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Veröffentlicht am 30.06.2025

düster und beklemmend

Cold Eternity
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Katerina ist auf der Flucht. Vor ihren Eltern, vor dem Gesetz, vor ihrer Vergangenheit und eigentlich auch vor sich selber. Geboren als Tochter reicher und skrupelloser Eltern, die ihr die Welt zu Füßen ...

Katerina ist auf der Flucht. Vor ihren Eltern, vor dem Gesetz, vor ihrer Vergangenheit und eigentlich auch vor sich selber. Geboren als Tochter reicher und skrupelloser Eltern, die ihr die Welt zu Füßen legen wollen, ist Halley bestrebt, die Welt für alle ein Stückchen besser zu machen. Für alle und jeden, nicht nur für die Reichen und Schönen. Sie merkt nicht, wie sie zum Spielball wird und muss schließlich fliehen. Als Halley Zwick heuert sie auf dem Raumschiff Elysium Fields an. Ihr Job: Sie soll die Passagiere, die sich im Cryo-Schlaf befinden, bewachen. Doch schnell merkt Halley, dass sie nicht alleine auf dem Schiff ist...

Das Cover zeigt das Raumschiff Elysium Fields. Es fliegt zielstrebig durch das Weltall, flankiert von blitzenden Sternen und grenzenloser Dunkelheit. Ich finde es sehr gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es die Unendlichkeit des Alls zeigt, die die Passagiere zu erreichen streben. Aber eben auch die Dunkelheit und somit die Ungewissheit. Ich hätte mir kein intensiveres Bild wünschen können!

Mit ihrem neusten Werk entführt mich S.A. Barnes wieder in die unendlichen Weiten des Weltraums. Und doch gelingt es ihr sofort, in mir Platzangst und ein Gefühl der Enge hervorzurufen. Die Autorin schreibt so eindringlich, so anschaulich und düster, dass ich mich ohne Probleme an jeden Ort versetzen konnte, an dem sich meine Katerina aufhielt. Ob das die Raumstation EnExx17 ist, oder das Raumschiff Elysium Fields.
Die Raumstation ist düster, voller Gewalt, geplatzter Träume und Hoffnungslosigkeit, die förmlich zwischen den Zeilen hervorkroch. Ich fühlte mich deprimiert und blickte über die Schulter, ob nicht zwischen den Schatten irgendein Gesindel lauert, dass mir an den Kragen will. Auch wenn ich so eine dichte Atmosphäre eigentlich mag, verströmte EnExx17 mir zu viel Hoffnungslosigkeit. So war ich froh, als die Reise weiter ging!
Sie ging zu dem Raumschiff Elysium Fields. Ein Ort der Träume, der Hoffnung und der Unsterblichkeit! Hier wird Leben für die Zukunft bewahrt. Voller Staunen blickte ich durch Katerinas Augen und sah mir diesen Ort an, den sie bereits als Kind besuchen durfte. Ein Schiff voller sterbenskranker Menschen, eingefroren vor Jahrhunderten mit dem Ziel, sie aufzutauen, wenn die Medizin so weit ist, sie heilen zu können. Dass ein sicheres Auftauen zum Zeitpunkt des Einfrierens nicht möglich war, schreckte keinen ab! Promis, Politiker, Reiche und Arme, alles tummelt sich hier und Katerinas Aufgabe ist es, sie zu bewachen.
Ich wüsste nicht, welcher der beiden Orte schlimmer ist: Der voller Hoffnung und Zuversicht, was wie eine Seifenblase platzt; oder doch der dunkle Ort, denn nur ein Lichtblitz reicht, um Hoffnung keimen zu lassen.

Doch nicht nur dieses leere, nur von eingefrorenen bewohnte Raumschiff jagte mir einen Schauer über den Rücken. Auch die Geschichte von Katerina bewegte mich. Als privilegiertes Kind groß geworden, suchte sie sich ihren eigenen Weg, um jedem Menschen ein wenig Glück bescheren zu können. Und scheiterte. An vielen Stellen driftete mir die Erzählung zu sehr ins politische ab. Der spannende und packende Schreibstil zog sich plötzlich in die Länge, was mich wunderte. Ich folgte Katerinas Gedankengängen und Überlegungen und merkte dabei selber fast zu spät, die Veränderungen. Ich grübelte lange, ob Katerina sich die Geräusche und Geschehnisse nur einbildet oder ob da wirklich etwas ist, das mit ihr an Bord ist. Selbst die Existenz des Mechanikers Karls stellte ich in Frage, da sie ausschließlich über Bildschirme mit ihm kommuniziert. Die Überlegungen fand ich sehr unheimlich und ließ mich nur allzu gerne davon gefangen nehmen.

