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Veröffentlicht am 29.07.2020

Düster und kurzweilig

Der Tunnel - Nur einer kommt zurück
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Darum geht‘s:
Sechs junge Leute aus Marsden (GB) fahren traditionsgemäß einmal im Jahr mit einem Boot durch den längsten Kanal-Tunnel Englands. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Als das Boot aus dem ...

Darum geht‘s:
Sechs junge Leute aus Marsden (GB) fahren traditionsgemäß einmal im Jahr mit einem Boot durch den längsten Kanal-Tunnel Englands. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Als das Boot aus dem Tunnel fährt, liegt Matthew bewusstlos an Deck - als einziger, denn von den anderen fünf fehlt jede Spur. Auch eine große Suchaktion bringt keine Erklärung, geschweige denn die Verschwunden zurück. Matthew, der das Kanal-System sehr gut kennt, gerät unter Verdacht, seine Freunde umgebracht zu haben und wird verhaftet.

Er behauptet jedoch sich nicht zu erinnern, was geschehen ist, und beteuert seine Unschuld. In seiner Verzweiflung bittet er den Autor Robin, dessen Ehefrau ebenfalls vor ein paar Jahren verschwunden ist, um Hilfe. Sollte dieser es schaffen, seine Unschuld zu beweisen, verspricht Matthew ihm Hinweise auf den Verbleib seiner Ehefrau. Robin klammert sich an diesen letzten Strohhalm, um seine Frau doch noch wiederzufinden und lässt sich auf den Deal ein. Doch in Marsden angekommen, trifft er auf eine Mauer von Misstrauen.

So fand ich‘s:
Ab und an lese ich gerne schaurige Bücher und habe es am liebsten, wenn die Spannung mich dann nicht mehr los lässt und ich das Buch nur gezwungenermaßen beiseitelege. Daher fand ich die Wahl eines Kanal-Tunnels als Schauplatz, wo Menschen auf geheimnisvolle Weise verschwinden, sehr reizvoll. Dem Autor ist es auch wirklich gelungen, eine solche mysteriöse Atmosphäre darzustellen und den Leser regelrecht spüren zu lassen. Obwohl die Geschichte in der ersten Hälfte etwas schleppend vorankommt – passend zu Robins Ermittlungen – hielt mich die düstere Stimmung bei Laune. Auch meine Neugierde, worauf der Plot hinauslaufen würde, war so geweckt, dass ich das Buch an einem Sonntag in einem Rutsch durchlas.

Den einen und anderen Punkt können Genre-Fans bestimmt erahnen. Trotzdem war die endgültige Auflösung für mich nicht vorhersehbar. Allerdings hat meine Begeisterung an einem bestimmten Punkt einen Knick erlitten. Die in der zweiten Hälfte entstehende spannende Handlung entwickelte sich für meinen Geschmack zu konstruiert und die Reaktionen von manchen Figuren fielen teilweise zu heftig und für mich unverständlich aus.

Trotz dieser Kritikpunkte erfüllt „Der Tunnel – Nur einer kommt zurück“ meiner Meinung nach alle Kriterien eines spannenden und kurzweiligen Psychothrillers. Es war mein erstes Buch dieses Autors. Seine Art zu erzählen und Atmosphäre zu gestalten haben mich jedenfalls angesprochen und ich würde auf jeden Fall einen weiteren Thriller von ihm lesen.

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Veröffentlicht am 24.07.2020

Origineller Plot

Glow – Die Macht der Gedanken
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Zum Inhalt:
Die 18-jährige Poppy hat eine besondere Gabe. Sie kann die Emotionen der Menschen in Form von Farben sehen und diese auch beeinflussen. So arbeitet sie in ihrer Heimatstadt als sogenannte Changerin. ...

Zum Inhalt:
Die 18-jährige Poppy hat eine besondere Gabe. Sie kann die Emotionen der Menschen in Form von Farben sehen und diese auch beeinflussen. So arbeitet sie in ihrer Heimatstadt als sogenannte Changerin. Sie spürt Menschen auf, deren negative Emotionen ein bestimmtes Level überschreiten, um deren Gefühle positiv zu verändern und somit Verbrechen zu verhindern.

