Cover-Bild Möge Gott Dir vergeben
Band 5 der Reihe "Harry McCoy / Glasgow"
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Polar Verlag
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 380
  • Ersterscheinung: 14.07.2025
  • ISBN: 9783910918269
Alan Parks

Möge Gott Dir vergeben

Conny Lösch (Übersetzer)

Glasgow trauert. Im Mai 1974 sieht sich Detective Harry McCoy einer wütenden Menge vor dem Sheriff Court gegenüber. Ein Brandanschlag auf einen Friseursalon in Royston hat Frauen und Kinder das Leben gekostet. Als drei Jugendliche wegen des Verbrechens angeklagt werden, sind McCoy und seine Kollegen erleichtert, dass der Gefangenentransporter durchgekommen ist und seine Insassen abgeliefert hat. Auf dem Weg wieder nach draußen wird der Transporter jedoch gerammt und die drei in Handschellen gefesselten Jugendlichen in einem Auto entführt. Tage später wird die Leiche eines der Jugendlichen gefunden, an dessen verstümmeltem Körper ein Zettel klebt: „Einer ist tot, zwei fehlen noch“. Ist es Selbstjustiz? Oder geht hier etwas anderes vor, vielleicht ein neuer Bandenkrieg? Während McCoy der Sache nachgeht, bekommt er einen weiteren Fall übertragen: einen offensichtlichen Selbstmord. Ally, ein Standbesitzer auf dem Paddy‘s Market, hatte so viel Angst, in seine Wohnung zu gehen, dass er sich in einem zwielichtigen Wohnheim für alleinstehende Männer versteckte. Es scheint, dass derjenige, der hinter ihm her war, ihn gefunden hat. McCoy hat seine wilde Kindheit in diesem Viertel verbracht. Diese Jahre verleihen ihm nun einen Einblick in die Seele von Royston. Er muss sich seiner eigenen Vergangenheit und den Menschen stellen, die ihn noch immer verfolgen, um zu verhindern, dass eine weitere Leiche in den Straßen gefunden wird.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2025

dicke Leseempfehlung

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Mein erster Krimi über den Ermittler Harry Mc. Coy. Und das wird sicherlich nicht mein letzter bleiben. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es hat alles, was ein guter Krimi meiner Meinung nach ...

Mein erster Krimi über den Ermittler Harry Mc. Coy. Und das wird sicherlich nicht mein letzter bleiben. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es hat alles, was ein guter Krimi meiner Meinung nach braucht. Einen Hauptdarsteller, der selber sein Päckchen zu tragen hat. Harry hat vor allem gesundheitliche Probleme, die auch aus seiner anstrengenden Arbeit resultieren. Und menschlich ist er ein Eigenbrödler, der nur für seinen Job zu leben scheint. Gute Nebendarsteller. Sowohl unter den Kollegen als auch privat ist da einiges an Leuten unterwegs. Ganz vorne natürlich ein Freund aus dem Kriminellenmillieu, den er eigentlich gar nicht haben dürfte und der auch ziemlich gefährlich werden könnte - auch für Harry gefährlich. Da wären wir gleich bei den doppelten Böden, die allerorts in der Geschichte eingebaut sind. Scheinbar harmlose Zeitgenossen, die ihr eigenes Süppchen kochen. Söhne, die nicht tun, was ihre Väter und die Freunde der Väter von ihnen denken. Ein Selbstmörder, der im Leben mehr Geld hatte als gedacht. Und einiges mehr. Außerdem ist es ein spanenndes Pflaster, auf dem diese Serie spielt. Glasgow in den Siebzigern, das sind aufgeheizte Menschenmassen, reißerische Zeitungsartikel, bärbeißige Polizisten und viele dunkle Ecken mit jeder Menge Kriminalität.

Die Spannung bleibt bis zur letzten Seite hoch und die ein oder andere Überraschung bietet der wunderbar verzwickte Plot auch noch. Eine dicke Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Die beste Krimireihe aus Schottland

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McIlvanney, Rankin, Johnstone, Mina, ich habe sie alle gelesen, aber Alan Parks Harry McCoy-Reihe ist für mich mittlerweile das Maß aller Dinge, wenn es um schottische Kriminalromane, d.h. Tartan Noir, ...

