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Veröffentlicht am 15.01.2023

Anders als erhofft

Match on Ice
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Eishockey - Eiskunstlauf, eine Liebesgeschichte, ein bisschen enemies-to-lovers und gezwungene Zusammenarbeit: All das sind Schlagwörter, die ich mit "Match on Ice" verbunden habe und die meine Erwartungen ...

Eishockey - Eiskunstlauf, eine Liebesgeschichte, ein bisschen enemies-to-lovers und gezwungene Zusammenarbeit: All das sind Schlagwörter, die ich mit "Match on Ice" verbunden habe und die meine Erwartungen ziemlich in die Höhe getrieben haben. Doch war ich am Ende wirklich überzeugt?

Romy ist Eiskunstläuferin und hat herzlich wenig Lust auf Kontakt mit den Eishockeyspielern der Universität. Doch als sie mitten in den Konflikt zwischen den Teams der Sportarten gerät und stark verletzt wird, wird sie gezwungen als Art Friedensschließung zwischen den Gruppierungen mit dem Eishockeycaptain Jack zu trainieren. Sie sieht den Sinn nicht und auch wenn sie sich schon bald bei ihm besser aufgehoben fühlt, als bei ihrem Eiskunstlaufpartner Dan. Und schnell entwickelt sich die Sache ganz anders, als erwartet...

Meine Erwartungen an dieses Buch waren relativ hoch und schon nach den ersten Kapiteln habe ich gemerkt, dass dieses Buch ihnen leider nicht gerecht werden wird. Der Schreibstil ist ganz angenehm zu lesen, aber trotzdem habe ich mir sehr schwer getan in die Geschichte hineinzufinden.
Hauptsächlich lag das an der Protagonistin Romy, die von Anfang an nur so Vorurteile und negative Ansichten versprüht hat. Den Großteil der Zeit einfach in Situationen, die ansonsten total schön hätten sein können. Generell konnte ich mich leider gar nicht mit ihrer etwas kühlen, ruppigen Art anfreunden, für mich steckte einfach zu wenig Herz und Emotion dahinter. Versteht mich nicht falsch: Sie befindet sich in einer wirklich sehr unglücklichen Situation mit Dan und der Sturz hat ihr logischerweise stark zugesetzt, aber das rechtfertigt ihr Verhalten nicht wirklich. Ich verstehe, dass diese Einstellung wohl notwenig war, damit sich die Protagonistin im Laufe des Buches weiterentwickeln konnte, deshalb ist sie mir aber leider trotzdem nichts ans Herz gewachsen.

Jack dagegen war von Anfang an extrem freundlich, erwachsen, höflich, humorvoll und hilfsbereit - ein echter Traumbookboyfriend, auch wenn er mir fast schon "Zu gut", zu problemfrei und makellos war. Trotzdem hat er die Beziehung der Beiden meiner Meinung nach einer Großteil der Zeit getragen und war mein Lieblingscharakter. Es gab einige Szenen zwischen Romy und ihm, die ich wirklich sehr süß und gelungen fande und die so ein bisschen das waren, was ich mir vom ganzen Buch erhofft hatte. Beispielweise, wenn Romy Jack mit ihren Freunden beim Spiel zu schaut, er sie danach empfängt oder die Beiden gegenseitig ihre Sportarten ausprobieren und immer weiter zusammenwachsen. Trotzdem hat mir leider die ganze Zeit über der Funken gefehlt, viele Wendungen waren mir deutlich zu vorherrsehbar oder kamen dann doch etwas zu schnell.

Fazit:
"Match on Ice" ist ein sehr vielversprechendes Buch, welches sicher einen gewissen Unterhaltungswert durch die Sportarten und einige süße Momente bietet, den Großteil der Zeit habe ich mich jedoch über die Protagonistin geägert. Auch mit der Handlung gegen Ende des Buches konnte ich mich nicht anfreunden.
3 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 13.01.2023

Harte Sprache, mitreißende Geschichte

Remember when Love was new
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Vom ersten Buch von Anne Goldberg habe ich nur positives gehört und auch wenn ich ehrlich gesagt noch nicht dazu gekommen bin es zu lesen, hat mich ihr neuestes Buch sehr gereizt - ich wollte unbedingt ...

Vom ersten Buch von Anne Goldberg habe ich nur positives gehört und auch wenn ich ehrlich gesagt noch nicht dazu gekommen bin es zu lesen, hat mich ihr neuestes Buch sehr gereizt - ich wollte unbedingt herausfinden, ob ich auch so begeistert von ihren Romanen sein werde.

