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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Lesehighlight

Die Geschichte der Lady Tan
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Ich kann mich den VorrezensentINNen nur anschließen.

Ein wundervolles, hochinteressantes Buch das bei mir noch ziemlich nachhallt.


Es ist nicht mein erstes von Lisa See. Schon in "Der Seidenfächer" ...

Ich kann mich den VorrezensentINNen nur anschließen.

Ein wundervolles, hochinteressantes Buch das bei mir noch ziemlich nachhallt.


Es ist nicht mein erstes von Lisa See. Schon in "Der Seidenfächer" ging es um chinesische Frauen zu einer Zeit, als das Binden der Füßen noch wichtig für die gesellschaftliche Stellung einer Frau war. Ganz allgemein liest es sich mit einer gewissen Fassungslosigkeit wie Frauen damals gelebt haben, wenn sie Ehefrauen angesehener chinesischer Männer waren. Die Vorstellung, dass ihnen als Kleinkindern die Füße so gebrochen wurden, so dass die Zehen die Ferse berührten (die Schmerzen bei jedem Schritt und die Gefahr an Wundbrand zu sterben, das mag man sich gar nicht vorstellen), um dann ihr Leben lang weggesperrt im inneren Bereich enes Anwesens zu leben und nur auf die Geburt eines Sohnes zu hoffen und dass der Ehemann sie nicht zu schnell für eine oder mehere Konkubinen aus dem Ehebett zu stoßen. Dazu die Machtkämpfe der Frauen untereinander - verständlich, da sie nur durch eine gehobene Stellung ein beseres und vor allem sinnerfülltes Leben führen konnten. Das liest sich alles wahnsinnig exotisch und doch faszinierend. Vor allem, weil man lernt, wie die Frauen dachten und empfanden und dass so eine Frau wie Lady Tan es schaffte, den Männern und der Gesellschaft abzuringen, dass sie auf ihre eigene Weise als Ärztin praktizieren konnte und sogar ein vielbeachtetes Buch geschrieben hat, dass noch heute verlegt wird.


Ich freue mich, dass ich diese Frau und ihr Leben kennen lernen durfte und dass Lisa See uns in eine fremde Gefühlswelt eintauchen lässt. Und dass sie so erzählt, dass es nicht darum geht, Mitleid mit den Frauen zu haben, sondern dass man merkt, dass sie alle auf ihre Weise stark und mutig sind. Auch wenn man am Ende froh ist, dass man selber nicht dort und zu dieser Zeit geboren wurde.

Veröffentlicht am 20.04.2026

traurig-schön

Moosland
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An diesem relativ dünnen Büchlein hat mich einfach alles angesprochen.
Angefangen vom schönen und so passenden Buchcover, über den eher kargen und ebenfalls treffenden Titel bis hin zu den realen Hintergründen ...

An diesem relativ dünnen Büchlein hat mich einfach alles angesprochen.
Angefangen vom schönen und so passenden Buchcover, über den eher kargen und ebenfalls treffenden Titel bis hin zu den realen Hintergründen dieser Geschichte, die mir völlig unbekannt waren.

Nach dem zweiten Weltkrieg kommen 300 deutsche Frauen nach Island um auf den kargen Bauernhöfen zu arbeiten und im besten Falle später einen der Isländer zu heiraten, denn viele Frauen haben die Insel während des Krieges und auch davor schon verlassen.

Die Inselbewohner sind allesamt eher arm und leben von dem, was dass karge Land ihnen lässt. Die Menschen kennen wenig Leichtigkeit und Unterhaltung und sind dementsprechend eher einsilbig und spröde.

Die Erzählweise passt zu den Menschen und dem Land. Ich fühlte mich abgeholt von der reduzierten Sprache, den wenigen Dialogen, der Unfähigkeit der Menschen, sich zu verständigen.

Es ging weniger um eine stringente Handlung sondern um das Lebensgefühl der Leute. Das hat mich erreicht. Es war ein traurig-schönes Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 20.04.2026

nette Lektüre

Mirabellentage
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Mirabellentage ist ein leicht zu lesender Roman in dem wie schon im ersten Buch der Autorin die Landbevölkerung und das dörfliche Miteinander im Mittelpunkt stehen. Die Haushälterin des überraschend jung ...