McIlvanney, Rankin, Johnstone, Mina, ich habe sie alle gelesen, aber Alan Parks Harry McCoy-Reihe ist für mich mittlerweile das Maß aller Dinge, wenn es um schottische Kriminalromane, d.h. Tartan Noir, geht. Das beweist er einmal mehr mit „Möge Gott dir vergeben“, Band 5 und Fortsetzung der Harry McCoy-Reihe , in dem Glasgow einmal mehr seinem Ruf als „Murder Capitel of Europe“ in den Siebzigern gerecht wird. Geprägt von hoher Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit sind es vor allem die Jugendlichen, die in die Arme der organisierten Kriminalität getrieben werden, weil man ihnen weismacht, dass sie dort mit geringem Einsatz das große Geld machen können. Dass sie damit ihr Leben aufs Spiel setzen könnten, kommt ihnen aber nicht in den Sinn.

Aber nun zum Inhalt: Mai. 1974. Harry McCoy ist nach der Behandlung seines Magengeschwürs frisch aus dem Krankenhaus entlassen. Genesen ist er zwar nicht, sollte sich eigentlich schonen, aber er brennt darauf, auf Glasgows Straßen wieder seiner Arbeit nachzugehen, denn hey, wofür gibt es Pepto Bismol? Und davon braucht er in der Tat jede Menge, während er in den verratzten Kneipen und auf den düsteren, trostlosen Straßen Glasgows, der heimlichen Hauptfigur dieser Reihe, gemeinsam mit seinem Kollegen Douglas „Wattie“ Watts seinem Job nachgeht

Drei Fälle stehen diesmal im Mittelpunkt: Der Brandanschlag auf einen Friseursalon, für den eigentlich die Kollegen aus der Tabago Street zuständig sind, laut Murray lauter Idioten vor dem Herrn. Fünf Frauen und Kleinkinder sind dabei ums Leben gekommen. Attentäter drei Jugendliche, aber wer ist der Auftraggeber? Die Fünfzehnjährige, die stranguliert auf einem Friedhof aufgefunden wird, und der angebliche Freitod von Dirty Ally, einem zwielichtigen Zeitgenosse, der mit pornografischen Bildern von Jugendlichen gehandelt hat. Späte Reue oder Vergeltung?

Daneben bekommen wir diesmal durch eine unerwartete Begegnung einen tieferen Einblick in Harrys Vergangenheit. Bisher wurde diese immer nur anhand seiner Beziehung zu Stevie Cooper, Freund und Beschützer aus der gemeinsamen Zeit im Kinderheim, aber mittlerweile eine einflussreiche Größe des organisierten Verbrechens, thematisiert. Eine Freundschaft, die von Harrys Umfeld äußerst misstrauisch beäugt wird, kommt er dadurch bei Ermittlungen doch immer wieder in Loyalitätskonflikte. Allerdings stellt sich bei genauerem Hinsehen die Frage, ob die Institutionen, die er repräsentiert, nicht genauso verkommen wie die Gangs der Unterwelt sind.

Jeder Band dieser mehrfach prämierten Reihe ist ein Highlight, aber ich frage mich, wenn ich das jeweilige Buch zuschlage, ob Alan Parks das noch toppen kannl. Doch mittlerweile glaube ich, dass er noch jede Menge Pfeile im Köcher hat und ihm dies auch mit Band 6, im Original „To die in June“ (leider noch nicht übersetzt), gelingen wird.

Veröffentlicht am 14.08.2025

- komplexer Tartan Noir mit hohem Body Count -

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Alan Parks - Möge Gott dir vergeben
(Polar Verlag)

- komplexer Tartan Noir mit hohem Body Count -

Glasgow, 20. Mai 1974. Den Fall "Die April-Toten" soeben gelöst, ist Detective Harry McCoy auch schon ...