S.A. Barnes ist mit Katerina ein interessanter Charakter gelungen. Eine junge Frau, die sich gegen ihre Eltern auflehnt, ist eigentlich nichts ungewöhnliches uns auch nichts spannendes. Und doch berührte sie mich und ich beobachtete die Veränderungen, die die vergangenen Geschehnisse in ihr auslösten. Aber auch das, was gerade passiert und wie Katerina darauf reagiert. Ich kann nicht behaupten, dass sie schwach und unsicher wirkt, eher orientierungslos. Sie muss erst ihren Weg finden, eh sie in Aktion tritt. Doch als der Weg gefunden war, ging sie nicht, sondern rannte zielstrebig los! Ein ganz toller Charakter, der mich beeindruckt hat!

Mein Fazit
Ein unheimlicher, beklemmender und spannender Roman!

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Veröffentlicht am 22.06.2025

bezaubernd

Der Garten der kleinen Wunder
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Während Toja an einem neuen Buchumschlag arbeitet, fühlt sie sich plötzlich beobachtet. als sie den Kopf hebt, sieht sie ein junges Mädchen auf der anderen Seite des Gartenzauns. Vica ist begeistert und ...

Während Toja an einem neuen Buchumschlag arbeitet, fühlt sie sich plötzlich beobachtet. als sie den Kopf hebt, sieht sie ein junges Mädchen auf der anderen Seite des Gartenzauns. Vica ist begeistert und berührt von Tojas Garten und kann nicht anders, als ihn bewundern. Durch diese Liebe entspannt sich ein vorsichtiges Band der Freundschaft und des Verstehens, dass nach und nach fester wird.

Allein das Cover hat mich schon in seinen Bann geschlagen! Ich mag die gedeckten Farben und vor allem die Gemütlichkeit, die das Bild ausstrahlt! Es zeigt zwei Korbstühle mit gemütlichen Polstern, in einem anheimelnden Garten. Sehr gerne würde ich mich einfach auf einen der Gartenstühle setzen, eine Tasse Tee trinken und ein Buch lesen; die Atmosphäre genießen und einfach leben. Ich finde, dass dieses Bild den Inhalt des Buches perfekt widerspiegelt, mir Ruhe vermittelt und mich zum Träumen einlädt.

Patricia Koelle-Wolken berührte mich tief mit ihrem kleinen Garten-Werk, dass gar nicht mal so klein ist. Denn es heißt nicht umsonst: In der Ruhe liegt die Kraft. Die Autorin schildert mit Vica und Toja zwei Frauenschicksale, die zwar durch Alter getrennt, doch in der Seele vereint sind. Die Sehnsucht nach Ruhe und Stille verbindet sie. Eine Sehnsucht, die ich nur all zugut nach empfinden kann. Ich fühlte mich in diesem Buch verstanden, getragen und akzeptiert. Auch wenn ich ein eher extrovertierter Mensch bin, sind mir die Momente der Stille wichtig und bringen mich wieder ins Lot. Zudem kenn ich Langeweile überhaupt nicht und bin eher wie die beiden der Typ Mensch, der die lange Weile genießen kann. Ich weiß nicht, wie oft ist dachte: Hier fühle ich mich verstanden! Patricia Koelle-Wolken spricht mir aus der Seele! Und doch bin ich ganz anderes. Der Blick auf Vica und Toja ist herzerwärmend und ich genoss jede Seite.