Mirabellentage ist ein leicht zu lesender Roman in dem wie schon im ersten Buch der Autorin die Landbevölkerung und das dörfliche Miteinander im Mittelpunkt stehen. Die Haushälterin des überraschend jung kürzlich verstorbenen Pfarrers muss sich neu orientieren und sinniert deshalb über die Begebenheiten in der Vergangenheit.

Episodenhaft wird hier von verschiedenen Leuten erzählt und mehr humorig als ernsthaft, manchmal etwas traurig aber meist doch eher unspektakulär das Leben der Frau und der Dorfbewohner aufgedröselt. Die Gegenwartshandlung ist ruhig und hat etwas mehr Tiefgang.

Alles in allem war es ein nettes Buch aber es bleibt mir nicht wirklich nachhaltig in Erinnerung. Ich fragte mich mehr als einmal, was die Autorin eigentlich erzählen wollte. Das erste Buch von Frau Bogdahn hat mir um einiges besser gefallen.

Veröffentlicht am 20.04.2026

mittelmäßig

Summer Tides
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Ich hatte mir etwas mehr erwartet von dieser Liebesgeschichte. Angezogen wurde ich u.a. davon, dass das Ganze in St. Ives spielt, dass ich vor zehn Jahren selbst mal erkundet und lieben gelernt habe. Das ...

Ich hatte mir etwas mehr erwartet von dieser Liebesgeschichte. Angezogen wurde ich u.a. davon, dass das Ganze in St. Ives spielt, dass ich vor zehn Jahren selbst mal erkundet und lieben gelernt habe. Das Setting war also angenehm aber Cornwall hätte gerne noch etwas mehr vorkommen können.

Die Liebesgeschichte war mir etwas zu vorhersehbar und vor allem die Hauptdarstellerin hat mich mit ihrer unreifen Art genervt. Von ihrem Bekannten lässt sie sich ziemlich gängeln und ich konnte nicht nachvollziehen warum. Es ist ja nicht so, als wäre sie rettungslos in ihn verliebt. Ihre Unsicherheit dem Typen gegenüber ist schräg. Dafür begegnet sie dem Rettungsschwimmer relativ cool und gar nicht so naiv. Da klaffte ein Ungleichgewicht zwischen ihrem Verhalten und das hat sich für mich auch nie ganz harmonisch angefühlt.

War kein wirkliches HIghlight.

Veröffentlicht am 20.04.2026

ungewöhnliche Lovestory

Solange ein Streichholz brennt
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Was für ein ungewöhnliches Buch. Was für eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Bohm lebt seit fünf Jahren mit seinem Hund auf der Straße. Für einen jungen und eigentlich doch gesunden Mann eine ungewöhnliche ...

Was für ein ungewöhnliches Buch. Was für eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Bohm lebt seit fünf Jahren mit seinem Hund auf der Straße. Für einen jungen und eigentlich doch gesunden Mann eine ungewöhnliche Sache. Man weiß lange nicht, wie es dazu kam und ich war mir unklar, wie ich das finde. Er begegnet Alina, einer jungen Journalistin, die ihm ungewöhnlich offen und vorurteilsfrei begegnet. So kann er sich schnell ihr gegenüber öffnen und beide entwickeln Gefühle der Zuneigung, obwohl die Menschen um sie herum das mit schrägen Seitenblicken und Ablehnung beobachten.

Mir hat gefallen, wie die zwei Hauptpersonen beschrieben werden. Die Offenheit von Alina ist ihre große Stärke. Und auch wenn ich Bohm eine ganze Weile nicht einschätzen konnte, so war er doch nicht unsympathisch. Man muss als LeserIn wirklich obacht geben, nicht die gleichen Vorurteile zu bedienen wie die Leute im Buch. Hier wird einem ein Spiegel vorgehalten. Das hat mir gut gefallen.