Alan Parks - Möge Gott dir vergeben
(Polar Verlag)

- komplexer Tartan Noir mit hohem Body Count -

Glasgow, 20. Mai 1974. Den Fall "Die April-Toten" soeben gelöst, ist Detective Harry McCoy auch schon wieder am nächsten dran. Drei Kleinkriminelle haben einen Brandanschlag auf einen Frisiersalon im Stadtviertel Royston verübt, dem drei Frauen und zwei kleine Mädchen zum Opfer fielen. Nun tobt ein aggressiver Mob vor dem Sheriff Court und fordert Lynchjustiz. Wegen eines frisch "kurierten" Magendurchbruchs in ohnehin schon angefressen Zustand, wird der 32-jährige, kettenrauchende Detective der Scottish Police Force Zeuge, als der Gefangenentransporter das Gerichtsgebäude verlässt und die drei Angeklagten auf spektakuläre Weise befreit werden. Als McCoy kurze Zeit später zu einem Selbstmord vor einer Unterkunft für Männer ohne Bleibe geschickt wird, bekommt er es mit dem Auswurf und dem Bodensatz der Gesellschaft zu tun. Nachdem dann auch noch ein junges Mädchen im Sighthill Cemetery stranguliert aufgefunden wird, ist der kriminologische Spürsinn McCoys und der seines Kollegen Douglas "Wattie" Watsons gefragt. Auf einem Foto, welches in der Tasche des Mädchens gefunden wird, ist der erst 15 Jahre alte Sohn seines jahrelangen Freundes und Gangsters Stevie Cooper zu sehen. Cooper, der natürlich neugierig ist, was sein Sohn Paul mit der ganzen Sache zu tun hat, "klinkt" sich in die Ermittlungen ein. Der obsessive Detective Harry McCoy, der es verwandtschaftlich auch nicht viel besser getroffen hat, als sein Kumpel aus Kindertagen, ermittelt im tristen, regenreichen und brandgefährlichen Glasgow einmal mehr in mehreren Fällen gleichzeitig. Weitere Leichen werden gefunden. Grausam misshandelt und gefoltert. Die Schlüsse, die man daraus zieht, drehen die Ermittlungen jedoch um 180°. McCoy und der frisch gebackene Vater Wattie treten immer wieder auf der Stelle und so steigt der hartgesottene Detective noch ein paar Stufen tiefer in die grausame Unterwelt Glasgows hinab und begibt sich einmal mehr in tödliche Gefahr.

Der 1963 in Schottland geborene Schriftsteller Alan Parks holt auch im fünften Teil der Harry McCoy Reihe "Möge Gott dir vergeben" zu einem brachialen Rundumschlag aus. Er lässt eine Menge Nervenkitzel in sein farbenfroh ausstaffiertes, raues und kompromissloses Lokalkolorit einfließen. Dabei taucht Parks sein Schreibgerät tief ins Blut und verpackt knackige, straighte Sätze in kurze Kapitel. Moral und Amoral leben in seinen breit aufgestellten Tartan Noirs, zusammen mit einem hohen Body Count, stets auf engstem Terrain. Sowohl resignierend trist, als auch niveauvoll arrangiert, dabei zwar komplex, aber doch gut verständlich und stets bedrohlich, dennoch cozy, entwickelt "Möge Gott Dir vergeben" einen rasanten Flow. Neben Revierkämpfen, Drogen- und Alkoholsucht, Pyromanen, Selbstmördern, Brandanschlägen, sowie allerlei Mord und Totschlag, bekommt es der, alles andere als genesene McCoy, mit sozialer Ungleichheit, brutaler Folter, illegaler Pornografie, Vandalismus und Unterweltgrößen zu tun, die sich mit einem Deckmantel aus wohltätigen Zwecken zu tarnen versuchen. Dabei nehmen seine Ermittlungen wahrlich ungeahnte Ausmaße an. McCoy wird mit einem unsäglichen Teil seiner Kindheit konfrontiert, den er längst verdrängt zu haben glaubte. Sodom und Gomorrha schließen einen Pakt auf Glasgows Straßen. Und McCoy mittendrin. Das Setting der Arbeiterstadt in den 70er Jahren ist ein böser, brutaler und korrupter Drogensumpf voller mafiöser Strukturen. Perfekt für den wieder erstarkten Ermittler Harry McCoy, der sich gerne mal einen reinzwitschert, schon mal am Joint zieht und es auch sonst mit dem Gesetz nicht immer ganz so genau nimmt. Parks steckt dabei enorm viel Vitalität und Ernsthaftigkeit in seine rasanten Entwicklungen, die den Leser nur so durch seine, zugegebenermaßen bisweilen ein bisschen verworrenen Seiten fliegen lässt.

