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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Erst mau, dann absolut perfide

Ruf der Leere
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Der Roman beginnt erstmal eher unspektakulär- eine Gruppe junge Erwachsene in verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungsstadien und eine abgelegene Hütte. Die Gruppendynamik insgesamt eher kühl und ...

Der Roman beginnt erstmal eher unspektakulär- eine Gruppe junge Erwachsene in verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungsstadien und eine abgelegene Hütte. Die Gruppendynamik insgesamt eher kühl und Protagonist Felix, der im Zentrum des ganzen Plots steht, auf blasierte Art unsympathisch.

Die Handlung beginnt in eher gemäßigtem Tempo und so richtig ist nicht klar, worauf der Plot eigentlich hinauslaufen soll. Anfangs fand ich die Rückblenden in Felix und Lauras sich entwickelnde Beziehung, die sich irgendwo zwischen Rivalität und Freundschaft bewegt, eher belanglos, aber als zur Mitte der Geschichte der Wendepunkt naht, bekommen nicht nur die Medizinethikseminare und Diskussionen über Moral eine neue Bedeutung, sondern auch Felix Freundschaft zu Laura.

Die zweite Hälfte der Geschichte liest sich dann wie ein absoluter Fiebertraum. Bin immer noch völlig platt vom Ausmaß dessen, wie die Geschichte den Bach runtergeht. Vom Plot her eigentlich super geschickt gemacht, aber bin doch ehrlich: ich hätte da zum Schluss noch ein paar Fragen.

Felix ist auf jeden Fall ein Protagonist, wie ich selten einen hasse. Zwischendurch tat der mir doch tatsächlich ein bisschen leid, aber mein Gott, selten so eine abgründige Romanfigur erlebt, die es auf reine Provokation anlegt.

Hatte ein ganz anderes Buch erwartet, bin aber vor allem in der zweiten Hälfte positiv überrascht worden

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Richtig cooler Suspense-Roman

Firewatch
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Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie ...

Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie was zu verbergen. Stark geplottet und einfach spannungsgeladen.

Die Geschichte schwankt zwischen Gegenwart und der Zeit kurz vor Aarons Verschwinden. Die Perspektiven konzentrieren sich auf Aaron selbst und seinen besten Freund Robin, der versucht herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Es gibt eigentlich die gesamte Zeit über nur einen Verdächtigen für Robin. Doch nichts ist so leicht, wie es schien-vor allem Aaron selbst nicht.

Das Setting der Feuer-Wachtürme fand ich super gewählt- mal was anderes und zugleich direkt atmosphärisch. Und auch Robins Wechselbad der Gefühle was Kian betrifft fand ich sehr authentisch und nachvollziehbar. Die gesamte Situation ist vulnerabel und dadurch mitreißend.

Und dann kommt ein Ende, das einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Phänomenal, absolut spektakulär und grausig.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Eine neue Ordnung

Der letzte Sommer der Tauben
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Abbas Khider hat eine wundervolle Art zu erzählen. In seinen Geschichten ist Platz für Grausamkeit, Angst und Ungewissheit. Nichts wird geschönt, sondern mit offenen Augen betrachtet. Trotzdem bewahrt ...

Abbas Khider hat eine wundervolle Art zu erzählen. In seinen Geschichten ist Platz für Grausamkeit, Angst und Ungewissheit. Nichts wird geschönt, sondern mit offenen Augen betrachtet. Trotzdem bewahrt es sich einen gefassten, ruhigen Erzählton. Und genau das macht den Schrecken in all seiner Banalität für mich als Leser noch greifbarer.

Die Geschichte beginnt fast schon in schöner Alltäglichkeit. Ein Bild des Friedens, bis ein sich verändernder Himmel den bevorstehenden Wandel ankündigt. Mit fast schon verlässlicher Stetigkeit ziehen Gewalt, Beschränkungen und Angst in den Alltag des Protagonisten ein. Und es wird sehr eindrücklich geschildert, wie klein eine Welt mit einem Mal werden kann.

Die Auswirkungen dessen werden anhand Noahs Familie und ihren Freunden und Nachbarn sehr eindringlich geschildert. Noah fand ich für seine 14 Jahre wirklich bemerkenswert. Er scheut sich nicht Fragen zu stellen, das System anzuzweifeln und kleine Rebellionen zu begehen. Und gleichzeitig tat er mir furchtbar leid, als er alles zu verlieren droht, was sein Leben einmal ausgemacht hat.

