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Veröffentlicht am 16.01.2025

Wenig Ermittlungsarbeit und kaum Spannung

Verlassen
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"Verlassen" ist der vierte Island-Krimi von Eva Björg Aegisdóttir, ist aber problemlos zu lesen, ohne die vorigen drei Krimis zu kennen. Auch ich habe diese noch nicht gelesen, für mich war es das erste ...

"Verlassen" ist der vierte Island-Krimi von Eva Björg Aegisdóttir, ist aber problemlos zu lesen, ohne die vorigen drei Krimis zu kennen. Auch ich habe diese noch nicht gelesen, für mich war es das erste Buch der Autorin.

Es geht um die schwerreiche und in Island sehr bekannte, fiktive Familie Snaeberg, die sich für ein ganzes Wochenende zu einem exklusiven Familientreffen in einem entlegenen isländischen Hotel einfindet, um den 100. Geburtstag des vor ein paar Jahren verstorbenen Familienpatriarchen zu feiern. In dieser Familie sind die Abstände zwischen den Generationen kurz, weshalb sich vier Generationen locker ausgehen, samt Verzweigungen mit Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen, angeheirateten neuen und älteren Partnern und Adoptivkindern. Gleich am Anfang des Buches findet sich praktischerweise ein Stammbaum der Familie, auf den ich während des Lesens auch immer wieder mal geschaut habe, um den Überblick über die Verwandtschaftsverhältnisse zu bewahren.

Die Familie hat also sehr viel, hauptsächlich ererbtes, Vermögen, das auf das vom verstorbenen Patriarchen gegründete Familienunternehmen zurückgeht. Besonderen Stil oder Klasse hat die Familie nicht, im Gegenteil, das ganze Wochenende über wird sich ständig besoffen, das geht von den ältesten Familienmitgliedern über die mittleren Alters bis zu den jüngeren, und von einigen auch Drogen genommen. Würde nicht immer wieder erwähnt werden, dass es sich um die schwerreiche Familie Snaeberg handelt, hätte ich vom Verhalten und Habitus der beteiligten Personen nicht darauf geschlossen, dass es sich hier um eine gehobene Gesellschaftsschicht handeln könnte.

Der Krimi ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben: wir erleben das Wochenende durch die Augen mehrerer Familienmitglieder: die Mitte 30-jährige und jung Mutter gewordene Petra, die mit ihrer leidenschaftslos gewordenen Beziehung zu ihrem Mann und den ihr entgleitenden Teenager-Kindern, insbesondere der ihr fremd gewordenen Tochter Lea, kämpft. Die jugendliche Lea, die sich nach Liebe und Zugehörigkeit sehnt, viel auf Social Media postet und dabei noch kein Bewusstsein für die damit verbundenen Risiken entwickelt hat. Tryggvi, der neue Partner an der Seite von Oddny, Petras Tante und Leas Großtante, mit einer eigenen schweren Vergangenheit, beruflich Tischler und sich in diesem reichen Milieu noch nicht sehr angekommen fühlend. Eine junge Frau vom Serviceteam des Hotels, die durch ihre Tätigkeit viel beobachtet und mitkriegt. Und schließlich zwei seltsam blass bleibende Ermittler, die am Sonntag eine Leiche gefunden haben, Spuren sammeln und die Familie befragen.

Das Buch war ganz nett und unterhaltsam zu lesen, richtige Spannung hat sich bei mir aber lange nicht aufgebaut. Es war auch kein typischer Krimi, bei dem man viel miträtseln kann, dazu sind die Ermittler und ihre Arbeit viel zu blass geblieben und kamen immer nur zwischendurch in sehr kurzen Kapiteln vor. Milieustudie ist es auch keine so richtige, dafür war mir das geschilderte schwerreiche Milieu insgesamt in der Charakterisierung der Personen und ihrer Beziehungen zueinander zu wenig glaubhaft. Am meisten im Gedächtnis bleiben wird mir wohl noch die isländische Kulisse aus Lavalandschaft, verschneiten Bergen im Hintergrund, Klippen, Nebel, Schneestürmen und Meer sowie das reduktionistisch gebaute, moderne Hotel darin.

