Auf der Suche nach einem Klavier
Sibiriens vergessene KlaviereWas für eine Aufgabe: Die Autorin begibt sich auf die Suche nach einem besonderen Klavier für eine herausragende mongolische Musikerin und zwar in Sibirien. "Falls ich mich in Sibirien auf die Suche begab, ...
Was für eine Aufgabe: Die Autorin begibt sich auf die Suche nach einem besonderen Klavier für eine herausragende mongolische Musikerin und zwar in Sibirien. "Falls ich mich in Sibirien auf die Suche begab, dann wollte ich die Geschichte der Klaviere in der russischen Kultur verstehen und wie und warum diese Instrumente überhaupt nach Osten gekommen waren. Es gibt nichts, was ich lieber tue, als Leuten beim Reden zuzuhören, auf den Seiten von Büchern oder an einem Tisch beim gemeinsamen Essen." (S. 44f.)
Diese Spurensuchen ist so ungewöhnlich, fesselnd und voller spannender Geschichten. Sophy Roberts taucht nicht nur tief ein die Weiten Sibiriens ein, sondern fördert Schicksale rund um das Klavier und die Musik zu Tage, die mich begeistert haben. Dabei geht es nicht nur um die Welt der Musik, sondern auch um die Geschichte Sibiriens, um die Menschen, die dort schon immer lebten und die, die dazugekommen sind, sei es freiwillig oder als Häftlinge. Es geht um die Natur, die die Autorin so einfühlsam und liebevoll beschreibt und die doch häufig so lebensfeindlich ist. Ihre Begegnungen mit zahlreichen besonderen Personen - Klavierstimmern, -besitzerinnen, Klavierbauern und -spielerinnen - machen das Buch zu einer kleinen Schatzkiste voller Geschichten aus mehreren Jahrhunderten. Einfach wunderbar.
Jedem Kapitel ist eine Karte Sibiriens vorangestellt, auf der immer die Orte hervorgehoben sind, die im nachfolgenden Text eine Rolle spielen. Eine sehr gute Idee, um sich zu orientieren. Außerdem ist das Buch reich bebildert und hat am Ende einen kurzen historischen Abriss, ein Literaturverzeichnis und ein Namensregister.
Eine Spurensuche, die ich allen ans Herz lege, die sich für außergewöhnliche Bücher interessieren, voller Kultur- und Musikgeschichte.
Einziges Manko ist die wirklich kleine Schriftgröße des Textes, da brauchte ich immer volle Beleuchtung zum Lesen.