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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2022

Atmosphärisch und voller Twists

Abendrot
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„Abendrot“ überzeugt mit einem stimmungsvollen Cover und einem düsteren, geheimnisvollen Klappentext. Die ganze Aufmachung ist eine Einladung für einzutreten und sich in den Geheimnissen des Hauses am ...

„Abendrot“ überzeugt mit einem stimmungsvollen Cover und einem düsteren, geheimnisvollen Klappentext. Die ganze Aufmachung ist eine Einladung für einzutreten und sich in den Geheimnissen des Hauses am Ende der Straße zu verlieren. Lucy Foley hat hier ein absolut stimmungsvolles Buch geschaffen. Ob ich es wirklich ins Thriller-Genre stecken würde, bin ich allerdings unsicher.

Zum Inhalt: nachdem ihr Job in London eskaliert ist, muss Jess dringend da weg. Zuflucht will sie bei ihren Bruder Ben in Paris suchen. Doch als sie dort eintrifft fehlt von Ben jede Spur. Und Jess beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und seine Nachbarn zu befragen. Und die verhalten sich zusehends merkwürdiger. Schnell stellt Jess fest, dass in dem Haus in dem Ihr Bruder lebte, nichts so ist wie es scheint.

Das Buch ist aus den wechselnden Perspektiven der Bewohner des Hauses geschrieben. Alles Figuren sind als Ich-Erzähler angelegt, wodurch der Leser auf den jeweiligen Informationsschatz der erzählenden Personen zugreifen kann und so die Geschichte nach und nach zusammenpuzzelt. Dabei wird nicht nur das mysteriöse Verschwinden von Ben aufdeckt, sondern auch die einzelnen Geheimnisse der Hausbewohner- und davon gibt es jede Menge.

Das Haus und seine Bewohner sind wirklich erstklassig beschrieben. Ein altes, stattliches Herrenhaus, mit geheimen Gängen und verschlossenen Türen- allein das sorgt schon für eine gewisse Gänsehaut-Atmosphäre. Mit den Informationen aus dem Prolog miss der Leser erstmal vom schlimmsten ausgehen und so wirkt jede Begegnung und jedes Gespräch potentiell verdächtig. Lucy Foley spielt hier mit Leser, gibt ihm Informationshappen und führt ihn an der Nase herum, nur um mit der nächsten Enthüllung alle Theorie zunichte zu machen.

So richtiges Thrillerfeeling ist bei mir einfach nicht aufgekommen. Ja, der Fall ist total interessant und verdüstert sich immer mehr. Aber für mich war es bestenfalls ein Kriminalroman. Was ja absolut nicht verkehrt ist, aber wer einen rasanten, nervenaufreibenden Thriller erwartet, könnte vielleicht enttäuscht sein. Mir hat das Buch trotzdem wieder gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Schrecklich schön

Drowning in Stars
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„Drowning in stars“ ist eines dieser Bücher, für die beim ersten Mal bei mir einfach der Zeitpunkt nicht gepasst hat. Die Triggerthemen (Achtung Spoiler) Missbrauch und häusliche Gewalt gehen mir einfach ...

„Drowning in stars“ ist eines dieser Bücher, für die beim ersten Mal bei mir einfach der Zeitpunkt nicht gepasst hat. Die Triggerthemen (Achtung Spoiler) Missbrauch und häusliche Gewalt gehen mir einfach immer sehr an die Nieren und so konnte ich dieses Buch bei meinem ersten Leseversuch nicht so recht genießen. Trotzdem ist im Nachhinein der Eindruck geblieben, dass es ein tolles Buch war und so habe ich einen zweiten Versuch gewagt. Und diesmal hat es mich total gecatcht.

Zum Inhalt: Pixie Ray und Gaze sind Freunde ab dem Moment, da er im Nachbarhaus einzieht. Beide haben es nicht leicht, ihre Mutter ist fast nie da und sein Vater trinkt. Aber sie haben einander und sind füreinander da. Bis eine schicksalhafte Nacht sie auseinander reißt. Doch die Folgen dessen sollten erst Jahre später ans Licht kommen, als die beiden kurz vor dem Schulabschluss wieder zueinander geführt werden. Können sie gemeinsam ihre Vergangenheit hinter sich lassen?

Ich liebe, liebe, liebe Pixie Ray. Ich glaube sie ist eine der coolsten und taffsten Protagonistinnen die ich kenne. Und gleichzeitige verbirgt sie eine zarte, verletzliche Seite, mit der ich total gut mitfühlen konnte. Und auch Gaze ist ein echten Goldstück. So einen Jungen wünscht sich glaube ich jedes Mädchen an ihrer Seite. Zusammen sind die beiden einfach nur perfekt.

