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Veröffentlicht am 14.09.2025

Eine Liebe am seidenen Faden

Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.
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Zur Handlung:

Der Klappentext hat definitiv neugierig gemacht und ein Buch in dieser Art hab ich noch nie gelesen. Die Idee ist sehr kreativ. Man kann regelrecht die Wut, die Zerstreutheit, die Panik ...

Zur Handlung:

Der Klappentext hat definitiv neugierig gemacht und ein Buch in dieser Art hab ich noch nie gelesen. Die Idee ist sehr kreativ. Man kann regelrecht die Wut, die Zerstreutheit, die Panik und Angst, aber auch die Hoffnung spüren, die in den Mädchen beziehungsweise in den Tänzerinnen vorgeht.

Nicht mehr mächtig genug zu sein um seinen eigenen Körper bedienen zu können, ist nicht nur erschreckend, sondern man hat auch das Gefühl, dass einem das Gefühl von Freiheit komplett verloren gegangen ist.

Obwohl sich die meisten mit ihrem Schicksal abgefunden haben , haben, denke ich einige auch noch nicht damit abgeschlossen. So wie eben Emberlyn die mit allen Mitteln versucht, aus diesem Gefängnis zu entkommen. Doch das ganze Pläne schmieden nützt nichts, denn der Puppenspieler hat die Kontrolle und merkt sofort. Wenn eine seiner Mädchen abhauen möchte, dass das kein Mythos war, durfte Emberlyn am eigenen Leib erfahren… Dennoch ist da dieser eiserne Wille und die Hoffnung auf die Vergangenheit die am Ende entscheidend ist.


Malcolm: allein sein Erscheinungsbild erscheint mir irgendwie schmierig zu geleckt. Insgeheim glaube ich aber, dass er eigentlich einfach nur groß rauskommen wollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm damals in Parlizia niemals jemand etwas zugetraut hat und man in ihm nie das Potenzial gesehen hat, was er eigentlich gehabt hätte. Deshalb ist er weggegangen und hat auf den falschen Weg versucht etwas auf die Beine zu stellen um dann mal wieder groß rauszukommen und zu zeigen, was andere Leute nicht alles verpasst haben, indem sie ihm nicht die Chance gegeben haben, an seiner Karriere weiter mitzuarbeiten… ich denke, dass in ihm etwas geschlummert hat, was schlecht war und dass die Gesellschaft beziehungsweise seine Mitmenschen mit dazu beigetragen haben, dass er diese bösen Taten vollbracht hat. Das ändert jedoch nichts an seiner von Grund auf verdorbenen Seele



Aleida hat definitiv das Herz am richtigen Fleck. Sie ist genau wie die anderen dazu gezwungen, ein Leben in Gefangenschaft zu führen, führt von den Fäden eines Puppenspiels. Dennoch versinkt sie nicht zu viel in Selbstmitleid und ist für alle ihre Schwestern da hilft Ihnen, das Ganze zu verarbeiten und mit der Situation zurecht zu kommen. Dennoch ist die teilweise auch ein bisschen feige, weil sie sich nicht traut, abzuhauen das, obwohl sie weiß, dass sie eh irgendwann sterben wird. Ihr Charakter ist bemerkenswerter und gibt dem Buch die Tiefe die es Braucht.



Emberlyn ist definitiv ein starker Charakter und auch ein schöner Charakter, hat aber auch ihre Schattenseiten. Ich verstehe definitiv den Wunsch zur Flucht. Was ich nicht verstehen kann, ist, dass sie nicht akzeptieren kann, dass ihre beste Freundin oder ihre engste Schwester sag ich jetzt mal nicht bereit ist zu fliehen. Vielleicht aus Angst vielleicht auch, weil sie Schuldgefühle hätte die anderen allein zu lassen. Im laufe des Buches sieht man bei ihr die stärkste Charakterliche Entwicklung zum positiven. Sie hat gelernt ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht allein in den Vordergrund zu stellen und nicht auf Kosten anderer zu handeln. Man entdeckt eine neue hoffnungsvolle und inspirierende Seite.

