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Veröffentlicht am 13.04.2025

Identität in dystopischer Isolation

Schweben
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Die Idee dieses Buches, eine dystopische Welt nach dem Klimawandel, in der die Menschen in abgeschotteten Siedlungen leben, die sie nicht verlassen können, fand ich erstmal grundsätzlich spannend. Vor ...

Die Idee dieses Buches, eine dystopische Welt nach dem Klimawandel, in der die Menschen in abgeschotteten Siedlungen leben, die sie nicht verlassen können, fand ich erstmal grundsätzlich spannend. Vor allem weil relativ früh die Frage nach dem "außen", hinter den Grenzen der Siedlung aufgeworfen wird. Die Autorin spielt hier mit dem Leser, hält ihm immer wieder kleine Informationshäppchen vor die Nase, verzichtet aber zum großen Teil auf Erklärungen und Antworten. Wer will kann sich seinen Teil denken oder sich in der schwerelosen Geschichte einfach treiben lassen.

Die Protagonistin hat einen interessanten Beruf für sich ergriffen: sie schafft Identitäten, übernimmt das Leben anderer, verliert sich in der Illusion dessen, was sie was als Dienstleistung für andere kreiert. Ein völlig neues selbst, ein Jemand anders sein. Ich finde es sehr spannend, wie sich der Plot entwickelt und wie man als Leser fast schon voyeuristische Einblicke in diese Leben bekommt, die da geschaffen werden. So weit so psychologisch erstmal mitreißend. Aber dann wird es wild.

Denn in der Siedlung scheint etwas vorzugehen. Und plötzlich beginnen die Menschen zu schweben, die Zahl der Todesfälle durch Abstürze steigt stetig. Bei dieser Skurrilität, die auch nicht weiter vertieft wird, hat mich die Geschichte ein bisschen verloren. Ich habe mir rationale Erklärungen gewünscht, etwas greifbares an dem man sich festhalten und orientieren kann. Rund um eine Protagonistin, die der Realität entgleitet, gerät nun auch die physische Welt aus den Fugen.

Das Buch hat einen wahnsinnig tollen Erzählton. Es ist ruhig geschrieben, teilweise nüchtern, teilweise mit einer sanften Bestimmtheit. Mich hat es beim Lesen abwechselnd geschaudert und besänftigt. Am Ende- ein kurzer Blick über den Tellerrand, dann Schluss. Dieses abrupte Ende, ein Finale ohne Schrecken, hat mich einerseits enttäuscht und andererseits begeistert. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber das Konzept, dass die Autorin hier geschaffen hat, funktioniert.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Schwächer als die Vorgänger

Skyshade
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Nachdem Nightbane für mich ein echtes Highligt-Buch war, konnte ich dieses dritten Band nicht erwarten um mehr über die Geschichte von Isla und Grim und ihre besondere Verbindung zu lesen. Aber irgendwie ...

Nachdem Nightbane für mich ein echtes Highligt-Buch war, konnte ich dieses dritten Band nicht erwarten um mehr über die Geschichte von Isla und Grim und ihre besondere Verbindung zu lesen. Aber irgendwie fand ich dieses dritten Band sehr random.

Einerseits fand ich, dass die Beziehung zu Oro fast schon glorifiziert wurde und daher in der ersten Hälfte des Buches zwischen Grim und Isla keine aufrichtige Beziehung entsteht und andererseits fand ich den Erzählstil diesmal sehr abgehackt. Es wurden gefühlt sehr viele Themen hier unterbracht, aber die einzelnen Szenen wurden gefühlt immer nur angerissen und dann erfolgt ein Cut und schneller Wechsel. Ich bin dadurch in viele der Momente gar nicht erst richtig reingekommen.

Mein Highlight war alles, was sich in und um den Winterpalast abspielte, wie Grim sich weiter öffnet und es ein paar ehrliche, gestohlene Momente gab. Generell das gesamte Worldbuilding war wieder sehr überzeugend. Isla selbst hat mich diesmal aber einfach null beeindruckt und ich mochte ihr permanentes Schwanken zwischen ihren beiden Lovern nicht. Für mich hat was dieses Aspekt anbelangt keine Entwicklung stattgefunden und irgendwie fand ich das sehr anstrengend zu verfolgen.

Nach diesem Band weiß ich nicht, ob ich unbedingt noch einen bräuchte. Es gab nicht mehr unbedingt was neues zu entdecken- ja, eine größere Enthüllung kam natürlich wieder vor, aber ansonsten hat sich einfach nicht wirklich viel getan. Bin unschlüssig, ob ich die Reihe weiterverfolge.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Für mich eher ein maues Leseerlebnis

Paganinis Fluch
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Ich fand die Geschichte etwas unübersichtlich, es gibt viele Handlungsstränge und Perspektiven, die sich durch das Buch ziehen und nicht alle davon fand ich unbedingt interessant. Zum Beispiel die Fluchtgeschichte ...

Ich fand die Geschichte etwas unübersichtlich, es gibt viele Handlungsstränge und Perspektiven, die sich durch das Buch ziehen und nicht alle davon fand ich unbedingt interessant. Zum Beispiel die Fluchtgeschichte rund um Penny und Björn fand ich sehr repetitiv.

Dagegen kam mir alles rund um die Teufelspakte fast schon zu kurz. Die werden zwar am Ende kurz erklärt, aber da war der Reiz des ganzen ja quasi schon vorbei. Gefühlt war die Geschichte einfach zu überladen, wodurch die einzelnen Elemente nicht wirklich in Szene gesetzt werden konnten.

