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Veröffentlicht am 10.05.2026

Commissaria Giovanna und Ispettrice Maria ermitteln in ihrem zweiten Fall – und es wird persönlich

Tödliche Begegnung
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Darum geht es:
Commissaria Giovanna Ruggieri wird zu einem vermeintlich einfach zu lösenden Fall gerufen: die Frau weist mehrere Einstiche auf, der Täter wurde direkt neben der Leiche festgenommen, mit ...

Darum geht es:
Commissaria Giovanna Ruggieri wird zu einem vermeintlich einfach zu lösenden Fall gerufen: die Frau weist mehrere Einstiche auf, der Täter wurde direkt neben der Leiche festgenommen, mit dem Messer in der Hand. Aber er schweigt bis auf eine Forderung: er will mit seiner Ex-Frau Maria di Bartolomeo sprechen.
Die Ispettrice Maria, mit der Giovanna den verzwickten Doppelmord gelöst hat, ist von der Unschuld ihres Ex-Mannes Stefano überzeugt, doch die Indizien verdichten sich und sie erfährt Dinge über Stefano, die ihn in keinem guten Licht stehen lassen. Könnte es sein, dass sie sich in ihm getäuscht hat?

Mein Eindruck:
Beim Lesen bin ich schnell in Italien, in der wärmenden Sonne am Comer See. Die Familie di Bartolomeo ist liebevolle und detailreich gezeichnet, für mich typisch italienisch, gastfreundlich, voller Fröhlichkeit und guter Laune. Und eine Familie, die in schlechten Zeiten zusammenhält. Giovanna mit ihrer Schildkröte setzt dazu einen wohldosierten Kontrapunkt, so dass die beiden Frauen mit ihren persönlichen Eigenarten für mich stimmig sind und zusammen einfach unschlagbar gut.
Die Geschichte hinter dem Mord bleibt bis zum Schluss spannend, lange ist unklar, was passiert ist. Immer wieder öffnen Gespräche neue Möglichkeiten. So leide ich mit Maria, die nicht an der Unschuld ihres Ex-Mannes zweifeln will, und blicke in Giovannas Herz, die trotz der Indizien mit Maria fühlt und für sie da ist.



Fazit:
Ein starkes Ermittlerduo mit eigenem Charakter, dazu viel italienische Atmosphäre und ein starker Kriminalfall. Urlaubslektüre nicht nur für Daheimgebliebene, sondern auch für Krimi- und Italien-Fans.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 13.04.2026

Das Känguru - immer gut und so politisch wie eh und je

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Darum geht es:
Das Känguru ist zurück und ruft zur Rebellion. Der fünfte Band der Reihe um das Beuteltier und den Kleinkünstler unterhält wieder mit kurzen und längeren Episoden, politisch pointierten ...


Darum geht es:
Das Känguru ist zurück und ruft zur Rebellion. Der fünfte Band der Reihe um das Beuteltier und den Kleinkünstler unterhält wieder mit kurzen und längeren Episoden, politisch pointierten Kommentaren und kabarettistischen Einlagen.

Mein Eindruck:
Die Känguru-Geschichten werden für mich besonders durch die Lesung von Marc-Uwe Kling lebendig. Daher habe ich mich auf das Hörbuch gefreut und es gleich durchgehört. Der fünfte Band ist direkter, politischer und damit auch zeitgemäß. Damit kann ich umgehen, manch anderer vll. nicht. Lustig sind diese Passagen leider nicht, da sie das Zeitgeschehen spitz betrachten und hoffentlich dem einen oder anderen die Augen öffnen, pointiertes, politisches Kabarett halt.
Dazwischen glänzt das Hörbuch mit Wortwitz und -spielereien, Auto Schnick, Hertas Podcast, der Känguru-Perspektive und viel mehr.

