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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2021

Hungerwinter

Der schwarze Winter
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ie jungen Schwestern Silke und Rosemarie hat der Krieg aus ihrer Heimat vertrieben. Sie landen in Norddeutschland und versuchen im Hungerwinter der Jahre 1946/47 mit allen nur erdenklichen Mitteln über ...

ie jungen Schwestern Silke und Rosemarie hat der Krieg aus ihrer Heimat vertrieben. Sie landen in Norddeutschland und versuchen im Hungerwinter der Jahre 1946/47 mit allen nur erdenklichen Mitteln über die Runden zu kommen. Schwarzhandel ebenso wie das Betreiben einer Bar für britische Soldaten.

Wer, wie ich, viele Romane liest, die in dieser Zeit spielen, der weiß natürlich, was einen erwartet. Der Kampf der Menschen ums Überleben, die erlittenen Gräuel des Krieges und die Kriegstraumata, die bewundernswerten Kräfte, die in den Frauen freigesetzt werden und dazu der Hunger, die Kälte, die Armut.

Keine heitere Kost möchte man meinen. Aber erfreulicherweise gibt es im Laufe der Geschichte immer mehr Lichtblicke. Die Frauen finden Hilfe und Freunde und das Leben wird besser. Langsam und schwer erkämpft aber ja, es wird besser. Und mit ihr wächst auch beim Leser die Zuversicht.

Veröffentlicht am 15.11.2021

guter erster Band

Der Traumpalast
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Wir befinden uns im Berlin der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Rahel, Tochter eines jüdischen Schneider-Ehepaares, möchte aus ihrer behüteten engen Welt ausbrechen. Sie will ihr Leben selbst bestimmen. ...

Wir befinden uns im Berlin der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Rahel, Tochter eines jüdischen Schneider-Ehepaares, möchte aus ihrer behüteten engen Welt ausbrechen. Sie will ihr Leben selbst bestimmen. Will Autorin werden. Will nicht heiraten, sondern frei und ungebunden sein. Aber erst mal läuft alles anders. Sie muss als Krankenschwester arbeiten und lernt auch noch den aufstrebenden Bankierssohn Tino kennen und lieben. Es wird schwierig, ihre eigentlichen Zukunftspläne so umzusetzen, wie sie es geplant hat.

Tino indessen hat das Kino-Virus gepackt. Er setzt sich dafür ein, dass die UFA zur größten Cinegraphie-Gesellschaft Deutschlands wird. Dabei muss er sich gegen seine Eltern durchsetzen, die vor allem eine andere Frau an seiner Seite wünschen als die jüdische Rahel, gegen andere Filmgesellschaften, die ebenfalls auf den Markt drängen, gegen den Kunstgeschmack der Kinogänger, schwierige Regisseure und natürlich auch die Inflation, die Deutschland immer tiefer in den braunen Nazisumpf zieht.

Prange legt ein hohes Tempo vor. Das inszeniert er vor allem dadurch, dass ständig der Blickwinkel gewechselt wird. Die Szenen sind meistens nicht länger als 2 oder 3 Seiten. Das verleitet zu ungeduldigem Lesen und ist leicht konsumierbar.

Ein wenig störte es mich aber irgendwann auch, dass der Erzählstil so unruhig hin- und herflippt und Zeitsprünge von Tagen, Wochen, ja gar Monaten ganz normal sind. Höhepunkt reiht sich an Höhepunkt, Gespräch an Gespräch. Das ist interessant, spannend aber auch etwas ermüdend manchmal. Den Akteuren und dem Leser wird wenig Ruhe gegönnt.

Hervorragend finde ich die Recherche des Autors. Wie hier sowohl der Werdegang des deutschen und internationalen Kinos als auch die politische Entwicklung geschildert wird, ist intensiv und informativ.

Für mich ein erster Band, der noch etwas Luft nach oben hat aber definitiv Lust auf die Fortsetzung macht. Und schon lange habe ich kein so dickes Buch mehr in dieser Geschwindigkeit durchgelesen.

Veröffentlicht am 15.11.2021

sehr zufriedenstellend

Eifersucht
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Für Nesbo-Fans ist das Buch "Eifersucht" natürlich ein muss. Man sollte allerdings vor dem Kauf wissen, dass es sich hier "nur" um Kurzgeschichten handelt, denn sonst könnte der ein oder andere enttäuscht ...

