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Veröffentlicht am 14.08.2021

Turbulent, schräg, superwitzig! Ein herrlicher Lesespaß!

Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1
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Als ich das erste Mal von „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Klappentext klang nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack und das ulkige Cover konnte ...

Als ich das erste Mal von „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Klappentext klang nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack und das ulkige Cover konnte ebenfalls umgehend bei mir punkten. Die finnische Autorin Noora Kunnas war bisher völlig unbekannt gewesen. „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ sollte also mein erstes Buch von ihr werden.

Da die Eltern von Lilli und Mikko auf Geschäftsreise müssen, werden die Geschwister über die Sommerferien bei ihrem grauenhaften Onkel Jim abgeladen. Die Begeisterung der beiden hält sich sehr in Grenzen. Sie können ihren Onkel überhaupt nicht leiden – und er sie ebenfalls nicht. Onkel Jim hasst Kinder, sie machen in seinen Augen nur Dreck, Chaos und Ärger. Er hat sein Haus daher sorgfältig mit Abdeckfolie ausgelegt, nachts wird die Tür des Gästezimmers abgeschlossen, damit Lilli und Mikko nicht im Haus herumgeistern und zum Frühstück gibt es nur trockenes Knäckebrot. Na super. Das werden garantiert die schlimmsten Ferien aller Zeiten werden. Doch dann lernen die Geschwister die Nachbarin Flora Salmanteri kennen, die in dem Haus nebenan wohnt. Den beiden wird sehr schnell klar: Flora ist keine gewöhnliche alte Dame. Sie lebt mit einem sprechenden Hahn in Lederjacke und Glitzerboots zusammen und ist einfach nur total cool. Und das Frühstück bei ihr ist deutlich leckerer als bei Onkel Jim. Zudem besitzt sie einen 3D-Drucker, mit dem sie für ihren Freund Kapitän Holzbein-Vorsteen süße Mini-Piraten herstellt. Als Mikko aus Versehen eine komische Flüssigkeit über die Figuren verschüttet und diese daraufhin zum Leben erwachen, bricht in dem kleinen finnischen Städtchen Vammala das reinste Chaos aus. Und als wäre das Tohuwabohu, das die kleinen Piraten anrichten, nicht schon mehr als genug, sorgt dann auch noch der anstehende Blumenwettbewerb und ein Dieb für jede Menge Aufregung.

Dies war also mein erstes Werk aus der Feder von Noora Kunnas und es wird es ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein! Ich habe eindeutig mal wieder den richtigen Riecher gehabt – mir hat „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ unheimlich gut gefallen. Mich hat zwischen den Buchdeckeln einfach genau das erwartet, was ich mir erhofft habe: Ein turbulentes, superwitziges und wundervoll abgedrehtes Ferien-Detektivabenteuer voller skurriler Gestalten und origineller Illustrationen. Ich hatte tierisch viel Freude beim Lesen und habe das Buch für meinen Geschmack leider viel zu schnell beendet.

Für mich kam beim Lesen definitiv an keiner Stelle Langeweile auf. Vor allem die vielen verschiedenen Charaktere sorgen mit ihren ausgefallenen und teils etwas durchgeknallten Eigenarten für die allerbeste Unterhaltung. Ich zumindest habe mich prächtig über sie amüsiert und das Schmunzeln an vielen Stellen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.

Da hätten wir zum Beispiel Onkel Jim, der zwar ein mega unsympathischer Kerl ist, dessen Übellaunigkeit und Garstigkeit aber so schön überspitzt dargestellt wird, sodass er irgendwie trotzdem für eine richtig gute Stimmung sorgt.
Dann wäre da natürlich Flora Salmanteri, die eine verdammt coole Oma ist. Ich fand Flora einfach spitze. So eine tolle Nachbarin wie sie hätte ich auch gerne.
Mein heimlicher Star in dieser Geschichte ist allerdings Pedro, Floras sprechender Hahn. Ja, ihr habt richtig gelesen, ein sprechender Hahn. Wieso er die Menschensprache beherrscht, weiß Pedro selbst nicht. Er kann es eben einfach und da er nichts lieber tut als Reden und Singen, kommen wir Leserinnen im Verlauf des Buches in den Genuss von jeder Menge höchst vergnüglicher Hahnplappereien und Geträllere. Pedro ist aber nicht nur die reinste Quasselstrippe – er hat auch richtig Stil, hihi.
Den kauzigen Käpt'n Holzbein-Vorsteen fand ich aber auch herzallerliebst. Ach, mir haben einfach alle Charaktere wahnsinnig gut gefallen. Im Erschaffen von liebenswert-verrückten Figuren scheint die Noora Kunnas ein absolutes Händchen zu haben.

Die Geschwister Lilli und Mikko machen in diesem bunten und ungewöhnlichen Haufen noch einen recht normalen Eindruck. Großartig sind sie aber natürlich dennoch. Die beiden sind zwei ganz liebe und aufgeweckte Kinder, die man sofort ins Herz schließen muss.

