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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2019

Ganz nett

Das Savoy - Aufbruch einer Familie
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Das Savoy in London war eines der ersten und gehört heute noch zu den weltbekannten Luxushotels, gelegen an The Strand nahe Westminster und den Wachablösungen des Buckingham Palastes. Diese Roman greift ...

Das Savoy in London war eines der ersten und gehört heute noch zu den weltbekannten Luxushotels, gelegen an The Strand nahe Westminster und den Wachablösungen des Buckingham Palastes. Diese Roman greift diesen Aspekt nicht auf. Er fängt untypisch an und bleibt auch untypisch. Man erfährt viel über die Enkelin des Eigentümers, die wichtig wird, weil sie unter speziellen Umständen das Hotel erbt. Und eigentlich etwas anderes mit ihrem beruflichen Leben vor hat. Das Ganze spielt 1932.

Leichter Krimi & viel Flair

Ein leichter Krimi spielt mit hinein, denn der Großvater von Violet soll sterben. Auch lernt man durch ihn die Besonderheiten des Savoy kennen. Und auch, wie die Angestellten viele Rädchen im Getriebe "Hotel" möglichst reibungslos in Gang halten. 
Untypisch ist die Sichtweise sobald sie Violet betreffen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Arbeit als Autorin und erbt plötzlich den Luxus. Dazu kommen Spannungen verschiedenster Art, Verrat ist im Spiel ebenso wie Liebe, Diplomatie und so einiges mehr. Ein Konglomerat aus verschiedenen Erzählsträngen und Schwerpunkten, das sich mehr oder weniger um den scheinbar dahin siechenden Eigentümer dreht. Stirbt er oder nicht? Herzinfarkt oder Verbrechen? Diese Frage zieht sich ziemlich lange, wird zwischendrin quasi beantwortet und nimmt dadurch jegliche aufkommende Spannung.

Der Erzählstil ist in Ordnung. Es kommt wirklich darauf an, um wen oder was sich der jeweilige Erzählstrang gerade dreht. Relativ leicht erzählt, bleibt mir Wahl zu sehr an der Oberfläche. Ich hätte mir mehr Tiefe und flotteres Tempo mit Spannungsbögen gewünscht. So war es ein netter Roman zum Zeitvertreib. 

Es ist der Auftakt einer Trilogie. Bleibt zu hoffen, dass der zweite Teil deutlich ausgefeilter mit weniger, inhaltlichen Längen und mehr Tempi sein wird.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Spannung fehlt völlig

Mord in den Schären
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Dennis  ist Polizist in Göteborg und benötigt eine Auszeit, die er auf einem alten Kutter an der Küste Schwedens verbringen will. Wie man sich denken kann, wird daraus nichts. Oder doch, je nachdem. Denn ...

Dennis  ist Polizist in Göteborg und benötigt eine Auszeit, die er auf einem alten Kutter an der Küste Schwedens verbringen will. Wie man sich denken kann, wird daraus nichts. Oder doch, je nachdem. Denn zwar ist es mit der Beschaulichkeit schnell vorbei, denn auf der Schäreninsel wird gewaltig gemördert und aus halbwegs stichhaltigem Grund muss Dennis als Ermittler einspringen. Der Anfang war gut und in mehrfacher Hinsicht nicht unspannend.

Danach aber, danach geht es ohne jegliche Spannungshöhepunkte weiter. Die Story plätschert vor sich hin. Und obwohl der Schreibstil locker-flüssig ist, die Akteure gut beschrieben, kam ich nicht wirklich in den Roman hinein. Beziehungsweise hinein schon, aber ganz schnell auch wieder raus. Denn es tat sich nichts Nennenswertes. Ich habe ihn nicht zu Ende gelesen, weil mir das Ende irgendwann egal war.

Veröffentlicht am 22.08.2019

zwischen Albern und Witz

Das Glück hat viele Seiten
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Was tut man, wenn man die Eifel nicht mag und seine eifelige Vergangenheit tief im hintersten Gehirnstübchen begrub? Und dann von der Tante ein Haus mit Buchladen und Buchclub erbt? Vor diesem Problem ...

Was tut man, wenn man die Eifel nicht mag und seine eifelige Vergangenheit tief im hintersten Gehirnstübchen begrub? Und dann von der Tante ein Haus mit Buchladen und Buchclub erbt? Vor diesem Problem steht die Hauptfigur Hannah. Dazu kommt Ben, glatter Geschäftsmann, der es auf Haus und Grund abgesehen hat. Liebesgeschichte? Ja.

Man kann sich in die Geschichte und Ben gut hineinversetzen, auch in die Omas vom Buchclub. Der Schreibstil ist locker, die seichte Geschichte gut erzählt, die Akteure gut erdacht und ausgearbeitet. Alleine mit der Hauptfigur Hannah hatte ich Probleme: sie hat sehr drastische Ansichten, oft kindlich-naiv, reagiert oft pampig und wirkt so gar nicht erwachsen. Ben wiederum ist total anders. Das Hin und Her zwischen beiden Figuren ist allerdings auf die Dauer eher albern und völlig unglaubwürdig. Dreht es sich allerdings direkt um den Buchladen und die Nebenfiguren ist die Geschichte wunderbar witzig. 

Fazit: Abgesehen von manchen Albernheiten seitens Hannahs ist das e-Book eine gute Lektüre für abends, im Bett oder außerhalb

Veröffentlicht am 22.08.2019

Seicht, etwas schnulzig, heiter

Strandkorbflüstern
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Lockerer Roman, der allerdings auch noch mehr auf dem Kasten hat, als vorab erwartet. Erstens endet er nicht so, wie gedacht, sondern realistisch und das finde ich richtig gut. Zweitens entwickelt sich ...

Lockerer Roman, der allerdings auch noch mehr auf dem Kasten hat, als vorab erwartet. Erstens endet er nicht so, wie gedacht, sondern realistisch und das finde ich richtig gut. Zweitens entwickelt sich die Geschichte nach dem Einstieg völlig anders und so, dass die Bettlektüre anfing auszuarten.

Zwischen Schnulze und Realität

Alexandra verliert ihren Freund an ihre beste Freundin und reist sauer zu ihrer Schwester an die Ostsee. Nebenbei hat sie noch einige andere Probleme, die so nach und nach zu Tage befördert werden. Eins hat mit einem der Köche im Restaurant ihrer Schwester zu tun, das ist eher vergnüglich. Vergnügen bereitet auch der Rest der Geschichte, den man sich gut innerlich vorstellen und darin versinken kann. Seicht, oft lustig und mit sehr viel Charme zum Beruf des Kellners bepackt.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Bodenständig

Bella Stella
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Essen hält Leib und Seele zusammen

Das gilt für diesen Roman bestimmt. Denn in Holstein beginnt alles in der Gutsküche, auch Stella lernte dort kochen. Lorenzo kocht ebenfalls gerne und ersinnt ständig ...

Essen hält Leib und Seele zusammen

Das gilt für diesen Roman bestimmt. Denn in Holstein beginnt alles in der Gutsküche, auch Stella lernte dort kochen. Lorenzo kocht ebenfalls gerne und ersinnt ständig neue Gerichte. Beiden zu eigen ist es aus wenig viel Leckeres zu zaubern. Zum Einen gab es damals kaum vernünftige Zutaten, zum anderen kommt gerade die italienische Küche mit wenigen, guten Zutaten aus. Beides vermengt sich so allmählich in diesem Lebensmittelgeschäft Anfang der Zwanziger Jahre.

Liebe geht durch den Magen

Gilt für vieles in diesem Roman. Aber in ganz unterschiedlichen Facetten. So wird aus der grauen Maus Stella ein ansehnlicher Schwan und aus dem verträumten Lorenzo ein kreativer Koch. Auch die anderen Nachbarn haben es zeitweise in sich und bieten einen Mikrokosmos, der zugleich viele gesellschaftliche Themen abbildet. Übrigens sind viele von ihnen heute immer noch aktuell.  Grundsätzlich bleibt die Geschichte bodenständig und gleichzeitig multikulturell. Migranten gab es immer schon und vieles von dem, was sie mitbrachten, veränderte vor Ort etwas. In diesem Fall dreht es sich ums Essen, aber auch um Gemeinsamkeiten und Offenheit.