Profilbild von EvaErl

EvaErl

Lesejury Profi
offline

EvaErl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit EvaErl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Verschleierte Sicht

The Knight and the Moth
2

The Knight and the Moth ist ein Fantasy-Roman, der eine düstere und geheimnisvolle Welt eröffnet, in der Kathedralen, Gargoyles und Omen das Schicksal der Figuren bestimmen. Die Grundidee ist originell, ...

The Knight and the Moth ist ein Fantasy-Roman, der eine düstere und geheimnisvolle Welt eröffnet, in der Kathedralen, Gargoyles und Omen das Schicksal der Figuren bestimmen. Die Grundidee ist originell, das Setting faszinierend doch nicht alle Elemente greifen so zusammen, dass dauerhaft Spannung entsteht.

Worldbuilding

Die Kathedrale, in der die Weissagerinnen leben, bildet den Ausgangspunkt der Geschichte. Ihre Rituale, das besondere Wasser und die Rolle der Findelkinder sind interessant angelegt und werfen viele Fragen auf. Außerhalb dieser Mauern öffnet sich eine größere Welt voller Anderswesen und Omen, die nach und nach an Bedeutung gewinnen. Auch die magischen Gegenstände sind ein kreativer Aspekt, da sie nicht nur Hilfsmittel, sondern unberechenbare Werkzeuge sind.

Allerdings bleibt das Worldbuilding stellenweise etwas unklar. Viele Kreaturen, wie etwa die Anderswesen, werden zwar eingeführt, aber nicht so detailliert beschrieben, dass man sich ein klares Bild machen könnte. Hier hätte mehr Tiefe und Konkretheit geholfen.

Schreibstil

Der Schreibstil ist atmosphärisch und durchaus bildreich, vor allem bei actiongeladenen Szenen oder Dialogen. Doch gerade am Anfang ist der Einstieg holprig, da viele Begriffe und Figuren gleichzeitig auf den Leser einprasseln. Erst nach einigen Kapiteln kommt man in einen flüssigeren Lesefluss. Insgesamt liest sich das Buch solide, aber es fehlt ein durchgehender Spannungsbogen, der einen permanent fesselt.

Charaktere und Entwicklung

Die Figuren sind vielschichtig angelegt, doch nicht alle Entwicklungen wirken konsequent oder tief genug ausgearbeitet.
Sybil (Nummer Sechs) steht im Zentrum: Anfangs naiv und etwas selbstgerecht, später gezwungen, Verlust und Verrat zu verarbeiten. Ihre Enthüllung als Sybil ist ein wichtiger Schritt, doch ihre Entwicklung wirkt stellenweise sprunghaft.

Rory und Maude sind zentrale Figuren und bringen viel Dynamik in die Handlung. Maude steht für Wildheit und brutalen Überlebenswillen, Rory für Offenheit und Neugier. Gerade ihr Zusammenspiel mit Sybil sorgt für Kontraste. Dennoch bleiben beide an manchen Stellen eher Handlungsträger, als dass sie wirklich tiefgehend greifbar werden.

Benji ist tragisch angelegt, schwankt zwischen Loyalität und Geheimnissen, verliert aber im letzten Teil für mich etwas an Glaubwürdigkeit.

Die Äbtissin ist als Gegenspielerin klar angelegt, doch ihre Motive bleiben sehr eindimensional auf Macht und Profit ausgerichtet.

Gerade die Gargoyles hätten noch mehr Raum verdient ihre Rolle als „Schicksalswesen“ ist spannend, bleibt aber zu schemenhaft. Trotzdem muss ich sagen, dass gerade der eine Gargoyle sehr viel Spannung in die Handlung gebracht hat sehr viel und Humor und ohne ihn wäre das Buch im Endeeffekt nicht so gut wie es dann doch war

Handlung und Spannungsbogen

Die Handlung hat einige spannende Höhepunkte etwa die Begegnungen mit den Omen, den Flug mit dem Gargoyle oder die Kämpfe gegen Anderswesen. Einzelne Szenen sind intensiv und lebendig geschildert.

Trotzdem zieht sich die Geschichte zwischendurch. Viele Passagen bestehen aus langen Erklärungen oder Andeutungen, ohne dass sofort etwas passiert. Dadurch geht die Spannung immer wieder verloren, und der große rote Faden ist manchmal schwer zu greifen. Erst im letzten Drittel baut sich die Handlung wieder stärker auf, führt in ein Ende, das sehr schockierend ist. Das war definitiv unerwartet und man hat am Ende noch mal das Gefühl bekommen, dass man doch nicht alles vorher sehen konnte.