Gemeinsam mit den Geschwistern und den Bewohnern von Vammala erlebt man als Leser
in eine überaus spaßige und aufregende Zeit, bei der unter anderem ein Blumenwettbewerb, lebendig gewordene Mini-Piraten, eine berühmte Sängerin und ein Diebstahl eine große Rolle spielen werden.
Mehr ins Detail gehen möchte ich dann auch eigentlich gar nicht – ich will schließlich nicht zu viel verraten. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass ihr das Buch gar nicht mehr aus der Hand mögt und es viel zu schnell durchgelesen haben werdet, da euch die Handlung so sehr mitreißt.

Zu dem flotten Lesetempo tragen dann auch die angenehm kurzen Kapitel sowie die kreative Aufmachung bei. Von den zahlreichen schwarz-weiß Illustrationen von Teemu Juhani bin ich ebenfalls ganz begeistert. Ob die kleineren Zeichnungen oder die ganzseitigen Bilder – allesamt sind sie mit viel Liebe und Humor gezeichnet und passen einfach nur perfekt zur Geschichte.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch, dass uns das Buch nach Finnland mitnimmt. Ich lese generell total gerne Bücher, die in Skandinavien spielen, allerdings hat es mich bisher überwiegend nach Schweden verschlagen und eher selten nach Finnland. Mich hat es daher wirklich sehr gefreut, dass das Setting in „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ eine finnische Kleinstadt ist. Die Schauplätze werden zudem zauberhaft beschrieben. Die Atmosphäre ist so schön sommerlich und die Erzählung sprüht nur so vor einmaligem finnischen Flair.

Das Ende ist recht abgeschlossen, sodass das Buch durchaus für sich alleine stehen könnte. Zum Glück handelt es sich hierbei aber nicht um einen Einzelband: Hinten auf der letzten Seite wird der zweite Band bereits angekündigt und für mich steht selbstverständlich fest, dass ich ihn lesen werde. Auf die Fortsetzung bin ich schon tierisch gespannt!

Fazit: Ein herrlicher Lesespaß voller guter Ferienlaune, Witz, Abenteuer und finnischem Charme!
Noora Kunnas ist mit „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ ein rundum gelungenes Kinderbuch ab 8 Jahren geglückt, mit welchem sie mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Die Geschichte ist so wunderbar schräg und lustig, sie ist fantasievoll, klasse illustriert und wird mit viel Tempo, Herz und Sprachwitz erzählt. Mir hat es ungeheuer viel Vergnügen bereitet Zeit mit den schrulligen Figuren in dem kleinen Städtchen Vammala zu verbringen und ich freue mich schon sehr auf mein Wiedersehen mit ihnen. Egal ob Jung oder Alt – ich kann „Flora Salmanteri und die Mini-Piraten“ nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.08.2021

Ein toller Folgeband!

Rätselhafte Ereignisse in Perfect (Band 2) - Meister der Täuschung
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Da mir der erste Band der „Rätselhafte Ereignisse in Perfect“ - Serie so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf mein Wiedersehen mit Violet, ...

Da mir der erste Band der „Rätselhafte Ereignisse in Perfect“ - Serie so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf mein Wiedersehen mit Violet, Boy und Co. habe ich mich tierisch gefreut!

Nachdem die bösen Pläne der Archer-Brüder vereitelt werden konnten und Perfect in Town unbenannt wurde, scheint in der kleinen Stadt alles geradezu perfekt zu sein. Doch dann passieren auf einmal lauter seltsame Dinge. Sachen werden gestohlen, Kinder verschwinden spurlos...Und alle sind der Meinung, dass Violets bester Freund Boy dahintersteckt. Violet kann das aber nicht glauben. Boy ist doch so ein anständiger und lieber Kerl – er kann einfach nicht der Übeltäter sein – oder vielleicht doch? Es scheint tatsächlich alles für seine Schuld zu sprechen. Zudem verhält sich Boy auf einmal äußerst merkwürdig. Violet muss dem Ganzen unbedingt auf den Grund gehen! Ihre Nachforschungen werden sie in zahlreiche gefährliche Situationen bringen und so einige dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht bringen. Ob es Violet wohl gelingen wird, alles aufzuklären und Town erneut zu retten?

Da mich der Trilogiestart so begeistern konnte, habe ich mir von dem zweiten Teil natürlich ziemlich viel erhofft. Hinzu kommt, dass alle drei Bände im Englischen äußerst positive Bewertungen erhalten haben.
Langer Rede kurzer Sinn: Meine Erwartungen konnten komplett erfüllt werden! Helena Duggan hat mit „Meister der Täuschung“ in meinen Augen eine fabelhafte Fortsetzung aufs Papier gebracht, die dem Vorgänger in nichts nachsteht und wie dieser voller Abenteuer, Nervenkitzel, Mysterien, Witz und Fantasie steckt. Ich habe auch diesen Band förmlich verschlungen und für meinen Geschmack viel zu schnell beendet. Auf das Finale bin ich nun wahnsinnig gespannt. Das Ende vom zweiten Teil verschont uns zwar erfreulicherweise mit einem fiesen Cliffhanger und lässt sogar erstaunlich wenig offen, allerdings macht es dennoch große Lust auf mehr und super neugierig auf das nächste Abenteuer.