Es war ein ganz nettes Buch, das man mal zwischendurch zur Unterhaltung lesen kann, aber das mir darüber hinaus nicht besonders viel gegeben hat.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Eine neue Perspektive auf Serienmorde... aus der Sicht der Frauen im Leben des Täters

Notizen zu einer Hinrichtung
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Es hat einige Seiten gedauert, bis ich so richtig warm geworden bin mit "Notizen zu einer Hinrichtung", aber dann hat mich das Buch gepackt und nicht mehr losgelassen.

Es geht um die Frauen im Leben des ...

Es hat einige Seiten gedauert, bis ich so richtig warm geworden bin mit "Notizen zu einer Hinrichtung", aber dann hat mich das Buch gepackt und nicht mehr losgelassen.

Es geht um die Frauen im Leben des Serienmörders Ansel Packer, aus deren Perspektive abwechselnd erzählt wird:

Lavender, seine Mutter, bei seiner Geburt noch minderjährig, völlig isoliert mit ihrem gewalttätigen Partner unter ärmlichsten Umständen auf einer Farm lebend, die sich schließlich später - da ist schon ein zweites Baby auf der Welt - entscheidet, den Mann zu verlassen, das Jugendamt zu verständigen und aber auch selbst ihre Kinder zu verlassen, sodass Ansel in Heimen und bei Pflegefamilien aufwachsen muss.

Saffy, Tochter einer Amerikanerin und eines unbekannten indischen Vaters, verliert mit 9 Jahren ihre geliebte Mutter durch einen Unfall und kommt ebenfalls zu einer Pflegestelle, wo sie Ansel kennen lernt und erste unheimliche Eindrücke von ihm sammelt. Später wird sie Polizistin werden und zu seiner Verhaftung beitragen.

Und Jenny, Zwillingsschwester von Hazel, die mehrere Jahrzehnte als Ansels Partnerin an seiner Seite verbringt, bis sie sich schließlich trennt und ein neues Leben beginnen will. Diese Frauen und deren Perspektiven lernen wir näher kennen, aber es gibt noch viele weitere Frauen, deren Leben Ansel berührt hat: drei Mädchen, die von ihm ermordet wurden, und noch einige lebende Frauen, die auf die eine oder andere Weise mit seinem Schicksal verbunden sind.

Schließlich gibt es auch noch - in sehr kurzen Kapiteln zwischendurch und in Du-Form geschrieben - Ansels eigene Perspektive aus der Todeszelle, in der die Stunden bis zu seiner Hinrichtung heruntergezählt werden.

Das Buch definiert sich tatsächlich über diese vielfältigen Perspektiven und die machen es auch spannend. Dabei ist es ganz anders als ein herkömmlicher Thriller oder Krimi: wir wissen von Anfang an, wer der Mörder ist, und auch, dass er gefasst wurde und in der Todeszelle sitzt. Darum, das herauszufinden und mitzufiebern, geht es hier also nicht... wenngleich ich durchaus beim Lesen oft auch mitgefiebert habe, weil nicht unbedingt klar war, welche der Frauen in Ansels Leben den Kontakt zu ihm dauerhaft überleben würden. Besonders interessant habe ich aber all die ethischen Fragen gefunden, die das Buch durch die Erzählung stellt: wer, neben dem Mörder selbst, eine Mitschuld oder Mitverantwortung an seinem Schicksal trägt? Ob und wie etwas davon zu vermeiden gewesen wäre und an welcher Stelle in seinem Leben noch eingegriffen werden hätte können, wenn überhaupt? Ob die Todesstrafe gerechtfertigt ist und ob sie irgendwem auch nur irgendetwas bringt, oder nur zusätzliches, sinnloses Leid hinzufügt? Und noch so einige mehr.

Es ist ein spannendes, kluges, nachdenklich machendes Buch, das ich sehr gerne gelesen hab und definitiv empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Bezaubernde Geschichten

Lilo & Stitch: O'hana heißt Familie
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"Lilo und Stitch" war ein Kinofilm aus den frühen 00er-Jahren und weckt damit bei vielen heutigen jungen Eltern eigene Kindheitserinnerungen. Auch mich hat der Film damals bezaubert und der Satz "O'Hana ...

