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Veröffentlicht am 27.11.2023

Unkonventionelles Ermittlerduo

Stunde um Stunde
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Ein Cold Case, eine Undercover-Ermittlung im Biker-Milieu und ein sehr eigenwilliges Ermittlerduo- dieses Buch flach sehr vielversprechend und ich muss sagen, es hat mich nicht enttäuscht. Ich hab total ...

Ein Cold Case, eine Undercover-Ermittlung im Biker-Milieu und ein sehr eigenwilliges Ermittlerduo- dieses Buch flach sehr vielversprechend und ich muss sagen, es hat mich nicht enttäuscht. Ich hab total mitgefiebert und fand den vorliegenden Fall total spannend, vor allem auch weil der Ermittlungsansatz, genau wie das unfreiwillige Ermittlerpaar, einfach großartig unkonventionell waren.

Zum Inhalt: Als Polizeiabsolventin Lynette direkt an ihrem ersten Arbeitstag beim LAPD gefeuert wird, weil sie unfreiwillig eine Undercover-Mission hat auffliegen lassen und damit das Leben des eingeschleusten Ermittlers Hoskins gefährdet hat, steht sie am Rande der Verzweiflung. Daher hat sie sich in den Kopf gesetzt Hoskins um Hilfe zu bitten und findet sich dadurch plötzlich in einer rasanten Ermittlung wider, bei der jede Stunde zählt.

Ich muss ja sagen, dass ich Lama am Anfang echt unausstehlich fand mit ihrer uneinsichtigen Art und ihrer Aufdringlichkeit. Tatsächlich zeigt sie aber im laufe des Buch des was sie auf dem Kasten hat und macht eine nicht unerhebliche persönliche Entwicklung durch. Und vor allem in Kombination mit Hoskins funktioniert ihre Figur dann eben doch echt gut, weil die beiden so gegensätzlich sind. Die Interaktionen zwischen den beiden, wie sie einander ergänzen und aufziehen- das mochte ich alles total gern und es hat erheblich zum Unterhaltungswert beigetragen.

Der Cold Case war sehr interessant aufgezogen, vor allem weil die ganze Inkompetenz offenbart, die bei so einer Ermittlung auftreten kann. Dadurch war der Fall total zermürbend und spannend und ich wollte unbedingt wissen, was mit Tilly passiert ihr. Durch den Druck, der durch die Rahmenhandlung aufgebaut wird, legt de Story auch ein echt ordentliches Tempo vor, was mit gut gefallen hat.

Das Buch liest sich sehr flüssig und ist eine gute Mischung aus spannend und unterhaltsam- erinnert mich ein bisschen an die Jack Reacher Bücher. Das Buch war ein sehr gelungener Reihenauftakt und ich werde die Folgebücher auf jeden Fall auch lesen.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Wortgewaltiger Roman

Babel
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„Babel“ mutet von Umfang und Aufmachung her wie ein gewaltiger Epos an, eine Art dystopischer Historienroman (welche köstliches Oxymoron, das perfekt zum Buch passt) mit einem Hauch Fantasy. Und obwohl ...

„Babel“ mutet von Umfang und Aufmachung her wie ein gewaltiger Epos an, eine Art dystopischer Historienroman (welche köstliches Oxymoron, das perfekt zum Buch passt) mit einem Hauch Fantasy. Und obwohl das Thema sicherlich Stoff für noch mindestens einen weiteren Band hergegeben hätte, hat mich die Fülle an Informationen doch ein bisschen erschlagen.

Zum Inhalt: Oxford im 19. Jahrhundert. In der Universität ist das Institut für Sprachen und Übersetzungen nicht nur eine prestigeträchtigste Institution, mit ihrem Turm Babel steuern sie auch maßgeblich die Geschicke des Empires. Für den Waisenjungen Robin aus Kanton tun sich an diesem Ort unglaubliche Möglichkeiten auf. Doch er soll feststellen, dass all der Glanz und all die Macht einen Preis haben.

„Babel“ ist ein wort- und bildgewaltiges Buch über die Macht der Worte und Sprache, sowie deren Verstrickung mit Magie.
Das Setting in die Oxford und die historische Kulisse haben mir gut gefallen, genauso wie das Grundkonstrukt der Geschichte über ein Empire, das seinen Fortschritt auf dem Rücken der weniger privilegierten Nationen austrägt.

Stellenweise war es für meinen Geschmack etwas zäh und die Geschichte insgesamt sehr langwierig, was echt schade ist, weil die Idee unglaublich interessant ist und auch die politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen auf realistische Art beunruhigend sind.