Aber zurück zum zweiten Band. Da mir die Geschehnisse aus dem Auftakt noch sehr präsent waren, habe ich mühelos nach Perfect – bzw Town, wie die Stadt ja nun heißt – zurückgefunden. Kurze Info an alle Neulinge: Steigt unbedingt mit dem ersten Teil in die Trilogie ein. Bei der „Rätselhafte Ereignisse in Perfect“ - Serie ist es meinem Empfinden nach definitiv erforderlich die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da sie aufeinander aufbauen.

Die Handlung der Fortsetzung setzt kurz nach dem Ende des vorherigen Bandes an und man ist sofort wieder mittendrin im Geschehen.
Nachdem es zu Beginn kurz den Anschein hat, als wäre in dem kleinen Städtchen Town (ehemals Perfect) endlich alles in Ordnung, ereignen sich auch schon die nächsten mysteriösen Vorkommnisse. Vor allem Boys äußerst komisches Verhalten gibt totale Rätsel auf. Im Gegensatz zu unserer Romanheldin Violet war mir, als Erwachsene, recht schnell klar was Sache ist, allerdings hat mich dies in keinster Weise gestört. Ich war dennoch durchweg am mitfiebern und mitraten und habe die Story als ungemein spannend empfunden. Bezüglich Boy mag ich rasch den richtigen Riecher gehabt haben, aber was die anderen Seltsamkeiten angeht, bin ich länger im Dunkeln getappt. Was ist mit den verschwundenen Kindern geschehen? Wurden sie entführt? Und was hat es mit diesem unheimlichen schwarzen Vogel auf sich, von dem sich Violet regelrecht verfolgt fühlt?
Neben diesen Fragen sorgen auch lauter schaurige Szenen für jede Menge Spannung: Ausflüge bei Nacht, ein gruseliger Friedhof, dunkle Geheimgänge, grausige Zombie-Monster, finstere Machenschaften – man mag das Buch wirklich gar nicht mehr aus der Hand legen, da es einen so sehr packt und an die Seiten fesselt. Hinzu kommen dann natürlich noch die skurrilen und humorvollen Szenen, die dieses Mal natürlich ebenfalls nicht fehlen und die den Lesesog nur noch verstärken.

Auch berührende Momente sind Teil der Handlung, vor allem zum Ende hin hat mich die Geschichte sehr bewegt. Und eine bestimmte Stelle fand ich ziemlich traurig. Da ich nur auf gar keinen Fall spoilern möchte, kann ich diesbezüglich leider nicht näher ins Detail gehen, nur so viel noch: Die Geschichte setzt sich mit den Themen Tod und Verlust auseinander, bleibt allerdings jederzeit kindgerecht. Die Thematik wird sehr einfühlsam und sanft von der Autorin behandelt, sodass das Buch auf jeden Fall für die Leser*innen ab 10 Jahren geeignet ist.

Mit den Charakteren hat mich Helena Duggan ebenfalls wieder überzeugen können. Egal ob alte Bekannte oder neue Figuren, ob gut oder böse – alle wurden sie prima ausgearbeitet und machen das Leseerlebnis mit ihren unterschiedlichen und teils recht ausgefallenen Persönlichkeiten und Eigenarten rundum perfekt.
Besonders gut gefallen hat mir erneut Violet, unsere Hauptprotagonistin, aus deren Sicht wir abermals alles in der dritten Person erfahren. Violet ist mutig, stark, clever, schlagfertig und sympathisch – ich fand sie einfach wieder großartig.

Hinsichtlich des Settings bin ich ebenfalls wieder ganz auf meine Kosten gekommen. Town wird auch dieses Mal so herrlich geheimnisvoll beschrieben, ich liebe die düstere Stimmung in dieser Trilogie einfach!
Genial fand ich auch wieder die doppelseitige und sehr detailreiche schwarz-weiß Karte vorne und hinten im Buch, die Town zeigt und dank der man sich noch besser in der Stadt zurechtfinden kann. Und da wir schon einmal bei der Gestaltung sind: Die Kapitelanfänge werden auch in diesem Band von wunderhübschen Vignetten geziert und das Cover ist ein echter Hingucker. Ich persönlich mag die Cover der englischen Ausgaben zwar etwas lieber, muss ich gestehen, aber auch die Aufmachung der deutschen Bücher finde ich richtig klasse.

Fazit: Spannend, düster, atmosphärisch. Ein wunderbarer Folgeband voller Geheimnisse, Intrigen, Humor und Grusel!
Auf den zweiten Band der „Rätselhafte Ereignisse in Perfect“ - Trilogie habe ich mich diebisch gefreut und nun, was soll ich sagen, eindeutig zurecht. Auch die Fortsetzung enthält eine rundum gelungene Mischung aus Mystery, Fantasy und Krimi und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Ich habe tolle Lesestunden mit dem Buch verbracht und fiebere dem Erscheinen des dritten Teils nun ganz ungeduldig entgegen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Packend, emotional, aufwühlend, erschreckend realistisch!

