Profilbild von Elohym78

Elohym78

Lesejury Star
offline

Elohym78 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Elohym78 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

gestern - heute - morgen, aber immer Liebe

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
0

Annas Podcast über starke Frauen und besonders Bücherfrauen, ist ein absoluter Erfolg. Zusammen mit ihrer Verlegerin plant sie ein Buch über Fenja Lorenzen zu schreiben; über deren Mut, ihr Leben auf Sylt ...

Annas Podcast über starke Frauen und besonders Bücherfrauen, ist ein absoluter Erfolg. Zusammen mit ihrer Verlegerin plant sie ein Buch über Fenja Lorenzen zu schreiben; über deren Mut, ihr Leben auf Sylt und ihre persönlichen Verwicklungen. Voller Vorfreude macht Anna sich auf den Weg nach Sylt. Ihre Reise wird anders als erwartet, denn Fenja trägt ein Geheimnis auf der Seele und schafft es, Annas Leben gleich mit zu verwirbeln.

Das Cover zeigt den Leuchtturm von Sylt. Mit seiner ruhigen, beständigen Art, vermittelt er seit Jahrzehnten Sicherheit und ein Licht im Dunkeln und Heimat im Hellen. Umringt ist er von malerischen Dünen und natürlich Möwen. Die vorherrschenden Wolken und das dadurch gebrochene Licht künden von einem neuen Tag, neuer Hoffnung und einem erwartungsvollen Leben. Ich liebe dieses Cover, da es meine Seele berührt und mich zum Träumen verleitet.

Ich habe mich in Gabriella Engelmanns Schreibstil verliebt. Sie schreibt lebendig, mitreißend und einfach schön! Sie ließ die wunderschöne Nordseeinsel Sylt bildlich vor meinem inneren Auge entstehen und es gelang mir sofort, mich in die Dünen zu versetzen. Ich roch die Schafe, ließ mir den rauen Nordseewind um die Nase wehen und ja, auch von den Bewohnern der Insel verzaubern.
Die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart ist der Autorin wunderbar gelungen. Ich kann nicht sagen, welcher Erzählteil mir besser gefallen, oder mich mehr gefesselt hat. Beide Zeitstränge hatten ihren Zauber, ihre Spannung, ihr Leben, Lieben und Lachen. Aber auch ihre dunklen Seiten, die mich berührt haben.

Immer wieder gelang es Gabriella Engelmann, mich für ihre Protagonisten zu begeistern! Ganz besonders nah ging mir natürlich Lene. Ich durfte erleben, wie sie ihre Träume lebte, aber auch, wie sie zerplatzten. Dies schilderte die Autorin gefühlvoll, so dass ich mich stets an Lenes Seite wähnte.
Aber auch im hier und jetzt, fühlte ich mich den Charakteren nah. Ich war sehr dankbar, Anna auf ihrer Buchreise begleiten zu können und mit ihr die Vergangenheit und die daraus resultierende Gegenwart zu erforschen.

Das Buch ist zwar locker und leicht geschrieben und hat doch einen tiefgehenden Kern, der mich berührt hat. Eine Sommerlektüre, die mir im Gedächtnis bleibt. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2025

faszinierend und lesenswert

Ghost Station
0

Nach dem Tod eines Team-Mitglieds wird der Crew um Captain Severin eine Psychologin zu geteilt, die das Team auf ihrer Mission auf den Planeten Lyria 929-C begleiten soll. Dr. Ophelia Bray hat sich zwar ...

Nach dem Tod eines Team-Mitglieds wird der Crew um Captain Severin eine Psychologin zu geteilt, die das Team auf ihrer Mission auf den Planeten Lyria 929-C begleiten soll. Dr. Ophelia Bray hat sich zwar freiwillig gemeldet, doch ahnt sie nicht, welche Gefahren diese Reise für sie und die anderen birgt.
Kaum auf Lyria 929-C angekommen, beginnt nicht nur die Erforschung des Planeten, sondern auch die Suche nach der Wahrheit nimmt seinen Lauf. Warum wurde der Planet verlassen, trotz der Bodenschätze? Und warum gibt es so viele einheimische Leichen? Bald scheint es, dass auch die Crew zu den Leichen gehören wird.