Gleichzeitig mit dem Erscheinen des mysteriösen Cole geschehen mehrere Morde, die Poppy entgangen sind. Sie gerät dadurch in arge Bedrängnis. Und als sie ihr Name auf einer geheimnisvollen Liste entdeckt, muss sie unbedingt herausfinden, was um sie herum geschieht und was der unergründliche Cole damit zu tun hat.

So fand ich‘s:
Der Gedanke, dass wir Menschen je nach Emotionen in verschiedenen Farben leuchten, finde ich sehr schön. Unter Umständen würde uns das allen im Miteinander helfen. Gleichzeitig stelle ich es mir auch schwierig vor, mit düsteren Gedanken umzugehen, die dann so deutlich sichtbar sind. Poppy, die junge Frau in der Geschichte, macht jedenfalls aus ihrer Gabe eine Tugend und kann damit das Leben in ihrer Heimatstadt um einiges friedlicher machen. Dass sie dabei ein Gerät, den sogenannten Zoom, benutzt, um die Emotionen der Menschen zu verändern, hat mich anfangs ein klein wenig enttäuscht. Ich hatte mir ein bisschen was anderes vorgestellt und dachte, die Gabe würde mehr im Fokus stehen.

Trotzdem hat die Autorin mich dann doch noch mit der allmählich aufkommenden Spannung für sich gewinnen können. Ich war einfach zu neugierig, worauf alles hinauslaufen würde. Der Plot war in sich schlüssig und nicht ganz so komplex, so dass sich das Buch sehr flüssig lesen ließ. Meiner Meinung nach ist es eine Geschichte, die eher jüngere Leser anspricht.

Leider fand ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren, die durchweg recht eindimensional bleiben. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und Emotionalität gewünscht, um besser mit den Protagonisten mitfiebern zu können.

Trotz der originellen Idee konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Ich will der Autorin zugutehalten, dass ich mir unter der Geschichte etwas anderes vorgestellt hatte und auch dass es sich um einen Debütroman handelt. Ich mag ihre Art der Fantasie jedoch sehr und sehe viel Entwicklungspotential. Ein weiteres Buch von ihr würde ich jedenfalls auch lesen.

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Veröffentlicht am 16.07.2020

Ein Hauch von Heimatfilm

Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals
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Darum geht’s:
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leben die beiden jungen Frauen Anna Gmeiner und Katharina von Feil in Bad Reichenhall. Auch wenn ihre Wege sich immer wieder kreuzen, könnten ihre Lebensweisen ...

Darum geht’s:
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leben die beiden jungen Frauen Anna Gmeiner und Katharina von Feil in Bad Reichenhall. Auch wenn ihre Wege sich immer wieder kreuzen, könnten ihre Lebensweisen nicht unterschiedlicher sein. Anna ist eine Häuslertochter und kämpft zusammen mit ihrem Vater und ihrem Bruder täglich ums Überleben. Sie verliebt sich in den Salzsieder Michael, der jedoch sein Glück im fernen Amerika suchen will. Er verspricht Anna als gemachter Mann zu ihr zurück zu kehren. Als Anna nach schweren Schicksalsschlägen für sich selber sorgen muss, findet sie eine Anstellung im Familienschloss der von Feils. Doch auch hier meint es das Schicksal nicht gut mit ihr und als ihr schreckliches Unrecht geschieht, sieht sie keine andere Möglichkeit als einen anderen Mann zu heiraten.
Obwohl Katharina im Familienschloss im Wohlstand aufgewachsen ist, muss auch sie um ihr Glück kämpfen. Gefangen in einer unglücklichen Ehe, versucht sie aus den Zwängen der Gesellschaft auszubrechen.