Achtung Spoiler:

Der Schatten oder soll ich besser sagen, Étienne? Hier verbergen sich viele Hintergründe passend zu seiner Rolle. Er ist ehrlich und loyal und die Verbindung zwischen ihm und Emberlyn wirklich nicht gekünstelt sondern ehrlich. Auch wenn wir hier nur einen kurze Zeitspanne haben, hat man das Gefühl das es echt ist. Durch Ihn erfahren wir wie die Welt vor Emberlyn war und welche Geheimnisse noch in den Wänden des Theaters lauern.

Spoiler frei


Das World Building hier ist sehr dezent aber es reicht vollkommen aus, um sich alles genau vorstellen zu können, da man meistens auch eine Grundidee hat von dem, was beschrieben wird und dass ich daher selbst zusammen denken kann.

Der Schreibstil ist angenehm, auch wenn ich es lieber habe, wenn in der Ich Perspektive geredet wird und man nicht den allwissenden Erzähler hat. Dennoch lässt es sich leicht und flüssig lesen. An manchen Stellen ist das ganze vllt etwas langatmig da wir wenig wörtliche Rede haben, aber darüber lässt sich bei so einer tollen Handlung hinwegsehen.

Der Spannungbogen ist auch sehr gut gestaltet, wir haben hier keine Durchgehende Aufregung aber durchgehendes miträtseln und mitfiebern. Einige Sachen lassen sich erahnen wo andere wieder sehr unerwartet sind. Eine sehr gute Mischung die mich begeistert hat.



Alles in allem hat mich das Buch sehr begeistert, durch eine kreative Idee mit kreativer Umsetzung. Auch die Idee mit zwei verschiedenen Enden, fand ich sehr schön. Man hat so die Wahl wie man als Leser zurückgelassen werden möchte.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Magie Macht und Geheimnisse

These Ancient Flames 1: Awake
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These Ancient Flames hat mich echt komplett abgeholt. Am Anfang hab ich ein bisschen gebraucht, um dieses ganze Magie-Konstrukt mit Auguren, Kraftlinien und Drachen zu verstehen, aber sobald der Knoten ...

These Ancient Flames hat mich echt komplett abgeholt. Am Anfang hab ich ein bisschen gebraucht, um dieses ganze Magie-Konstrukt mit Auguren, Kraftlinien und Drachen zu verstehen, aber sobald der Knoten geplatzt ist, war es einfach nur spannend. Gerade weil man merkt, dass da noch so viele Geheimnisse schlummern, die bestimmt noch ans Licht kommen.

Die Charaktere sind für mich das Herzstück. Mei ist eine richtige Kämpferin, die sich nicht blenden lässt, und trotzdem hat sie diese verletzliche Seite, die sie so greifbar macht. Tao ist so der 08/15-Schönling, aber irgendwie macht das ihn super sympathisch und nahbar – man nimmt ihn oft nicht ernst, aber genau das ist sein Charme. Raven finde ich einfach richtig interessant, weil er nicht über sein Aussehen funktioniert, sondern über seine Ausstrahlung und seine Tiefe. Dieses ewige Hin und Her zwischen ihm und Mei ist einfach pures Knistern, ohne dass es jemals zu kitschig wird. Und Cole, ja, der ist mir immer mehr ans Herz gewachsen, je besser man ihn kennenlernt.

Was ich mega fand, ist das Worldbuilding. Dieser Schwarzmarkt mit fliegenden Ständen und der ewigen Dunkelheit, Städte, die wachsen, wenn mehr Leute da sind – so kreativ und einfach richtig cool umgesetzt. Ich mag es, dass die Welt so groß und detailreich wirkt, ohne dass man das Gefühl hat, erschlagen zu werden.

