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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2019

Resümee der Weltsituation

Aufwachen!
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„Aufwachen!“ so scheint uns nicht nur der Autor Friedrich Orter entgegenzurufen.

Das eher kleine, handliche Büchlein im Umfang von 108 Seiten ist eine gute Zusammenfassung der Kriegsschauplätze mit Stand ...

„Aufwachen!“ so scheint uns nicht nur der Autor Friedrich Orter entgegenzurufen.

Das eher kleine, handliche Büchlein im Umfang von 108 Seiten ist eine gute Zusammenfassung der Kriegsschauplätze mit Stand 2016. Der Autor listet diese nicht etwa auf, er bringt sie in Zusammenhang, erläutert seine Gedanken dazu.

Der Schreibstil ist flüssig und der Leser kann den Ausführungen sehr gut folgen. Einzig eine Lösung des oder der Probleme finden wir auch hier nicht. Trotzdem ist es interessant einmal so direkt vor Augen geführt zu bekommen, wo wir eigentlich stehen. „Aufwachen!“ einen besseren Titel könnte dieses Büchlein nicht tragen. Hoffen wir, dass wenigstens ein paar Leser, oder noch besser Politiker, aufwachen.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Sehr anspruchsvolles Übungsbuch

Der sanfte Wille
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Kurzrezension:
Die Kurzbeschreibung dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Leider konnte ich hier dem Autor nicht wirklich folgen. Und das obwohl ich kein Neuling beim Thema Meditation udg. bin.

Hauptsächlich ...

Kurzrezension:
Die Kurzbeschreibung dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Leider konnte ich hier dem Autor nicht wirklich folgen. Und das obwohl ich kein Neuling beim Thema Meditation udg. bin.

Hauptsächlich besteht das Buch aus Übungen. Grundsätzlich für das Thema in Ordnung. Aber für mich eindeutig zu hoch.

Veröffentlicht am 26.05.2019

Exorzismus, Wiedergänger oder doch nur gewöhnliches Mordmotiv

Der Teufel im Glas
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Die Archäologin Anna Grass soll Gebeine in der Michaelergruft umbetten, um einer Baustelle Platz zu machen. Dabei findet sie die Leiche eines kürzlich verstorbenen Priesters. Festgenagelt am Boden, mit ...

Die Archäologin Anna Grass soll Gebeine in der Michaelergruft umbetten, um einer Baustelle Platz zu machen. Dabei findet sie die Leiche eines kürzlich verstorbenen Priesters. Festgenagelt am Boden, mit einem Stein im Mund. Ist hier Exorzismus im Spiel?

Anna, noch geschwächt von ihrem letzen Fall, nimmt trotzdem die Bitte um Beratung in diesem Fall von Major Kandler an. Als ihr Freund Pater Michael ermordet wird, wird für sie die Angelegenheit persönlich. Auch die direkte Anweisung sich nicht einzumischen, der Familie zuliebe, bringt Anna nicht von ihrem Weg ab. Außerdem: wer ist Familie?

„Der Teufel im Glas“ nimmt Themen wie Exorzismus, Glaube, Eifersucht, Vertuschung und Abhängigkeiten auf. Natalie Mesensky wählt eine, für den Handlungsort Wien, authentische, mit Humor und Sarkasmus gewürzte, Sprache. Für manche Wörter kann das Glossar am Ende des Buches durchaus hilfreich sein.

Einblicke in das Gebiet der Ausgrabungen sind ebenso interessant, wie die Handlungen der Protagonisten, die ich durchaus nachvollziehbar fand. Ein Krimi den man einfach bis zum Schluss lesen muss, gerade auch, weil dieser nicht unbedingt vorhersehbar ist.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Lektüre zum Träumen, ohne Anspruch auf Tiefe

Die Kirschen der Madame Richard
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Miriam entschließt sich völlig spontan während eines Urlaubs in Frankreich zu einem Hauskauf. Sie wird Besitzerin nicht nur eines alten Hauses, sondern auch eines großen, verwilderten Gartens mit über ...

Miriam entschließt sich völlig spontan während eines Urlaubs in Frankreich zu einem Hauskauf. Sie wird Besitzerin nicht nur eines alten Hauses, sondern auch eines großen, verwilderten Gartens mit über 50 Kirschbäumen. Von der Ernte dieser Kirschen will sie leben. Miriam ist einerseits eine sehr eigenständige, beinahe 50jährige Frau, andererseits in manchen Dingen eher unentschlossen. Alles was ihr Gefühlsleben betrifft versucht sie zu schützen. Sich nicht neuerlich verletzen zu lassen. Wird sie durch ihre Vorsicht die Liebe verpassen, wenn sie an die Türe klopft? Wie sieht das mit der vielen harten Arbeit im Kirschgarten aus? Schafft sie das alles allein? Bekommt sie Hilfe? Wie stehen die Einheimischen zu dieser verrückten Deutschen, die sich so einfach ohne Vorkenntnisse einen Kirschgarten kauft? Fragen, die im Laufe des Buches eine Antwort bekommen werden.

