Cover-Bild Ausradiert
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 17.03.2026
  • ISBN: 9783446286221
Percival Everett

Ausradiert

Roman. Das Buch zum oscarprämierten Film American Fiction
Thelonious »Monk« Ellison ist Schriftsteller – und verzweifelt: Seine anspruchsvollen Bücher finden kaum Beachtung, während klischeebeladene »Ghettoromane« über Schwarze gefeiert werden. Aus Wut schreibt er selbst unter Pseudonym einen solch stereotypen, provokanten Roman mit dem Titel »Fuck«. Der Erfolg ist überwältigend. Doch mit dem Ruhm wächst auch das Chaos in Monks Leben. »Ausradiert« ist eine bissige, kluge Satire auf den Literaturbetrieb, kulturelle Erwartungen und die Frage, wer erzählen darf – und wie.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

We's Lives In Da Ghetto

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Der Roman eines Schriftstellers über einen Schriftsteller, und den Literaturbetrieb.

Thelonious Monk Ellison gilt als elitärer, anspruchsvoller Autor. Viel Erfolg oder Leser hat er nicht. Er ist enttäuscht ...

Der Roman eines Schriftstellers über einen Schriftsteller, und den Literaturbetrieb.

Thelonious Monk Ellison gilt als elitärer, anspruchsvoller Autor. Viel Erfolg oder Leser hat er nicht. Er ist enttäuscht und verbittert und schreibt unter Pseudonym eine Parodie auf die Art von afroamerikanischer Literatur, die er verachtet. Und genau damit hat er zu seiner eigenen Überraschung unglaublich viel Erfolg, so dass er seine fiktive Schriftstellerpersönlichkeit Stagg R.Leigh immer wieder spielen muss.
Eine andere Ebene zeigt Monks Privatleben. Sein Vater ist gestorben, seine Mutter hat Alzheimer und seine Schwester wurde ermordet. Das sind alles harte Dinge, mit denen er leben muss. Everettt schafft es beide Aspekte, die des Schriftstellers und die des Mannes deutlich zu zeigen und sie stehen im Einklang.
Das Buch ist schon 2001 entstanden, aber selbstverständlich immer noch gültig und lesenswert.

Das Buch ist sehr ironisch, oft witzig, auch ein wenig tragisch.
Zum Teil gelingt Everett seine Satire. Die Methoden des Literaturbetriebs wird er damit nicht ändern.

Veröffentlicht am 06.04.2026

starkes Buch, authentisches Thema

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Percival Everett lesen ist, wie eine Geschenkpackung zu öffnen: man weiß nie was einen erwartet. Dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen, auch wenn ich die Erzählung, mit den verschiedenen Einschüben ...

Percival Everett lesen ist, wie eine Geschenkpackung zu öffnen: man weiß nie was einen erwartet. Dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen, auch wenn ich die Erzählung, mit den verschiedenen Einschüben von Monks diversen Ideen nicht immer so ansprechend fand. Ist aber mal eine andere Art zu erzählen und es fiel mir leicht, mich darauf einzulassen, weil es in den Kontext der Geschichte des erfolglosen, aber ambitionierten Autors passt, der sich unbedingt abseits der Konventionen beweisen will.

Ich war überrascht wie sogartig mich die Erzählung rund um Thelonious direkt von Anfang an gefangen nahm. Ich gebe zu zum Beispiel den Inhalt seines Vortrag übersprungen zu haben, weil ich damit inhaltlich nichts anfangen konnte. Da dieser Exkurs aber, wie seine Romanideen losgelöst von der Handlung steht, macht es nichts aus. Und auch seine sonstigen Romanideen lesen sich nicht unbedingt ansprechend, was natürlich wieder den Kern der Geschichte untermauert, dass er einfach nicht für die Massen und nicht kommerziell genug schreibt. Ich fand das übergreifende Thema rund die Arbeit als Autor, der Erwartungshaltung der Leserschaft und dessen, was als kommerziell erfolgreich gilt, interessant angelegt.