Themen

Der Roman greift einige interessante Themen auf:

die Suche nach Identität (Sybil und ihr Name),
die Frage nach Loyalität und Verrat (Ritter und König),
Grauzonen zwischen Gut und Böse und die Macht von Institutionen, die Menschen abhängig machen (Äbtissin und Kathedrale).

Diese Aspekte sind spannend angelegt, werden aber nicht konsequent bis ins Letzte durchdacht. Vieles bleibt angedeutet, ohne dass es die Tiefe erreicht, die möglich gewesen wäre.

Fazit

The Knight and the Moth bietet eine originelle Grundidee, atmosphärische Szenen und Figuren mit Potential. Besonders die düstere Welt und das Zusammenspiel zwischen Sybil, Rory und Maude geben dem Roman eine eigene Note.

Für mich bleibt es damit ein solides Fantasy-Buch, das durchaus faszinierende Momente hat, aber sein Potential nicht voll ausschöpft. Trotzdem konnte man sich viele Fragen stellen während dem Lesen und wurde aufmerksam gemacht. Auf Dinge, die wirklich einen richtigen Wert in der Welt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 30.08.2025

In Dunkelheit

Heart of Night and Fire
0

Heart of Night and Fire hat es wirklich in sich. Die Geschichte ist extrem spannend, weil viele bereits bekannte Fantasy-Elemente aufgegriffen und neu zusammengesetzt wurden. Teilweise durch neue Namensgebungen, ...

Heart of Night and Fire hat es wirklich in sich. Die Geschichte ist extrem spannend, weil viele bereits bekannte Fantasy-Elemente aufgegriffen und neu zusammengesetzt wurden. Teilweise durch neue Namensgebungen, teilweise durch das Vermischen verschiedener Wesen oder das Hinzufügen neuer Kräfte entsteht eine Welt, die vertraut wirkt und dennoch ganz eigenständig ist.

Schon das Cover ist ein Highlight. Es sieht nicht nur wunderschön aus, sondern spiegelt für mich perfekt die Hauptstadt wider, wie sie im Buch beschrieben wird: magisch, leuchtend hell und voller bunter Farben. Genau dieser Eindruck findet sich auch im Farbschnitt wieder.



Die Protagonistin

Zarya ist eine sehr starke Hauptfigur, die ihr bisheriges Leben an einem einzigen Ort verbracht hat. Dieser Ort bot ihr zwar Komfort und Sicherheit, doch war es für sie kein richtiges Leben. Deshalb ist ihr Wunsch nach Freiheit absolut nachvollziehbar. Einerseits empfindet sie Dankbarkeit für die Menschen, die sie beschützt haben, andererseits auch Enttäuschung, weil sie so lange im Verborgenen bleiben musste.



Manchmal ist mir ihr Verhalten etwas schwergefallen. Von einer Protagonistin wünsche ich mir, dass sie Mitgefühl und Loyalität zeigt, vor allem gegenüber denjenigen, die immer für sie da waren. Ich hatte hier das Gefühl, dass sie das nicht immer ausreichend tut. Hinzu kommt, dass sie Fremden manchmal zu schnell vertraut, was für mich nicht ganz natürlich wirkte. Auch eine Ihre Beziehungen zu dem anderen (Vikram und deinen Bruder) entwickelt sich für meinen Geschmack zu rasch gerade in Fantasygeschichten wünsche ich mir da etwas mehr Zeit, um echte Gefühle wachsen zu sehen.

Die zwischenmenschliche Beziehungen die nicht eine „Liebesbeziehung“ andeuten sind da wesentlich natürlicher und wirken echt.

Trotzdem mochte ich ihre Entwicklung sehr. Besonders im Umgang mit einigen wichtigen Figuren erkennt man, dass sie reifer wird und ihre Haltung überdenkt. Sie lernt, über sich selbst hinauszuwachsen, und das hat mir gut gefallen.



Die Welt und ihre Wesen

Das zentrale Thema des Romans ist eine geheimnisvolle Bedrohung „Seuche“ die viel Raum für Kreativität bietet. Sie wird genutzt, um neue Wesen und Kreaturen einzuführen, die das Worldbuilding noch vielfältiger machen. Die Mischung aus mythischen Gestalten und neuen Interpretationen sorgt dafür, dass man immer wieder überrascht wird.



Allerdings gibt es unglaublich viele Namen, Kräfte und Wesen, die neu eingeführt werden. Das ist einerseits spannend, andererseits aber auch herausfordernd, weil man leicht den Überblick verliert. Bis zur letzten Seite musste ich mich immer wieder neu orientieren, um alle Zusammenhänge richtig zu erfassen. Hätte ich mir den Glossar früher angeschaut wäre mir das sicher leichter gefallen.