Besonders beeindruckt hat mich allerdings jemand ganz anderes in diesem Buch. Nicht Toja, die ihren Lebensweg bereits gefunden hat und leben kann. Auch nicht Vica, die sich auf ihrem Weg befindet, sich selber sucht und ihre innere Stärke gerade lernt, nach außen zu transportieren. Denn der Wille in ihr ist enorm stark und zielstrebig. Nein, begeistert hat mich der Charakter von Florian. Ein Vater, der in seinem beruflichen Leben mit Erfolg und Anerkennung glänzen kann. Privat geschätzt wird und ein gern gesehener Gast ist und doch auf wackligen Beinen steht, wenn es um seine Tochter geht. Verunsichert scheint er im Leben zu stochern und nicht recht zu wissen, wie er seine unendliche Liebe zu seinem Kind nach außen transportieren kann. Als er mit Unterstützung von Vica uns Toja seinen Weg findet, geht er diesen erst auf wackligen Beinen, strauchelt, droht zu fallen und schreitet schließlich mit festen Schritten dahin. Liebe und bedingungslose Akzeptanz ist der Schlüssel.

Umrahmt wird diese herzerwärmende Geschichte, von den bezaubernden Schilderungen der Natur. Mal sind es die kleinen Wunder im eigenen Garten, mal die Erhabene Stille und das Leben in den Meeren. Beides mischt sich zu einer Wohlfühlatmosphäre, die mich sanft umschlungen hielt. Einfach wunderschön!

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Wahrheit oder Lüge

Reset
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Ein Passagierflugzeug wird kurz vor der Landung von einem Kampfflugzeug abgeschossen. Es gibt keine Überlebenden.
Fake News häufen sich. Wahrheit und Lüge sind nicht mehr trennbar. Selbst im privaten Bereich ...

Ein Passagierflugzeug wird kurz vor der Landung von einem Kampfflugzeug abgeschossen. Es gibt keine Überlebenden.
Fake News häufen sich. Wahrheit und Lüge sind nicht mehr trennbar. Selbst im privaten Bereich nehmen die Falschmeldungen zu. Es gibt immer mehr Tote und Verletzte.
Bis schließlich alles zusammenbricht. Weltweit. Überall.
Doch wer steckt dahinter?

Das Cover ist in einem auffallenden Gelbton gehalten. Der Titel ist senkrecht darauf abgebildet, wobei das S in einem roten Reset-Knopf mündet. Ich finde es gut zum Inhalt des Buches gewählt. Zudem ist es ein absoluter Augenfang und hat mich zusammen mit dem Klapptext zu dem Buch greifen lassen.

Peter Grandls Buch beginnt wie ein ICE, der ohne jegliche Kontrolle auf einen Abgrund zurast und noch an Geschwindigkeit zu legt. Keiner kann den Zug stoppen, keiner mehr eingreifen und der Abgrund kommt nicht nur näher, sondern wird zu dem immer tiefer. So waren meine Empfindungen, als ich mit Reset begonnen habe! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und ließ mich immer schneller und immer tiefer ins Verderben reißen.
Aus nächster Nähe konnte ich den Ermittlern folgen und an ihrer Seite den Zusammenbruch der Welt beobachten. Die Folgen nüchtern betrachten, analysieren und nach der Ursache forschen. Nicht nur um zu verstehen, sondern auch, um alles wieder ins Lot zu bringen.

Aber ich war auch mitten drin. Mitten unter den Menschen, die gerade die Kontrolle über ihr Leben verloren haben. Gestrandet in fremden Ländern, fern ab der Heimat; fern ab der Liebsten. Mir brach schier das Herz ob des ganzen Leids und der Qual.
Und doch hielt Peter Grandl mich immer weiter in seinem Klammergriff und schilderte gekonnt die Auswirkungen der Fake News. Global, international, persönlich. Gerade im Kleinen, macht mir sehr zu schaffen. Wie würde ich reagieren, wenn meine Mutter mir eine vermeidliche Wahrheit offenbart, oder eine Freundin? Diese Gedanken schossen mir ebenso durch den Kopf, wie die Überlegung, ob dieser Black Out technisch überhaupt möglich sein könnte. Ich ließ mich gerne auf das gedanklich Experiment des Autors ein und war mehr als dankbar, dass die fachspezifischen Ausführungen fehlten. Verstanden hätte ich sie vermutlich eh nicht. Zudem komprimiert es das Buch auf die Handlung und die Auswirkungen, statt auf das Technische, was mir gut gefiel.
Denn gerade das Persönliche setze mir sehr zu und meine Gedanken liefen Amok. Ja, mich hat das Beschriebene gedanklich verfolgt und ich habe mich an meine eigene Nase fassen müssen. Denn auch ich gehöre zu den Menschen, die Überschriften klasse finden, ohne mal weiter zu lesen und in die Tiefe zu gehen. Nicht immer, aber doch oft genug.

