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Veröffentlicht am 21.08.2021

Alt aber nicht tot

Herrenabend
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"Herrenabend" ist das dritte und letzte Buch von Hendrik Groen, es handelt sich dabei um fiktive Tagebücher in denen der betagte Herr aus seinem Alltag im Seniorenheim schreibt.

Zum Inhalt: Auch in ...

"Herrenabend" ist das dritte und letzte Buch von Hendrik Groen, es handelt sich dabei um fiktive Tagebücher in denen der betagte Herr aus seinem Alltag im Seniorenheim schreibt.

Zum Inhalt: Auch in diesem Tagebuch erzählt Hendrik wieder ehrlich und schamlos lustig von seinem Rentnerleben im Seniorenheim, wo er seine Tage mit Leonie, Fräulein Jansen und seine Pseudo-Enkelin Frida verbringt. Hinzu kommt ein neuer Freund in Gestalt von Herrn Jo-Jo, der ebenfalls früher an einer Schule gearbeitet hat und Hendriks Liebe zum puzzeln teilt. Überschattet werden die gemütlich fröhlichen Tage davon, dass Hendrik so allmählich etwas vergesslich wird. Aber davon lässt sich der rüstige Rentner die Freude am Leben nicht trüben.

Die Bücher von Hendrik Groen sind für mich ein Gute-Laune-Garant, vor allem wenn Hendrik über die unterschiedlichen Mitbewohner im Seniorenheim und ihre Eigenheiten erzählt. Als dann auch noch Corona um sich greift ist das Chaos perfekt- einfach herrlich.
Dieses Buch ist nicht ganz so heiter fröhlich wie die vorherigen, da es offen und ungeschult zeigt, welche Auswirkungen Demenz auf das Leben haben kann. Fängt es anfangs noch ganz harmlos mit leichter Vergesslichkeit an, so werden Hendriks Aussetzer immer schwerwiegender und verstehen nicht nur ihn selbst in Sorge und Aufruhr.
Ich finde es toll, wie offen, ehrlich und ungeschult das Buch damit umgeht.

Das Buch hat mich wieder unglaublich gut unterhalten, ich habe oft schmunzeln müssen und aber ab und zu ein Tranchen verdrückt, wenn Hendrik mal wieder mit dem Leben und seinem Kopf zu kämpfen hatte.

"Herrenabend" ist ein Buch mit ganz viel Herz, über Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt und darüber, dass das Leben erst vorbei ist, wenn man tot ist. Es ruft einem ins Gedächtnis, dass man das Leben bis zum Ende auskosten sollte.

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Veröffentlicht am 21.08.2021

über Missverständnisse und Liebe

Und immer nur du
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"Und immer nur du" war für mich ein fast schon kitschiges und sehr vorhersehbares Buch mit einem heftigen Plot-Twist am Ende.

Zum Inhalt: Nachdem ihre Familie in ihrer Kindheit auseinander gerissen wurde ...

"Und immer nur du" war für mich ein fast schon kitschiges und sehr vorhersehbares Buch mit einem heftigen Plot-Twist am Ende.

Zum Inhalt: Nachdem ihre Familie in ihrer Kindheit auseinander gerissen wurde lebt Fenja mit ihrem Vater in Berlin. Der Tod ihrer Mutter führt sie zurück in ihre Heimatstadt Dahrenburg, wo sich seit ihrer Kindheit nicht viel verändert hat. Inklusive Elias- Fenjas großer Jugendliebe. Ein gelüftetes Geheimnis stellt plötzlich Fenjas Welt auf den Kopf und ihre Gefühle in Frage.

Das Setting des Romans ist toll gewählt und gut beschrieben, sodass sich die Reise nach Dahrenburg auch für mich als Leser wie heimkommen angefühlt hat. Das Buch lebt meiner Meinung nach von den tollen Nebencharakteren, die viel zur „gemütlichen“ Stimmung beitragen und direkt ans Herz wachsen.
Mit den beiden Protagonisten hatte ich so meine Schwierigkeiten. Fenja ist zu Anfang unsicher, unglücklich und fremdbestimmt und muss sich im Laufe des Buches erstmal selbst finden. Und Elias war mir das ganze Buch über immer „zu viel“ und ist mit allem was er tut immer über das Ziel hinausgeschossen.