Sanctuary – Flucht in die Freiheit
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Als ich das erste Mal von „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ hörte, wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Es klang einfach so gut und von dem Cover habe ich auf den ersten Blick wie ...

Als ich das erste Mal von „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ hörte, wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Es klang einfach so gut und von dem Cover habe ich auf den ersten Blick wie magisch angezogen gefühlt. Ich zögerte daher keine Sekunde lang und ließ das Gemeinschaftswerk von Paola Mendoza und Abby Sher bei mir einziehen.

USA, 2032: Nachdem Vali und ihre Eltern aus Kolumbien geflohen sind, lebt die Familie in Vermont. Ein Leben in Sicherheit ist ihnen jedoch nicht vergönnt. Alle Bürgerinnen werden durch einen Identitätschip überwacht, doch anders als der Chip von Valis kleinem Bruder Ernie sind die von Vali und ihrer Mutter gefälscht. Als die Regierung anordnet, das Land nach illegalen Migrantinnen zu durchsuchen, bleibt der kleinen Familien nichts anderes übrig als zu flüchten. Ihr Ziel: Kalifornien, der einzige Bundesstaat, in der undokumentierte Einwanderer nicht verfolgt werden. Als bei einem Kontrollscan der Chip der Mutter nicht mehr funktioniert und sie daraufhin festgenommen wird, muss Vali mit ihrem Bruder alleine weiterreisen, einmal quer durchs Land. Ob sie es bis nach Kalifornien schaffen werden? Werden sie ihre Mutter jemals wiedersehen? Ein gefährlicher Kampf ums Überleben beginnt...

Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich das Buch beendet habe, gedanklich stecke ich aber immer noch tief in der Geschichte drin. „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ ist definitiv so ein Werk, das einem sehr lange Gedächtnis bleibt. Bei mir zumindest wird das garantiert der Fall sein. Mich hat die Story einfach so beeindruckt, mitgerissen, berührt, nachdenklich gestimmt und aufgewühlt – dieses Leseerlebnis werde ich so schnell ganz bestimmt nicht wieder vergessen.

Mich haben Paola Mendoza und Abby Sher mit ihrem gemeinsamen Werk komplett überzeugen können. Ich muss zwar sagen, dass ich eine etwas andere Geschichte zu lesen bekommen habe als erwartet, aber es war gerade dieses überraschende Anders, das mir so gut gefallen hat.

Ich hatte mit einer recht klassischen Dystopie gerechnet, sprich viel futuristische Technologie und eine zukünftige Welt, die zwar sehr wirklichkeitsnah wirkt, die aber trotzdem noch einen ziemlich fiktiven Eindruck macht – und das, obwohl wir in eine Zeit mitgenommen werden, die unserer Gegenwart gar nicht so fern ist.
Ich musste dann nur sehr rasch feststellen, dass die Zukunftsversion in „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ viel realer ist als anfangs von mir angenommen. Im Nachwort gehen die beiden Autorinnen übrigens auch noch mal auf diesen Aspekt ein, was ich ungemein faszinierend fand zu lesen. Eigentlich wollten die beiden eine richtige Dystopie schreiben, allerdings gab es während der Entstehungsphase des Buches so einige Vorkommnisse in den USA, die das Zukunftsszenerio in „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ letztendlich viel denkbarer und wirklichkeitsnäher gemacht haben als geplant.

Ich hatte einen tollen Einstieg in das Buch. Die Handlung und der packende Schreibstil konnten mich sofort mitreißen und unsere 16-jährige Hauptprotagonistin Vali, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, mochte ich auf Anhieb. Mit ihr haben die Autorinnen eine wundervolle Romanheldin erschaffen. Vali ist sympathisch, authentisch und bemerkenswert tapfer und wird während ihrer Reise eine Stärke und Entschlossenheit zur Tage legen, für die man sie nur bewundern kann. Ich fand Vali einfach klasse und habe mich jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können.

Die weiteren Charaktere sind sehr vielfältig gestaltet und wurden in meinen Augen ebenfalls vollkommen glaubhaft skizziert. Mir haben sie allesamt ausgesprochen gut gefallen. Da hätten wir zum Beispiel Valis kleinen Bruder Ernie, der für seine gerade mal sieben Jahre ebenfalls bewundernswert stark ist. Wie sich Vali um ihn während ihrer Flucht kümmert und wie die Beziehung der beiden dargestellt wird, hat mich tief gerührt.
Die Mutter der beiden mochte ich ebenfalls sehr gerne. Bei ihr hat mich im ersten Moment nur ein klein wenig gestört, dass sie so viel Spanisch spricht und diese Sätze nicht ins Deutsche übertragen wurden. (Leider spreche ich kein Spanisch.) Ich habe mich damit dann aber doch schnell anfreunden können, da es der Handlung nur noch mehr Authentizität verleiht.
Neben Valis kleiner Familie werden wir im Verlauf des Buches noch die Bekanntschaft von zahlreichen weiteren Flüchtlingen machen sowie die von freundlichen Menschen, die Vali und Ernie auf ihrem gefahrvollen Weg in das sichere Kalifornien helfen werden. Und skrupellosen Personen werden wir natürlich auch begegnen. Die Schicksale von den anderen illegalen Einwandererinnen haben mich emotional auch richtig mitgenommen, erschüttert und bewegt. Es ist einfach nur furchtbar zu welchen Grausamkeiten die Menschheit fähig ist. Und dass diese Geschichte gar nicht so fern von unserer jetzigen Zeit spielt und so beängstigend realitätsnah wirkt, macht das Ganze nur noch schockierender.