Fußtexte in Büchern sind für mich immer ne schwierige Geschichte, denn ich finde sie bremsen den Lesefluss aus. Auch nicht alle Infos waren in meinen Augen relevant, wodurch ich mir oft denke, wenn es nicht in den Haupttext gepasst hat, hätte man es auch streichen können.

Insgesamt für mich ein Werk, dass ein bisschen an seiner Umsetzung gescheitert ist und mich dadurch nicht so richtig packen konnte

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Gothic Novel, die spannungstechnisch eher low war

Die stillen Gefährten
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Das Design von diesem Buch ist einfach große Klasse, zusammen mit dem unheimlich anmutenden Klappentext war das für mich genau das richtige für einen Halloween-Read. Vor allem die Idee mit den Stillen ...

Das Design von diesem Buch ist einfach große Klasse, zusammen mit dem unheimlich anmutenden Klappentext war das für mich genau das richtige für einen Halloween-Read. Vor allem die Idee mit den Stillen Gefährten hat mich total angesprochen und ich war super neugierig auf die Umsetzung. Leider für meinen Geschmack nicht so schaurig atmosphärisch wie erhofft und der Spannungsbogen war auch eher flach.

Zum Inhalt: Nach dem Tod ihres Mannes zieht sie die nun verwitwete, schwangere Elsie auf den Landsitz der Familie ihres Mannes zurück. Einerseits um sich dort in Ruhe auf die Geburt vorzubereiten und andererseits um dem Skandal in London zu entgehen, der sich um den unerwarteten Tod ihres Mannes rankt, der kürzlich noch sein Testament zu Elsies Gunsten geändert hatte. Vor Ort stellt sie fest, dass es eine verschlossene Dachkammer gibt und was Elsie freisetzt als sie diese öffnet, soll sie alle ins Unglück reißen.

Die Story beginnt quasi am Ende der Geschichte. Elsie findet sich in einer Anstalt wieder, eingesperrt, unter Beobachtung, verdächtig in einer Polizeiermittlung, die auf einen Prozess zusteuert. Dem einzigen Arzt, der noch an Elsies geistige Gesundheit glaubt, vertraut sie sich an und erzählt rückblickend ihre Geschichte. Ich muss gestehen, allein das nimmt einem Teil der Geschichte schon die Spannung, weil direkt klar wird, dass es für Elsie kein echtes Entkommen aus der Spukhaussituation gab. Zudem gibt es einen zweiten Handlungsstrang der circa. 200 Jahre vorher spielt und eng mit dem Auftauchen der Gefährten verknüpft ist. Der soll vermutlich vor Stimmung sorgen, aber ich fand ihn tatsächlich eher zäh und unspektakulär.

Die Handlung entfaltet sich eher gemächlich und im Verlauf der Handlung wird einiges an Geheimnissen rund um das Anwesen und seine Bewohner gelüftet. Allerdings ist nichts davon sonderlich prekär oder schaurig. Am ehesten hat mich noch die Enthüllung rund um Elsies eigene tragische Familiengeschichte überrascht.
Das sonderbare Auftauchen der Gefährten soll vermutlich für mystisch gruselige Stimmung sorgen, aber irgendwie hat mich diese Art von Spannungsmache einfach nicht erreicht. Die Figuren handeln zunehmend hysterisch und unkoordiniert, was Elsie letztlich in ihre missliche Lage bringt.

Ich hab den Horrorfaktor einfach nicht so richtig gespürt. Ein paar nette Ideen und Ansätze waren da und besonders das Ende ist dann noch mal ganz nett inszeniert.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Die Hawthornes spielen um zu gewinnen

The Brothers Hawthorne
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Dieses Buch ist eine Auskopplung aus der Inheritance Games Reihe. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es nach der Handlung des drittes Bandes ansetzt, aber die die Enden beider Bücher quasi identisch sind, ...

Dieses Buch ist eine Auskopplung aus der Inheritance Games Reihe. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es nach der Handlung des drittes Bandes ansetzt, aber die die Enden beider Bücher quasi identisch sind, muss es noch zwischen dem Showdown des dritten Bandes und dessen Ende eingruppiert werden. Man sollte die Reihe schon vorher gelesen haben, da die Bücher aufeinander aufbauen. Ich fand die Rätsel und Gefahren, in die sich die Hawthorns stürzen wieder toll konstruiert und mochte, dass endlich mal die Brüder, hier vor allem James und Grayson, im Fokus stehen.