Es ist ein Buch, das bewegt und nachdenklich stimmt. Ich war mir beim Lesen die gesamte Zeit bewusst, wie privilegiert ich lebe. Ein wichtiges Buch, das mich auch nach Ende des Lektüre noch beschäftigt hat

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Hallt nach

Tage des Lichts
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Was mir direkt aufgefallen ist, ist die blumige Sprache, die passend zur Zeit und den Lebensumständen der eher unkonventionellen, künstlerisch veranlagten Familie gewählt wurde. Die Erzählweise der Geschichte ...

Was mir direkt aufgefallen ist, ist die blumige Sprache, die passend zur Zeit und den Lebensumständen der eher unkonventionellen, künstlerisch veranlagten Familie gewählt wurde. Die Erzählweise der Geschichte ist sehr besonders: nur sechs Tage eines Lebens, teilweise über Jahre voneinander getrennt. Lässt sich unser Leben auf so wenig reduzieren? Auf sechs Schlüsselmomente?!

Ivy hat eine einfältige Unschuld an sich, was sich nicht nur darin zeigt wie sich über sich selbst als Mädchen, sondern auch über die Liebe und das Leben allgemein denkt.
Und wie klein ihre so unendlich scheinende Welt plötzlich wird. Erst durch Verlust, dann eine unbedachte Impulshandlung.

Die Schrecken des Krieges werden zwar nur angerissen aber trotzdem sehr eindringlich. Und über allem lag immer die Erinnerung an Joseph, die Fragen die sein Fehlen aufwarf. Ivy wird ältern, bleibt aber diese kleine, trostlose Versionen ihrer Selbst, immer sehnend, sich verzehrend, rast- und irgendwie heimatlos.

Ich war überrascht, wie viel man mit nur sechs Tagen erzählen und ausdrücken kann. Ivys Schicksal hat mir das Herz schwer gemacht.
Unterhaltsam fand ich, wie in dieser Familie jegliche Beziehungskonstrukte und Neigungen vorhanden zu sein scheinen. Es ist eine Geschichte von Liebe und Verlust, von Überschwang und Vernunft, von Sinnsuche und spätem Glück. Ein Leben, auf das elementarste herunterreduziert.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Magie trifft Piraterie

Nightweaver
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Dieses Buch ist ein toller Reihenauftakt. Nicht nur entführt es den Leser in eine düstere Welt, die such auf den Abgrund zu bewegt, es gibt ihm auch eine Heldin an die Hand, die ihr Schicksal und das aller ...

Dieses Buch ist ein toller Reihenauftakt. Nicht nur entführt es den Leser in eine düstere Welt, die such auf den Abgrund zu bewegt, es gibt ihm auch eine Heldin an die Hand, die ihr Schicksal und das aller für immer verändern könnte. Und das kombiniert mit coolen Piratenvibes.

Das Magiekonzept rund um die vier Fähigkeiten und verschiedenen Mythen unf Monster fand ich toll aufgebaut. Man bekommt genug Informationen um es sich vorstellen zu können, wir damit aber nicht überflutet und so bewahrt sich die Geschichte einen Hauch Mystik in all ihrer Dunkelheit.

Es gibt relativ viele Figuren dafür, dass eigentlich nur drei von ihnen so wirklich im Zentrum stehen. Aster ist eine eher spezielle Protagonistin, hat teilweise echt Antihelden-Vibes und zwischenzeitlich habe ich mit ihrer Art echt gehadert. Aber sie ist auch mutig, selbstlos und sehr gewieft.

Es passiert eigentlich pausenlos etwas, sodass man auch als Leser nie zur Ruhe kommt. Die Story ist temporeich geplottet und hat durchaus actionreiche Momente. Gleichzeitig werden aber auch zarte Bande der Freundschaft, Liebe und des Vertrauens geknüpft, die im schönen Gegensatz zur düsteren Atmosphäre und Weltuntergangsstimmung der Geschichte stehen.

Also ich fand den Vibe toll und hatte eigentlich durchweg Spaß mit dem Buch. Die Charaktere könnten noch differenzierter ausgearbeitet werden, vor allem Aster ist doch sehr sprunghaft. Aber da ist auf jeden Fall Potential für den Folgeband vorhanden

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