Ich sollte vielleicht besser mal vorwarnen: „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ ist nichts für zarter besaiteter Leser
innen. Menschen sterben, es gibt eine Menge traurige und herzzerreißende und teils auch sehr brutale Szenen und die Atmosphäre ist durchgehend eine ziemlich düstere und beklemmende. Ich kann aber dennoch jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen! Es ist einfach ein so wichtiges und relevantes Werk! Es stimmt extrem nachdenklich und führt einem so richtig vor Augen wie glücklich man sich schätzen kann, wenn man ein sicheres und behütetes Leben in Freiheit führen kann.

Ich habe das Buch in weniger als zwei Tagen verschlungen. Einmal danach gegriffen, habe ich es kaum mehr aus der Hand legen können. Die Handlung kann durchweg mit einer hohen Spannung aufwarten und hält einen von Anfang bis Ende in Atem. Ich war immerzu am mitfiebern, habe an vielen Stellen entsetzlich mit den Figuren mitgelitten und bei jedem Kontrollscan der ID-Chips habe ich richtig mitgezittert und so gehofft, dass sie funktionieren. Die Flucht der Geschwister wird wirklich ungeheuer mitreißend und ergreifend beschrieben. Sie geht unter die Haut und lässt einen einfach nicht mehr los.

Eine Sache, die ich persönlich ein kleines bisschen vermisst habe: Eine Karte, auf der die Reiseroute von Vali und Ernie eingezeichnet ist. Man kann ihre Flucht dank der ausführlichen und detailreichen Beschreibungen zwar auch so völlig problemlos mitverfolgen, aber irgendwie hätte ich es dennoch gar nicht so schlecht geworden, wenn es eine Karte gegeben hätte. Ich werde deswegen aber natürlich keinen Stern abziehen.

Das Ende konnte mich ebenfalls gänzlich überzeugen. Es bleiben zwar einige Fragen offen und von einem rundum glücklichen Happy End kann man nicht sprechen, aber gerade das macht es zu so einem guten und glaubwürdigen Schluss. Es macht Hoffnung und schließt die Geschichte in meinen Augen absolut gelungen und würdig ab.

Fazit: Fesselnd, aufwühlend, emotional. Ein großartiges und ungemein wichtiges Buch, das aufrüttelt und nachhallt!
Paola Mendoza und Abby Sher haben mit „Sanctuary – Flucht in die Freiheit“ eine ganz besondere und sehr ungewöhnliche Dystopie aufs Papier gebracht, mit welcher ich unvergessliche Lesestunden verbracht habe. Die Geschichte ist schmerzhaft und heftig, aber auch hoffnungsvoll und bewegend. Sie ist erschreckend realistisch und aktuell, sie sensibilisiert und regt sehr zum Nachdenken an. Ich kann das Buch jedem nur ans Herz legen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 11.08.2021

Eine zauberhafte queere Liebesgeschichte mit Tiefgang!

Küsse im Sommerregen sind auch nur nass
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Als ich das erste Mal von dem Buch „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ hörte, wusste ich einfach sofort, dass ich es lesen muss. In das stimmungsvolle Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt ...

Als ich das erste Mal von dem Buch „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ hörte, wusste ich einfach sofort, dass ich es lesen muss. In das stimmungsvolle Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und auch der Klappentext sprach mich direkt an. Ich ließ den Debütroman von Ciara Smyth daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Wahre Liebe und Happy Ends? An so etwas glaubt die 17-jährige Saoirse nicht. Ihr Leben ist schließlich der perfekte Beweis dafür, dass es so etwas nicht gibt. Ihre Beziehung zu ihrer Ex-Freundin Hannah ist gescheitert; ihr Vater ist in ihren Augen ein echter Verräter, da er vorhat demnächst seine neue Freundin zu heiraten; ihre Mutter wohnt aufgrund ihrer Demenz seit kurzem in einem Heim und erkennt ihre eigene Tochter nicht mehr...Warum sollte Saoirse es wagen sich auf andere einzulassen, ihnen zu vertrauen oder gar eine feste Beziehung anzufangen? Doch dann trifft sie auf einer Party auf Ruby, die so wunderbar unbeschwert und fröhlich drauf ist und eine große Leidenschaft für Liebeskomödien hegt. Mit letzterem kann sich Saoirse zwar überhaupt nicht identifizieren, sie steht auf Horrorfilme, aber dies hält sie in keinster Weise davon ab, sich zu Ruby hingezogen zu fühlen. Die beiden Mädchen beschließen sehr schnell, eine lockere Sommerromanze zu beginnen, bei der sie einfach Spaß zusammen haben und bei ihren Dates versuchen bekannte Klischees aus romantischen Filmkomödien nachzustellen. Da Ruby aber nur den Sommer über in der Stadt ist, muss im Herbst wieder Schluss sein. Der Plan scheint perfekt zu sein, allerdings haben die beiden eine Sache nicht bedacht: Liebesfilme enden mit einem glücklich verliebten Paar.