Obwohl ich auf das Thema diesmal vorbereitet war, hat es mich doch wieder kalt getroffen. Es spricht für die Autorin, wie sehr ich habe selbst gefühlt habe, trotzdem war mir beim Lesen wieder unbehaglich.
Aber das Buch hat auch sehr viel positives zu bieten, wie eine wunderbare Freundschaft, die Botschaft, dass Familie nicht immer die Leute sind, die einen geboren haben, bedingungslosen Zusammenhalt und eine große Liebe.

Den riesigen Zeitsprung im Buch hätte ich persönlich nicht gebraucht. Ich verstehe aber, warum er für die Geschichte vielleicht notwenig war. Generell bin ich aber einfach kein Freund davon, weil dadurch einfach zu viel ausgelassen wird. Den Prolog fand ich etwas überdramatisch dafür, wie er dann im Verlauf der Geschichte aufgelöst wird, aber da kann ich drüber wegsehen.

Insgesamt ein ganz wundervolles Buch mit großartigen Charakteren.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Wähle und töte

Game On - Der Einsatz ist dein Leben
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J.D. Baker schreibt Bücher, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. „Game on“ kommt vom Cover erster recht simpel daher, auch wenn ich die Leuchtanzeige schon einen Eyecatcher finde. Wie gut ...

J.D. Baker schreibt Bücher, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. „Game on“ kommt vom Cover erster recht simpel daher, auch wenn ich die Leuchtanzeige schon einen Eyecatcher finde. Wie gut das jetzt zum Inhalt passt, darüber lässt sich sicherlich streiten. Mich hat es neugierig genug gemacht, um den Klappentext zu lesen und das Buch zu kaufen.

Zum Inhalt: Jordan Briggs ist Talkshow-Moderatorin bei einem Radiosender in New York. Sie liebt es mit ihren Publikum zu spielen, zu provozieren, zu schockieren. Doch an diesem Morgen hat sie Bernie in der Leitung. Und Bernie möchte ein Spiel spielen. Jordan soll eine von zwei Optionen wählen, dann fliegt Bernie aus der Leitung. Kurz darauf explodieren Bomben in New York. Und Bernie ist noch lange nicht fertig mit seinem Spiel. Was will Bernie erreichen? Und wieso hat er sich dazu ausgerechnet Jordan ausgesucht?

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Jordans und der von Detective Cole Hudley vom New Yorker Morddezernat, der aufgrund eines Vergehens, das erst nach und nach ans Licht kommt, zur Verkehrspolizei degradiert wurde. Er ist an diesem Tag unmittelbar vor Ort und somit der Hauptermittler in diesem Fall. Jordans Perspektive beschränkt sich quasi auf den Radiosender, während Cole sich durch New York bewegt und das gesamte Ausmaß von Bernies Taten live miterlebt. Damit fand ich Coles Perspektive lange Zeit deutlich spannender. Erst als es um das Motive für Bernies Taten geht, wird auch Jordans Part interessanter, wobei die Polizei quasi zeitgleich diese Erkenntnis erlangt und man die Geschichte genauso gut aus Coles Sicht aufgelöst bekommen könnte. Irgendwie hat das Jordans Parts fast ein bisschen überflüssig gemacht und sie ist mehr schmückendes Beiwerk, die für zusätzliche Dramatik sorgen sollen.

Das Buch ist wirklich packend geschrieben, allein schon weil die Prämisse „wähle und töte damit“ für echtes Kopfkino sorgt. Wer aufpasst stellt fest, dass eigentlich aber nur einmal wirklich Jordan eine Wahl trifft, die weitreichender Konsequenzen hat. Sie verhandelt und entscheidet zwei insgesamt noch dreimal, die Folgen dessen sind aber beinahe zu vernachlässigen. Da hatte ich irgendwie mehr erwartet.

Das Buch hat sich wieder gut lesen lassen, es war actionreich und packend geschrieben und man musste schon mit dem Schicksal der Protagonisten mitfiebern. Ich hab die Verfilmung mit The Rock in der Hauptrolle schon vor mir gesehen. Für mich konnte dieses Buch aber nicht ganz an den Erfolg der „The Fourth Monkey“-Reihe anknüpfen.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Magie für Einsteiger

All Our Hidden Gifts - Die Macht der Karten (All Our Hidden Gifts 1)
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„All our hidden gifts“ ist ein wunderschönes Jugend-Fantasybuch. Ich liebe die mythisch magische Aufmachung, das Cover in schwarz und rosa ist auffällig und macht neugierig. Auch das Innendesign des Buches ...

„All our hidden gifts“ ist ein wunderschönes Jugend-Fantasybuch. Ich liebe die mythisch magische Aufmachung, das Cover in schwarz und rosa ist auffällig und macht neugierig. Auch das Innendesign des Buches ist sehr liebevoll gestaltet und hat mir richtig gut gefallen. Und auch inhaltlich hat das Buch einiges zu bieten und stellt einen gelungenen Auftakt dar.