So fand ich’s:
Selber ein Kind der Berge und berufsmäßig vom Herzen her eine Touristikerin, hat mich die Kurzbeschreibung dieser historischen Roman-Trilogie rund um das „Grandhotel Schwarzenberg“ sofort angesprochen. Und gleich vorneweg: obwohl in diesem ersten Teil das Hotel selber noch keine große Rolle spielt, wurde ich nicht enttäuscht. Schon nach wenigen Seiten hatte mich die Autorin mit Annas und Katharinas Geschichte richtig gepackt. Der Sprachstil liest sich sehr leicht und locker. Trotzdem schaffte es die Autorin, die verschiedenen Szenen in die jeweilig passende intensive Atmosphäre einzutauchen – mal spannend, mal bedrückend, mal hoffnungsvoll. Ganz wie ich es beim Lesen mag, konnte ich mit den Protagonistinnen mitfühlen. Vor allem Anna hat schnell mein Herz erobert. Katharina kam zu Beginn etwas arrogant rüber. Aber auch sie muss durch eine harte Schule und ihre Entwicklung gefällt mir sehr gut.

Was mir ein bisschen fehlt, sind überraschende Wendungen. Es gibt einige Punkte, die leicht vorhersehbar sind und auch der Cliffhanger am Ende dieses ersten Bandes kam nicht unerwartet. Aber auch weil ich ahnte, was kommen würde, konnte ich darauf hin fiebern. Es geht also in erster Linie um eine Familiengeschichte und weniger um Spannung.

Ein hilfreiches Personenverzeichnis am Anfang und ein informatives Glossar am Ende des Buches haben für mich das Lesevergnügen zusätzlich abgerundet.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Man spürt auch, dass die Autorin viel Wert auf eine fundierte Recherche legte. So hat es mir dann vor allem der Hauch von Heimatfilmen, der durch die Beschreibungen der Kleidung, der Räumlichkeiten etc. zwischen den Zeilen weht, sehr angetan. Und ich bin gespannt, wie es mit Anna und Katharina weitergeht.

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Veröffentlicht am 06.07.2020

Fortsetzung mit Schwächen

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Achtung: Hier sind Spoiler zum 1. Band (Der erste Federstrich) enthalten.

Darum geht‘s:
Hope Turner hat in der Bücherwelt ihren Platz als Verwandlerin gefunden und fühlt sich im Reich der Literatur viel ...

Achtung: Hier sind Spoiler zum 1. Band (Der erste Federstrich) enthalten.

Darum geht‘s:
Hope Turner hat in der Bücherwelt ihren Platz als Verwandlerin gefunden und fühlt sich im Reich der Literatur viel wohler als in der Echtwelt. Doch die Sorge, dass die Absorbierer es schaffen könnten, die Buch- als auch die Echtwelt in ein Chaos zu stürzen, lassen dunkle Wolken aufziehen. Vor allem auch der Verdacht, dass ihre Mutter von einer anscheinend vertrauenswürdigen Person vergiftet wurde, lassen Hope nicht zur Ruhe kommen. Wem kann sie noch vertrauen? Und wie kann sie es mit ihren neuen Freunden schaffen, die Absorbierer zu stoppen?

So fand ich’s:
Nachdem mir der erste Teil dieser Trilogie „Der erste Federstrich“ so gut gefallen hatte und mich mit einem fiesen Cliffhanger in der Luft hängen ließ, freute ich mich sehr darauf, wieder zusammen mit Hope in die Buchwelt einzutauchen. Die Rückkehr fiel mir auch nicht schwer und ich fand mich in der Geschichte sofort wieder zurecht. Auch diese Fortsetzung liest sich wieder leicht und locker.

Überraschenderweise wurde der Cliffhanger dann auch sehr schnell aufgelöst. Hier hätte es mir gut gefallen, wenn Mary E. Garner uns Leser ein bisschen länger hingehalten hätte. Es kam mir dann auch immer wieder vor, dass es die Autorin ein wenig eilig hatte, die Geschichte zu erzählen. Für meinen Geschmack wollte sie gar viel in den Plot reinpacken – manchmal wäre ein bisschen weniger tatsächlich mehr gewesen. So kam es dann auch, dass gesponnene Erzählfäden ins Leere liefen und Auflösungen und Erklärungen scheinbar aus dem Nichts kamen.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Geschichte eine kompaktere Version, z.B. in nur zwei Teilen, gut getan hätte. Trotzdem habe ich dieses Buch gerne gelesen und habe mich auch gut unterhalten gefühlt. Das Setting gefällt mir nach wie vor sehr gut, wobei man als Leser in diesem Band weniger in der Literaturwelt verweilen und schwelgen kann. Für mich bleibt jedoch gerade das Verweben der Literaturwelten miteinander zur Stärke dieser Geschichte. Auch der Humor, wenn auch etwas klischeebehaftet, kommt nicht zu kurz.