Zu queeren Liebesgeschichten greife ich immer überaus gerne, vor allem in der letzten Zeit sind sie äußerst gut auf meiner Leseliste vertreten. Auch zu Büchern, die witzig und tiefgründig zugleich sind und ernste Themen behandeln, fallen vollkommen in mein Beuteschema. Solltet ihr all diese Leidenschaften mit mir teilen, kann ich euch „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ nur wärmstens empfehlen!

Ich bin nicht mit den falschen Erwartungen an mein erstes Werk aus der Feder von Ciara Smyth herangegangen: Mir hat die irische Autorin mit ihrem Debüt eine zauberhafte Lesezeit bereiten können. In meinen Augen hat Ciara Smyth mit „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ einen wunderschönen LGBT-Jugendroman aufs Papier gebracht, der eine gelungene Mischung aus Romantik, Humor und Tiefgang enthält und voller toller Charaktere steckt.

Mit den Figuren hat mich die Autorin definitiv überzeugen können. Allesamt wurden sie authentisch ausgearbeitet und machen das Leseerlebnis mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten und Eigenheiten zu etwas ganz Besonderem.
Da hätten wir zum einen unsere Hauptprotagonistin Saoirse, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren. Bei ihr, muss ich gestehen, habe ich ein kleines bisschen gebraucht ehe ich komplett mit ihr warmgeworden bin. Saoirse wirkt anfangs sehr verbittert und ihr Zynismus besitzt stellenweise recht gemeine Züge. Je mehr wir aber über sie und ihre aktuelle Lebenssituation erfahren, desto lieber habe sie gewonnen und desto besser habe ich ihr Verhalten verstehen können. Und ihren einmaligen Sarkasmus habe ich nach meiner kleinen Anfangshürde schließlich einfach nur noch gefeiert. Ich bin generell ein großer Fan von Charakteren, die herrlich scharfzüngig und schlagfertig drauf sind. Saoirse sarkastische Erzählweise war daher absolut meine.

Was den Humor angeht, bin ich eindeutig auf meine Kosten gekommen. So hat mich beispielsweise der rege Textnachrichten-Austausch zwischen Saoirse, Ruby und Oliver bestens unterhalten. Allein schon über die lustigen Namen, die sich Ruby und Oliver bei den Chats ständig geben, habe ich mich prächtig amüsiert.
Das Zusammenspiel zwischen unserer Hauptfigur und Ruby hat mir aber auch sehr oft ein breites Schmunzeln entlockt. Saoirse und Ruby sind einfach beide so schön eigenwillig drauf und so erfrischend verschieden. Saoirse liebt zum Beispiel Horrofilme über alles, Ruby dagegen vergöttert romantische Komödien. Irgendwie stimmt die Chemie zwischen den beiden aber dennoch sofort.
Mir haben die Dates der zwei total gut gefallen. Saoirse und Ruby haben es sich zur Aufgabe gemacht bei ihren Treffen Klischees aus bekannten Liebeskomödien nachzustellen und dies mitzuverfolgen hat mir einfach nur unheimlich viel Spaß gemacht.
Bestens unterhalten hat mich auch Barbara, die ein Brautmodengeschäft führt und eine umwerfend direkte Art besitzt. Ich fand Barbara echt genial, hihi.

Neben dem Unterhaltungswert kommt in dem Buch aber auch der Ernst nicht zu kurz. Saoirse hat es in ihrem Leben gerade echt nicht leicht. Seit der Trennung von ihrer Ex Hannah fühlt sie sich einsam und hat niemanden mehr zum Reden; die Frage, wie es nun nach der Schule weitergehen soll, beschäftigt sie sehr; dass ihr Vater seine neue Freundin bald heiraten möchte obwohl er noch nicht lange getrennt von ihrer Mutter wohnt, macht sie richtig wütend und dann wäre da natürlich noch die Erkrankung ihrer Mum.
Saoirse Mum leidet an präseniler Demenz und lebt seit kurzem in einem Altersheim. Ich habe da richtig mit unserer Romanheldin mitgelitten. Ich stelle mir das so schrecklich vor, wenn dich deine eigene Mutter nicht mehr erkennt. Saoirse geht mit dieser Sache bewundernswert stark um, allerdings wird natürlich auch mehr als deutlich, wie sehr sie das Verhalten ihrer Mum belastet. Hinzu kommt dann noch der Aspekt, dass die Krankheit vererbbar ist und Saoirse große Angst davor hat, dass sie auch frühzeitig dement wird.