Ein paar Dorfbewohner kann Miriam von Beginn an für sich gewinnen. Da ist die flippige Paula in der Bäckerei, der Hotelbesitzer, der sich gleichzeitig als Bürgermeister herausstellt, Micheline, die Nachbarin oberhalb von Miriam und ihr Nachbar von gegenüber, der gutaussehende Philippe.

Wie Miriam sehr bald entdeckt, wissen in dem kleinen Dorf alle über alles Bescheid. Je länger sie dort lebt, desto mehr werden ihr Verknüpfungen zugetragen. Jeder Bewohner hat eine Verbindung zu einem anderen, der wieder zum nächsten usw. Die Netzwerkstruktur ist gewachsen und fest. Wird Miriam als Fremde hier einen Platz finden?

„Die Kirschen der Madame Richard“ von Tania Schlie ist ein sommerlicher Roman, der sehr gut gelungene Landschaftsbeschreibungen beinhaltet. Auch Stimmung und Flair der Orte, der Fester, der Situationen lassen den Leser ins Geschehen eintauchen. Er liest sich flüssig und leicht, wie eine Sommerbrise. Die einzelnen Kapitel tragen Überschriften, manchmal findet man vor einem neuen Kapitel auch einen Auszug aus dem Kirschtagebuch des Vorbesitzers von Miriams Haus. Nett gemacht, wenn für mich auch etwas überflüssig.

Wer hier Tiefgang oder anspruchsvolle Botschaft erwartet, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Doch für den abendlichen Ausklang, zum Abschalten, oder einfach Genießen und Eintauchen eine mehr als passende Lektüre.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Von verschlossenen Einzelgängerinnen zu heilender Freundschaft

Alte Sorten
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„Sally und Liss, zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. …“ So der erste Satz der Kurzbeschreibung von „Alte Sorten“. Auf den ersten Blick mag dies ja zutreffen.

Sally, das junge Mädchen ...

„Sally und Liss, zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. …“ So der erste Satz der Kurzbeschreibung von „Alte Sorten“. Auf den ersten Blick mag dies ja zutreffen.

Sally, das junge Mädchen zieht kurz vor ihrem Abitur, mit viel Wut im Bauch und keiner wirklichen Perspektive heimlich und allein in die Welt hinaus. Liss, die auf einem Bauernhof lebende Frau mittleren Alters, die anscheinend keine Freunde, aber dafür alles im Griff hat, sogar die harte Arbeit am Hof.

Doch mit jeder Seite die der Leser umblättert findet er Parallelen zwischen den beiden Frauen. Liss lässt Sally bei ihr wohnen, ohne etwas von ihr zu verlangen. Doch genau das braucht Sally. Sie hilft von sich aus am Hof mit. Die harte Arbeit bringt die beiden Frauen einander immer näher. Unbewusst bietet Liss eine eher wortlose Therapie für Sally. Aber auch umgekehrt hilft Sally Liss ihre alten Verletzungen aufarbeiten zu können. Werden sie einander die Hilfe geben können, die sie zu ihrer Heilung brauchen, oder bekommen beide noch mehr Probleme, da Sally ja noch minderjährig ist?

Ewald Arenz zeigt einfühlsam wie sich die beiden verschlossenen Frauen langsam und vorsichtig öffnen. Manchmal erfährt der Leser nur kurze Sätze aus der Vergangenheit, dann lässt der Autor seinen Protagonistinnen wieder große und wichtige Abschnitte erzählen. So werden Liss und Sally für den Leser zu dreidimensionalen Figuren, greifbar und beinahe lebendig. Auch die Entwicklung der beiden ist nachvollziehbar und schlüssig.

Erwähnenswert ist auch die schöne, detaillierte Beschreibung verschiedener Arbeiten am Hof, aber auch der Landschaft. Es ist ein leichtes für den Leser sich die Welt von Liss und Sally vor den Augen entstehen zu lassen. Maßgeblich dazu trägt der Schreibstil von Ewald Arenz bei. Er ist einerseits leicht und flüssig lesbar, andererseits aber edel und anspruchsvoll formuliert. Das Buch ist faszinierend in seiner Geschichte, ebenso bewegend wie emotional.

Mein Fazit ist, dass ich dieses Buch jedem ans Herz legen möchte, denn durch diese Geschichte kann der Leser manche Themen mit anderen Augen zu betrachten beginnen.

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