Profilbild von Eliza

Eliza

Lesejury Star
offline

Eliza ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Eliza über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2019

Leider nicht mein Buch

Das Modehaus - Töchter der Freiheit
0

Leider konnte Julia Kröhn mich mit diesem Roman nicht überzeugen, dies hat verschiedene Gründe, die ich im Folgenden gerne darlegen möchte.
Dem Cover des Romans stehe ich neutral gegenüber, auch wenn die ...

Leider konnte Julia Kröhn mich mit diesem Roman nicht überzeugen, dies hat verschiedene Gründe, die ich im Folgenden gerne darlegen möchte.
Dem Cover des Romans stehe ich neutral gegenüber, auch wenn die Farbgebung und auch die Gestaltung an viele Romane erinnert, die auf dem Markt sind. Aber da Autoren bekanntlich wenig bis gar kein Mitspracherecht bzgl. der Cover haben, laste ich dies eher dem Verlag an. Ein Eyecatcher ist es definitiv nicht. Der Klappentext reist an worum es geht. Drei Frauen, drei Generation, drei verschiedene Zeiten: 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg und die 70er Jahre.
Und genau hier liegt meiner Meinung nach das Problem des Romans. Ich hatte mich auf diesen Roman gefreut und war gespannt auf eine schöne Familiensaga auf verschiedenen Zeitebenen, so wie ich es mag. Doch leider kam ich auch nach der Hälfte des Romans nicht rein und habe ihn dann leicht genervt zur Seite gelegt. Ich habe es einfach nicht geschafft eine Beziehung zu einer der drei Protagonistinnen aufbauen zu können. Hatte ich das Gefühl einer Figur näher kommen zu können, war der Abschnitt über diese Person zu Ende und der Roman sprang wieder auf eine andere Zeitebene. Dies hat mir das Lesen unglaublich erschwert. Mit den Nebenfiguren konnte ich ebenfalls wenig anfangen, sie blieben für mein Gefühl sehr blass und hatten nichts markantes.
Als spannend habe ich diesen Roman leider auch nicht empfunden. Er ist interessant in den Teilen in denen es um Mode geht und hier hat die Autorin scheinbar gut recherchiert (zumindest soweit ich dies beurteilen kann). Der Schreibstil der Autorin ist gut und flüssig zu lesen, lediglich der Dialekt hat es mir ein wenig schwer gemacht, machte es aber auf der anderen Seite auch wieder sehr authentisch. Somit geht der Punkt hier an die Autorin. Einen Stammbaum hätte ich irgendwie ganz gut gefunden, um mich besser zurecht zu finden, oder zumindest ein Register der Personen. Ein Nachwort gibt es leider nicht, sodass der Leser nicht erfährt, ob einige Figuren ein reales Vorbild haben. Mich hätte es interessiert.
Sicherlich ein Roman der seine Fans finden wird, vielleicht hinterfrage ich zu viel und mir reicht die reine Unterhaltung nicht mehr. Definitiv spricht der Roman aber Frauen an.
Ein Thema aus dem man mehr hätte machen können, vielleicht, wenn man die drei Ebenen nicht parallel, sondern hintereinander erzählt hätte, vielleicht in drei kleinen Bänden. So wirkt dies auf mich als hätte die Autorin ein ambitioniertes Ziel gehabt und sich mit der Umsetzung schwergetan. Mir tut es immer leid, wenn ich eine solche Rezension schreiben muss, da ich sie aber veröffentlichen muss (der Verlag möchte die Beleglinks haben) bleibt mir leider nichts anderes übrig, als meine ehrliche unverfälschte Meinung wiederzugeben.
Ich danke dem blanvalet Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Spannender zweiter Teil

Zeit aus Glas
0

Wer schon einmal ein Buch von Ulrike Renk gelesen hat, der weiß ihre Bücher berühren nicht nur die Herzen oder Seelen, sondern den gesamten Menschen, der dieses Buch liest. So ist es auch wieder mit diesem ...