"Lilo und Stitch" war ein Kinofilm aus den frühen 00er-Jahren und weckt damit bei vielen heutigen jungen Eltern eigene Kindheitserinnerungen. Auch mich hat der Film damals bezaubert und der Satz "O'Hana heißt Familie" - titelgebend für dieses Kinderbuch - ist mir bis heute in warmer Erinnerung.

Das Buch erfüllt die hohen Erwartungen, die ich daran hatte, absolut. Die Zeichnungen sind wunderschön und allerliebst, sehr ansprechend für Kinder. Und auch die Geschichten sind sehr schön und vermitteln Werte wie Zusammengehörigkeit, Verbundenheit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft - alles sehr wichtige Werte für Kinder. Gleichzeitig werden sie wie nebenbei und in geschichtenhafter und unterhaltsamer Form vermittelt.

Die kurzen, liebevollen Szenen, reich bebildert, könnten durchaus auch schon für jüngere Kinder, als das angegebene Mindestalter von 8 Jahren, in Vorlesebegleitung von Erwachsenen, etwas sein.

"O'Hana heißt Familie" ist also ein wunderschönes Buch für die ganze Familie, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Kinder-Kriegen oder nicht aus verschiedenen Perspektiven betrachtet

Eva
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Eva" von Verena Kessler ist ein leicht und schnell lesbares, dünnes Büchlein von etwa 200 Seiten. Aus vier verschiedenen Perspektiven lernen wir vier Frauen kennen, die zum Thema eigene Kinder haben oder ...

Eva" von Verena Kessler ist ein leicht und schnell lesbares, dünnes Büchlein von etwa 200 Seiten. Aus vier verschiedenen Perspektiven lernen wir vier Frauen kennen, die zum Thema eigene Kinder haben oder wollen ganz unterschiedlich stehen, und deren Leben lose miteinander verknüpft sind:

Eva, die noch nie Kinder wollte, Lehrerin ist, und sich moralisch über andere erhebt, indem sie erst ein Interview dazu gibt, dass die Menschheit aus Klimaschutzgründen auf eigene Kinder verzichten sollten und später noch ein Buch dazu schreibt, trotz Anfeindungen.

Mona, die so halb ungeplant drei Kinder hat.

Ihre nur ein Jahr jüngere Schwester Sina, die sich sehnlichst ein Kind wünscht, aber es will nicht klappen.

Und schließlich noch eine vierte Frau, deren Kind gestorben ist.

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages ausgelesen und es hat mich gut unterhalten. Ob es bei mir einen tieferen Eindruck hinterlassen haben wird, weiß ich aber nicht... grundsätzlich waren mir diese Perspektiven alle bekannt und das Buch hat mir dadurch nicht unbedingt neue Blickwinkel aufgezeigt. Auch hätten dem Buch möglicherweise ein paar Seiten mehr, in denen man die Figuren noch besser kennen lernen hätte können, gut getan.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Tolle, alltagstägliche Tipps für mehr Energie und Gesundheit

Energize your life!
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"Energize your life!" von Prof. Dr. Ingo Froböse fällt schon durch seine äußere Gestaltung als wunderschönes und ansprechendes Buch auf. Eingeteilt in viele kleine Abschnitte und angereichert mit Bildern, ...

"Energize your life!" von Prof. Dr. Ingo Froböse fällt schon durch seine äußere Gestaltung als wunderschönes und ansprechendes Buch auf. Eingeteilt in viele kleine Abschnitte und angereichert mit Bildern, praktischen Anleitungen zu Bewegungsübungen und Kochrezepten (auch jeweils mit einem Appetit machenden Bild dazu) ist es eine wahre Freude, sich mit dem Buch zu beschäftigen. Damit erfüllt dieses Buch schon eine ganz wichtige Aufgabe für alle, die ihren Lebensstil ändern möchten: es arbeitet mit Freude, Inspiration und Motivation.

Toll finde ich auch, wie ganz normale Menschen, die sich bisher noch nicht so viel mit Sport, Schlaf, gesunder Ernährung oder anderen Faktoren eines gesunden Lebensstils beschäftigt haben, durch die einfachen Erklärungen und den motivierenden Zugang von dem Buch abgeholt werden. Aber auch, wer schon viel über diese Themen weiß, wird das ein oder andere Neue erfahren.