Mich hat die Geschichte auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Sie hat mich ständig zum Schmunzeln gebracht und ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, sie hat mich mitgerissen, berührt und nachdenklich gestimmt. Und da sich der locker-leichte Schreibstil von Ciara Smyth angenehm flüssig für mich hat lesen lassen, kam für mich ein wunderbarer Lesefluss zustande.
Für 5 Sterne hat es mir letztendlich dann aber doch nicht gereicht. Irgendwie hat mir etwas gefehlt, etwas, das ich leider gar nicht genauer benennen kann. Dieser letzte Funken wollte bei mir einfach nicht überspringen. Aber wie gesagt, begeistert von dem Buch bin ich dennoch, auf jeden Fall, und ich kann das Debüt von Ciara Smyth wirklich nur empfehlen. Auf die weiteren Werke der Autorin bin ich schon sehr gespannt!

Fazit: Eine wundervolle queere Liebesgeschichte mit Tiefgang und Humor!
Dies war mein erstes Werk aus der Feder von Ciara Smyth und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen – mir hat ihr Debütroman tolle Lesestunden beschert. „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ erzählt eine bezaubernde, sommerliche Geschichte über viele verschiedene Themen wie Liebe, Freundschaft, Demenz, Diversität und Veränderungen. Die Handlung ist unterhaltsam und ernst zugleich, sie ist mit viel Feingefühl und Authentizität geschrieben und lässt die Herzen aller Rom-Com-Fans höherschlagen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Eine zauberhafte Coming-of-Age-Geschichte voller Herz, Witz, Charme & Schokolade!

Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter
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Als ich das erste Mal über „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ stolperte und erfuhr, dass das Buch vor allem jüngeren Schwestern von Jenny Han-Leserinnen empfohlen wird, war meine Neugierde umgehend ...

Als ich das erste Mal über „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ stolperte und erfuhr, dass das Buch vor allem jüngeren Schwestern von Jenny Han-Leserinnen empfohlen wird, war meine Neugierde umgehend geweckt. Ich liebe die Bücher von Jenny Han! Vor allem ihre Lara-Jean-Serie mag ich wahnsinnig gerne. Witzigerweise musste ich musste sogar schon, ehe ich das mit der kleinen Schwester las, beim ersten Blick auf das Cover sofort an die Lara Jean-Bücher denken. Irgendwie erinnert mich die Aufmachung voll an diese Reihe.
Da mich Klappentext und Cover von dem Buch direkt ansprachen, zögerte ich keine Sekunde lang und ließ es nur zu gerne bei mir einziehen.

Keiko kann das Ende der Sommerferien kaum mehr erwarten. Sie und ihre beiden besten Freundinnen Jenna und Audrey werden endlich in die 7. Klasse kommen und ganz bestimmt das beste Schuljahr ihres Lebens erleben. Doch dann soll alles ganz anders kommen. Bereits vor dem ersten Schultag kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen den drei Freundinnen. Jenna hat genug davon, dass ständig alles nach Audreys Nase gehen muss und sie nun sogar das diesjährige Motto festlegen will, obwohl das immer Keikos Aufgabe war. Audrey aber bekommt mal wieder ihren Willen, daher lautet das Motto für dieses Jahr: Jungs. Der Herbstball steht schließlich kurz bevor – es ist also dringend an der Zeit sich einen festen Freund zu angeln. Zwischen Jenna und Audrey herrscht daraufhin dicke Luft und Keiko fühlt sich hin und her gerissen. Zu wem soll sie halten? Was kann sie nur tun, damit alle glücklich sind? Keiko muss das Trio unbedingt zusammenhalten, es soll alles wieder so sein wie früher. Ihre langsam auseinander bröckelnde Freundschaft ist allerdings gerade nicht Keikos einziges Problem – auch bei ihr zu Hause läuft zurzeit nicht alles rund. Ihre Mum ist nur noch am arbeiten und kaum noch zu Hause. Und als wäre das alles nicht schon mehr als genug, wäre da dann auch noch der Herbstball. Wird sie ein Date dafür finden? Oje, wie soll Keiko dass alles nur schaffen?

Dies war mein erstes Werk aus der Feder von Debbi Michiko Florence und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein! Mir hat das Buch wunderbare Lesestunden bereiten können. „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ hat mir einfach genau das beschert, was ich mir erhofft habe: Eine entzückende Teeniegeschichte mit einer bezaubernden Lara-Jean-ähnlichen Wohlfühlatmosphäre und der genau richtigen Mischung aus Leichtigkeit, Ernst, Herz, Drama und Tiefgang. Ich persönlich finde, dass der Vergleich mit den Werken von Jenny Han durchaus gerechtfertigt ist. Die Story ist zwar schon recht anders als „To all the boys I‘ve loved before“, aber vom Feeling her hat sie mich irgendwie dennoch ein bisschen daran erinnert. Also ich kann allen Jenny Han-Fans nur empfehlen Keiko Carter kennenzulernen. Das Buch mag für eine jüngere Zielgruppe sein, ja, aber in meinen Augen ist es auch für deutlich ältere Leser*innen vollkommen lesenswert.