Und dann die Handlung – wow. Es gibt so viele Momente, wo ich dachte: “Okay, jetzt weiß ich, wie es weitergeht”, und dann kam alles ganz anders. Manchmal hab ich den Figuren blind vertraut, nur um dann doch überrascht zu werden. Genau das hat mir richtig gefallen. Es gibt Kämpfe, Spannung, Enthüllungen und zwischendrin auch mal Humor, der die Stimmung auflockert. Und natürlich die spicy Szenen – die waren einfach genau richtig platziert, nie übertrieben, sondern haben die Spannung zwischen den Figuren noch mehr verstärkt.

Alles in allem: Dieses Buch ist eine Mischung aus Spannung, Emotion, Humor und Worldbuilding, die mich einfach komplett überzeugt hat. Ich liebe die Dynamik zwischen den Figuren, das Knistern, die Geheimnisse und die Kreativität. Es ist so eine Geschichte, die man nicht nur liest, sondern die einen echt mitnimmt.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Verschleierte Sicht

The Knight and the Moth
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The Knight and the Moth ist ein Fantasy-Roman, der eine düstere und geheimnisvolle Welt eröffnet, in der Kathedralen, Gargoyles und Omen das Schicksal der Figuren bestimmen. Die Grundidee ist originell, ...

The Knight and the Moth ist ein Fantasy-Roman, der eine düstere und geheimnisvolle Welt eröffnet, in der Kathedralen, Gargoyles und Omen das Schicksal der Figuren bestimmen. Die Grundidee ist originell, das Setting faszinierend doch nicht alle Elemente greifen so zusammen, dass dauerhaft Spannung entsteht.

Worldbuilding

Die Kathedrale, in der die Weissagerinnen leben, bildet den Ausgangspunkt der Geschichte. Ihre Rituale, das besondere Wasser und die Rolle der Findelkinder sind interessant angelegt und werfen viele Fragen auf. Außerhalb dieser Mauern öffnet sich eine größere Welt voller Anderswesen und Omen, die nach und nach an Bedeutung gewinnen. Auch die magischen Gegenstände sind ein kreativer Aspekt, da sie nicht nur Hilfsmittel, sondern unberechenbare Werkzeuge sind.

Allerdings bleibt das Worldbuilding stellenweise etwas unklar. Viele Kreaturen, wie etwa die Anderswesen, werden zwar eingeführt, aber nicht so detailliert beschrieben, dass man sich ein klares Bild machen könnte. Hier hätte mehr Tiefe und Konkretheit geholfen.

Schreibstil

Der Schreibstil ist atmosphärisch und durchaus bildreich, vor allem bei actiongeladenen Szenen oder Dialogen. Doch gerade am Anfang ist der Einstieg holprig, da viele Begriffe und Figuren gleichzeitig auf den Leser einprasseln. Erst nach einigen Kapiteln kommt man in einen flüssigeren Lesefluss. Insgesamt liest sich das Buch solide, aber es fehlt ein durchgehender Spannungsbogen, der einen permanent fesselt.

Charaktere und Entwicklung

Die Figuren sind vielschichtig angelegt, doch nicht alle Entwicklungen wirken konsequent oder tief genug ausgearbeitet.
Sybil (Nummer Sechs) steht im Zentrum: Anfangs naiv und etwas selbstgerecht, später gezwungen, Verlust und Verrat zu verarbeiten. Ihre Enthüllung als Sybil ist ein wichtiger Schritt, doch ihre Entwicklung wirkt stellenweise sprunghaft.

Rory und Maude sind zentrale Figuren und bringen viel Dynamik in die Handlung. Maude steht für Wildheit und brutalen Überlebenswillen, Rory für Offenheit und Neugier. Gerade ihr Zusammenspiel mit Sybil sorgt für Kontraste. Dennoch bleiben beide an manchen Stellen eher Handlungsträger, als dass sie wirklich tiefgehend greifbar werden.

Benji ist tragisch angelegt, schwankt zwischen Loyalität und Geheimnissen, verliert aber im letzten Teil für mich etwas an Glaubwürdigkeit.