Fazit:
Die Sicht des Kängurus auf die Weltlage: klare Worte, klare Haltung. Aufgelockert durch anspruchsvollen Witz und humorvollen Geschichten.
Wie immer sehr hörenswert, und mit jeder Wiederholung wird es besser!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Der Sommer ihres Lebens – bis Kala verschwindet

Kala
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Darum geht es:
In der irischen Stadt Kinlough erleben sechs Jugendliche einen Sommer voller erster Liebe, Geheimnisse und Dramen. 15 Jahre später treffen drei aus der Clique wieder in Kinlough ein. Helen, ...

Darum geht es:
In der irischen Stadt Kinlough erleben sechs Jugendliche einen Sommer voller erster Liebe, Geheimnisse und Dramen. 15 Jahre später treffen drei aus der Clique wieder in Kinlough ein. Helen, die nie wieder zurückkehren wollte, kommt aus Kanada zur Hochzeit ihres Vaters. Der »berühmte« Joe ist inzwischen ein bekannter Musiker und will den Pub wiederbeleben mit einem Konzert. Und Mush ist nie aus Kinlough rausgekommen, arbeitet bei seiner Mam im Café und ist immer noch eine gutmütige Seele.
Doch nicht nur die Rückkehr, sondern insbesondere der Fund menschlicher Überreste heizt die Spannungen zwischen den ehemaligen Freunden und den Einwohnern der Stadt an, denn tatsächlich ist die Leiche die in dem Sommer vor 15 Jahren verschwundene Kala, um die die Clique damals kreiste.

Mein Eindruck:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Helen, Joe und Mush erzählt. Immer wieder wechseln Gegenwart und Vergangenheit sich ab. So entsteht langsam ein Bild von dem legendären Sommer 2003, in dem sich die Clique um Kala fand, wie sie lebten und liebten, stritten und Dinge entdeckten, die nichts für die Jugendlichen sind. Parallel dazu erlebe ich die Erwachsenen, die sich nach dem Leichenfund immer mehr Gedanken machen, wie Kala damals am Ende des Sommers wirklich verschwunden ist und ob sie es hätten verhindern können.
Ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Lebensgeschichten, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart verschränken, um eine ganze Geschichte zu erzählen.

Fazit:
Eine bildgewaltige Sprache, die ihren eigenen Sog entfaltet. Die Verwicklungen, die steigenden Ahnung, was damals passiert sein könnte und dann die Aufdeckung von dem, was wirklich geschah. All das zieht mich in diesen Roman, fesselt mich, um weiterzulesen, und machen die 500 Seiten zu einem kurzweiligen Vergnügen.
Absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Forschungsbasiertes Wissen, positive Affirmation und hilfreicher Planer in einem

Dein ADHS Buddy
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Darum geht es:
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung), ihre Ursachen und insbesondere ihre Auswirkungen stehen im ersten Teil dieses Arbeitsbuches im Vordergrund. Anhand vieler Beispiele ...

Darum geht es:
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung), ihre Ursachen und insbesondere ihre Auswirkungen stehen im ersten Teil dieses Arbeitsbuches im Vordergrund. Anhand vieler Beispiele werden die Folgen anschaulich dargelegt. Dabei liegt der Focus auf Erwachsene, die erst spät ihre Diagnose bekommen haben.
Der Planer im zweiten Teil ist dreigeteilt und genau auf divergentes Denken und Planen ausgelegt. Mit Fokustagesplaner für den einzelnen Tag, nach 10 Tagen mit Take 10, Every 10 ein Rückblick und die Möglichkeit zur Neu-Ausrichtung und am Schluss eine Vielfalt an weiteren Vorlagen bietet das Buch einen Baukasten zum fokussierten Planen der Tage an.

Mein Eindruck:
Das Buch ist bunt, kurzweilig, es gibt viele Kästen, Gestaltungselemente und Boxen, in die man zu dem gerade gelesen seine Eindrücke eintragen kann. Lange Texte werden in kleinere Abschnitte eingeteilt und immer wieder werde ich zum Mitdenken über meine Situation angeregt. Genau das, was einem neurodivergenten Gehirn hilft, Wissen zu erfassen. Auch die Tagesplaner sind abwechslungsreich gestaltet. Für mich war diese Art der Planung nicht neu, aber ich fand sie gut aufbereitet. Das Buch wurde geschrieben von Grace Keolma, die ebenfalls spät die Diagnose ADHS bekam. Sie hat vieles erprobt und das Beste behalten und in ihren Future ADHD-Digitalplaner integriert.

