Lesehighlight
Die Geschichte der Lady TanIch kann mich den VorrezensentINNen nur anschließen.
Ein wundervolles, hochinteressantes Buch das bei mir noch ziemlich nachhallt.
Es ist nicht mein erstes von Lisa See. Schon in "Der Seidenfächer" ...
Ich kann mich den VorrezensentINNen nur anschließen.
Ein wundervolles, hochinteressantes Buch das bei mir noch ziemlich nachhallt.
Es ist nicht mein erstes von Lisa See. Schon in "Der Seidenfächer" ging es um chinesische Frauen zu einer Zeit, als das Binden der Füßen noch wichtig für die gesellschaftliche Stellung einer Frau war. Ganz allgemein liest es sich mit einer gewissen Fassungslosigkeit wie Frauen damals gelebt haben, wenn sie Ehefrauen angesehener chinesischer Männer waren. Die Vorstellung, dass ihnen als Kleinkindern die Füße so gebrochen wurden, so dass die Zehen die Ferse berührten (die Schmerzen bei jedem Schritt und die Gefahr an Wundbrand zu sterben, das mag man sich gar nicht vorstellen), um dann ihr Leben lang weggesperrt im inneren Bereich enes Anwesens zu leben und nur auf die Geburt eines Sohnes zu hoffen und dass der Ehemann sie nicht zu schnell für eine oder mehere Konkubinen aus dem Ehebett zu stoßen. Dazu die Machtkämpfe der Frauen untereinander - verständlich, da sie nur durch eine gehobene Stellung ein beseres und vor allem sinnerfülltes Leben führen konnten. Das liest sich alles wahnsinnig exotisch und doch faszinierend. Vor allem, weil man lernt, wie die Frauen dachten und empfanden und dass so eine Frau wie Lady Tan es schaffte, den Männern und der Gesellschaft abzuringen, dass sie auf ihre eigene Weise als Ärztin praktizieren konnte und sogar ein vielbeachtetes Buch geschrieben hat, dass noch heute verlegt wird.
Ich freue mich, dass ich diese Frau und ihr Leben kennen lernen durfte und dass Lisa See uns in eine fremde Gefühlswelt eintauchen lässt. Und dass sie so erzählt, dass es nicht darum geht, Mitleid mit den Frauen zu haben, sondern dass man merkt, dass sie alle auf ihre Weise stark und mutig sind. Auch wenn man am Ende froh ist, dass man selber nicht dort und zu dieser Zeit geboren wurde.