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Veröffentlicht am 14.03.2026

Jugendliche Gefühle und guter Mordfall mit verstecktem Motiv

Liars all around me
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Wir haben hier einen Krimi mit sehr jungen Hauptfiguren. Insoferne sind auch die Gefühle ehrlicher, tiefer, härter und genauso wiedergegeben. Clara Blais ist selbst noch eine relativ junge Autorin, vielleicht ...

Wir haben hier einen Krimi mit sehr jungen Hauptfiguren. Insoferne sind auch die Gefühle ehrlicher, tiefer, härter und genauso wiedergegeben. Clara Blais ist selbst noch eine relativ junge Autorin, vielleicht ist das mit ein Grund, dass sich der Krimi so authentisch anfühlt.
Beim Lesen von „Liars all around me“ habe ich den Täter immer wieder mal ins Auge gefasst, um ihn dann wieder zu verwerfen. Das finde ich schön, wenn ich nicht direkt auf den Täter hingewiesen werde.
Avery und Ryle scheinen aus zwei völlig gegensätzlichen Leben zu kommen und doch finden sie einen Draht zueinander. Beide müssen mit Härten in ihrem jungen Leben zurechtkommen, wenn auch eben auf sehr unterschiedlichen Ebenen.
Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der beiden erzählt, sodass der Leser Gedanken, Gefühle und Hintergrund im Leben eines jeden Protagonisten erfährt. Auch der leichte Schreibstil macht ein fließendes Lesen angenehm.
Ich habe das Buch gerne gelesen und empfehle es gerne jeden Krimifreund, der auch gerne über zwischenmenschliche Gefühle im jungen Alter liest, weiter.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Treffend, warmherzig und humorvoll

Alt genug
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Älter werden wir alle, aber wie erleben wir dieses älter werden? Ildikó von Kürthy hat ihr Leben, ihre Erfahrung, ihr Lernen und vermeintliches Scheitern wunderbar und ehrlich beschrieben. Sie trifft damit, ...

Älter werden wir alle, aber wie erleben wir dieses älter werden? Ildikó von Kürthy hat ihr Leben, ihre Erfahrung, ihr Lernen und vermeintliches Scheitern wunderbar und ehrlich beschrieben. Sie trifft damit, nicht nur auf einer Seite, auch mich mitten in meinem Leben. Es ist schön zu lesen, dass manches auch andere Frauen umtreibt, dass sich andere ähnliche Gedanken machen oder Fragen stellen.
Mit Wärme für Fehler und Schwächen, mit Humor für Fehltritte und Hoppalas, mit Gefühl für Leid und Angst, mit Stolz für Erreichtes und Geschafftes, mit Hingabe zu Familie und Freunden erzählt sie ihre Geschichten und lässt den Leser fast uneingeschränkt teilhaben.
Bei manchen Szenen konnte ich lachen, bei anderen kam die Frage hoch, ob ich nicht eigentlich auch „Alt genug“ für Veränderung, unbequeme Wahrheit, ehrliche Offenheit oder einfach mehr Gelassenheit wäre.
In jeder Hinsicht finde ich dieses Buch mehr als gelungen. Man kann es einfach nur lesen und Spaß haben, oder auch das eine und andere selbst überdenken. Ich empfehle das Buch mit offenen Augen, Ohren und wachem Geist zu lesen. Nicht nur die Frau über 50 kann davon profitieren, auch die Beziehung zu ihr könnte sich für alle im Umkreis verbessern. Und das auf einfache Art und Weise beim Lesen und Verstehen eines humorvollen, warmherzigen Buches.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Weder brüllend komisch noch tieftraurig

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
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Der Roman von Joachim Meyerhoff konnte mich leider nicht wirklich erreichen. Ja, es gab Szenen, die ganz witzig beschrieben sind. Auch stelle ich es mir ganz und gar nicht einfach vor, als Kind in einer ...