Die Charaktere sind Peter Grandl sehr gut gelungen. Authentisch, lebensnah und interessant schildert der Autor nicht nur die Drahtzieher und Ursachenforscher in Form von Ermittlungsbehörden, Strafverfolgern und Militärs, sondern auch aus Forschersicht oder aus der Sicht von Liebenden, die sich einfach finden wollen.

Für mich ist Reset ein sehr spannender Krimi, der mich gedanklich noch einige Zeit begleiten wird!

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Spannung pur

The Devils
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Mehr schlecht als recht schlägt sich die junge Diebin Alex durch das Leben. Sie ergaunert mal hier etwas zu Essen, mal dort etwas halbwegs Wertvolles zum Verkaufen. Und wie das Leben auf der Straße nun ...

Mehr schlecht als recht schlägt sich die junge Diebin Alex durch das Leben. Sie ergaunert mal hier etwas zu Essen, mal dort etwas halbwegs Wertvolles zum Verkaufen. Und wie das Leben auf der Straße nun mal so ist, gerät sie an die falschen Leute, die ihr nach dem Leben trachten.
Doch wie aus dem nichts erscheint plötzlich ihr Retter in der Not. Ihr angeblicher Onkel, Herzog Michael steht vor der jungen Frau und verkündet, dass sie die lang verschollene Prinzessin Alexia Pyrogennetos ist, Erbin des Schlangenthrons von Troja! Alex lässt sich darauf ein und erhält einen mehr als ungewöhnlichen Geleitschutz nach Troja...

Das Cover ist schwarz. Ein glühender Totenkopf mit Hörnern aus Kerzen ziert die Mitte des Buches; Flammen scheinen aus ihm hervorzulodern. Ich finde es ansprechend, auch wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Erst nach und nach werden die Kleinigkeiten offensichtlich und ich finde es grandios!

Joe Abercrombie hat einen magischen Thriller geschaffen, der mir schlaflose Nächte bereitet hat! Ich liebe seinen Schreibstil, der mal erklärend, mal bildgewaltig und immer extrem spannend ist. Dazu eine mehr als gute Priese bösartigen Spott, der mich oft zum Schmunzeln und gleichzeitig zum Schlucken brachte, bzw. mir blieb die Spucke im Halse stecken! Dank der guten Einteilung des Buches und der relativ kurzen Kapitel, konnte ich das Buch einfach nicht zur Seite legen: Nur noch ein Kapitel! Geisterte mir oft durch den Kopf und dann war die Nacht auch schon fast vorbei. Oder wahlweise der Tag! Besonders genoss ich, dass einfach nichts, absolut nichts, vorhersehbar war! Plante ich mal in die Zukunft, lehrte mich Joe Abercrombie eines besseren: Er ließ sich die Zügel nicht aus der Hand nehmen und ich folgte seine Führung mehr als willig.