„Das Buch der gelöschten Wörter“ bietet auch in diesem zweiten Teil kurzweilige Lesestunden und wartet auch hier am Ende mit einem Cliffhanger auf, der auf den dritten und letzten Teil neugierig macht. Auch wenn mich dieser Mittelband nicht so gepackt hat wie der erste Teil, freue ich mich auf den Abschluss der Geschichte. Und wer weiß, möglicherweise überrascht uns die Autorin und alle losen Fäden finden zu einem Knäuel zusammen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt und übe mich nun bis zum Erscheinen von „Die letzten Zeilen“ in Geduld.

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Veröffentlicht am 16.06.2020

Eine gelungene Fortsetzung

Die Farben der Schönheit - Sophias Träume (Sophia 2)
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Achtung: Hier sind Spoiler zum 1. Band (Sophias Hoffnung) enthalten!

Zum Inhalt:
Nach der schweren Zeit in Berlin und Paris hatte Sophia ihre Chance, die ihr Helena Rubinstein in New York bot, beim Schopfe ...

Achtung: Hier sind Spoiler zum 1. Band (Sophias Hoffnung) enthalten!

Zum Inhalt:
Nach der schweren Zeit in Berlin und Paris hatte Sophia ihre Chance, die ihr Helena Rubinstein in New York bot, beim Schopfe gepackt und blühte in Amerika wieder so richtig auf. Doch auch dieses Glück bekam mit der Zeit Risse. Als ein mysteriöser Brief in Paris eine neue Hoffnung in ihr weckt, macht sie sich auf die Suche nach ihrem totgeglaubten Sohn. Auch beruflich muss sie sich neu orientieren und kommt bei der Erzfeindin ihrer ehemaligen Chefin unter und gerät zwischen die Fronten inmitten des als „Puderkrieg“ bekannten Konkurrenzkampfs zwischen Helena Rubinstein und Elisabeth Arden.

So fand ich’s:
Dieser zweite Teil von der Trilogie „Die Farben der Schönheit“ knüpft nahtlos an den ersten Band an und als Leserin begleitete ich Sophia voller Spannung nach Paris, wo sie nach ihrem Sohn, der angeblich doch nicht bei der Geburt verstorben sei, suchen möchte. Es ist auch ein bisschen eine Reise in die Vergangenheit, trifft sie doch auf damalige Wegbegleiterinnen wie ihre Freundin Henny oder ihre Vermieterin Mme Roussel.

Ich war sofort wieder in der Geschichte drin, nicht zuletzt weil die Autorin einen unaufdringlichen Weg gefunden hat, den Leser an die vorangegangenen Ereignisse zu erinnern. Trotzdem ist es meiner Meinung nach sinnvoller und bereichernder, den Vorgängerband zu kennen.

Die Geschichte wird auf eine unaufgeregte und ruhige Art und vor allem ohne unnötige Dramatisierung erzählt. Dennoch bleibt die Spannung durchwegs erhalten. Sophia wird auch diesmal nichts geschenkt und sie muss sich immer wieder behaupten. Ihre Weiterentwicklung hat Corina Bomann nach meinem Empfinden absolut treffend dargestellt. Die Protagonistin wirkt auch hier wieder sehr realistisch und man kann sich als Leserin gut mit ihr identifizieren. Für mich war es wie ein Wiedersehen mit einer liebgewonnen Freundin und ich habe mit ihr zusammen gehofft, gebangt und gelitten.

Auch diese zweite Reise in die Welt der Kosmetik hat mir sehr schöne und bewegte Lesestunden beschert und ich freue mich schon auf den Abschluss dieser Reihe. Ich hoffe auf einen gelungenen und würdigen Geschichtsausgang für Sophia. Corina Bomann versteht es jedenfalls mit der Neugierde ihrer Leser zu spielen und sie auf den nächsten Teil hin fiebern zu lassen.

Für mich ist „Sophias Träume“ eine gelungene Fortsetzung und ich empfehle diese Trilogie allen Freunden dieses Genres gerne weiter.

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