Ich war auch überrascht, wie hier ein doch recht ernstes, brisantes Thema untergebracht wurde. Lange war ich mir nicht unbedingt sicher, worauf das ganze hinauslaufen sollte, aber an sich steckte da schon Potential drin und war gegen Ende auch wirklich spannend. Ein stärkerer Fokus darauf hätte mir gut gefallen

Gekonnt fand ich, wie hier Saga Bauer in die Geschichte eingeführt wurde. Bei der Art, wie sie immer wieder unterschätzt wird, musste ich so manches Mal den Kopf schütteln, aber wie sie sich gekonnt wehrt, den Fall übernimmt und zeigt was sie drauf hat, deutet schon darauf hin, dass man bei dieser Figur noch einiges erwarten kann.

Insgesamt fand ich die Story leider etwas langatmig und der Plot hat mich zwischendurch einfach immer wieder verloren. Nach dem soliden Auftaktband war dieser zweite Band eher nicht so nach meinem Geschmack.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Hat Potential

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Ich bin ja großer Fan der Kluftinger-Reihe und bin mit einer entsprechenden Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Es gab Höhen und Tiefen, da bin ich ganz ehrlich. Für einen Auftaktband fand ...

Ich bin ja großer Fan der Kluftinger-Reihe und bin mit einer entsprechenden Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Es gab Höhen und Tiefen, da bin ich ganz ehrlich. Für einen Auftaktband fand ichs ok, es gibt auf jeden Fall Potential für Entwicklung im weiteren Verlauf der Reihe. Ein bisschen muss man vielleicht aufpassen, dass der charmante Witz, der hier durch Sprachbarrieren erzeugt wird und die überzogenen Charaktere, nicht ins lächerliche abdriften.


Man merkt halt schon, dass Volker Klüpfel einfach schreiben kann und dabei auch einen bestimmten Stil hat, den man auch aus der Kluftiger-Reihe kennt, vor allem was das Spielen mit Klischees und den etwas derberen Humor angeht. Der Roman ist insgesamt rund und funktioniert sowohl jetzt als Einzelband, als auch als Auftakt für eine Reihe, die ja wohl bereits in Planung ist.


Ich mag wie hier übertrieben und damit auch ein Stück weit polarisiert wird. Die Figuren haben Ecken und Kanten, man kann sich wunderbar an ihnen aufreiben und geht mit einer ganzen Bandbreite an Emotionen in die Geschichte. Vor allem Svetlana und die Nebencharaktere wie Kleinschmidt und Gerlinde fand ich einfach den absoluten Knüller. Tommi hat Potential, noch mag ich ihn nicht, aber ich sehe, wo das alles hinführen könnte. Auf jeden Fall ist das Duo aus dem gefühlt lebensunfähigen Möchtegern-Autor und der resoluten Putzfrau sehr unterhaltsam.


Teilweise wars ein bisschen drüber und dürfte dann gerne auch mal weniger sein, das wirkte zwischenzeitlich ein bisschen zu gewollt witzig. Könnte mir eine Prise mehr Spannung und ein bisschen weniger Witz gut vorstellen, aber jetzt nachdem die wichtigsten Figuren ja eingeführt sind, würde ein zweiter Band sich auch knackiger losgehen. Denn Spannung wurde hier wirklich eher langsam aufgebaut und generell fand ich den Fall nicht so ganz überzeugend, auch wenn es sich im letzten Drittel angenehm entwickelt. Würde daher einen zweiten Band auch auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Richtig cool und mal was anderes

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Ich fand allein schon die Idee dieses Kriminalromans super interessant und war sehr gespannt auf die Umsetzung. Die abgedruckten Bilder fand ich sehr faszinierend und habe mir gerne länger Zeit genommen ...

Ich fand allein schon die Idee dieses Kriminalromans super interessant und war sehr gespannt auf die Umsetzung. Die abgedruckten Bilder fand ich sehr faszinierend und habe mir gerne länger Zeit genommen sie zu betrachten und versucht Schlüsse daraus zu ziehen. Ich mag Okkultes und Gruselgeschichten und dieses Buch ist da eine spannende Mischung mit ein paar überraschenden Wendungen. Ich hatte richtige Gänsehaut beim Lesen.

Als die Rätsel und Geheimnisse rund um die verschiedenen Zeichnungen so langsam aufgegriffen und erläutert werden, war ich super gebannt von den Bedeutungen und Hinweisen. Viele der kleinen Details waren mir selbst gar nicht aufgefallen, obwohl ich mir die einzelnen Bilder auch intensiver angeschaut habe. Ich finde dieses visuellen Elemente geben der Geschichte nochmal einen ganz anderen Zugang, als wenn sie nur beschrieben worden wären.

Ich fand die Erzählweise, dass sich die Gesamtgeschichte aus Einzelepisoden zusammensetzt am Anfang etwas merkwürdig. Denn nach Kapitel 1 habe ich das als sehr harten Cut empfunden und war noch gar nicht, bereit die Geschichte rund um Ren und Yuki ruhen zu lassen. Aber dann eröffnet sich doch ein Zusammenhang und das hat mir tatsächlich richtig gut gefallen. Und wie die Geschichte dann den Bogen schlägt- wow, das hat mich einfach umgehauen. Starke psychologische, emotionale und soziale Komponenten werden hier geschickt zu einer erschütternden Geschichte verwoben.

Selten ein Buch gelesen, das mich so dermaßen abgeholt und mitgenommen hat. Das hier ist ein heftiger, rasanter Pageturner, sondern eine tiefgründige Geschichte, die abstrakt beginnt, immer mehr Konturen bekommt und in eine kleinteilige Erzählung mündet. Ein wunderbar ruhiger, gefasster Erzählton, der aber Stimmung erzeugt, weil er im Gegensatz zum Schrecken der Ereignisse steht. Unfassbar gut, klare Leseempfehlung von mir.

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