Für Nesbo-Fans ist das Buch "Eifersucht" natürlich ein muss. Man sollte allerdings vor dem Kauf wissen, dass es sich hier "nur" um Kurzgeschichten handelt, denn sonst könnte der ein oder andere enttäuscht sein. Das Buch ist optisch wirklich hervorragend geraten aber für den Preis fast etwas dünn. Aber naja, ich bin halt ein Fan und positiv voreingenommen.

Alle sieben Geschichten sind am Thema Eifersucht angelehnt. Mal mehr, mal weniger. Die meisten der Stories sind relativ kurz und deshalb komprimiert auf das Wesentliche. Das liest sich gut aber meiner Meinung nach, kommen die Stärken von Nesbo dabei nicht richtig zum Tragen. Die Ausarbeitung der Charaktere und überraschende Wendungen kann er nur sehr begrenzt einsetzen. Dennoch schafft er es, sowohl Spannung aufzubauen als auch menschliche Abgründe zu durchleuchten.

Das macht einfach Spaß zu lesen. Natürlich sind mir seine Romane noch um einiges lieber. Aber als Überbrückung bis hoffentlich Harry wider ermittelt, bin ich damit sehr zufrieden.

Veröffentlicht am 15.10.2021

Wahi

Wahi – süß, sauer, salzig, scharf
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Der Koch Alex Wahi war ein Unbekannter für mich. Ichbin aber ein großer Fan einer Küche, die das Beste aus allen Kulturkreisen in sich vereint, die sich nicht scheut, indische Gewürze mit deutschen Klassikern ...

Der Koch Alex Wahi war ein Unbekannter für mich. Ichbin aber ein großer Fan einer Küche, die das Beste aus allen Kulturkreisen in sich vereint, die sich nicht scheut, indische Gewürze mit deutschen Klassikern zu mischen, die in den Geschmacksrichtungen schwelgt, die wie im Titel schon benannt, vielfältig sind und viel mehr als das, was die alten Kochbücher früher so an Rezepten zu bieten hatten.

Optisch ist das Kochbuch sehr ansprechend. Vom Einband, der schlicht gehalten und durch seinen dunklen Einband hervorragend für das gefährliche Leben zwischen Tomatensauce und Kurkuma gewadmet ist. Von der Darstellung der Rezepte, die immer mit einem aussagekräftigen schönen Bild ausgestattet sind bis hin zu den übersichtlichen Rezepten, einem Register und wenn nötig auch Erklärungen der Vorgänge und Zutaten.

Die Auswahl der Rezpte ist ungewöhnlich und auch für Vegetarier findet sich so einiges zum Nachkochen und Schwelgen. Einiges ist sehr ungewöhnlich, manches Bekanntes gekonnt verfeinert. Viele verschiedenen Beilagen und Gemüsearten werden verwendet, was mir sehr gefällt, da ich die Vielfalt schätze. Ein schönes Kochbuch und die ersten Gerichte, die ich bereits nachgekocht habe, waren lecker und ließen sich wunderbar fertigstellen.

Fünf Sterne

Veröffentlicht am 15.10.2021

Leseempfehlung

Die vier Winde
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„Die vier Winde“ beginnt im Jahr 1921 in Texas. Elsa, die ein liebloses aber reiches Elternhaus hat, verliebt sich in einen italienischstämmigen jungen Mann, wird von ihm schwanger, heiratet ihn und zieht ...

„Die vier Winde“ beginnt im Jahr 1921 in Texas. Elsa, die ein liebloses aber reiches Elternhaus hat, verliebt sich in einen italienischstämmigen jungen Mann, wird von ihm schwanger, heiratet ihn und zieht zu ihm und seinen Eltern auf eine kleine Farm. Die Zeiten werden härter. Die Wirtschaftskrise und wiederholte Dürreperioden bedrohen die Existenz der Familie. Es zieht sie nach Kalifornien, wo das gelobte Land verheißen wird.

Über ca. 15 Jahre begleiten wir Elsa. Dabei wird ihre Entwicklung vom naiven Teenager zur Mutter und zupackenden Frau beschrieben. Kristin Hannah lässt sich Zeit mit ihrem Plot und gibt der Charakterzeichnung und den Beschreibungen der damaligen Verhältnisse viel Raum. Das Tempo ist dementsprechend eher ruhig und bedacht aber meiner Meinung nach keineswegs langweilig.

Mir hat das Buch ausnehmend gut gefallen. Das Cover ist wunderschön und der Titel passend zu all den Widrigkeiten, die der Familie den Wind um die Ohren blasen. Von mir eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne – aufgerundet auf 5.