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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2025

Tiefschürfend

Before we were innocent
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Ich bin letztes Jahr eher zufällig über Autorin Ella Berman gestolpert, aber sie hat nachhaltig Eindruck hinterlassen, weshalb ich auch an ihrem neuen Buch sehr interessiert war, was ich auch thematisch ...

Ich bin letztes Jahr eher zufällig über Autorin Ella Berman gestolpert, aber sie hat nachhaltig Eindruck hinterlassen, weshalb ich auch an ihrem neuen Buch sehr interessiert war, was ich auch thematisch sehr spannend fand. Es werden die sozialen Dynamiken der Jugend, zwischen Freundschaft und Rivalität beleuchtet und in den Kontext eines unaufklärten Todesfalls gesetzt. Nervenaufreibend, erschreckend, ungeschönt.

Ich fand es beim Lesen grausam wie die Mädchen von der Presse zu kaltblütigen Mörderinnen stilisiert werden. Die Macht der Medien und wie sie jemanden diffamieren können, wird hier sehr anschaulich gezeigt. Doch als sich die Ereignisse 10 Jahre später in einen nicht unähnlichen Rahmen wiederholen, begannen sich leiser Zweifel in mir breitzumachen. Ich fand es schwierig Bess und Joni wirklich einzuschätzen; beide geben wenig von sich preis.

Nach und nach verdichtet sich die Geschichte und offenbart viel über die Mädchen, ihre Beziehungen zueinander, ihre Lebensverhältnisse und was sie bewegt. Viel spannender fan dich aber die Frage der Schuld, die hier in Raum geworfen wird. Ab wann ist man schuldig? Wenn man offiziell schuldig gesprochen wird? Oder wenn man sich selbst schuldig fühlt? Und was sagt es über einen aus, wenn man keine Schuld empfindet?

Es geht um Loyalität, um Geheimnisse und darum, wie so ein Vorfall einem ein Leben lang nachhängt. Während die eine Freundin Kapital aus den Ereignissen schlägt, wird die andere immer weniger, bis sie förmlich in ihrem Abgrund zu verschwinden droht. Das war wirklich nervenaufreibend und perfide geplottet und ich wurde richtig in dieses moralische und rechtliche Dilemma hineingezogen. Eine Story, die einen nicht so leicht loslässt

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Wow, überraschend anders, aber richtig stark

Lyneham
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Das Buch vereint Sci-Fi mit Dystopie und obwohl ich mich mit Sci-Fi immer eher schwer tu, hat mir der Dystopie-Charakter der Geschichte so gut gefallen, dass ich mich auch mit den Sci-Fi Elementen gut ...

Das Buch vereint Sci-Fi mit Dystopie und obwohl ich mich mit Sci-Fi immer eher schwer tu, hat mir der Dystopie-Charakter der Geschichte so gut gefallen, dass ich mich auch mit den Sci-Fi Elementen gut arrangieren konnte. Das ganze Ausmaß der Mission und des Versuchs erschließt sich erst relativ spät, was dem Großteil der Geschichte einen abenteuerlichen Charakter voller Entdeckergeist und der Stimmung eines Neubeginns gibt. Nur um am Ende mit der metaphorischen Keule um die Ecke zu kommen.

Das Buch ist aus zweit Perspektiven und in zwei Zeitebenen erzählt, bei der die Pioniersmission ca. 10000 Jahre vor den nachfolgenden Ereignissen spielt. Den Aufbau einer Zivilisation auf Perm zu beobachten, die unterschiedlichen Forschungseinsätze und Expeditionen fand ich super spannend, sodass ich über weite Stecken diesen Part inhaltlich deutlich interessanter fand. Dafür was der andere Part der Geschichte, über drei Geschwister und einer ungewissen Zukunft nahbarer und emotionaler angelegt. Das stellt ein schönes erzählerisches Gleichgewicht dar.

Die Situation scheint sich in beiden Handlungssträngen zunehmend zuzuspitzen, was für Dynamik und Spannung sorgt, auch wenn vielleicht noch nicht klar ist, worin dieses Experiment seinen Ursprung hat und worauf es hinauslaufen wird. Als dies offenbart wird, war ich wahrlich sprachlos. Was für eine Enthüllung, was für ein Plot. Die Geschichte ist in sich wahnsinnig stimmig, logisch aufgebaut und alles ist gut miteinander verwoben.

Neben der Forschung als solches steht auch moralische und ethische Aspekte im Zentrum der Handlung. Was ist ein Leben wert und ist eines schützenwertes als ein anderes? Wie weit ist man bereit für Erkenntnis zu gehen, um das Leben einer Gattung zu sichern? Diese Gedankenspiele sind einfach umwerfend in die Handlung integriert.
Die Geschichte schafft ein gleichwohl erschreckende, wie faszinierendes Szenario. Das Ende war unerwartet, aber auf beruhigende Art passend und stellt einen gekonnten Abschluss dar.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Richtig coole Fantasy mit historischem Vibe

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Das Thema Hexenverfolgung/ Hexenprozesse fand ich schon immer super interessant- grausig und spannend zugleich und dieses Buch fängt die Atmosphäre und die Emotionen rund um dieses Thema super stark ein ...