Ich habe prima in die Handlung hineingefunden. Der lockere, jugendliche Schreibstil gefiel mir auf Anhieb – für mich hat er sich angenehm flüssig lesen lassen – und unsere fast 13-jährige Ich-Erzählerin Keiko habe ich sofort in mein Herz geschlossen.
Keiko ist so jemand, den man einfach sofort liebhaben muss. Sie ist gutherzig, aufrichtig und schüchtern, sie denkt stets zuerst an andere und will am liebsten immer alle glücklich machen, sie ist eine große Hundeliebhaberin und eine ihrer größten Leidenschaften ist Schokolade. (Ich sollte vielleicht besser mal vorwarnen: Dieses Buch macht enorm Appetit auf Schokolade. Mein Tipp daher: Deckt euch vor dem Lesen besser gut mit Schoki ein. ;)

Aber zurück zu Keiko. Obwohl ich inzwischen einige Jährchen älter bin als unsere Romanheldin habe ich mich dank der realistischen Darstellungsweise ihrer Empfindungen und Gedanken jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können und mich in so manchen Dingen in ihr wiederfinden können. Auch ich bin, wie Keiko, ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und so jemand, der ständig versucht an alten Zeiten festzuhalten. Und als Teenager bin ich ebenfalls überhaupt nicht gut damit klargekommen, wenn sich Freundschaften verändert haben oder auseinandergegangen sind. Ich habe Keiko daher nur zu gut verstehen können, dass die Wendungen, die das neue Schuljahr für sie mit sich bringen werden, sie völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Keiko wird aber eine großartige Entwicklung durchmachen, sie wird erkennen, dass man es nun mal nicht immer allen recht machen kann und dass Veränderungen zum Erwachsenwerden einfach dazu gehören.

Neben Keiko haben mir auch die Nebenfiguren richtig gut gefallen. Ich kann nun zwar nicht behaupten, dass mir alle sympathisch waren, aber gestört hat mich dieser Aspekt nicht. Ein paar Unsympathen müssen doch zudem auch irgendwie sein, oder? Wäre doch langweilig, wenn es niemanden geben würde, über den man sich bei dem Lesen so schön aufregen kann, oder? ;)
Ich habe jedenfalls alle Charaktere, egal ob liebenswert oder nicht, als authentisch und glaubhaft empfunden. Besonders gerne mochte ich Jenna. Jenna fand ich echt klasse, sie ist tough, selbstbewusst und immer für Keiko da. Mit Audrey dagegen bin ich bis zum Schluss nicht warmgeworden. Ich fand Audrey wenig sympathisch, sie ist egoistisch und in meinen Augen keine gute Freundin. Also ich hätte es an Keikos und Jennas Stelle nicht lange mit ihr ausgehalten. Da mochte ich Audreys großen Bruder Connor eindeutig viel lieber. Anfangs fand ich ihn noch ziemlich blöd, aber dies hat sich sehr schnell gewandelt. Er ist, anders als der neue Mitschüler Gregor, ein total lieber Kerl. (Gregor fand ich einfach furchtbar.)

Auch die Story konnte mich überzeugen. Ich muss zwar sagen, dass mir für die volle Sternenzahl letztendlich dann doch etwas gefehlt hat – irgendwie wollte dieser allerletzte Funken nicht komplett überspringen – aber begeistert bin ich dennoch, auf jeden Fall.
Debbi Michiko Florence behandelt in „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ viele wichtige und für die Zielgruppe relevante Themen wie Freundschaft, die erste Liebe, Familie und Selbstfindung. Auch ernstere Dinge werden angesprochen wie Rassismus, Enttäuschung, Scheidung und Verlust. Die Story vermittelt bedeutsame und starke Messages, sie macht Mut und regt sehr zum Nachdenken an, zugleich zaubert sie einem aber auch immerzu ein Schmunzeln auf die Lippen und ist trotz der teils sehr schwierigen Themen eine warmherzige und superniedliche Wohlfühllektüre.
Mir hat es sehr gut gefallen wie die Autorin all diese Themen behandelt: Feinfühlig, leicht und authentisch und mit der genau richtigen Portion Humor.

Da mich die Handlung durchweg mitreißen konnte und an keiner Stelle Langeweile für mich aufkam, habe ich das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und musste mich für meinem Geschmack viel zu schnell von Keiko und Co. verabschieden. Über ein Wiedersehen mit ihnen würde ich mich sehr freuen! Die Geschichte endet zwar recht abgeschlossen, enthält aber definitiv Potenzial für weitere Bände. Also ich fände es toll, wenn es sich hierbei um einen Reihenauftakt handeln würde und wir mit Keiko noch einige weitere aufregende Schuljahre erleben dürften.

Fazit: Eine wunderschöne Coming-of-Age-Geschichte voller Herz, Charme und Schokolade!
Debbi Michiko Florence hat mit „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ einen zuckersüßen Teenieroman ab 11 Jahren aufs Papier gebracht, mit welchem ich eine herrliche Lesezeit verbracht habe. Das Buch ist unterhaltsam und ernst zugleich, es steckt voller herzerwärmender Momente und wichtiger Botschaften und macht einfach nur glücklich (und große Lust auf Schokolade). Ich kann „Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter“ nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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