Die Äbtissin ist als Gegenspielerin klar angelegt, doch ihre Motive bleiben sehr eindimensional auf Macht und Profit ausgerichtet.

Gerade die Gargoyles hätten noch mehr Raum verdient ihre Rolle als „Schicksalswesen“ ist spannend, bleibt aber zu schemenhaft. Trotzdem muss ich sagen, dass gerade der eine Gargoyle sehr viel Spannung in die Handlung gebracht hat sehr viel und Humor und ohne ihn wäre das Buch im Endeeffekt nicht so gut wie es dann doch war

Handlung und Spannungsbogen

Die Handlung hat einige spannende Höhepunkte etwa die Begegnungen mit den Omen, den Flug mit dem Gargoyle oder die Kämpfe gegen Anderswesen. Einzelne Szenen sind intensiv und lebendig geschildert.

Trotzdem zieht sich die Geschichte zwischendurch. Viele Passagen bestehen aus langen Erklärungen oder Andeutungen, ohne dass sofort etwas passiert. Dadurch geht die Spannung immer wieder verloren, und der große rote Faden ist manchmal schwer zu greifen. Erst im letzten Drittel baut sich die Handlung wieder stärker auf, führt in ein Ende, das sehr schockierend ist. Das war definitiv unerwartet und man hat am Ende noch mal das Gefühl bekommen, dass man doch nicht alles vorher sehen konnte.

Themen

Der Roman greift einige interessante Themen auf:

die Suche nach Identität (Sybil und ihr Name),
die Frage nach Loyalität und Verrat (Ritter und König),
Grauzonen zwischen Gut und Böse und die Macht von Institutionen, die Menschen abhängig machen (Äbtissin und Kathedrale).

Diese Aspekte sind spannend angelegt, werden aber nicht konsequent bis ins Letzte durchdacht. Vieles bleibt angedeutet, ohne dass es die Tiefe erreicht, die möglich gewesen wäre.

Fazit

The Knight and the Moth bietet eine originelle Grundidee, atmosphärische Szenen und Figuren mit Potential. Besonders die düstere Welt und das Zusammenspiel zwischen Sybil, Rory und Maude geben dem Roman eine eigene Note.

Für mich bleibt es damit ein solides Fantasy-Buch, das durchaus faszinierende Momente hat, aber sein Potential nicht voll ausschöpft. Trotzdem konnte man sich viele Fragen stellen während dem Lesen und wurde aufmerksam gemacht. Auf Dinge, die wirklich einen richtigen Wert in der Welt haben.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

In Dunkelheit

Heart of Night and Fire
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Heart of Night and Fire hat es wirklich in sich. Die Geschichte ist extrem spannend, weil viele bereits bekannte Fantasy-Elemente aufgegriffen und neu zusammengesetzt wurden. Teilweise durch neue Namensgebungen, ...

Heart of Night and Fire hat es wirklich in sich. Die Geschichte ist extrem spannend, weil viele bereits bekannte Fantasy-Elemente aufgegriffen und neu zusammengesetzt wurden. Teilweise durch neue Namensgebungen, teilweise durch das Vermischen verschiedener Wesen oder das Hinzufügen neuer Kräfte entsteht eine Welt, die vertraut wirkt und dennoch ganz eigenständig ist.

Schon das Cover ist ein Highlight. Es sieht nicht nur wunderschön aus, sondern spiegelt für mich perfekt die Hauptstadt wider, wie sie im Buch beschrieben wird: magisch, leuchtend hell und voller bunter Farben. Genau dieser Eindruck findet sich auch im Farbschnitt wieder.



Die Protagonistin

Zarya ist eine sehr starke Hauptfigur, die ihr bisheriges Leben an einem einzigen Ort verbracht hat. Dieser Ort bot ihr zwar Komfort und Sicherheit, doch war es für sie kein richtiges Leben. Deshalb ist ihr Wunsch nach Freiheit absolut nachvollziehbar. Einerseits empfindet sie Dankbarkeit für die Menschen, die sie beschützt haben, andererseits auch Enttäuschung, weil sie so lange im Verborgenen bleiben musste.