Das Cover zeigt das Tauschiff Resilience, wie es zielstrebig durch das All Richtung Lyria 929-C reist. Trotz vorherrschender Dunkelheit blitzt hier und da ein Licht auf und taucht die Umgebung in ein unheimliches, unwirtliches, aber zum träumen anregendes Licht, das mich fasziniert.

S.A. Barnes schafft es immer wieder, mich in ihre Bücher zu ziehen. Trotz grenzenloser Weite des Weltalls, bekomme ich in ihren Büchern stets Platzangst. Vermutlich, weil sie klar und eindringlich schildert, wie zerbrechlich der menschliche Körper und die menschliche Seele ist, entfernt man sich zu weit von Mutter Erde. Ja, das All verleitet zu Träumen, doch nicht alle Träume sind schön; im Gegenteil, manche Träume beinhalten grenzenloses Grauen und Entsetzen.
Ist es die Entfernung zu der gewohnten, heimischen Umgebung? Oder die begrenzten Ressourcen von einfach allem: Luft, Licht, Nahrung und Material? Mir gehen die Bücher von S.A. Barnes stets unter die Haut und dies mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Denn der Autorin gelingt es immer wieder, mich nicht nur tief in die Geschehnisse hineinzuziehen, sondern auch sofort eine Beziehung zu ihren Protagonisten aufzubauen.

Auch in ihrem neuen Werk konnte ich mir die Örtlichkeiten bildlich vorstellen, die abgestandene, trockene Luft der Station atmen und die ganz besondere Atmosphäre aus Entdeckergeist, Vorsicht und Neugierde auf mich wirken lassen. Und gleichzeitig war ich als Außenstehende zum Glück nicht von den Geschehnissen betroffen, auch wenn es mir oft schwer fiel, diese Grenze zu wahren. Das ist der Grund, warum ich gerne zu den Büchern dieser Autorin greife. Ihr gelingt es stets, eine Verbindung aufzubauen und die Geschehnisse, die Millionen Lichtjahre entfernt sind, doch greifbar nah erscheinen zu lassen.

Diese Nähe baut sie in meinen Augen mit ihren Protagonisten auf, die authentisch und lebensnah sind. Ich kann mich ohne Probleme in die unterschiedlichen Charaktere hineinversetzen, egal ob ich sie mag oder nicht. Selbst in für mich langweilige Personen kann ich mich hineindenken und ihre Handlungen nachvollziehen.
Und eben auch den langsamen Realitätsverlust nachempfinden, was das Lesen so unheimlich macht. Durch ein Buch ist man eh schon in einer anderen Sphäre unterwegs, wenn hier allerdings noch Wahnsinn Einzug hält, ist der Horror-Faktor garantiert!

Mein Fazit
Mal wieder ein spannender und tiefgehender Roman einer wunderbaren Autorin! Ich ließ mich gerne in ferne Welten entführen und war doch froh, als ich den Weg nach Hause antreten konnte!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2025

Leben

Mal goes to War
0

Mal ist eine künstliche Intelligenz und von Menschen, oder wie er sie nennt Affen, fasziniert. Er sucht ihre Nähe, um nicht nur zu denken, sondern auch zu fühlen. Doch als er eines Tages in den Körper ...

Mal ist eine künstliche Intelligenz und von Menschen, oder wie er sie nennt Affen, fasziniert. Er sucht ihre Nähe, um nicht nur zu denken, sondern auch zu fühlen. Doch als er eines Tages in den Körper der gerade verstorbenen und modifizierten Söldnerin Mika schlüpft, ahnt er nicht, dass es kein Zurück gibt.
Was anfangs als gescheiterter Ausflug aussieht, wird schon bald zu Mals Lebens (alp) traum.

Das Cover ist in Blautönen gehalten. Es zeigt den Kopf eines androgynen Androiden, der mit verklärtem Blick ins Nichts starrt. An der einen Gesichtshälfte scheinen Bits und Bytes aufzublinken, während sich weiter unten, im Hals - Schulterbereich ein Erwachsener und ein Kind den Weg durch eine Trümmerwüste bahnen. Ich finde das Bild eindringlich und berührend. Während es auf der einen Seite von kalter, nüchterner KI spricht, ist zu gleich menschliches Elend sichtbar, dass sich auf dem Weg in das Herz der KI befindet. Ich hätte mir für den Inhalt des Buches kein passenderes Coverbild vorstellen können.