Wer schon einmal ein Buch von Ulrike Renk gelesen hat, der weiß ihre Bücher berühren nicht nur die Herzen oder Seelen, sondern den gesamten Menschen, der dieses Buch liest. So ist es auch wieder mit diesem Buch, es geht unter die Haut, regt zum Nachdenken an, bringt einen ins Grübeln und man muss es das eine oder andere mal mitunter zur Seite legen, um das Gelesene sacken zu lassen.
Das Cover passt wunderbar in die Reihe der Bücher von Ulrike Renk. Der Klappentext verrät schon relativ viel von der Handlung, was aber dem Sog des Buches keinen Abbruch tut.
Ruth ist eine kleine, aber wahre Heldin, dass was sie für ihre Familie tut, ist mehr als so viele Erwachsene für ihre Familie getan haben. Sie ist eine Kämpferin, ein Steh-auf-Männchen, ein Mensch, dem man allergrößten Respekt zollen muss. Sie ist für Ihre Familie da und tut alles, dass es ihnen gut geht. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl was seinesgleichen sucht.
Ruths Mutter ist noch passiver als im ersten Band, sicherlich sie hat Depressionen und man kann solche Menschen schwer einschätzen und sollte sie in keinster Weise verurteilen, dennoch ist es für Ruth und ihre Schwester immens schwer, der Vater verhaftet und die Mutter keine wirkliche Hilfe. Dazu Großeltern, die Deutschland nicht verlassen wollen, weil sie meinen man würde ihnen nichts tun. Ein mehr als schwierige Situation.
Ich mag dieses Buch trotz der schwere seiner Thematik sehr, es wühlt auf und regt zweifelslos zum Nachdenken an. Aber Bücher sollen und müssen ja nicht nur unterhalten, sie haben einen mündigen Leser vor sich, der sich seine Gedanken machen darf und auch soll. Das Schicksal dieser Menschen darf nie in Vergessenheit geraten!
Den Schreibstil von Ulrike Renk mag ich einfach, er ist auf der einen Seite sehr präzise, ohne gleichzeitig schwer oder sperrig zu wirken. Auf der anderen Seite ist der detailreich, ohne sich in Belanglosigkeiten zu verlieren und zu langweilen. Überhaupt wird es in dem Roman zu keiner Zeit langweilig, auch wenn die groben Handlungsstränge bereits durch den Klappentext verraten worden sind, so ist es doch das Schicksal der Familie, welches einem immer wieder zum weiterlesen anregt.
Dieser Roman ist ein Zeitzeugnis und ein Denkmal wider des Vergessens. Vielen Dank an Ulrike Renk hierfür.
Außerdem gilt mein Dank dem Aufbau Verlag und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Veröffentlicht am 26.05.2019

Eine Liebe in turbulenten Zeiten

Die Rose des Herzogs
0

Marita Spang schafft es wieder einmal Geschichte lebendig werden zu lassen und einer recht unbekannten Frau ein Denkmal zu setzen. Wer mich kennt, der weiß, dass die Covergestaltung leider so überhaupt ...