Der Roman von Joachim Meyerhoff konnte mich leider nicht wirklich erreichen. Ja, es gab Szenen, die ganz witzig beschrieben sind. Auch stelle ich es mir ganz und gar nicht einfach vor, als Kind in einer Psychiatrie aufzuwachsen, weil der Vater dort Direktor ist.
Doch die eher lose aneinandergehängten Begebenheiten waren mir irgendwann zu flach. Sie sind sehr wohl in einer Zeitlinie erzählt, aber ich hatte das Gefühl, dass mir dazwischen Verbindungsstücke fehlten.
Es ist ein Roman und der Titel „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ impliziert für mich, dass einiges erdacht oder ausgeschmückt wurde. Also in meinen Augen keine Biographie.
Ob der Autor jetzt vom 40igsten Geburtstag seines Vaters erzählt, vom Besuch einer hohen Persönlichkeit, oder wie ein Vogel gegen die Wohnzimmerscheibe fliegt, sein Vater beginnt Sport zu treiben, ein Patient die Angst vor dem Familienhund und den Wunsch diesen zu streicheln immer wieder durchgehen muss, oder erzählt wie Weihnachten in der Psychiatrie gefeiert wird, all das mag berühren. Trotzdem habe ich keinerlei Zugang gefunden. Mir waren die Geschichten zu geradlinig im Sinne von ohne Höhen und Tiefen.
Für mich ist dies ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Sympathisches Duo, süße Spürnase, interessanter Fall

Mira Belgusto und die tote Winzerin
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Ich habe im Zusammenhang mit „Mira Belgusto und die tote Winzerin“ jetzt immer öfter das Wort Genusskrimi gelesen, es steht auch am stimmig gestalteten Cover. Und ja, es ist eine treffende Bezeichnung. ...

Ich habe im Zusammenhang mit „Mira Belgusto und die tote Winzerin“ jetzt immer öfter das Wort Genusskrimi gelesen, es steht auch am stimmig gestalteten Cover. Und ja, es ist eine treffende Bezeichnung. Neben dem Krimi geht es viel ums gute Essen, aber auch um Landschaft und Lebensweise, auch eine Art Genuss. Für mich kommt noch Humor dazu. Gerade Dulcinetta bringt immer wieder Auflockerung durch die kurzen Einschübe aus ihrer Sicht.
Mira und Claudio sind zwei sympathische Figuren, die sich perfekt ergänzen und verstehen. Ich mochte ihre Art miteinander umzugehen, aber auch wie sie sich um Dulcinetta und die arme Nachbarin kümmerten. Gerade Mira beweist immer wieder Empathie.
Die Aufklärung des Mordfalls ergibt sich nach und nach, irgendwie findet Mira meist schlüssig die richtigen Antworten. Nicht ganz glücklich bin ich mit dem Titel, da der Beruf der Toten eigentlich eine zu kleine Rolle spielt. Er hätte gegen jeden anderen ausgetauscht werden können.
Aber als Fazit kann ich sagen, dass ich diesen Cosy-Krimi von Angelika Lauriel sehr gerne gelesen habe. Er entführt nach Italien, macht Lust auf die Gegend, das Essen und das Mitraten wer jetzt wirklich der Mörder war.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Unerbittlich und aufrichtig sich selbst gestellt

Einsamsein
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In seiner Biografie stellt sich Daniel Haas unerbittlich, aber aufrichtig sich selbst und seiner Vergangenheit. Es ist nicht unbedingt ein Abrechnen, eher ein erklärendes Verstehenwollen seines Lebens. ...

In seiner Biografie stellt sich Daniel Haas unerbittlich, aber aufrichtig sich selbst und seiner Vergangenheit. Es ist nicht unbedingt ein Abrechnen, eher ein erklärendes Verstehenwollen seines Lebens.
Die Einsamkeit begleitet ihn schon seit Kindertagen. Er führt das „Einsamsein“ fort, wird immer besser darin und leidet, driftet ab, steht unter Schmerzen wieder auf.
Bei aller Härte, die er lebt, die er erlebt, bleibt ein Funken an die Hoffnung einer besseren Zeit. Er bringt dem Leser diese dunkle Zeit nahe, ohne ihn zu erdrücken. Er zeigt, ohne zu Verschönern, seine Jahre der Selbstillusion auf. Legt seinen Charakter offen und macht sich verwundbar. Doch genau das kann Mut für andere sein. Und es zeigt den Mut vom Autor, sich ungeschützt zu präsentieren.
Der Schreibstil war für mich nicht ganz so flott zu lesen, ich brauchte meine Zeit für das Buch. Natürlich auch dem Thema geschuldet.
Der Inhalt ist jedoch leicht zu erfassen und bemüht die eigenen Gedanken zu hinterfragen und sich selbst vielleicht die eine oder andere Einstellung anzusehen.
Ein Buch, dass sicher nichts für zwischendurch ist, aber sich auf jeden Fall seine Existenzberechtigung verdient hat, indem es Hoffnung machen kann.

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