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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2025

Wunder im Verborgenen

Im Schatten von Giganten
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Mit Jasmin Schreiber tauchen wir in die Wunderwelt der Winzigkleinen ein, die häufig übersehen werden, die aber überlebenswichtig für uns Giganten sind.
Sie will uns den Blick öffnen für ökologische Zusammenhänge ...

Mit Jasmin Schreiber tauchen wir in die Wunderwelt der Winzigkleinen ein, die häufig übersehen werden, die aber überlebenswichtig für uns Giganten sind.
Sie will uns den Blick öffnen für ökologische Zusammenhänge und die wunderbare Welt vor unserer Tür, die viele Menschen gar nicht sehen. Das ist ihr auf jeden Fall gelungen.

Mit beeindruckenden Bildern - obgleich ich persönlich Selfies in einem Naturbuch nicht mag - zeigt sie uns die Schönheit der Natur. Bereits Cover und Titel haben dafür gesorgt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Durch ihre saloppe Sprache liest sich das Buch auch für Laien verständlich und nicht belehrend, obwohl sie viel Wissen vermittelt. Gut finde ich, dass sie oft zusätzlich auch lateinische Namen verwendet.

Manche Fakten fasst sie noch gesondert in Kastenform zusammen, wie z. B. Informationen über Flechtenarten oder Arten von Totholz, wodurch sie einen schnellen Überblick verschafft. Zu einigen Dingen hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht.

Sie nimmt Lebensräume direkt vor unserer Haustüre genauer unter die Lupe, die man sofort erforschen kann: vom Moos über Baum und Blatt zu Blüten, Pfützen und Dung und zeigt, dass man nicht weit reisen muss, um Wunder der Natur zu finden.

Vermisst habe ich Literaturhinweise, die zu weitergehenden Informationen führen.

Ein tolles Buch, mit wunderschönen Bildern, was hoffentlich viele Menschen animiert, die Wunderwelt im Kleinen zu erforschen. Ich kann es jedem empfehlen.

Veröffentlicht am 25.07.2025

Wider des Vergessens

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Henning Sussebach geht in seinem Buch auf eine Frage ein, die sicher viele Menschen bewegt: Was bleibt von uns nach unserem Tod? Der Anfang seines Buches mit der These, dass jeder Mensch zweimal stirbt, ...

Henning Sussebach geht in seinem Buch auf eine Frage ein, die sicher viele Menschen bewegt: Was bleibt von uns nach unserem Tod? Der Anfang seines Buches mit der These, dass jeder Mensch zweimal stirbt, hat mir gut gefallen. Der erste Tod ist der biologische, der zweite, wenn die Erinnerung an einen Menschen vollständig erlischt. Das führt zur Frage, was von uns bleibt und was wir über unsere Vorfahren wissen.

Der Autor beschreibt das Leben seiner Urgroßmutter Anna, über die er kaum etwas weiß und die keiner von den noch lebenden Familienmitgliedern persönlich kennengelernt hat. Es gibt lediglich einen winzigen Nachlass von ihr.

Interessant fand ich, wie sie sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet hat und ihren Mut, einen 19 Jahre jüngeren Mann zu heiraten.

Allerdings stellt mir der Autor zu viele Mutmaßungen und Theorien an, z.B. alleine drei Theorien, warum sie den jüngeren Mann heiratete. Hier wäre in meinen Augen die Romanform eine geeignetere Wahl gewesen.

Henning Sussebach vermischt die Schilderungen zu Annas Leben mit vielen geschichtlichen Informationen, die zwar interessant, aber für die Geschichte nur teilweise relevant sind und den Lesefluss stören. Diese Informationen hätte man auch im Anhang geben können.
Ein gut recherchiertes Buch über eine beeindruckende Frau, auch wenn mir die Umsetzung nicht zu 100 % gefallen hat.

Veröffentlicht am 25.07.2025

Trau keinem im Paradies

The Island - Auf der Flucht
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Lola muss schnell aus Hongkong und ihrem letzten Job verschwinden. Dank ihres ehemaligen Kollegen Moxham hat sie einen neuen Job als stellvertretende Hotelmanagerin auf einer Insel im Paradies. Ein Paradies ...

Lola muss schnell aus Hongkong und ihrem letzten Job verschwinden. Dank ihres ehemaligen Kollegen Moxham hat sie einen neuen Job als stellvertretende Hotelmanagerin auf einer Insel im Paradies. Ein Paradies auf Erden für Reiche scheint die Insel zu sein, nicht jedoch für die Angestellten, die in einer heruntergekommenen Unterkunft untergebracht sind.

Bereits der erste Satz des Buches lässt die Dekadenz ahnen, die auf der Insel herrscht, als Lola gleichzeitig mit Champagnerkisten und Trüffeln im Boot ankommt. Dass der Beluga-Kaviar nicht ankommt, ist ein Riesenproblem. Doch bald tauchen wirkliche Probleme auf. Moxham wird ermordet und Lola findet ihn. Sie versucht, gemeinsam mit ihrer Zimmerkollegin, den Mörder zu ermitteln. Moxham hat sie gewarnt: sei auf alles vorbereitet und trau keinem. Leider beherzigt Lola das nicht. Sowohl die Gäste als auch die anderen Angestellten sind nicht so, wie sie scheinen.