Die Handlung kann nicht ohne die Protagonisten leben und umgekehrt ist es ebenso! Beides greift wie Zahnrädchen ineinander und kreiert einen mehr als packenden Fantasy-Horror-Action-Thriller, der mich einfach nicht los gelassen hat! Dabei ist die Geschichte eigentlich denkbar kurz: Eine Gruppe von verurteilten Teufeln soll die Prinzessin Alexia Pyrogennetos zu ihrem Thron bringen; und allen Gefahren auf der Reise trotzen. Und die Gefahren beginnen mit dem ersten Schritt ihrer Reise! Alle sind prädestiniert dafür, das Chaos schier magisch anzuziehen.
Die Helden der Geschichte sind einfach unnachahmlich! Trotz, dass es recht viele direkt zu Beginn der Geschichte sind, kam ich nie ins Stocken oder grübelte, wer wer ist. Das lag neben den interessanten Charakteren vor allem auch an den spritzigen und witzigen Dialogen.
Besonders hat mir das Zusammenspiel der Protagonisten gefallen. Anfangs alles Einzelkämpfer, die nur für sich und ihren Egoismus leben, wachsen sie nach und nach nicht nur in ihre Aufgabe hinein, sondern bilden eine Gruppe, deren Motto "Einer für alle, alle für einen!" ist.
Ich liebe es, die brutale und alles zerfleischende Werwölfin Vigga zu sehen, die ihr Herz entdeckt und sich plötzlich zügeln lernt! Die alles überschattende Gier nach Blut, Gewalt und Mord tritt in den Hintergrund und Liebe zieht in ihr Herz. Oder den überheblichen Vampir Baron Rikard, der entdeckt, dass neben ihm noch andere Menschen wichtig sein können. Ja, er nimmt sogar einzelne Mitglieder unter seine Fittiche und beobachtet mit Stolz geschwellter Brust, wenn seine Bemühungen Früchte tragen! Mein Herz erobert hat allerdings die sanfte und in sich gekehrte Elfe Sunny. Feindbild, seit Kindesbeinen an gequält, verschmäht, verspottet und gehänselt, sieht sie sich einer Situation gegenüber, mit der sie nie gerechnet hätte. Sunny wird gesehen und respektiert! Ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit geschätzt.

Aber nicht nur die Gruppe der Verbrecher, ja der Teufel ist interessant und macht das Buch lesenswert, sondern auch ihre Hüter sind einmalig. Ob das Bruder Diaz ist, dessen geheiligte Pflicht es ist, Prinzessin Alexia Pyrogennetos nach Troja zu bringen und die Teufel in Schach zu halten. Als anerkanntes Weichei, Drückeberger und Schleimer, gar nicht mal so einfach. Und doch wächst Bruder Diaz förmlich über sich hinaus.
Unter anderem Dank des unsterblichen Ritter Jakob von Thorn, der Dank eines Fluches nicht sterben kann. Seit einer schieren Ewigkeit lebt und kämpft er für das Gute und gibt Einblicke in ein Leben, das eigentlich die Hölle auf Erden ist.

Und im Mittelpunkt von allen steht Prinzessin Alexia Pyrogennetos Erbin des Schlangenthrons von Troja. Eine großartige Persönlichkeit. Oder eher eine Persönlichkeit, in die sie noch hineinwachsen muss. Denn Prinzessin Alexia ist eigentlich die Diebin Alex. Und diese Schuhe passen ihr viel besser. Im Gegensatz zu ihren Begleitern wirkt sie fast ein wenig unscheinbar. Aber eben nur fast.

Joe Abercrombie gelingt es einfach wunderbar, nicht nur der Handlung Spannung zu verleihen, sondern auch den Protagonisten Tiefgang. Beides wächst und gedeiht an und miteinander und entwickelt sich für mich als Leser wunderbar. Ich habe das Buch geliebt und jede Seite genossen! Ganz großes Kino!

Mein Fazit
Spritzige Dialoge, pure Spannung und brutale Aktion! Genau meins!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Großartig

Das Lied des Wolfes
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Ox und seine Mutter werden schon in jungen Jahren von Vater und Mann verlassen. Sie leben ein beschauliches Leben in dem kleinen Städtchen Green Creek, dass sie beschützt und behütet.
Doch plötzlich zieht ...

Ox und seine Mutter werden schon in jungen Jahren von Vater und Mann verlassen. Sie leben ein beschauliches Leben in dem kleinen Städtchen Green Creek, dass sie beschützt und behütet.
Doch plötzlich zieht im Nachbarhaus die Familie Bennett ein. Sie sind nicht nur einfach die neuen Nachbarn, sondern Werwölfe, die Ox, seine Mutter und einen Teil der Ortschaft mit ihrer wilden und behütenden Art integrieren. Ox findet nicht nur seinen Platz zum Leben, sondern viel wichtiger, auch seinen Platz zum Lieben.

Bis eines Tages diese Harmonie von Eindringlingen bedroht und zerstört wird. Das Bennett-Rudel scheint an der Aufgabe zu zerbrechen. Aber wo Liebe ist, ist auch Hoffnung.