Die Story rund um die Väter der Hawthorn-Brüder hat mir schon in den vorherigen Bänden gut gefallen. Und vor allem Graysons Vater hat im letzten Band der Reihe eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Nun arbeitet Grayson daran, seine Spuren zu verwischen und deckt ein paar Geheimnisse auf, die die Familie Grayson betreffen. Ihn so mit seinen Halbschwestern interagieren zu sehen, hat mir gut gefallen, weil es diesen stoischen, unnahbaren Charakter menschlicher macht. Ich hab ja ehrlich gesagt bis zuletzt in Band 3 Avery und Gray geshippt, nun frage ich mich doch, ob es nicht eine neue Storyline mit ihm und Eve geben könnte. Die Dynamik der beiden in diesem Buch hat mir gut gefallen. Und dann gibt es ja auch noch die unbekannte Anruferin. Es bleibt also spannend wer ein potentielles Love Interest sein könnte.

Nachdem James bisher immer ehr schlecht gegenüber seinen Brüdern abgeschnitten hat und eher als der waghalsige Sunnyboy geglänzt hat, ist nun sein Moment gekommen zu zeigen, was in ihm steckt. Und oh man- das gelingt auf voller Linie. Nicht nur kann James mit Avery endlich vollkommen ehrlich sein und sich seine gefühlten Unzulänglichkeiten eingestehen, er beweist in diesem Buch auch total was für ein ambitionierter, intelligenter Spieler ist, dem Gewinnen aber nicht über alles geht. Fand den Plot rund um ihn absolut fesselnd und toll inszeniert.

Ich finde die Bücher rund um die Hawthorns machen einfach Spaß, sie sind durchweg spannend, es gibt immer wieder neues zu entdecken und neue Geheimnisse zu lüften. Gleichzeitig tauchen immer wieder neue Gegner oder Probleme auf, sodass der Spannungsbogen nie abreißt. Und natürlich gibt es am Ende dieses Bandes wieder eine fulminante Enthüllung, die auf weitere Bücher der Reihe hoffen lässt.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Frauen-Geschichten

Send Nudes
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„Send nudes“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die in verschiedenen Etappen des Lebens von Frauen spielen und verschiede Aspekte des Frauseins beleuchtet. Ein Buch über Familie, Freundschaft, Liebe, ...

„Send nudes“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die in verschiedenen Etappen des Lebens von Frauen spielen und verschiede Aspekte des Frauseins beleuchtet. Ein Buch über Familie, Freundschaft, Liebe, Dating. Ich lese zwischendurch ganz gerne mal Essays und Kurzgeschichten und war sehr gespannt, wie dieses Buch das Thema Frau sein beleuchtet, die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Nicht jede der Geschichte war ansprechend für mich, muss sie ja auch nicht sein. Denn fast aus jeder Geschichte, konnte ich für mich etwas mitnehmen.

Das Buch ist in xy Kurzgeschichten gegliedert, die alle ungefähr 10-15 Seiten umfassen, nur eine Geschichte sticht umfangstechnisch heraus. Alterstechnisch bewegen sich die Protagonistinnen der Geschichten zwischen 12 und 40 Jahren, was ich sehr bezeichnend finde. Denn ab 12 werden Kinder als explizit weiblich wahrgenommen, die Schwelle zur Sexualität ist damit überschritten. Über 40 und in Richtung Menopause werden Frauen in der Gesellschaft zunehmend unsichtbar und wieder „entsexualisiert“.

Die Geschichten drehen sich thematisch auch hauptsächlich um das Thema der weiblichen Sexualität. Natürlich verstecken sich zwischen den Zeilen Untertöne dessen, was Frauen damit auszudrücken versuchen, was diese für Frauen bezeichnet, aber im Vordergrund steht immer die Körperliche Komponente. Die Emotionalität, Gedanken und Sehnsüchte, die im verbogenen dahinter lauern werden eher nicht angedeutet. Es geht um Einsamkeit, um die Frage nach dem eigenen Wert und der Zughörigkeit zu anderen.

Oft sind die Frauen in den Geschichten sogar namen- und gesichtslos. Eine Verallgemeinerung, die für mich gleichzeitig bewirkte, dass ich mich selbst vom geschriebenen distanziert fühlte. Es fiel mir teilweise schwer mich in die Szenarien und die Frauen hineinzuversetzen und mit ihren zu fühlen. Die Kürze der Geschichten, die nur episodenhafte Einblicke geben, tragen ihr übriges dazu bei, dass ich viele der Figuren nicht als nahbar empfunden habe.

Insgesamt war es jetzt kein Buch das mich mitgerissen hat, trotzdem mochte ich den Großteil der Geschichten.

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