Marita Spang schafft es wieder einmal Geschichte lebendig werden zu lassen und einer recht unbekannten Frau ein Denkmal zu setzen. Wer mich kennt, der weiß, dass die Covergestaltung leider so überhaupt nicht meins ist und eigentlich müsste der Verlag sich für dieses null-acht-fünfzehn-Cover bei der Autorin entschuldigen. Der Klappentext verrät schon relativ viel, allerdings lässt er auch einiges offen und der Ausgang ist recht ungewiss.
Die Französische Revolution war in der Schule bestimmt nicht mein Lieblingsthema, aber die Autorin schafft es die Sachverhalte und Begebenheiten gut in ihren Roman zu integrieren, ohne eine Geschichtsstunde abzuhalten, stehen doch die Personen, allen voran Charlotte im Mittelpunkt. Charlotte ist eine recht unbekannte historische Persönlichkeit, die durch die Autorin lebendig wird. Sie hat durchaus ihren eigenen Kopf und tut was sie willl, indem sie sich über die Konventionen und Ansprüche ihrer Zeit hinwegsetzt. Louis-Antoine, ihr männlicher Gegenpart, ist hin und hergerissen zwischen Pflichterfüllung, seiner Familie, seiner Aufgabe und seiner Liebe. Spannungen, Probleme, Intrigen sind hier vorprogrammiert.
Eine Lieblingsfigur hatte ich in diesem Roman nicht, was aber dem Lesefluss oder auch der Spannung keinen Abbruch tat.
Erzählerich beweist Marita Spang wieder einmal warum sie eine sehr gute Autorin ist. Es wird einfach nicht langweilig, die Rückblenden beleben die Story und die Gegenwart nimmt den geringsten Teil des Romans ein. Aber auch die Dialoge und andere stilistische Elemente setzt die Autorin gekonnt ein. Zudem schafft sie eine einzigartige Atmosphäre, die uns in die Zeit der Französischen Revolution hineinversetzt. Eine gute zeitliche Orientierung wird durch die verschiedenen Teile des Buches geschaffen, sowie durch die Orts- und Zeitangaben vor den jeweiligen Kapiteln. Über 600 Seiten fliegen, wenn man erst einmal die Zeit gefunden hat, einfach so dahin und es macht Spaß die Figuren auf ihrem Weg zu begleiten. Ein steiniger Weg, der berührt und nachdenklich macht und trotz allem hoffungsvoll stimmt.
Abgerundet wird der Roman durch historische Karten, einem ausführlichen Personenregister (welches bei der Vielzahl der Personen sehr nützlich ist), eine Zeittafel, ein Verzeichnis der Orte, ein Glossar und ein Nachwort bzgl. Wahrheit und Fiktion runden den Roman in wunderbarer Weise ab.
Ich bedanke mich sehr bei Marita Spang für die gelungene Unterhaltung (und ihre Geduld) sowie dem Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.
Mit Spannung erwarte ich den neuen Roman von Marita Spang und freue mich darauf, welches Juwel sie wieder für uns Leser ausgegraben hat.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Bewegender zweiter Teil

Die Stimmlosen
0

Melanie Metzenthin hat wieder ein sehr berührendes Buch geschrieben, welches noch lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Das Cover passt sehr gut zum ersten Teil „Im Lautlosen“, welches ich auch sehr ...

Melanie Metzenthin hat wieder ein sehr berührendes Buch geschrieben, welches noch lange nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Das Cover passt sehr gut zum ersten Teil „Im Lautlosen“, welches ich auch sehr gerne gelesen habe, „Die Stimmlosen“ ist somit die Fortsetzung. Der Klappentext beschreibt sehr gut den Inhalt, ohne zu viel zu verraten. Mir ist es sehr schnell gelungen mich wieder in die Geschichte einzufinden. Die Autorin schafft es sehr gut die verschiedenen Protagonisten lebensnah und authentisch zu gestalten. Einige Personen wachsen einem richtig ans Herz und man fiebert mit ihnen mit. Mir ging dies bei Paula so, sie ist für mich eine unsagbar starke Frau, die alles für ihre Familie und ihre Liebsten tun würde. Dabei ist sie aber rational genug „vernünftige“ Entscheidungen zu treffen, um das Leben aller zu erleichtern.
Fritz hingegen ist meine männliche Lieblingsfigur, sein Optimismus und seine Träume sollten beispielhaft für alle Menschen in schwierigen Zeiten sein. Als Nebenfigur hat mir Arthur sehr gefallen, der im Laufe der Geschichte eine kleine Wandlung durchmacht und meiner Meinung nach authentischer wird.
Die Spannung des Romans wird einmal aus dem Prozess um Krüger gespeist, aber für mich war es vielmehr, wie es mit dieser Familie weitergeht. Ich finde diese Zeit so spannend und dabei besonders den Ärzten über die Schulter zu schauen, wie sie unter den widrigsten Bedingungen ihre Arbeit machen. Der Aufbau des Romans ist chronologisch und wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Für mich waren die kurzen Kapitel sehr angenehm und flüssig zu lesen, welches den Spaß an dem Buch noch erhöht hat, weil die Seiten einfach so dahinflogen.
Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf einen neuen Roman von Melanie Metzenthin und kann auch für ihr neustes Werk, sowie für ihre Vorgänger schon geschehen, nur eine volle Leseempfehlung aussprechen. Ich möchte die Autorin ermutigen diesen Weg weiterzugehen, denn ich mag Romane mit einer tiefergehenden Botschaft. Den Optimismus, die Zuversichtlichkeit und die Träume von Richard, Paula, Fritz & Co wünsche ich aus ganzem Herzen auch den Menschen in unserer heutigen Gesellschaft!
Herzlichen Dank an Melanie Metzenthin für dieses besondere Leseerlebnis. NetGalleyDeutschland für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Ein historischer Schauerroman oder doch ein historischer Roman mit Schauerelementen