Ein genialer Kniff war für mich die Geschichte in der Geschichte. Und die ist, wenn auch sehr klischeehaft angelegt, echt packend, auch wenn Mona selbst das nicht unbedingt eingestehen will.
Es geht innerhalb der Story zwar viel um Thelonious Arbeit als Autor, trotzdem ist das Buch über weite Strecken auch einfach eine Familiengeschichte. Und Thelonious Familie hält einiges an Tragödien bereit, sodass der Leser eigentlich nie zur Ruhe kommt.. Zwischendurch bekommt man das Gefühlt die einzige Person bei Verstand ist die Haushälterin, die scheinbar noch gerade rechtzeitig den Absprung schafft.

Everett lesen ist für mich immer so ein kleines Erlebnis für sich. Die Geschichte hatte wieder einiges an Skurrilität, aber hat irgendwie auch einen Nerv getroffen. Fands gut, werde mir jetzt auch die Verfilmung ansehen.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Scharfsinnige Parodie auf den Literaturbetrieb

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Thelonious „Monk“ Ellison ist Schriftsteller aus Überzeugung, allerdings finden seine anspruchsvollen Bücher wenig Beachtung, während stereotype „Ghetto-Romane“ sich großer Beliebtheit erfreuen und ein ...

Thelonious „Monk“ Ellison ist Schriftsteller aus Überzeugung, allerdings finden seine anspruchsvollen Bücher wenig Beachtung, während stereotype „Ghetto-Romane“ sich großer Beliebtheit erfreuen und ein Vermögen einbringen.
Als sein neuester Roman abgelehnt wird, während eine andere Autorin mit einem Gossenroman einen Millionenerfolg hat, schreibt Monk aus Wut unter einem Pseudonym daher selbst solch einen provokanten, klischeeüberladenen Roman mit dem Titel „Fuck“.
Niemals hätte er wirklich mit so einem überwältigenden Erfolg gerechnet, er bekommt ein immenses Honorar und verkauft die Filmrechte für Millionen. Doch während er neben seinem Doppelleben als Schriftsteller auch den Tod seiner Schwester, das Coming-out seines Bruders und die fortschreitende Demenz seiner Mutter verkraften muss, gerät sein Leben immer mehr außer Kontrolle. Als sein Roman „Fuck“ für einen Literaturpreis vorgeschlagen wird, bei der er selbst Jurymitglied unter seinem echten Namen ist, spitzt sich die Lage zu …

„Meine Lektorin rief meinen Agenten mit der aufregenden Neuigkeit an, Fuck würde wegen des großen Interesses früher herauskommen. Und selbst dann, als ich wusste, ich würde das Buch im März zu sehen bekommen, hatte ich nicht erwartet, im Januar einen gepolsterten, an Thelonious Ellison adressierten Umschlag zu öffnen und darin eine gebundene Druckfahne von Fuck zu finden und die Bitte, es für den Book Award in Betracht zu ziehen.

Dilemma: Ich weigerte mich zuzugeben, dass ich, Thelonious Ellison, ebenfalls Stagg R. Leigh war, der Autor von Fuck. Doch hier war das Buch. Ich konnte mich nicht selbst disqualifizieren, ohne mein Geheimnis zu verraten.

Lösung: Ignorieren. Wer würde schon diesem Roman einen Preis geben?“

„Ausradiert“ basiert auf einer brillanten Grundidee, der Plot ist originell. Percival Everett beleuchtet mit seiner Parodie, wie weit man für den eigenen Erfolg gehen würde bzw. inwieweit man sich selbst treu bleiben sollte.

Ich mag Percical Everetts Art zu schreiben sehr, sein Roman „James“ hatte mich sehr begeistert.
„Ausradiert“ ist damit allerdings nicht zu vergleichen, zu unterschiedlich sind die Inhalte. Hier haben wir eine kluge, bissige und böse Satire auf den Literaturbetrieb mit jeder Menge Kritik an Klassismus und Rassismus - und vor allem geht es um die Frage, wer erzählen darf und wie.
So sehr mich das Konzept von „Ausradiert“ begeistert, war der Roman dann doch einigermaßen anstrengend zu lesen; es erfordert viel Aufmerksamkeit, um die Tiefe zu erfassen.
Kein Buch für zwischendurch, aber ich wünsche Percival Everett, dass er für diesen Roman, der bereits aus dem Jahr 2001 stammt und nun erst dank der Verfilmung von „American Fiction“ (2023) Beachtung fand, viel Erfolg für „Ausradiert“.

Vielen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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