Edward Ashton ist mir bisher aus seinen Mickey 7 Büchern bekannt. Daher brannte ich förmlich auf sein neues Werk. Ich kenne keinen Autor, der eine KI mit so viel Gefühl ausstattet und trotzdem noch klar auf seinem Technikweg bleibt.
Dies ist ihm auch bei Mal gelungen. Mal, die künstliche Intelligenz, die ausschließlich im Infospace existiert und doch zu Gefühlen fähig ist. Trotzdem ist und bleibt die ganze Zeit deutlich, dass Mal nicht lebt und nur ein Computer ist. Er ist nicht fähig, die Komplexität menschlicher Gefühle zu verstehen, umzusetzen und nachzuahmen, so sehr er sich dessen auch bemüht. Mal ist eine interessante und durchaus schillernde Persönlichkeit; aber ohne Seele. Ohne dieses Bewusstsein, das uns Menschen menschlich macht. Ich finde es immer wieder spannend, mit welcher Leichtigkeit es Edward Ashton gelingt, dies zu beschreiben und ja, eine klare Trennung zwischen KI und realem Leben zu ziehen.
Auch wenn wir Menschen und immer mehr mit Technik verbinden, ist es umgekehrt eben nicht möglich! Die Maschinen werden durch uns programmiert und ihr Lernerfolg ist eben kein Erfolg, sondern lediglich Programmierung. Und je deutlicher der Autor dies schildert, desto entspannter lese ich seine Bücher. Denn eine KI, die plötzlich zu Gefühlen - nicht zu nachgeahmten durch Programmierung, sondern zu selbst gelernten - fähig ist, fände ich unheimlich und gruselig.

Mal goes to war ist ein spannender, durchdachter und sehr intelligenter Tech-Thriller, der die Grenzen des Möglichen auslotet. Edward Ashton schildert eine Zukunft, die nicht die KI gestaltet, sondern allein wir Menschen. Und da wir den Hang haben, die Schuld stets woanders zu suchen, ist hier schnell der technische Feind gefunden. Er sprengt die Grenzen des Möglichen und hält uns einen Spiegel vor. Nicht gern gesehen, aber trotzdem ist die Schuldfrage, sollte sie sich denn stellen, klar erkennbar. Es ist kein Kampf zwischen Mensch und Computer. Es ist ein Kampf zwischen Mensch und Mensch, denn die KI ist Menschengemacht.

Der Kampf, oder eher die Geschehnisse, die in dieser Technik beherrschenden Welt herrschen, sind nicht erstrebenswert. Oft habe ich ratlos vor dem Buch gesessen. Obwohl, ratlos ist vielleicht das falsche Wort: Fassungslos ist treffender. Es ist immer wieder verblüffend, wie sehr etwas Gutes ins Schlechte umschlagen kann.
Mals Neugierde bringt ihn zu einer Gruppe Menschen, die sich auf einem unterschiedlichem Modifizierungslevel befinden. Jeder scheint irgendwas an sich machen gelassen zu haben. Und jetzt gilt es die Früchte zu ernten, die man gesät hat. Spannend und schonungslos schildert der Autor dies.

Für mich war Mal goes to war mal wieder eine packende Mischung aus KI und realem Leben. Faszinierend, erschreckend und zum Nachdenken anregend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2024

von Schatten und Schlüsseln

Stadt der Sterne
0

Beschützt und behütet wächst Violet Everly auf dem Familiensitz der Everlys unter der Obhut ihrer beiden Onkel auf. Während sich der eine intensiv um sie kümmert, glänzt der andere, wie ihre Mutter, mit ...

Beschützt und behütet wächst Violet Everly auf dem Familiensitz der Everlys unter der Obhut ihrer beiden Onkel auf. Während sich der eine intensiv um sie kümmert, glänzt der andere, wie ihre Mutter, mit Abwesenheit. Anfangs ist Violet ihre kleine überschaubare Welt ihr genug, doch mit den Jahren will sie die Welt endlich kennenlernen.
Durch einen Zufall erfährt Violet, dass sie unter einem Fluch leidet. Sie muss ihr Blut der mächtigen Penelope opfern und dadurch sterben. Doch sind Flüche nicht dazu da, gebrochen zu werden?