Zum Inhalt: als Maeve bei einer Strafarbeit in der Schule ein altes Tarotkartendeck findet, ahnt sie noch nicht, was sie damit in Gang setzen würde. Die Karten scheinen zu ihr zu sprechen und schnell bekommt Maeve dadurch die Anerkennung ihrer Klassenkameraden, die sie sich immer gewünscht hat. Alles ändert sich, als Maeve ihrer ehemals besten Freundin Lily die Karten legt, die daraufhin spurlos verschwindet. Was ist mit Lily passiert und kann Maeve wirklich schuld daran sein?

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Romance und Fantasy, verpackt in ein Jugendbuch, das wichtige Themen wie Freundschaft, Mobbing, Sexualität und Identität anspricht. Was mir besonders gut gefallen hat ist, wie vielfältig die Charaktere waren, sowohl was ihre Hautfarbe, Sexualität, als auch ihre familiären Hintergründe und Begabungen angeht. Ich denke dadurch ist es für eine breite Masse an Lesern leicht, dich mit mindestens einem der Charaktere zu identifizieren, die auf ganz eigene Weise stark sind, mit ihrem Leben versuchen ins Reine zu kommen und herauszufinden wer sie sind und wie sie in die Gesellschaft passen.

Die Fantasy-Elemente sind sehr nahbar, weil sie gut Folklore, Aberglaube und Magie verbinden. Zudem ist die Geschichte bedingt durch das Alter der Figuren leicht verständlich geschrieben. Dadurch kommt man gut in die Geschichte rein und fliegt geradezu durch das Buch. Gemessen daran, wie viele Themen in dem Buch verarbeitet sind, ist verständlich, dass nicht alle davon vertieft werden können, da das Buch aber ein Auftaktband ist, ist davon auszugehen, dass bestimmte Themen im Folgeband aufgegriffen werden.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich bin gespannt, wie es in Band zwei weitergeht

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Veröffentlicht am 02.09.2022

Cold Case für Andrea Oliver

Die Vergessene
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Karin Slaughter ist für mich eine absolute Thriller-Queen. Ich liebe ihre Bücher und habe mich entsprechend sehr gefreut, als „Ein Teil von ihr“ als Netflix-Serie rauskam. Nun gibt es ein Wiedersehen mit ...

Karin Slaughter ist für mich eine absolute Thriller-Queen. Ich liebe ihre Bücher und habe mich entsprechend sehr gefreut, als „Ein Teil von ihr“ als Netflix-Serie rauskam. Nun gibt es ein Wiedersehen mit Protagonistin Andrea Oliver. Das sollte aber niemanden abhalten, der Band 1 nicht gelesen. Alles was man an Vorwissen braucht, wird in diesem Buch erneut zusammengefasst.

Zum Inhalt: 1982 wird die schwangere Emily Vaughn auf dem Weg vom Schulball nach Hause brutal zusammengeschlagen und erliegt später ihren Verletzungen. Der Fall wird nie aufgeklärt, genauso wie die Vaterschaft ihres Kindes. Vierzig Jahre später wird Andrea Oliver verdeckt auf den Fall angesetzt. Und das hat einen guten Grund: der Vater von Emilys Kind, könnte auch ihr eigener Vater sein. Und der sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Berufungsanhörung.

Für einen Karin Slaughter Thriller hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch sehr langsam und ruhig startet. Die Geschichte wird in zwei Handlungsebenen erzählt, die 1982 und in der Gegenwart spielen und beide den Fall Emily Vaughn beleuchten. Dabei empfand ich besonders die Episoden aus Emilys Alltag sehr eindringlich und berührend. Was sie durchmachen musste ist mir direkt unter die Haut gegangen und das Mädchen tat mir unglaublich leid.

Andrea Oliver ist eher unnahbar, das habe ich schon bei „Ein Teil von ihr“ so empfunden. Im Gegensatz zum ersten Band ist sie aber weniger unsicher und tritt deutlich selbstbestimmter auf. Der Fall hat für sie eine große persönliche Komponente und zudem ist es ihr erster Fall als Marshalls, sie versucht also alles besonders korrekt zu machen. Oft tat sie mir aufgrund der hinterwäldlerischen Gehässigkeiten leid. Zur Seite steht ihr zum Glück der liebenswürdige, leicht kauzige Bible, den ich direkt ins Herz geschlossen habe.

Für meinen Geschmack war der Mittelteil etwas zäh, da sich die Ermittlungen wirklich ziehen und zwischendurch nicht wirklich was passiert. Gegen Ende nimmt das Buch wieder rasant an Fahrt auf und überzeugt mit einer überraschenden Auflösung des Falls. Generell ist der Fall logisch konstruiert und wird schlüssig rübergebracht. Es gibt ein paar Nebenschauplätze, die ich nicht unbedingt gebraucht hätte, die die Handlung aber zusätzlich ausschmücken.

Insgesamt ist es nicht meine Lieblingsreihe von Karin Slaughter, wer aber bereits Teil 1 mochte, dem kann ich dieses Buch nur ebenfalls ans Herz legen.

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