Das Cover zeigt einen den Mond anheulenden Wolf. Im Hintergrund ist ein Haus am Waldrand zu erkennen, aus dem sich eine Rauchsäule schlängelt. Der Wolf sitzt beschaulich in einer Blumenwiese. Ich mag das Bild, da es für mich den Inhalt des Buches widerspiegelt. Die Brutalität des Wolfes, die Heimeligkeit eines Zuhauses, die Schönheit einer Blumenwiese und das Geheimnisvolle eines Waldes. All dies und noch viel mehr offenbart sich nach und nach. Je länger man das Bild ansieht und das Buch liest. Ich mag solche Coverbilder, deren Inhalt nicht gleich offensichtlich ist.

Für mich ist Klune lesen, wie nach Hause kommen. Ich schließe die Wohnungstür und lasse die Realität draußen. Ich fühle mich sicher geborgen und aufgehoben. Ein Zauber, der nur ein Zuhause ausüben kann.
Bei den Romane von T.J. Klune geht es mir ebenso: Ich öffne das Buch, rieche die Seiten, lese die ersten Zeilen und bin angekommen. Behutsam deckt der Autor seine Worte über mich, zieht mich beinah zärtlich in die Geschehnisse und bindet mich mit ein.
Auch wenn seine Geschichten wie in diesem Fall alles andere als weich und geborgen sind, sondern eher von Angst und Herausforderungen sprechen, stimmt die Basis.
Hier ist die Basis Familie! Familie nicht nur aus Blut geschaffen, sondern auch durch Verstehen, Akzeptieren, Liebe und Freundschaft. Und dies bringt T.J. Klune mir auf seine unnachahmliche Art nah. Er berührt mein Herz ganz sanft und vorsichtig. Und doch nachdrücklich und einprägsam. Ich beobachte mich oft, wie ich bei seinen Worten mit fiebre, mit lache, empört schnaube oder auch ärgerlich das Buch zur Seite lege, wenn ich mal nicht einverstanden mit einer Entwicklung bin. Und genau das möchte der Autor vermutlich auch. Seine Leser sind keine Schafe, die seine Worte einfach hin nehmen, sondern eigenständige Wesen, denen auch mal etwas nicht gefallen darf!

Völlig verblüfft war ich von der in dem Buch vorkommenden Gewalt und Brutalität. So kannte ich T.J. Klune bisher nicht und er erwischt mich eiskalt mit dieser Wendung. Allerdings muss ich auch gestehen, dass es zu diesem Buch absolut passend ist! Werwölfe sind eben keine weichgespülten Kuschelpartner, auch wenn hin und wieder der Anschein erweckt wird. Durch die Vermenschlichung, ist auch mir dieser Fehler passiert, trotzdem wird immer wieder sehr klar, dass der Wolf ein Tier ist, dass nicht beherrscht oder gebrochen werden kann.
Besonders gut hat mir eindeutig der Ausflug in die magische Welt gefallen! Hexen und Werwölfe scheinen hier erst der erste Schritt gewesen zu sein, auf einer unfassbar tollen, spannenden und berührenden Reise.
Der Auftakt der Reihe spielt fast ausschließlich in dem kleinen Ort Green Creek. Und da auch nur in zwei Wohnhäusern und einer Werkstatt. Und trotzdem kamen mir die Schauplätze nicht einengend oder abgeschottet vor, sondern bedeuteten mir die Welt.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse, steht Ox. Eine verlorene Seele auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn in seinem Leben. Obwohl, ganz richtig ist das nicht, denn für ihn gibt es seit klein auf einzig den Wunsch, in der Werkstatt von Gordo zu arbeiten. Mit einem Hemd, auf dem sein Name steht. Es sind die kleinen Dinge, die mir ans Herz gingen und mich tief berührt haben. Denn unweigerlich dachte ich an meinen Kindheitstraum zurück. Und der war größer; viel größer. Aber so ist Ox nun mal. Ein Mann mit einem riesen Herzen und kleinen Wünschen. Und dies wird mehr als deutlich und prägt das gesamte Buch für mich. Seine Liebe zum Leben ist das Elexier und macht auch mich ein Stückchen dankbarer.
Und gleichzeitig schreibt T.J. Klune einen packenden Werwolf-Roman! Actiongeladen, spannend und magisch. Ich bin mehr als gespannt, wo die Reise hinführen wird!

Mein Fazit
Ich habe jede Zeile des Buches genossen und geliebt! Großartig!

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