Die Melodie der Schatten
0

Einen Roman den man so schnell nicht vergisst. Aber ich muss gestehen, es brauchte ein wenig bis mich dieser Roman gepackt hatte, denn zuerst erkannte ich eine meiner Lieblingsautorinnen ganz und gar nicht ...

Einen Roman den man so schnell nicht vergisst. Aber ich muss gestehen, es brauchte ein wenig bis mich dieser Roman gepackt hatte, denn zuerst erkannte ich eine meiner Lieblingsautorinnen ganz und gar nicht in diesem Buch.
Das Cover ist toll, stimmungsvoll und gleichzeitig geheimnisvoll. Gleichzeitig als bekannt und dennoch ungewöhnlich durch die düstere Farbgebung. Eigentlich würde man diese Farbgebung eher bei einem Kriminalroman oder Thriller erwarten, aber nicht bei einem Roman von Maria W. Peter. Der Klappentext fasst die wichtigsten Ereignisse zusammen und stellt die Hauptfigur in den Mittelpunkt.
Der Handlung ist nichts mehr hinzuzufügen ohne die Spannung zu nehmen. Auch warnt die Autorin zu Beginn ihres Nachworts davor, dasselbige zuerst zu lesen, um sich nicht den Spaß am Lesen zu verderben. Fiona steht unumstritten im Mittelpunkt des Geschehens, sie ist diejenige, die wir Leser begleiten, im Laufe des Romans kristallisiert sich zwar immer mehr eine zweite Figur in Person von Aidan heraus. Auch spielen einige Nebencharaktere einige wichtige Rollen, so z.B. die Köchin des Herrenhauses oder auch der Stallbursche.
Insgesamt wird der Roman chronologisch erzählt, wobei die Autorin stark mit verschiedenen Stilmitteln arbeitet. Im ersten Teil des Romans konnten mich diese leider nicht überzeugen, dafür haben mich der weitere Teil dann aber mit dem Roman und auch der Handlung überzeugt, die ich durchweg als sehr gelungen empfunden habe. Die Spannung, welche erzeugt wird, ist bis zum Ende hin gut dosiert und hält den Leser bei der Stange. Dieser Roman ist anders als die Romane von Maria W. Peter, die ich bisher gelesen habe, wobei hier eine Vorliebe für Schauerromane sicherlich von Vorteil ist. Ein historischer Roman mit Gruselelementen hatte ich schlichtweg einfach noch nicht gelesen, somit hat die Autorin für mich etwas Einzigartiges geschaffen. Sie hat mich überrascht und am Anfang ein klein wenig verstört. Aber dieses Experiment ist geglückt, denn zum Schluss hin schafft sie es wieder einmal sehr gelungen alle losen Fäden zu verweben und ein sehr stimmungsvolles Bild zu hinterlassen, welches rückblickend begeistert.
Der Schreibstil der Autorin ist vor allen Dingen im zweiten Buch wie eh und je sehr gut zu lesen und die Seiten fliegen so dahin, sodass die anfänglichen Schwierigkeiten wie verflogen sind. Durchhalten wird also auf der ganzen Linie belohnt.
Ein Roman nicht nur für die Fans von historischen Romanen, sondern auch für solche, die der Schauerliteratur zugetan sind oder für Leser die sich gerne an ungewöhnliche Bücher wagen. Zwar ist Fiona die unumstrittene Hauptfigur, aber dennoch glaube ich das dieser Roman auch sehr gut für Männer lesbar ist.
Ein wirklich außergewöhnlicher Roman, der mich letztendlich begeistert hat und den ich nur wärmsten empfehlen kann.
Ich bedanke mich bei Maria W. Peter für dieses außergewöhnliche Buch und bei dem Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.