Mir war das Buch an vielen Stellen einfach „zu schnell“. Ja, die erste Liebe vergisst man nie und vielleicht endet sie auch nie wirklich aber hier haben sich die Ereignisse wirklich übertrieben schnell überschlagen. Das war mir einfach oft zu kitschig.
Ansonsten fand ich, dass das Buch wirklich unterhaltsam und voller liebenswerter Charaktere war. Es ging neben der eigentlichen Liebesgeschichte auch viel um Freundschaft, Familie und Zusammenhalt.

Der Schreibstil war leicht und flüssig zu lesen, die eisige Trotzhaltung zu Anfang weicht schnell einer Wärme und Emotionalität, die das Buch zu einem schönen Leseerlebnis machen.

Für mich eine schöne Urlaubslektüre mit unvorhersehbarem Ende und viel Herz.

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Veröffentlicht am 21.08.2021

Die Totenflüsterin

Tote schweigen nie
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Zuallererst: A.K. Turner war mir vorher kein Begriff aber nach diesem Buch habe ich die Autorin direkt gegoogelt und auf meine Merkliste gesetzt, denn was sie zu Papier bringt haut mich glatt um.

Zum ...

Zuallererst: A.K. Turner war mir vorher kein Begriff aber nach diesem Buch habe ich die Autorin direkt gegoogelt und auf meine Merkliste gesetzt, denn was sie zu Papier bringt haut mich glatt um.

Zum Inhalt: Cassie Raven ist Sektionsassistentin und fällt neben neben ihrem unkonventionellen Auftreten vor allem durch ihr Können und ihre Expertise auf. Sie macht ihren Job gewissenhaft und mit viel Respekt und Zuneigung für die Toten. Als ihre ehemalige Mentorin und Freundin unerwartet verstirbt, glaub Cassie nicht, dass es mit einer Standardsektion getan ist und ermittelt auf eigene Faust.

Das Buch ist wahnsinnig hochwertig und allein schon optisch und haptisch ein echtes Erlebnis. Design und Farbgestaltung gefallen mir richtig gut und heben das Buch optisch vom düster schwarzen Einheitsbrei der Thriller-Riege ab.

Cassie habe ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen, genauso wie ihre polnische Oma. Die Akribie, Gewissenhaftigkeit und die Leidenschaft mit der Cassie ihre Arbeit macht sind bewundernswert. Und sie beweist immer wieder, dass sie locker ein Medizinstudium hätte anstreben können. Sie hat viel Sachverstand und eine exzellente Beobachtungsgabe. Insgesamt ist sie in meinen Augen eine bewundernswerte Frau und es ist wirklich schade, dass sie nur fiktiv ist, da ich sie wahnsinnig gerne kennenlernen würde.

Der Plot ist gut durchdacht und schlüssig konstruiert. Der Leser kann zu jeder Zeit Cassies Gedanken folgen, mit den restlichen Informationen wird man von Flyte durch die Perspektivenwechsel versorgt. Der Schreibstil wechselt von sachlich erklärend, wo immer Cassie ihre Arbeit macht, zu fesselnd und mitreißend, wenn sie ihre eigenen Ermittlungen anstellt bis hin zu einfühlsam, wo immer es um ihr Privatleben geht.

Ich habe dieses Buch sehr genossen, da ich mich gut in die Protagonistin hineinversetzen konnte und man als Leser praktisch bei zusehen konnte, wie sie über sich hinauswächst.
Ein fantastisches Thriller-Debüt, das ich wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Erschreckend aktuell und hoch brisant

Die Morgenröte – Sie nehmen dir dein Leben
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"Die Morgenröte" ist ein exzessiver und erschreckend rasanter Roman, der an vielen Stellen Politthriller-Charakter hat. Besonders das Cover hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht.

Zum Inhalt: ...

"Die Morgenröte" ist ein exzessiver und erschreckend rasanter Roman, der an vielen Stellen Politthriller-Charakter hat. Besonders das Cover hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht.

Zum Inhalt: Youtuber Georg Herzfeld ist mit seinem Content sehr erfolgreich, bis seine Karriere und auch sein Privatleben nach einem anrüchigen Post einen herben Dämpfer bekommt. Unerwartet tut sich ihm ein Ausweg aus der Misere auf, als der die Wahlkampagne des Popstars, Götz Wolf unterstützen soll. Als Gegenleistung für die Unterstützung seiner selbst gegründeten Partei "Die Morgenröte" und des Wahlkampfes zum Bundeskanzler, will Götz Herzfeld helfen. Steht Herzfeld zu Anfang noch hinter der unkonventionellen Partei, die vor allem mit Hetze, Hass und Falschmeldungen arbeitet, schlägt die Stimmung rasant um und droht zu eskalieren.