In "Remember when Love was new" begleiten wir Leena, die als Grundschulleherin arbeitet und nach 13 Jahren wieder auf Hamish trifft. Sie waren in ihrer Jugend ein Paar, doch nach einem schmerzhaften Ende, weiß Aileen nicht wirklich, wie sie jetzt zu ihm steht. Doch als sein Sohn Nick in der Schule auffällig wird, hat sie gar keine Wahl sich mehr mit Hamish und auch ihrer Vergangenheit ausseinander zu setzen. Aber was ist eigentlich mit Nicks Mutter?

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ehrlich gesagt ziemlich schwer. Das lag vor allem an dem Schreibstil, der teilweise viele Details und Rückblicke gibt, dadurch aber manchmal in meinen Augen sich anfangs etwas sprunghaft angefühlt hat. Ich musste wirklich konzentriert lesen um bei den Gesprächen zwischen den Protagonisten mithalten zu können - diese Schnelligkeit sagt zwar viel über die Vertrautheit zwischen den Beiden, aber in Kombination mit alten Insidern war es als Leserin etwas kompliziert. Nach einige Kapiteln hat sich dieses Gefühl langsam gelegt, ich habe mich mehr auf die Beiden eingelassen und habe langsam angefangen die Beiden besser kennen zu lernen und zu mögen.

Eine weitere Sache mit der ich am Anfang etwas gekämpft habe, war die Sprache. Besonders Hamish hat eher einen harten, fast schon groben Sprachgebrauch, den auch Leena, wenn sie in seiner Nähe ist gerne aufgreift. Einerseits macht das ihn und Leena etwas greifbarer, anderseits waren viele Wörter und Aussagen für mich doch oft ziemlich ungewohnt, auch, wie er diese seinem Sohn gegenüber verwendet/denkt. Ziemlich schnell habe ich aber gemerkt, dass das alles einfach zu ihrem "vibe" zu ihrer Beziehung, ihrer Art dazugehört.
Leena habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Ich liebe ihr großes Herz und ihre Einfühlsamkeit - nicht nur gegenüber den Kindern - , gleichzeitig ist sie schlagfertig, hat ihre eigene Meinung, äußert diese auch, sie hat Humor und strahlt Stärke aus. Ich mochte sie einfach wahnsinnig gerne.

Hamish konnte ich am Anfang gar nicht einschätzen. Er hat eine etwas ruppige, abweisende Art - wenn man ihn gerade kennenlernt. Schnell weiß man dann, dass dahinter viel Gefühl und definitiv ein gr0ßes Herz steckt. Trotzdem hatte ich bis zum Ende ein Problem mit seinem "ich will nicht sensibel sein" und das Gefühl ihn eigentlich nicht wirklich zu kennen.
Trotzdem mochte ich Leenas und Hamishs Geschichte sehr gerne. Die Beiden haben einfach eine ganz besondere Anziehung, das Buch ist kurzweilig und die Probleme rund um Nick bringen noch zusätzlich Spannung rein. Kaum habe ich angefangen zu lesen, war "Remember when Love was new" auch schon vorbei - und was will man bitte mehr?

FAZIT:
Wenn man sich einmal an den besonderen, aber eigentlich sehr schönen und die etwas harte Sprache der Protagonisten gewöhnt hat, ist "Remember when love was new" eine kurzweilige, spannende Geschichte, die ich sehr genossen habe.

4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 29.12.2022

Deutlich besser als der erste Band

Westwell - Bright & Dark
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High Society in New York, verbotenen Liebe inspiriert von Romeo und Julia und zwei Todesfälle, in welchen die Hauptprotagonistin heimlich ermittelt - kann es irgendwie besser werden? Ich hatte extrem ...

High Society in New York, verbotenen Liebe inspiriert von Romeo und Julia und zwei Todesfälle, in welchen die Hauptprotagonistin heimlich ermittelt - kann es irgendwie besser werden? Ich hatte extrem hohe Erwartungen an den ersten Band, die damals leider nicht ganz erfüllt wurden, aber lasst euch sagen: Das Weiterlesen hat sich mehr als gelohnt!