Manchmal ist mir ihr Verhalten etwas schwergefallen. Von einer Protagonistin wünsche ich mir, dass sie Mitgefühl und Loyalität zeigt, vor allem gegenüber denjenigen, die immer für sie da waren. Ich hatte hier das Gefühl, dass sie das nicht immer ausreichend tut. Hinzu kommt, dass sie Fremden manchmal zu schnell vertraut, was für mich nicht ganz natürlich wirkte. Auch eine Ihre Beziehungen zu dem anderen (Vikram und deinen Bruder) entwickelt sich für meinen Geschmack zu rasch gerade in Fantasygeschichten wünsche ich mir da etwas mehr Zeit, um echte Gefühle wachsen zu sehen.

Die zwischenmenschliche Beziehungen die nicht eine „Liebesbeziehung“ andeuten sind da wesentlich natürlicher und wirken echt.

Trotzdem mochte ich ihre Entwicklung sehr. Besonders im Umgang mit einigen wichtigen Figuren erkennt man, dass sie reifer wird und ihre Haltung überdenkt. Sie lernt, über sich selbst hinauszuwachsen, und das hat mir gut gefallen.



Die Welt und ihre Wesen

Das zentrale Thema des Romans ist eine geheimnisvolle Bedrohung „Seuche“ die viel Raum für Kreativität bietet. Sie wird genutzt, um neue Wesen und Kreaturen einzuführen, die das Worldbuilding noch vielfältiger machen. Die Mischung aus mythischen Gestalten und neuen Interpretationen sorgt dafür, dass man immer wieder überrascht wird.



Allerdings gibt es unglaublich viele Namen, Kräfte und Wesen, die neu eingeführt werden. Das ist einerseits spannend, andererseits aber auch herausfordernd, weil man leicht den Überblick verliert. Bis zur letzten Seite musste ich mich immer wieder neu orientieren, um alle Zusammenhänge richtig zu erfassen. Hätte ich mir den Glossar früher angeschaut wäre mir das sicher leichter gefallen.



Trotz dieser Komplexität ist das Worldbuilding für mich das absolute Highlight. Es ist einzigartig, bunt, schillernd und voller Details, die das Lesen zu einem bildhaften Erlebnis machen. Man kann sich die Schauplätze genau vorstellen, alles wirkt magisch und lebendig. Besonders die Peri fand ich unglaublich niedlich und liebevoll beschrieben.



Stärken und Schwächen

Was ich besonders gelungen fand, ist die Art, wie die Magie erklärt wird. An einer bestimmten Stelle bekommt man durch ein Buch, das die Protagonistin findet, endlich einen tieferen Einblick in die Funktionsweise der Welt. Das hat nicht nur Zarya geholfen, sondern auch mir als Leserin, die manchmal von den vielen neuen Begriffen und Bezeichnungen verwirrt war.



Etwas schade fand ich, dass manche Enthüllungen sehr abrupt erzählt werden. Über viele Seiten hinweg wird Spannung aufgebaut, und dann werden die wichtigsten Antworten in wenigen Seiten präsentiert. Da hätte man für meinen Geschmack mehr daraus machen können.



Dafür punktet die Geschichte mit einem sehr hohen Spannungsbogen, vor allem im letzten Drittel. Hier überschlagen sich die Ereignisse, und auch wenn mir das ein wenig zu geballt vorkam, war es doch unglaublich fesselnd zu lesen.



Fazit

Heart of Night and Fire überzeugt vor allem mit seiner farbenfrohen, detailreichen Welt und einer starken Protagonistin, die im Laufe der Geschichte eine spürbare Entwicklung durchmacht. Die Fülle an Wesen, Kräften und Namen kann zwar manchmal verwirrend sein, doch gleichzeitig ist es genau das, was die Geschichte so einzigartig macht.