Das Buch arbeitet mit kurzen Kapiteln und schnellen Perspektivenwechseln, die ihm eine rasante Stimmung verleihen. Der Fokus liegt ganz klar auf Götz' exzessivem Verhalten, seinen wahnhaften Ideen und den Eskapaden, die während des Wahlkampfes passieren. Und mittendrin steckt Herzfeld, der die sich ihm bietende Chance zu Anfang bereitwillig und interessiert, später schockiert und abgeschreckt verfolgt. Schnell steckt er selbst zu tief drin, um aussteigen zu können.

Herzfeld soll vermutlich eine Art Sympathieträger sein, aber ich finde ihn einfach rückgratlos und komme nicht an ihn ran. Trotzdem finde ich besonders die beiden Protagonisten gut und detailliert beschrieben. Generell enthält dieses Buch für viele Sachverhalte fast schon ausschweifende Beschreibungen, die sich für mich aber einfach sehr oft unnötig in die Länge gezogen haben.

So erschreckend die Grundidee des Buches ist, so unrealistisch finde ich sie. Erinnert mich in bisschen an "die Welle", als aus dem nichts eine Diktatur in einer Schule aufgebaut wird. Hier wird einfach mal eine extreme, rechte Partei aus dem Boden gestampft, die schnell mit Fake News und personalisiertem Hass massenhaft Anhänger um sich scharrt und das ganze in Rekordzeit eskaliert.

Ich bin nicht so recht warm geworden mit diesem Buch und habe mich eher durchgequält. Ich hatte aufgrund von Cover und Klappentext einfach andere Erwartungen an das Buch.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

atmosphärischer Kriminalroman in der irischen Einöde

Der Sucher
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Dieses hier ist das erste Buch von Tana French bei dem ich aktiv gedacht habe „muss ich lesen“ und mein Riecher hat mich nicht getäuscht- dieses Buch war fantastisch.

Zum Inhalt: Cal ist ein Ex-Cop aus ...

Dieses hier ist das erste Buch von Tana French bei dem ich aktiv gedacht habe „muss ich lesen“ und mein Riecher hat mich nicht getäuscht- dieses Buch war fantastisch.

Zum Inhalt: Cal ist ein Ex-Cop aus Chicago, der sich nach dem Scheitern seiner Ehe und dem Ende seiner Karriere im ländlichen Irland zur Ruhe setzen will. Während er an seinem alten Haus renoviert, fühlt er sich zunehmend beobachtet und entdeckt bald ein Kind, das um sein Haus schleicht. Er nimmt den Jungen unter seine Fittiche und schnell vereint die beiden mehr als nur die handwerkliche Arbeit und ob Cal will oder nicht, übernimmt er plötzlich einen Fall, von dem er nicht weiß, wo er ihn hinführen wird.

Das Buch ist eine Mischung aus Roman und ruhigen Krimi und obwohl das Buch absolut nicht nervenaufreibend ist, entwickelt es schnell eine Sogwirkung und atmosphärische Spannung. Das rührt hauptsächlich vom merkwürdigen Verhalten der Dorfbewohner, einer inneren Feindseligkeit und den merkwürdigen Vorkommnissen im Ort her. Tana French schreibt dabei nicht ausschweifend, aber unglaublich bildhaft; ich hatte das Gefühl diese Mischung aus Neugier und Mistrauen bezüglich zugezogener im Ort selbst spüren zu können.

Cal ist ein klassischer Typ vom Schlag „harte Schale, weicher Kern“ und seine Bemühungen, sich mit den Krähen anzufreunden, hat mich mehr als einmal schmunzeln lassen. Ich mag, dass er viel über Moral und Verhalten nachdenkt. Er ist ein Good Cop mit Helfersyndrom und ich hatte mehrmals das Gefühl, dass er an Trey gutmachen will, was er bei seiner eigenen Tochter verpatzt hat. Den spannendsten Charakter fand ich allerdings seinen verschrobenen Nachbarn Mart, der immer wieder mehr zu wissen scheint, als er zugibt und die Dinge gern selbst in die Hand nimmt.

Dieses Buch ist ein Roman über die Faszination der irischen Einöde und den Verfall ländlicher Gegenden, über Gesellschaft und Familie. Aber es ist auch ein Krimi, in dem nichts ist wie es ursprünglich scheint und wo Schuld, Vorurteile und Angst das tägliche Leben bestimmen. Ein fantastisches, stimmungsvolles Buch, das mich nicht losgelassen hat.

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