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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2025

Zu viel inhaltliche Wiederholungen - sonst gut

Blut und Spiele in Colonia
0

Quintus Tibur ist Anwalt in der Colonia agrippina, dem Köln zu römischer Zeit anno 87 nach Christus. Er hat sowohl germanische als auch römische Wurzeln und ermittelt zusammen mit der Römerin Lucretia, ...

Quintus Tibur ist Anwalt in der Colonia agrippina, dem Köln zu römischer Zeit anno 87 nach Christus. Er hat sowohl germanische als auch römische Wurzeln und ermittelt zusammen mit der Römerin Lucretia, deren Vater der Stadtrat ist und sie am liebsten verheiratet sähe. Allerdings ermittelt sie lieber mit Quintus zusammen. Dieser Fall ist speziell, denn man bekommt ziemlich viel vom viel umschwämten Aulus mit. Einem Tänzer und Pantomimen, der im römischen Reich berühmt ist. Allerdings passieren zwei Morde, der eine betrifft ein Mitglied von Aulus Kompanie.

Der erste Band war super. Dieser hier wäre es ebenfalls würden die inhaltlichen Wiederholungen fehlen. Es scheint modern zu sein, möglichst viele inhaltliche Redundanzen einzuflechten, damit Lesende sich nicht konzentrieren müssen. Mich ödet das unwahrscheinlich an. Gerade bei einem Krimi wie diesem, mit Fachbegriffen aus der Römerzeit, ist das fehl am Platz. Denn so etwas lesen nur Leute, die sich für diese Zeit in Verbindung mit einem Krimi interessieren und mit den Begriffen etwas anfangen können.
Die Geschichte an sich ist - wenn man die Redundanzen außer Acht lässt - sehr gut. Sie baut sich gut auf, plätschert anfänglich vor sich hin und wird immer intensiver, anregender und hochinteressant. Worauf es sich am Ende hin bewegt, lässt sich wirklich nicht erahnen.

Bitte den dritten Band wieder so schreiben lassen, der er sich flüssig lesen lässt.

Fünf Sterne für den Krimi, aber nur drei wegen der unsäglichen Wiederholungen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Lesegenuss

Rabenthron
1

Der Rabenthron ist ab jetzt der erste der nunmehr drei Titel rund um Helmsby, das vor Jahren mit Caedmon und William anfing. Es fängt 1013 an und endet kurz vor 1066. Gablé recherchierte wie immer umfassend ...

Der Rabenthron ist ab jetzt der erste der nunmehr drei Titel rund um Helmsby, das vor Jahren mit Caedmon und William anfing. Es fängt 1013 an und endet kurz vor 1066. Gablé recherchierte wie immer umfassend und verknüpft die Fakten mit einer fiktiven Geschichten und zwei ebenso fiktiven Helden. Aelfric of Helmsby und Hakon Gunnarson stehen Königin Emma zur Seite. Eine raue Zeit. Die Angelsachsen dominieren die Insel und verteidigen sie gegen die Wikinger. Ihre Könige sind schwach, die Thanes wechseln mehrmals die Seiten - je nach eigenem Vorteil! So beginnt ab 1035 eine Art Bürgerkrieg, bei dessen Schilderung sich Lesende konzentrieren müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Diverse gleichnamige Anwärter auf den Thron von König Knud und auch Königin Emma (ihr erster Gatte, Ethelred der Unberatene starb früh) erschweren "die Sicht" ebenso wie die unglaublich vielen Söhne von Zweitfrauen, Bastarden und anderen, die meinen auf den Thron hüpfen zu dürfen. Und die abgehängte Normandie gibt es ja auch noch. Auch da hoffen einige auf ihre Chance auf den englischen Thron. Von elf tatsächlichen Anwärtern überlebt gerade mal einer. Und der nimmt später ein äußerst unrühmliches Ende.

Es ist - selbst als ebook - ein Wälzer. Ein Wälzer durch den sich historisch interessierte Leseratten hindurch knabbern werden. Wie bei ihren historischen Romanen üblich, fiebert man nach wenigen Seiten mit beiden Hauptfiguren mit und erlebt mit ihrer Hilfe und zahlreichen Beinamen das umtriebige Hauen und Stechen dieser unrühmlichen Jahre. Der Sensenmann genießt eine reiche Ernte und man erlebt diese Jahrzehnte mit. Wie schön ist es doch in der Gegenwart zu leben!

Veröffentlicht am 29.08.2025

kein Thriller, aber ein sehr medizinisch verfasster Krimi.

Mit kalter Hand
1

Dieses Mal geht es um zwei Fälle. Ein Pferderipper treibt sein Unwesen und im Spandauer Forst werden Leichenteile in unterschiedlichen Stadien der Verwesung entdeckt.

Sabine Yao ist Rechtsmedizinerin ...

Dieses Mal geht es um zwei Fälle. Ein Pferderipper treibt sein Unwesen und im Spandauer Forst werden Leichenteile in unterschiedlichen Stadien der Verwesung entdeckt.