Das Thema Hexenverfolgung/ Hexenprozesse fand ich schon immer super interessant- grausig und spannend zugleich und dieses Buch fängt die Atmosphäre und die Emotionen rund um dieses Thema super stark ein und verpackt es in eine starke Fantasy-Geschichte. Ich mochte die Spannung, die von Beginn an in der Luft lag. Dass Gideon und Rune quasi ähnliche, entgegensetzt gerichtete Interessen verfolgen, macht ihre Begegnungen zu einem delikaten Spiel zwischen den beiden.

Ich mochte das historisch angehauchte Setting mit ihrer Ständegesellschaft, den gesellschaftlichen Verpflichtungen und der Art des Werbens, die man sie aus dem elisabethanischen bis viktorianischen England kennt. Das ist genau diese Art von Setting, die total meinen Geschmack trifft und das in Kombination mit Magie- ein Traum.

Runes Perspektive dominiert die Geschichte. Aber diese kleinen Ausflüge in Gideons Gedanken, seine Erinnerungen und das was ihn Antreibt geben der Geschichte erst ihren Reiz. Rune und Gideon sind wie Feuer und Eis und ergänzen sich doch so großartig

Die Enthüllung am Ende konnte man schon circa ab der Mitte erahnen. Trotzdem war es packend, magisch und absolut erschütternd. Wow, also dieses Finale hatte wirklich alles.
Ich kann den zweiten Band gar nicht erwarten und maus unbedingt wissen, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Wie gewinnt man ein Herz

Play of Hearts
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Ich mochte diese düster märchenhaft anmutende Geschichte direkt von Beginn an. Alles rund um Genevieves Familie, ihre magische Gabe, die sich für sie zunehmend wie ein Fluch anfühlt und alles rund um die ...

Ich mochte diese düster märchenhaft anmutende Geschichte direkt von Beginn an. Alles rund um Genevieves Familie, ihre magische Gabe, die sich für sie zunehmend wie ein Fluch anfühlt und alles rund um die anderen magischen Familien fand ich sehr einnehmend und interessant angelegt. Die Geschichte ist trotz der Fantasyaspekte simpel und nahbar gehalten und ist damit auch gut für jüngere Leser und Fantasy-Einsteiger geeignet.

Besonders der Zirkus ist ein fantastischer, unwirklicher Ort, an dem es viel zu entdecken gibt. Ich fand diese Kulisse absolut umwerfend und die Ereignisse sehr abenteuerlich und mit ihrem magischen, zauberhaften Charakter sehr einnehmend. Mit diesem Setting werden wundersame Kindheits-Träume wahr und hier kommt der magische, träumerische Charakter der Geschichte besonders gut zum Tragen und schlägt den Leser in den Bann der Geschichte.

Vor allem auch die bunt angelegten und interessant ausgestalteten Figuren mit ihren Geschichten, Emotionen, Höhen und Tiefen, ihre Freundschaft und Verbundenheit waren einfach toll und haben die Geschichte zu einem echten Lesevergnügen gemacht. Ich fand die Story super kurzweilig, angenehm leicht zu lesen und auf spannende Art fesselnd.

Es gibt zwar eine Art Lovestory, aber man merkt schon, dass es vor allem zu Anfang eine sehr kindliche, naive Liebe ist. Die Protagonistin reift innerhalb der Geschichte schon merklich, schmunzeln musste ich über ihr Klein-Mädchen-Schwärmerei aber trotzdem. Gefallen hat mir, dass es diese Lovestory zwar gab, sie aber nicht zu viel Raum eingenommen hat, sodass sich der Rest der Geschichte gut drum herum entfalten konnte.

Das Ende war für mich wie ein heftiger Schlag in die Magengrube. Was für ein böser Cliffhanger. Ich will am liebsten sofort weiterlesen und kann den zweiten Band gar nicht erwarten.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Die Weisheiten der Briefschreiberin

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
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Ich fand die unterschiedlichen Begegnungen, aus denen sich teilweise zarte Freundschaften entwickeln, wirklich schön erzählt. Was aber für mich den wahren Reiz der Geschichte ausmachte, das waren die vielen ...

Ich fand die unterschiedlichen Begegnungen, aus denen sich teilweise zarte Freundschaften entwickeln, wirklich schön erzählt. Was aber für mich den wahren Reiz der Geschichte ausmachte, das waren die vielen detailverliebten Kenntnisse zum Thema Briefeschreiben. Ausgehend von Schreibwerkzeug, Tinte und Schriftsatz bekommt man viele kleine Einblicke welchen Eindruck das geschriebene Wort beim Lesenden auslösen kann und soll. Das fand ich einfach ganz wunderbar erzählt und super interessant zu verfolgen.

Die abdruckten Schriftstücke habe ich mir auch gerne angesehen, auch wenn ich sie im Original natürlich nicht lesen konnte. Aber auch die übersetzten Versionen, vor allem auch die etwas kreativeren, haben mir richtig gut gefallen. Faszinierend war für mich einfach, wie viel man über den Charakter des Schreibenden und die Beziehung zum Empfänger herauslesen kann. Und welchen Unterschied der Ton einer Nachricht ausmachen kann.

Es ist eine sanfte, in sich ruhende Geschichte, die zum innehalten und verweilen einlädt. Für mich fällt dieses Buch in die Kategorie „einfach schön, was für die Seele“.

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