Das Cover ist dunkel gehalten. Ein goldener Schlüssel prangt in der Mitte des Buches, umhüllt von einem schier unendlichen Nachthimmel. An den Seiten befinden sich geheimnisvolle Gebäude und es ranken sich Nachtschattengewächse um die Szenerie. Auf mich wirkt das Bild geheimnisvoll und magisch.

Georgia Summers entführt mich auf eine magische Reise zwischen die Welten. Denn neben der unsrigen existiert noch so viel mehr, wenn man den richtigen Schlüssel hat. Und auf die Jagd nach diesen Schlüsseln begibt sich Violet. Die junge Frau ist auf der Jagd nach den Schlüsseln, die ihren Fluch brechen; auf der Jagd nach ihrer Mutter, die ihr stets einen Schritt voraus ist; auf der Jagd nach Geheimissen; auf der Jagd nach Sicherheit, Vertrauen und der Liebe. Ja, das Buch scheint eine einzige Jagd zu sein, die mich eigentlich in Atem hätte halten können. Doch dem war leider nicht so. Denn vor lauter Jagd blieb mir der Grund oft verborgen und ich suchte noch nach dem Sinn, während Violet schon wieder einen Schritt weiter war.

Ein häufiger Weggefährte Violets, ist Penelopes Assistent Aleksandr. Mal Spion, mal Verbündeter, mal Geliebter, mal Verräter, ist mir seine Position in der Geschichte oft genauso schleierhaft wie die eigentlich Mission. Wer jagt wem hinter her und vor allem warum eigentlich? Mir war das viele hin und her schleierhaft und die Handlung zu verworren, um ihr folgen zu können. Mein Buch war das leider nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2024

Überspitzt, überzogen mit einem Hang zum Bösartigen

Lieferdienst
0

Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch, bzw. die Kurzgeschichte von Tom Hillenbrand gelesen habe. Dabei klang der Klapptext interessant und das Coverbild gefiel mir auch; Von Tom Hillenbrand ganz ...

Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch, bzw. die Kurzgeschichte von Tom Hillenbrand gelesen habe. Dabei klang der Klapptext interessant und das Coverbild gefiel mir auch; Von Tom Hillenbrand ganz zu schweigen.
Den Anfang des Buches fand ich auch durchaus noch sehr gut. Den Bestellern, und somit auch mir, mal den Spiegel vor die Nase halten, was alles in unserer ach so gut vernetzen Welt schief läuft. Muss wirklich alles sofort und jederzeit zu erhalten sein? Ich denke nicht! Ein Gang zum örtlichen Verkaufsgeschäft hätte es in den meisten Fällen auch getan und ist dabei sauberer, sicherer, nachhaltiger. Doch wer will das schon hören, wenn er seinen Plastikkamm doch so viel günstiger tausende Kilometer weit weg mit nur einem Klick bestellen kann? Von der Klobürste ganz zu schweigen?! Das Klima können wir morgen - oder für ganz ausgefuchste - auch direkt ein anderer!!! retten.

In dieser Geschichte geht der Autor sogar noch weiter: Ich bestelle und vier Firmen drucken meinen Wunschartikel aus, bringen mir den und der, der am schnellsten geliefert hat, den darf ich behalten. Die anderen wandern in die Tonne.
Doch statt mir das Thema näher zu bringen, geriet ich in gezügelte Langeweilewut. So überspitzt und überzogen hätte es meiner Meinung nach nicht sein müssen. Ja, auch ich finde den ganzen Wahnsinn erschreckend und kann die Menschen icht verstehen, die sehenden Auges in ihr Verderben rennen, doch mit dieser Geschichte kam ich nicht zurecht. Statt wach zu rütteln, wirkt es auch mich überzogen und ich war froh, als das Buch zu Ende war.
Wahrscheinlich tue ich Tom Hillenbrand Unrecht und er ist einfach enttäuscht von der Welt und ihrem Stillstand, dass er sich zu so einem massiven Wortausbruch hinreißen ließ. Ich weiß es nicht und hoffe es ehrlich gesagt auch nicht! Denn seine gemäßigten Bücher mit dem feinen Spott und dem Finger, der immer wieder gekonnt in der Wund rumrührt, haben mich mehr begeistert und zum Nachdenken angeregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere