"Dein bestes Selbst" ist ein persönliches Entwicklungsbuch für Menschen, die sich für Weiterentwicklung, Führung und menschliche Beziehungen interessieren. Es wurde vom Berater und Coach Mike Lipkin in ...
"Dein bestes Selbst" ist ein persönliches Entwicklungsbuch für Menschen, die sich für Weiterentwicklung, Führung und menschliche Beziehungen interessieren. Es wurde vom Berater und Coach Mike Lipkin in Kooperation mit der Psychiaterin Diane McIntosh geschrieben. Eingeteilt in ein paar größere Kapitel geht es im Buch im Kern darum, aufrichtige und für beide Seiten gewinnbringende Beziehungen für beide Seiten mit anderen Menschen aufzubauen.
So beginnt das Buch schon mit dem Thema "Zugehörigkeit" und damit, wie wichtig es für die allermeisten Menschen sei, sich zu den Gruppen, die sie umgehen, und an den Orten, an denen sie sich befinden, zugehörig zu fühlen. Darauf aufbauend gibt es Tipps, wie man vor allem andere dabei unterstützen kann, sich in der eigenen Gegenwart wohl zu fühlen und wie man sowohl privat als auch am Arbeitsplatz eine produktive, wertschätzende Umgebung für alle Menschen schaffen kann.
Damit ist das Buch insgesamt sympathischerweise eben nicht von blinder Selbstoptimierungswut getrieben, sondern man spürt dahinter die Motivation der Autoren nach einer besseren, auch menschenfreundlicheren und kooperativeren Welt. Es ist sehr persönlich geschrieben, es finden sich insbesondere viele Beispiele aus dem Leben des Autoren darin.
Die Co-Autorin Diane McIntosh kommt leider nicht mit direkter Stimme zur Welt; ihre Beiträge werden immer vom männlichen Co-Autor in einen Rahmen gestellt, indem er berichtet, was sie erlebt hätte, aber sie nicht direkt zu den Lesenden spricht. Das habe ich ein bisschen schade gefunden und hätte mich gefreut, wenn beide mit ihren eigenen authentischen Stimmen berichtet hätten, insbesondere, da auch die Co-Autorin eine Person zu sein scheint, die viel zu sagen hat und alleine schon andere sehr gut bewertete Bücher zu ihrer Expertise, etwa zum Thema Depression, veröffentlicht hat.
"Eine falsche Lüge - wird es ihre letzte sein?" von Sophie Stava ist ein spannend erzählter, mehrperspektivischer und außergewöhnlicher Thriller. Wir lernen zuerst Sloane kennen, die meint, keine aufregende ...
"Eine falsche Lüge - wird es ihre letzte sein?" von Sophie Stava ist ein spannend erzählter, mehrperspektivischer und außergewöhnlicher Thriller. Wir lernen zuerst Sloane kennen, die meint, keine aufregende Lebensgeschichte zu haben und sich schon früh daran gewöhnt hat, ihren Klassenkameradinnen Lügen über ihre Familiensituation zu erzählen, um Mängel zu vertuschen und sich interessanter darzustellen. Und so ist Sloane mit der Zeit eine erfahrene Lügnerin geworden, doch ab und zu fällt ihr dieses auf den Kopf, und sie verstrickt sich immer mehr in ihre Lügen.
Als sie den extrem attraktiven und reichen Start-Up-Unternehmer Jay im Park mit seiner Tochter Harper kennen lernt, die von einer Biene gestochen wird, gibt Sloane sich kurzerhand fälschlicherweise als Krankenschwester aus, nennt sich Caitlin und versorgt das Mädchen. Danach wird sie sich zielstrebig und bewusst auch mit Jays Partnerin und der Mutter des Mädchens, Violet, anfreunden. Sloane/Caitlin genießt die Nähe zur reichen Familie und wird Harpers Kindermädchen. Doch ist sie die einzige, die hier nicht ganz mit offenen Karten spielt?
Interessanterweise lernen wir nach Sloanes eigener Perspektive etwa ab der Mitte des Buches auch die von Violet kennen und später auch noch die von Jay. Da können sich die Lesenden auf einige sehr spannende Überraschungen und plötzliche Wendungen gefasst machen. Ganz besonders überrascht das ungewöhnliche Ende.
In Summe ist es ein gut geschriebenes, unterhaltsames und leicht zu lesendes Buch, ein spannender Thriller mit plötzlichen Twists, der vieles, was man angenommen hatte, plötzlich wieder in Frage stellt. Besonders hat mir das Ende gefallen, das für so ein Buch überraschend modern ist. Auch wenn es bei einem Thriller hauptsächlich um Unterhaltung geht, mochte ich es sehr, dass das Buch auch die heutige Frauenrolle insbesondere in gehobenen Kreisen sehr kritisch hinterfragt und damit zum Nachdenken anregt.
"Möge Gott dir vergeben" ist der 5. von 6 Thrillern/Krimis Noir von Alan Parks mit dem Ermittler Harry McCoy. Auch wenn es sicher interessant sein könnte, die Vorgängerbände gelesen zu haben, steht dieser ...
"Möge Gott dir vergeben" ist der 5. von 6 Thrillern/Krimis Noir von Alan Parks mit dem Ermittler Harry McCoy. Auch wenn es sicher interessant sein könnte, die Vorgängerbände gelesen zu haben, steht dieser Band problemlos für sich alleine und kann gut gelesen und verstanden werden, ohne die anderen Bände zu kennen. Auch für mich war es das erste Buch aus dieser Reihe und ebenfalls das erste Buch des Autors.
Es handelt sich um einen spannenden und gut erzählten Noir vor dem Hintergrund des Glasgow der 1970er Jahre - eine Zeit, zu der der Autor dort gelebt hat, allerdings selbst noch ein Kind war. Das Setting wirkt sehr authentisch, wir erleben eine düstere Stadt, voll von Kriminalität und Korruption, mit Menschen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen und diese von der Justiz aber längst nicht mehr erwarten.
So beginnt das Buch auch gleich mit einer starken Szene: eine aufgebrachte Meute auf der Straße fordert den Tod dreier junger Männer, die einen Friseursalon in Brand gesetzt haben, wobei mehrere Frauen und Kinder ums Leben gekommen sind. Und tatsächlich, ein Auto rammt den Gefangenentransporter mit Absicht und die Gefangenen werden entführt. Wird zuerst noch von der Polizei vermutet, dass das von deren Angehörigen in Auftrag gegeben sein könnte, um sie vor einer Strafe zu bewahren, wird bald klar, dass sie im Gegenteil von Menschen entführt wurden, die Selbstjustiz üben wollen: denn bald wird der erste der drei Brandstifter gefoltert und verstümmelt tot aus einem anonymen Auto auf die Straße geworfen, daneben die Botschaft, dass ihm die anderen beiden bald folgen würden. Was genau dem jungen Mann angetan wurde, wird genau und in allen blutigen und schmerzhaften Details geschildert. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit? Wird es McCoy gelingen, die beiden anderen jungen Männer noch rechtzeitig zu befreien, bevor die selbsternannten Rächer auch an ihnen ihr Urteil vollstrecken können?
Im mehrere hundert Seiten dicken Roman kommt es zu einer ausgiebigen Ermittlungsarbeit, bei der McCoy tief in die diversen dunklen Milieus von Glasgow eintaucht. Dabei ist der Roman bis zum Ende spannend und nicht vorhersehbar, und gleichzeitig so tiefgründig, dass er zum Nachdenken über Gerechtigkeit, verschiedene gesellschaftliche Milieus, die Verflechtung von Staat und Kirche und so einiges mehr anregt. Ich kann ihn allen Fans von Krimis Noir empfehlen, die mit detaillierten Schilderungen brutaler Gewalt umgehen können.
Der Titel des außergewöhnlichen Buches von Becky Manawatu ist Programm. Aueeeeeeeeeeee, es tut sooooo weh! So viel Schmerz ist da in diesem Buch und in der Geschichte der beiden Brüder Taukiri und Arama ...
Der Titel des außergewöhnlichen Buches von Becky Manawatu ist Programm. Aueeeeeeeeeeee, es tut sooooo weh! So viel Schmerz ist da in diesem Buch und in der Geschichte der beiden Brüder Taukiri und Arama und ihrer Familie. Doch auch so viel Verbindung, Versöhnung, Poesie und Liebe!
Es ist ein Buch, wie ich es so noch nie gelesen habe und wie es mir lange in Erinnerung bleiben wird. Aber: es ist kein einfaches Buch, weder emotional noch strukturell. Oft hat es mir unglaublich weh getan, dieses Buch zu lesen: all das Leid, das insbesondere Kindern, Frauen und Tieren zugefügt wird und das in allen Details und drastisch geschildert wird. Dazu die unendlich tiefe Trauer, die die beiden verwaisten Kinder empfinden: der kleine Arama, genannt Ari, etwa acht Jahre alt, und nach dem Unfalltod der Eltern bei einer lieben, aber hilflosen Tante, und einem sadistischen, brutalen Onkel gelandet. Sein einziger Trost: die freche und mutige Nachbarstochter Beth, die alleine bei ihrem Vater lebt und mit der er sich anfreundet:
„Beth erzählte mir, dass ihre Mutter auch gestorben war, also hatten wir das gemeinsam. Aber sie hatte Glück, denn sie hatte noch ihren Vater. Wir wollten fragen, ob wir Bruder und Schwester sein könnten, was mich weniger traurig machte, dass mein echter Bruder mich hier zurückgelassen hatte.“ (S. 22)
Diese berührende Kinderfreundschaft ist einer der schönen Momente, die all das Schreckliche im Buch ein bisschen erträglicher machen... bis die nächste schlimme Szene passiert. In all dem ist Ari auch immer wieder in tiefer Trauer, fühlt sich alleine, verlassen und verwundbar:
„Und dann ein wirklich schlimmes Gefühl, wie ein Vogelbaby sich fühlen würde, während es aus dem Nest fällt, immer weiter wegfällt von seiner Mummy und seinem Daddy und auf dem Boden aufschlägt. Ich hatte Alpträume, die so waren, wie dieses Gefühl. In den Alpträumen wusste ich, dass der Boden kam, und dass ich es wusste, machte, dass mir der Körper wehtat. Aber man fällt und fällt einfach, und es tut den ganzen Weg lang weh.“ (Ari, S. 158)
Seinem Bruder Taukiri, einem Teenager, geht es nicht wirklich besser. Die Brüder empfinden eine tiefe Liebe und Verbindung zueinander, doch zugleich ist auch Tauk von seinen Emotionen überwältigt und weiß keinen anderen Ausweg, als alleine von der Südinsel auf die Nordinsel zu fliehen und seinen kleinen Bruder bei Onkel und Tante zurückzulassen. Das ist sein Weg, um sich selbst zu retten zu versuchen, denn er spürt, dass er in seiner eigenen Verzweiflung seinem Bruder auch nicht helfen kann:
„Und nichts von alledem war wichtig. So klein wie ein Tropfen im Ozean. Empfand keine Schuld, weil ich Ari verlassen hatte. Hatte verdammt nochmal nichts übrig, um es ihm zu geben.“ (Gedanken von Taukiri, S. 211)
Dann gibt es im Buch noch weitere Perspektiven, etwa die von Jade und Toko, über die ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten möchte. Oder die eines Geistes, der mit dem Wind weht und das Geschehen und auch die Vergangenheit kommentiert, damit auch etwa eine Verbindung zur dunklen Kolonialgeschichte Neuseelands herstellt und zu dem Leid, das den Maori dabei widerfahren ist und das eine der Wurzeln der transgenerationalen Traumata ist, die sie bis heute mit sich herumtragen:
„Wenn nur die Schiffe, die Tag und Nacht gesegelt waren, um diese Inseln zu finden, Gitarren an Bord gehabt hätten statt Gewehre. Tamburine statt Opiate. Mehr Triangeln, weniger Bibeln.“ (Geisterstimme, S. 209)
Dieses Buch ist keines, das sich einfach so konsumieren lässt. Es ist nicht linear erzählt, die Perspektiven und Zeiten wechseln und mir wurde vieles erst ab etwa der Mitte des Buches klar: etwa, wie die Familienstruktur genau zusammenhängt. Damit wurde rückblickend auch einiges klarer, was mich beim ersten Lesen noch verwirrt hatte. Insgesamt ist es ein Buch, das dazu auffordert, sich viel Zeit und Ruhe zum Lesen zu nehmen, sich Notizen zu machen, es mit anderen zu diskutieren und es im Idealfall mehrmals zu lesen, um möglichst viel seiner Tiefe, Zusammenhänge und Bezüge zu erfassen.
Wer bereit ist, sich diese Zeit zu nehmen und sich auch emotional auf all die Trauer und Gewalt einzulassen, wird dafür mit einem ganz besonderen Buch betont: voll von Poesie und besonderer Sprache und mit zutiefst authentischen Erzählperspektiven, die sehr treffende Worte und Metaphern für die Erlebniswelt und Gefühle des Kindes, des Jugendlichen, aber auch der anderen Charaktere finden.
Es ist ein Buch aus einer Welt, die mitteleuropäischen Lesenden ohne Neuseelanderfahrung in vielem fremd sein dürfte, insbesondere, da es sich um eine Maori-Familie handelt, die porträtiert wird. Dem kommt der Verlag mit einem sehr hilfreichen Glossar entgegen, in dem viele der neuartigen Begriffe und Konzepte in chronologischer Form zumindest kurz erklärt werden und das sehr hilft, diese einzuordnen.
Aber auch dann braucht das Buch noch eine Offenheit, sich auf eine neuartige Welt und auf Perspektiven, von denen man viele vielleicht nicht auf den ersten Blick versteht oder einordnen kann, einzulassen. Wenn man das kann, macht es neugierig auf Neuseeland und die Maori und ihre Kultur und Geschichte.
Ich kann dieses besondere Buch allen, die bereit sind, ihm den dafür notwendigen Raum und die nötige Zeit zu geben, sehr empfehlen.
"Das bin ich - verborgene Talente entdecken und Veränderungen gestalten" der Diplom-Pädagogin und Transaktionsanalytikerin Andrea Landschof ist nun schon in der 2. Auflage erschienen. Aufbauend auf dem ...
"Das bin ich - verborgene Talente entdecken und Veränderungen gestalten" der Diplom-Pädagogin und Transaktionsanalytikerin Andrea Landschof ist nun schon in der 2. Auflage erschienen. Aufbauend auf dem Menschen- und Weltbild der Transaktionsanalyse finden sich im Buch viele Praxisbeispiele und Übungen zur Selbsterfahrung.
Es geht um einen neuen Blick auf das eigene Lebensdrehbuch, ums Wiederentdecken versteckter Talente, um unsere Grundbedürfnisse, unsere Weltsicht und inneren Antreiber, aber auch darum, wie Veränderung gelingen kann.
Für mich, als Klinische Psychologin mit viel Vorwissen in diesem Bereich, war es ein sehr interessantes Buch, das einiges meines Wissens zur Transaktionsanalyse aufgefrischt hat und zugleich mit spannenden neuen Ideen ergänzt hat. Es ist ein Buch, das ich Interessierten mit Vorwissen in diesem Bereich durchaus empfehlen kann. Über die dazugehörige Webseite lassen sich außerdem noch Arbeitsblätter herunterladen und ausfüllen, das ist ein sympathisches Zusatz-Service.
Für die Selbstreflexion alleine, ohne professionelle Unterstützung, empfehle ich das Buch jedoch nur Menschen, für die dieser Bereich nicht ganz neu ist. Auch wenn die grundlegenden Konzepte der Transaktionsanalyse erklärt werden und durch die Praxisbeispiele versucht wird, das Buch anschaulich zu gestalten, erscheint es mir doch für Neulinge in diesem Bereich zu hochschwellig, um dranzubleiben.