themen an, geht sehr in die Tiefe und stimmt einen nachdenklich. Ich kann das Buch daher denjenigen ganz besonders ans Herz legen, die gerne tiefgründige und berührende Jugendromane lesen.

Das Buch ist jedoch nicht nur ernst. Überhaupt nicht, es gibt auch jede Menge zum Schmunzeln und Lachen, was in erster Linie an David liegt.
David ist wohl der eigentliche Star in diesem Buch. Wir erfahren die Geschichte zwar auch aus der Sicht von Kit, aber mir persönlich haben die Kapitel aus Davids Perspektive deutlich besser gefallen. Wie im Klappentext erwähnt wird, hat David das Asperger-Syndrom, was ihn bei anderen zu einem richtigen Sonderling, ja, sogar Freak, abstempelt. David gelingt es nicht, die Reaktionen und Gefühle seiner Mitmenschen zu erfassen, er hat kein Gespür dafür, wie seine Worte auf andere wirken. David ist immer schonungslos ehrlich, was natürlich nicht bei jedem gut ankommt. Kit aber, die durch den Unfalltod ihres Vaters gerade in ein tiefes Loch gefallen ist, braucht gerade das: Jemand, der ehrlich zu ihr ist, sie nicht wie ein rohes Ei behandelt und rundheraus sagt, was einem gerade durch den Kopf geht.

Ich fand es wahnsinnig spannend, Davids Gedankengänge mitzuverfolgen. Da ich mit dem Asperger-Syndrom bisher kaum in Berührung gekommen bin – sei es in der Realität oder durchs Lesen – kann ich nicht sagen, ob Davids Besonderheit wirklich realistisch dargestellt wird. Ich jedenfalls habe sie als sehr authentisch empfunden. David ist ein einzigartiger Charakter, den man durch seine ehrliche, liebe und ja, auch total süße Art, einfach sofort ins Herz schließen muss. Ich habe mich teilweise köstlich über seine Bemerkungen und Gedanken amüsiert, wobei man über so etwas ja eigentlich nicht lachen sollte. Schließlich hat David durch sein Anderssein ein alles andere als leichtes Leben. Irgendwie habe ich mich beim Lesen fast schon geschämt, dass ich über manche von Davids Äußerungen und Gedanken so grinsen oder schmunzeln musste, es ließ sich aber einfach nicht vermeiden.

Neben David habe ich auch Kit auf Anhieb gemocht. Sie ist ebenfalls ein wundervoller Charakter und richtig sympathisch. Auch die Beschreibungen über sie habe ich als absolut realistisch empfunden. Ich habe zum Glück noch nie einen geliebten Menschen auf eine so tragische Weise verloren, wie es bei Kit der Fall ist, kann mir aber nur zu gut vorstellen, wie schlimm und schwer es ist, mit diesem großen Verlust klarzukommen.

David und Kit haben es also beide momentan nicht leicht, wobei David es ja (leider) gar nicht anders kennt. Die beiden verbindet etwas, als Leser spürt man einfach sofort, dass es zwischen David und Kit harmoniert und das sich zwischen den beiden auch mehr entwickeln kann als nur Freundschaft.

Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam und wirklich wunderschön, wie Kit und David sich näher kommen, sich immer besser kennenlernen und gemeinsam diese schwierige Zeit durchstehen.

Das Buch ist trotz der ernsten Themen nicht bedrückend und düster. Traurig ist es stellenweise schon, aber durch Davids liebe Art und den humorvollen Schreibstil bekommt das Buch eine gewisse Leichtigkeit.
Mir hat „Mein Herz in allen Einzelteilen“ wundervolle Lesestunden beschert. Für mich hat hier einfach alles gestimmt. Die Geschichte braucht zwar ein klein wenig, um in Fahrt zu kommen, dann aber schöpft sie ihr Potenzial wirklich perfekt aus.
Besonders das Ende fand ich sehr gelungen. Dieses kam absolut überraschend für mich. So etwas liebe ich ja in Büchern, wenn man es nicht mit vorhersehbaren Momenten und Enden zu tun bekommt, sondern diese tollen Aha-Momente erlebt.

Fazit: Ich kann das Buch wärmstens empfehlen! Es scheint wirklich ein Geheimtipp zu sein, denn wie oben bereits erwähnt, ist mein Eindruck, dass das Buch eher unbekannt ist. Daher: Unbedingt lesen, es lohnt sich wirklich! „Mein Herz in allen Einzelteilen“ ist ein unglaublich liebenswerter, einfühlsamer, wunderschöner und zu Herzen gehender Roman mit ganz besonderen Protagonisten, tollen Nebencharakteren und einer wundervollen Geschichte. Ich hatte hier jede Menge Spaß beim Lesen und hoffe wirklich sehr, dass dem Buch noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden wird, denn diese verdient es ganz klar. Von mir gibt es nur zu gerne volle 5 von 5 Sternen!