Helena und Jess mussten sich gezwungenermaßen trennen um die Familie der Westons zu retten. Trotzdem ist da diese unglaubliche Anziehung zwischen ihnen und je öfter sie sich zufällig sehen, desto schwerer fällt es ihnen sich voneinander fernzuhalten. Vor allem, weil sie beide in der Ermittlung rund um den Tod ihrer Geschwister weiterhin zusammenarbeiten müssen. Während neue Hinweise und Geheimnisse ans Licht kommen, wird die Beziehung zwischen Helena und Jess ebenfalls immer komplizierter...

Da die Handlung des zweiten Bandes direkt an die des ersten anschließt, fiel mir der Einstieg sehr leicht. Es hat mir gut gefallen, dass besonders am Anfang des Buches sowohl Jess, als auch Helena, ihren eigenen Raum bekommen haben, wir sie also noch besser kennenlernen konnten: Jess, wie er seine Mutter begleitet, sich um seinen Bruder kümmert und seine Restaurantprojekte unterstützt, Helena, wie sie anfängt für ihre eigenen Träume zu kämpfen, weiter ermittelt und ebenfalls auf Eli trifft. Jess mochte ich schon im ersten Band mit seiner aufmerksamen, empathischen, freundlichen, humorvollen, intelligenten Art schon wahnsinng gerne, das ist auch im zweiten Band so geblieben. Doch jetzt ist mir auch Helena sehr ans Herz gewachsen, ich konnte ihre Entscheidungen besser nachvollziehen und habe mehr mit ihr gelitten. So hat die Beziehung der Beiden für mich auch nochmal einen höheren Stellenwert bekommen, ist interessanter geworden.

Im ersten Band hat mich vor allem gestört, dass die "spannenden Mystery-Anteile" rund um die Ermittlung und die "romantischen Romeo und Julia"-Parts nicht gut ausbalanciert waren. Es ging mir zu viel um die Annäherung von Helena und Jess, während die Ermittlung immer mehr in den Hintergrund gerückt ist und kaum mehr neue Hinweise aufgetaucht sind. Dieses Mal war das in meinen Augen viel besser gemacht. Gleich zu Beginn des Buches gibt es einige unerwartete Wendungen und auch, wenn natürlich die Zusammenarbeit von Jess und Helena viele romantische Teile mit sich bringt - liebe ich ja auch sehr -, waren diese stimmig zu den neuen Entwicklungen in der Ermittlung.
Helena und Jess ("Westwell") sind wie immer nicht nur sehr süß zusammen, sondern haben auch so eine Spannung, die einen das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Ich liebe sie einfach.

Gegen Ende kam es dann endlich zu einer Entwicklung, die ich mir schon so lange erhofft hatte. Meine Freude wurde dann etwas von dem wirklich gemeinen Cliffhanger getrübt, aber den finalen Band kann ich so wirklich kaum erwarten! :)

FAZIT:
Deutlich besser als der erste Band: Die romantischen Anteile stimmen im Verhältnis zu den mystery-parts, Helena und Jess sind "einfach Liebe" und es gibt einige unerwartete Wendungen in der Ermittlung!
4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 28.12.2022

Die Charakterstudie eines Durchschnittsmannes - aber in interessant

Lektionen
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"Lektionen" war mein erstes Buch von Ian McEwan. Nachdem ich schon sehr viele begeisterte Stimmen zu seinen Büchern gehört hatte, war ich doch sehr gespannt, was mich erwarten würde.

Der Einstieg fiel ...

"Lektionen" war mein erstes Buch von Ian McEwan. Nachdem ich schon sehr viele begeisterte Stimmen zu seinen Büchern gehört hatte, war ich doch sehr gespannt, was mich erwarten würde.

Der Einstieg fiel mir etwas schwer. Wir folgen Roland Baines, der von seiner Frau verlassen wurde und sich nun alleine um das gemeinsame Kind kümmern muss. Er ist gewöhnlich, nicht erfolgreich in seinem Traumberuf Autor und wird immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt. Das Buch erzählt seine Geschichte - von seiner Kindheit, über sein Aufwachsen, seinen Alltag als Erwachsener, das Älter werden bis in seine 70iger.
"Lektionen" ist 400-Seiten lang, durch die sehr langen Absätze, war das Lesen am Anfang eher anstrengend.