Den Anfang fand ich spannend, da die Frage, warum Lola so plötzlich aus Hongkong fliehen musste, zunächst offen blieb. Die Spannung flaut jedoch ziemlich ab und nach ca. einem Drittel des Buches war ich mir nicht sicher, ob ich weiterlesen sollte. Die Handlung nahm aber noch einmal Fahrt auf und wurde spannend, obgleich mich die Erzählung nicht so überzeugt hat. Lola war mir zu naiv und vertrauensselig.

Mein Fazit: Kein schlechtes Buch, aber auch keines, das man gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 24.07.2025

Spannendes Thema, für mich etwas enttäuschend umgesetzt

Die feindliche Zeugin
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Der Anfang des Buches beginnt mit der Tat und der Festnahme des Schwarzen Emmett, der einen Weißen ermordet haben soll. Die junge und in Strafsachen unerfahrene ebenfalls schwarze Anwältin Rosa ist in ...

Der Anfang des Buches beginnt mit der Tat und der Festnahme des Schwarzen Emmett, der einen Weißen ermordet haben soll. Die junge und in Strafsachen unerfahrene ebenfalls schwarze Anwältin Rosa ist in derselben Gegend aufgewachsen wie der Angeklagte und bekommt den Fall, wohl als Gefallen, weil ihre Großmutter bei einem Rechtsberater geputzt hat.

Rosa kniet sich in den Fall und vernachlässigt darüber alles andere, besonders ihre Freunde und ihre familiären Verpflichtungen. Sie hat selbst jede Menge Probleme. Rosa hat ihr Leben überhaupt nicht im Griff, was nicht zum Bild der taffen Anwältin passt und meines Erachtens einen (zu) großen Raum im Buch einnimmt. Vielleicht wollte die Autorin damit zeigen, wie viel Zeit man investieren muss, um als Anwältin erfolgreich zu sein.
Im Gegensatz dazu wird der Angeklagt sehr positiv beschrieben. Er kümmert sich um seine Großmutter, seinen Gefängniszellengenossen, verrät seine "Freunde" nicht.

Das Thema des Buches fand ich sehr spannend, die Umsetzung hat mich jedoch enttäuscht. Mir fehlte das Hintergrundwissen zum englischen Rechtssystem, auf das nur kurz eingegangen wurde, der gewählte Titel erschließt sich mir nicht.
Gut fand ich, dass die Autorin gezeigt hat, dass sich ein Fall manchmal völlig anders zugetragen hat als der erste Anschein vermuten lässt.
Mein Fazit: ein Buch, das sich zwar flüssig lesen lässt, das man aber nicht gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 24.07.2025

Das Erbe der Vorfahren

Die unsichtbare Hand
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Die Ghostwriterin Olivia ist finanziell am Ende, nachdem sie sich über einen anderen Autor, der ein frauenfeindliches Buch geschrieben hat, öffentlich negativ geäußert hat und an ihn einen hohen Betrag ...

Die Ghostwriterin Olivia ist finanziell am Ende, nachdem sie sich über einen anderen Autor, der ein frauenfeindliches Buch geschrieben hat, öffentlich negativ geäußert hat und an ihn einen hohen Betrag als Schadenersatz zahlen muss. Zwangsweise nimmt sie einen Auftrag Ihres Vaters an, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt hat. Sie soll seine Geschichte schreiben - die Geschichte vom Doppelmord an seinen beiden Geschwister vor 50 Jahren. Ihr Vater stand zeitlebens unter Tatverdacht und Olivia möchte nun die Wahrheit ans Licht bringen.

Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen und wechselt zwischen 1975 und 2024. Außerdem wird es aus der Perspektive von Olivia, ihrem Vater und der getöteten Poppy erzählt, was es noch interessanter macht.

Es handelt sich um einen spannenden Thriller.
Julie Clark beschreibt aber auch die Zeit der Siebziger sehr anschaulich, den Kampf um Gleichberechtigung, wie sich Entscheidungen und das Leben von Großeltern und Eltern auf das eigene Leben auswirken und welchen Einfluss Ihre Erziehung auf unser Leben hat. Olivia kann durch das, was sie entdeckt, das Verhalten ihres Vaters besser verstehen, und findet zu sich selbst.

Man hinterfragt auch seine eigenen Erinnerungen, da die Autorin zeigt, dass man vermeintlichen Erinnerungen nicht immer trauen kann.
Die Hauptpersonen können am Schluss über die Täterschaft nur Vermutungen anstellen, der Leser erfährt dies jedoch und hat damit einen Wissensvorsprung.

Ich fand das Buch spannend und fesselnd aufgebaut und kann es auf jeden Fall empfehlen, auch wenn es für mich nicht an "Der Tausch" von Julie Clark heranreicht.