Für mich ist das Buch ein spannender Mix aus Abenteuer, Magie, Geheimnissen und lebendigen Beschreibungen. Wer Lust hat, in eine magische Welt voller mythischer Kreaturen, bunter Schauplätze und intensiver Emotionen einzutauchen, wird mit Heart of Night and Fire auf jeden Fall ein besonderes Leseerlebnis haben.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Nicht alles ist Gold was glänzt

Rückkehr der Engel (Extended Version)
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Mara Wolf gelingt mit Rückkehr der Engel ein eindrucksvolles Urban-Fantasy-Erlebnis, das sowohl durch seine detaillierte Welt als auch seine vielschichtigen Figuren überzeugt. Die Geschichte entführt in ...

Mara Wolf gelingt mit Rückkehr der Engel ein eindrucksvolles Urban-Fantasy-Erlebnis, das sowohl durch seine detaillierte Welt als auch seine vielschichtigen Figuren überzeugt. Die Geschichte entführt in ein komplex aufgebautes Setting, das mit Kreativität, Tiefe und einer fast greifbaren Atmosphäre punktet.



Das World Building ist bemerkenswert die Welt der Engel, Menschen und Prüfungen wirkt durchdacht und voller überraschender Elemente. Orte wie das Haus, die Bibliothek oder die Arena, in der gekämpft wird, sind nicht nur Kulisse, sondern atmende Teile dieser Realität. Auch die Struktur der Engel mit ihren Farben, Zuständigkeiten und Eigenheiten ist faszinierend und fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein.



Besonders stark sind die Figuren gezeichnet. Im Mittelpunkt steht Moon, eine Kämpferin mit Ecken und Kanten, die nicht nur für andere einsteht, sondern oft auch mit sich selbst ringt. Ihre Entwicklung ist spürbar und glaubwürdig, geprägt von inneren Konflikten, Loyalitäten und einem wachsenden Verantwortungsbewusstsein. Ihre Beziehung zu ihrer Schwester Star, einem ruhigen, klugen Mädchen mit großer Tiefe, ist feinfühlig und voller Gegensätze dargestellt.



Auch die Nebenfiguren bereichern die Geschichte. Da ist Phoenix, der zunächst schwer einzuschätzen ist, sich aber als überraschend vielschichtig entpuppt. Cassiel bringt eine sanfte Stärke in die Handlung, bleibt aber lange ein Mysterium. Und dann ist da Lucifer, der mit seiner rebellischen, charismatischen Art ein echtes Highlight ist weit entfernt von dem Klischee, das sein Name zunächst vermuten lässt. Aber auch Sam, Feli und co sind einfach wirklich wichtig für die ganze story



Was das Buch besonders macht, ist die emotionale Tiefe der Handlung. Viele Figuren haben ihre eigenen Schicksale, ihre eigenen Dämonen und obwohl nicht alle gleich viel Raum bekommen, bleibt doch der Eindruck, dass jede eine eigene Geschichte mit sich trägt. Die Dialoge sind authentisch, die Beziehungen glaubwürdig und die Konflikte nachvollziehbar. Besonders eindrücklich sind die stillen Momente Szenen voller Empathie, innerem Ringen oder kleinen Gesten, die viel über die Figuren verraten.



Trotz der Komplexität der Welt verliert man beim Lesen nie den Überblick. Die Autorin findet eine gute Balance zwischen Spannung, Gefühl und Hintergrundinformationen. Gerade weil so viele Themen angeschnitten werden Macht, Vertrauen, Loyalität, Verrat und Hoffnung bleibt die Geschichte durchgehend packend.



Fazit: Rückkehr der Engel ist ein mitreißender Auftakt, der neugierig auf mehr macht. Die Mischung aus fantastischer Welt, glaubhaften Figuren und emotionaler Tiefe sorgt für ein rundes Leseerlebnis. Mara Wolf hat eine Geschichte geschaffen, in der man sich verlieren kann und bei der man jede Seite mit Spannung, Mitgefühl und einem Hauch Gänsehaut liest.

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