Das Buch beginnt mit dem Thema Stress, Überlastung und Überforderung und erklärt, was Stress im Körper bewirkt und warum dieser durch unseren modernen Lebensstil oft nicht mehr automatisch so leicht abgebaut werden kann und was dann im Körper passiert. Gleich darauf folgt ein Kapitel zu den Themen Regeneration und Erholung, und von Anfang an ist das Buch voll mit vielen kleinen Tipps und Ideen zur praktischen Umsetzung: beispielsweise empfiehlt es sich, zur Regeneration nach einem anstrengenden Arbeitstag etwas ganz anderes zu machen als das, was man sonst in der Arbeit macht: wer die ganze Zeit gesessen ist, sollte sich jetzt bewegen. Wer sich bewegt hat, braucht Ruhe oder eine andere, sanfte Form der Bewegung.

Ein großes Kapitel ist auch dem wichtigen Thema Schlaf gewidmet, es geht um die Ursachen von Schlafstörungen sowie darum, wie man wieder einen besseren Schlaf bekommen kann und warum dieser so wichtig ist. Auch auf die verschiedenen Schlafphasen wird eingegangen und auch hier gibt es wieder viele hilfreiche Tipps, z.B. der, dass ein Schlaf untertags entweder ein ganz kurzer Power-Nap von nur 10 bis 20 Minuten sein sollte, oder gleich 2 Stunden, und damit einen vollen Schlafzyklus, dauern sollte, um nicht mitten aus dem Tiefschlaf aufzuwachen und sich noch erschöpfter zu fühlen als davor.

Danach folgt ein Kapitel über Alltagsstrategien: es geht um Bewegung an der frischen Luft, Meditation, Entspannung, Wellness und Urlaub, aber auch um tiefgreifende Fragen wie die nach unserem Ikigai und danach, wofür unser Herz wirklich schlägt.

Sehr gut gefallen hat mir auch das Kapitel über Bewegung und Sport: auch hier gibt der Autor praktische, alltagstaugliche Tipps für einen Einstieg in ein bewegteres Leben, das zum Beispiel über sanftes Gehen und Walken zum Laufen führen kann, aber auch der eigene Lieblingssport oder das Entdecken neuer Lieblingssportarten sind möglich. Besonders mochte ich hier auch die "20 Übungen für mehr Wohlbefinden", in denen ausführlich bebildert leicht einsetzbare, schnelle und effektive Dehnungsübungen für den Alltag vorgestellt werden.

Das letzte große Kapitel widmet sich schließlich dem wichtigen Thema Ernährung, auch im Zusammenhang mit Stress, und gibt Tipps für eine gesunde, abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung. Am Ende finden sich noch "15 Rezepte für mehr Energie", die alle von sehr Appetit anregenden Bildern begleitet sind, sodass ich sie am liebsten gleich alle nachkochen würde. Es sind Rezepte für Frühstück (z.B. Apfelstrudelporridge), Mittagessen (z.B. Hähnchen mit Süßkartoffeln und Gemüse) und Abendessen (z.B. z.B. Omelett mit Tomaten und Bergkäse) dabei.

Dieses tolle Buch wird definitiv einen Stammplatz in der Nähe meines Arbeitsplatzes bekommen, sodass ich regelmäßig nachschlagen, Übungen machen, Rezepte nachkochen und mich inspirieren lassen kann. Und ich werde es bei Gelegenheit sicher einigen Menschen in meinem Umfeld schenken. Denn es gibt selten so tolle Bücher zu einem gesunden Lebensstil, die komplett auf den erhobenen Zeigerfinger verzichten und stattdessen so ansprechend und inspirierend sind, dass sie richtig Lust darauf machen, sich mit den empfohlenen Themen näher auseinanderzusetzen. Damit zeigt das Buch, dass Genuss und Freude gut mit Gesundheit und Fitness vereinbar sind, ja, sich sogar gegenseitig bedingen - eine sehr wichtige Botschaft!

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