Sabine Yao ist Rechtsmedizinerin in der entsprechenden Spezialeinheit Extremdelikte des BKA. Sie steht der Ermittlerin Monti zur Seite. Wie immer bei Tsokos ist dieser Krimi nach einer wahren Begebenheit verfasst. Bei den hippologischen Morden bekommt Yao Hilfe von einem Profi, der sich rechtsmedizinisch mit Tieren auskennt.


Zuerst einmal: Dies hier ist kein Thriller, aber ein sehr medizinisch verfasster Krimi. Die Spannungsbögen sind zwar gut gesetzt, aber die Wirkung verfliegt nach ein paar Seiten, weil die medizinischen Aspekte deutlich höher gewichtet sind als zum Beispiel der vermutlich psychisch kranke Täter und seine Beweggründe. Yao befasst sich zwar auch mit ihm, aber irgendwie springt der Funke nicht so über. Die Tierquälerei bei den Kapiteln rund um die ermordeten Pferde ging mir gewaltig nahe. Als Reiterin sowieso und auch als Tierfreundin schockte mich das Ausmaß. Und die Verknüpfung mit den Aussagen des Veterinärs war i guten Sinne sehr interessant. Auch, dass diese für die Figur der Yao völlig neu war, ergab einen guten Einstieg für Lesende.
Alle Figuren werden so beschrieben, dass man sich sie und ihr Handeln, ihre Denkweise, gut vorstellen kann und mit ihnen quasi „mitgeht“. Doch, dieser Krimi ist durchaus gut zu lesen – wenn man sich für medizinische Fachkenntnisse sehr interessiert und für die Arbeit des BKA. Und er ist wirklich nichts für schwache Nerven!

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Hm

Schneezauber in Winterbury
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Der Titel passt ab der zweiten Hälfte des Romans. Da gibt es viel Schnee in den Cotswolds im Advent. Es dreht sich alles um Imogen, die alleine in einer tristen Souterrainwohnung in London in einem Viertel ...

Der Titel passt ab der zweiten Hälfte des Romans. Da gibt es viel Schnee in den Cotswolds im Advent. Es dreht sich alles um Imogen, die alleine in einer tristen Souterrainwohnung in London in einem Viertel mit hoher Kriminalitätsrate lebt. Dabei verdient sie genügend, um sich etwas Besseres leisten zu können. Sie lebt für ihre Arbeit und gaukelt ihren Kollegen ihr super Familienleben mit Hund vor. Allerdings ist alles erlogen. Als ihre Chefin sie für vier Wochen in den Zwangsurlaub steckt, bricht sie fast zusammen. Eine gute Kundin lädt sie zu sich in ein Ferienhaus ein. Ab dann entwickelt sich eine rasante Geschichte bei der ich mich fragte: warum ellenlang bis zur Hälfte Imogens Leben schildern, wenn das, was danach kommt so rasch abgehandelt wird? Die Kundin ist Imogens unbekannte Großmutter und mit ihr bekommt sie Tante, Cousins und mehr. Auf einmal eine richtige Familie. Warum sie nichts davon ahnte, erfährt man auch und dann lernt imogen noch einen Mann kennen, aber bis sich auch noch eine Liebesgeschichte entwickeln kann, ist der Roman vorbei. Viel gewollt, eher zuviel.

Die Schreibweise ist merkwürdig, vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Es gibt Kapitel, die lesen sich sehr angenehm. Und dann wieder gibt es seitenlange inhaltiliche Wiederholungen als ob die Leserinnen zu doof sind, um sich zu erinnern, was zwei Seiten vorher ausgiebig beschrieben wurde. Das nervt gelinde gesagt.

Daher: nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

kurzweilig und prima

Winzergrab
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Für mich war es der erste Krimi von Andreas Wagner, aber bestimmt nicht der letzte! Der Krimi fängt ungewöhnlich an. Man lernt erst einmal ausgiebig das Weinland, die Winzergemeinschaft und Besucher rund ...

Für mich war es der erste Krimi von Andreas Wagner, aber bestimmt nicht der letzte! Der Krimi fängt ungewöhnlich an. Man lernt erst einmal ausgiebig das Weinland, die Winzergemeinschaft und Besucher rund um die Winzerfamilie Algesheimer kennen. Dann findet eine so genannte "Funzelfahrt" statt bei der schrullige Personen mitfahren. Viel Humor und Kurzweil spielen hier mit hinein, man merkt, dass der Autor ein guter Beobachter zu sein scheint und diese in seine Typen und deren Handlungsweisen verarbeitet. Sehr gekonnt! Der Krimi entwickelt sich langsam, aber stetig bei einer lockerflockigen Schreibe bei der man einfach weiterlesen muss. Man sollte ihn nicht erst abends anfangen zu lesen, man liest sonst die halbe Nacht! Herrlich! Die vorherigen Bände hab ich mir gerade bestellt... :D