Doch dann hat mich Rolands Geschichte immer mehr fasziniert. Gerade seine Gewöhnlichkeit. Seine furchtbaren Erfahrungen mit seiner Klavierlehrerin, die eindeutig als sexueller Missbrauch zu werten sind, sein Bild auf diese Frau, seine Art damit umzugehen. Der Schreibstil ist dabei eher schlicht, beschreibt aber wunderschön und präzise Rolands Beziehungen - mit seinem Sohn, seiner Frau, seiner Klavierlehrerin Miriam, seiner Freundin Daphne. Es war spannend, die Entwicklung des Protagonisten über die Jahre hinweg, aber auch durch die Begegnungen mit bestimmten Menschen oder das Besuchen von neuen Städten zu beobachten.
Besonders interessant war für mich, dass der Autor nicht nur Rolands Leben beleuchtet, sondern auch immer wieder Raum für besonder weltpolitische Ereignisse oder Krisen schafft und von diesen in Zusammenhang mit Rolands Leben, seinen Lektionen, berichtet.

Insgesamt war "Lektionen" für mich eine runde Erzählung, die besonders mit einer interssanten Charakter- und Beziehungsstudie überzeugen kann, sowie mit der Einarbeitung von historischen Ereignissen. Trotzdem hatte der Roman einige Längen, sodass ich am Ende

4 von 5 Sternen vergebe.

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Veröffentlicht am 12.12.2022

Fesselnde Erzählweise, überraschende Wendungen, ein etwas seltsames Ende

NIGHT – Nacht der Angst
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Thriller sind ein eher neues Genre für mich, doch nachdem ich in den letzten Monaten so viel Gutes über die Bücher von Riley Sager gehört hatte, musste ich "Night" einfach lesen. Erfahrung mit Thrillern ...

Thriller sind ein eher neues Genre für mich, doch nachdem ich in den letzten Monaten so viel Gutes über die Bücher von Riley Sager gehört hatte, musste ich "Night" einfach lesen. Erfahrung mit Thrillern habe ich also nicht wirklich, eine Meinung zu diesem Buch aber schon.

Charlie muss nach dem Mord an ihrer besten Freundin und Zimmernachbarin Maddy dringend mal weg vom Campus. Spontan entscheidet sie sich dafür bei Josh mitzufahren, der in eine ganz ähnliche Richtung fährt. Doch schon bald drängt sich ihr immer mehr der Verdacht auf, dass neben ihr der "Campus-Killer" sitzt - und sie haben noch viele Stunden Fahrt vor sich.

Ich habe das Buch mit der Erwartung aufgeschlagen, einen Roman über eine sehr lange, beklemmende Autofahrt zu bekommen, bei der sich einerseits die Situation immer mehr zuspitzt und andererseits die Abgründe der Charaktere erforscht werden. Zum Anfang des Buches habe ich genau das bekommen, die Handlung beginnt sofort und man beobachtet mit einem starken Unwohlsein, wie Charlie in Joshs Auto einsteigt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, so bin ich nur so durch die ersten zwei Drittel des Buches geflogen.

Charlie ist eine interessante Protagonistin. Sie kämpft mit starken Schuldgefühlen, Trauer und Wut auf sich selbst. Zuflucht sucht sie einerseits in Filmen und im Kino, aber auch in den Filmen, die ihr Kopf als Schutzmechanismus für sie spinnt. Dadurch erlebt sie manche Situation anders, als sie tatsächlich passiert sind, was den Leser natürlich immer mehr an ihrer Wahrnehmung zweifeln lässt. Generell hat der unzuverlässige Erzähler des Buches einen großen Teil der Faszination für mich ausgemacht. Obwohl man min. ein Kapitel aus der Persepktive von allen Personen lesen konnte, wusste man doch nie so richtig, wie die Person wirklich ist oder wurde am Ende doch geschockt. Riley Sager gelingt es immer wieder die Handlung in eine neue Richtung zu lenken, die genau dem Gegenteil entspricht, was man erwartet.

An sich hat genau diese Fähigkeit der interessanten Wendungen und des gelungenen Spannungsaufbaus dazu geführt, dass eine vermeintliche "schlichte" Autofahrt, alles andere, als langweilig war. Zum Ende jedoch hatte ich das Gefphl, dass der Autor es mit seinen Wendungen etwas übertreibt, sodass der Schluss zwar spannend war, sich aber teils sehr gedrängt und nicht zum Rest des Buches passend, angefühlt hat.

FAZIT:
"NIGHT" von Riley Sager hat mich mit der fesselnden Erzählweise und den überraschenden Wendungen voll und ganz gefesselt, auch wenn sich die Entwicklungen im letzten Drittel in meinen Augen nicht ganz stimmig angefühlt haben.

4 von 5 Sternen

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