Die Harry McCoy-Reihe behandelt in jedem Teil einen Monat aus dem Jahr 1974. Angefangen mit "Blutiger Januar", über "Tod im Februar", weiter mit "Bobby March Forever" über die "Die April-Toten", bis letztlich hin zu "Möge Gott Dir vergeben". Daher wäre man beim fünften Harry McCoy-Band, mit dem Titel "May God Forgive" (der englischen Originalausgabe aus dem Jahre 2022) sicherlich besser gefahren.

(Janko)

https://www.alanparks.co.uk
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https://www.instagram.com/alanparks7/

Brutalität/Gewalt: 80/100
Spannung: 79/100
Action: 73/100
Unterhaltung: 88/100
Anspruch: 57/100
Atmosphäre: 79/100
Emotion: 70/100
Humor: 15/100
Sex/Obszönität: 23/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 87/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 17 Jahren (aufgrund exzessiver Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch, sowie des Verständnisses der Kausalitäten)

Alan Parks - Möge Gott Dir vergeben
Polar Verlag
Kriminalroman/Hard Boiled Thriller/Noir
Buchreihe: Detective Harry McCoy - Band 5
ISBN: 978-3-910918-26-9
424 Seiten
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Originaltitel: May God Forgive (2022)
Aus dem schottischen Englisch von Conny Lösch Erscheinungstermin: 15.07.2025
EUR 26,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

"May God Forgive" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/produkt/alan-parks-moege-gott-dir-vergeben

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Im düsteren Glasgow der 1970er

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"Möge Gott dir vergeben" ist der 5. von 6 Thrillern/Krimis Noir von Alan Parks mit dem Ermittler Harry McCoy. Auch wenn es sicher interessant sein könnte, die Vorgängerbände gelesen zu haben, steht dieser ...

"Möge Gott dir vergeben" ist der 5. von 6 Thrillern/Krimis Noir von Alan Parks mit dem Ermittler Harry McCoy. Auch wenn es sicher interessant sein könnte, die Vorgängerbände gelesen zu haben, steht dieser Band problemlos für sich alleine und kann gut gelesen und verstanden werden, ohne die anderen Bände zu kennen. Auch für mich war es das erste Buch aus dieser Reihe und ebenfalls das erste Buch des Autors.

Es handelt sich um einen spannenden und gut erzählten Noir vor dem Hintergrund des Glasgow der 1970er Jahre - eine Zeit, zu der der Autor dort gelebt hat, allerdings selbst noch ein Kind war. Das Setting wirkt sehr authentisch, wir erleben eine düstere Stadt, voll von Kriminalität und Korruption, mit Menschen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen und diese von der Justiz aber längst nicht mehr erwarten.

So beginnt das Buch auch gleich mit einer starken Szene: eine aufgebrachte Meute auf der Straße fordert den Tod dreier junger Männer, die einen Friseursalon in Brand gesetzt haben, wobei mehrere Frauen und Kinder ums Leben gekommen sind. Und tatsächlich, ein Auto rammt den Gefangenentransporter mit Absicht und die Gefangenen werden entführt. Wird zuerst noch von der Polizei vermutet, dass das von deren Angehörigen in Auftrag gegeben sein könnte, um sie vor einer Strafe zu bewahren, wird bald klar, dass sie im Gegenteil von Menschen entführt wurden, die Selbstjustiz üben wollen: denn bald wird der erste der drei Brandstifter gefoltert und verstümmelt tot aus einem anonymen Auto auf die Straße geworfen, daneben die Botschaft, dass ihm die anderen beiden bald folgen würden. Was genau dem jungen Mann angetan wurde, wird genau und in allen blutigen und schmerzhaften Details geschildert. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit? Wird es McCoy gelingen, die beiden anderen jungen Männer noch rechtzeitig zu befreien, bevor die selbsternannten Rächer auch an ihnen ihr Urteil vollstrecken können?

Im mehrere hundert Seiten dicken Roman kommt es zu einer ausgiebigen Ermittlungsarbeit, bei der McCoy tief in die diversen dunklen Milieus von Glasgow eintaucht. Dabei ist der Roman bis zum Ende spannend und nicht vorhersehbar, und gleichzeitig so tiefgründig, dass er zum Nachdenken über Gerechtigkeit, verschiedene gesellschaftliche Milieus, die Verflechtung von Staat und Kirche und so einiges mehr anregt. Ich kann ihn allen Fans von Krimis Noir empfehlen, die mit detaillierten Schilderungen brutaler Gewalt umgehen können.

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