Fazit:
Gerade direkt nach der Diagnose ADHS schätze ich dieses Buch als sehr wertvoll ein, weil es forschungsbasiertes Wissen, positive Affirmation und hilfreicher Planer in einem ist.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Drei inszenierte Morde, doch bleiben es die Einzigen? - durchaus spannend

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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Darum geht es:
Vibeke Boisen wird nach Süderlügum auf ein Pferdegestüt gerufen, auf dem der Junior-Chef ermordet vom Balken hängt. Erstickt ist er durch ein Gaffer-Tape über Nase und Mund. Alle Ermittlungen ...

Darum geht es:
Vibeke Boisen wird nach Süderlügum auf ein Pferdegestüt gerufen, auf dem der Junior-Chef ermordet vom Balken hängt. Erstickt ist er durch ein Gaffer-Tape über Nase und Mund. Alle Ermittlungen verlaufen im Sande, bis Rasmus Nyborg im dänischen Tonder vor der Leiche eines Gastronomen steht, ebenfalls mit verklebten Mund und Nase.
Die Sondereinheit des Gemeinsamen Zentrums der deutschen und dänischen Polizei- und Zollzusammenarbeit tritt zusammen. Ein dritter Mord in Kopenhagen erzeugt zusätzlichen Druck. Die Abstände zwischen den Taten werden immer kürzer, und nur Fotos, die in den Leichen deponiert wurden, geben einen unklaren Hinweis.
Vibeke und Rasmus kämpfen gegen die Zeit.

Mein Eindruck:
Kurze Charakterisierungen von Vibeke und Rasmus auf der Innenseite des Umschlages geben mir eine erste Vorstellung von diesem speziellen Ermittlerpaar und helfen mir, schnell in den siebten Band der Reihe Nordlicht hineinzukommen.
Vorkenntnisse brauche ich nicht, die persönliche Vergangenheit der beiden fließt kurz und unauffällig in die Geschichte ein. Insbesondere der Drogentod seines Sohnes Anton wird Rasmus in diesem Band immer wieder ablenken.
Die Karte hilft mir bei der Orientierung der mit vielen Details und tollen Beschreibungen gekennzeichneten Orte, die von Romo bis Kopenhagen reichen. Das stärkt bei mir den Eindruck, dass die Autorin sich bestens mit der Gegend und den dänischen und nordfriesischen Gepflogenheiten auskennt, sowie mir auch die Ermittlungs- und Polizeiarbeit authentisch geschildert wird.
Der Hintergrund der Morde zeichnet sich im Laufe der Ermittlungen erst langsam ab – für mich etwas zu langsam, manche Zusammenhänge hätte ich mir geraffter oder mit weniger Blutzoll gewünscht. Einzelne Szene aus der Vergangenheit verschaffen mir als Leserin einen Vorsprung vor den Ermittlern, aber manchmal habe ich den Eindruck, stellen sie sich doch sehr begriffsstutzig an. Natürlich ist es nicht hilfreich, wenn sie immer wieder gegen Mauern des Schweigens und der Lügen laufen.
Zum Schluss greifen viele Punkte ineinander, es gibt für mich neben dem Offensichtlichen eine nette Überraschung, aber eine andere Auflösung wäre in meinen Augen plausibler gewesen.


Fazit:
Der Krimi ist solide aufgebaut, glänzt mit detaillierten Beschreibungen und anfangs spannenden Ermittlungen, die manche Fragen aufwerfen und erst spät beantworten. Dann schleicht sich eine gewisse Länge ein, die erst durch das klassische Ende wieder an Fahrt aufnimmt.

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