Trotz dieser Komplexität ist das Worldbuilding für mich das absolute Highlight. Es ist einzigartig, bunt, schillernd und voller Details, die das Lesen zu einem bildhaften Erlebnis machen. Man kann sich die Schauplätze genau vorstellen, alles wirkt magisch und lebendig. Besonders die Peri fand ich unglaublich niedlich und liebevoll beschrieben.



Stärken und Schwächen

Was ich besonders gelungen fand, ist die Art, wie die Magie erklärt wird. An einer bestimmten Stelle bekommt man durch ein Buch, das die Protagonistin findet, endlich einen tieferen Einblick in die Funktionsweise der Welt. Das hat nicht nur Zarya geholfen, sondern auch mir als Leserin, die manchmal von den vielen neuen Begriffen und Bezeichnungen verwirrt war.



Etwas schade fand ich, dass manche Enthüllungen sehr abrupt erzählt werden. Über viele Seiten hinweg wird Spannung aufgebaut, und dann werden die wichtigsten Antworten in wenigen Seiten präsentiert. Da hätte man für meinen Geschmack mehr daraus machen können.



Dafür punktet die Geschichte mit einem sehr hohen Spannungsbogen, vor allem im letzten Drittel. Hier überschlagen sich die Ereignisse, und auch wenn mir das ein wenig zu geballt vorkam, war es doch unglaublich fesselnd zu lesen.



Fazit

Heart of Night and Fire überzeugt vor allem mit seiner farbenfrohen, detailreichen Welt und einer starken Protagonistin, die im Laufe der Geschichte eine spürbare Entwicklung durchmacht. Die Fülle an Wesen, Kräften und Namen kann zwar manchmal verwirrend sein, doch gleichzeitig ist es genau das, was die Geschichte so einzigartig macht.

Für mich ist das Buch ein spannender Mix aus Abenteuer, Magie, Geheimnissen und lebendigen Beschreibungen. Wer Lust hat, in eine magische Welt voller mythischer Kreaturen, bunter Schauplätze und intensiver Emotionen einzutauchen, wird mit Heart of Night and Fire auf jeden Fall ein besonderes Leseerlebnis haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2025

Nicht alles ist Gold was glänzt

Rückkehr der Engel (Extended Version)
0

Mara Wolf gelingt mit Rückkehr der Engel ein eindrucksvolles Urban-Fantasy-Erlebnis, das sowohl durch seine detaillierte Welt als auch seine vielschichtigen Figuren überzeugt. Die Geschichte entführt in ...

Mara Wolf gelingt mit Rückkehr der Engel ein eindrucksvolles Urban-Fantasy-Erlebnis, das sowohl durch seine detaillierte Welt als auch seine vielschichtigen Figuren überzeugt. Die Geschichte entführt in ein komplex aufgebautes Setting, das mit Kreativität, Tiefe und einer fast greifbaren Atmosphäre punktet.



Das World Building ist bemerkenswert die Welt der Engel, Menschen und Prüfungen wirkt durchdacht und voller überraschender Elemente. Orte wie das Haus, die Bibliothek oder die Arena, in der gekämpft wird, sind nicht nur Kulisse, sondern atmende Teile dieser Realität. Auch die Struktur der Engel mit ihren Farben, Zuständigkeiten und Eigenheiten ist faszinierend und fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein.



Besonders stark sind die Figuren gezeichnet. Im Mittelpunkt steht Moon, eine Kämpferin mit Ecken und Kanten, die nicht nur für andere einsteht, sondern oft auch mit sich selbst ringt. Ihre Entwicklung ist spürbar und glaubwürdig, geprägt von inneren Konflikten, Loyalitäten und einem wachsenden Verantwortungsbewusstsein. Ihre Beziehung zu ihrer Schwester Star, einem ruhigen, klugen Mädchen mit großer Tiefe, ist feinfühlig und voller Gegensätze dargestellt.



Auch die Nebenfiguren bereichern die Geschichte. Da ist Phoenix, der zunächst schwer einzuschätzen ist, sich aber als überraschend vielschichtig entpuppt. Cassiel bringt eine sanfte Stärke in die Handlung, bleibt aber lange ein Mysterium. Und dann ist da Lucifer, der mit seiner rebellischen, charismatischen Art ein echtes Highlight ist weit entfernt von dem Klischee, das sein Name zunächst vermuten lässt. Aber auch Sam, Feli und co sind einfach wirklich wichtig für die ganze story



Was das Buch besonders macht, ist die emotionale Tiefe der Handlung. Viele Figuren haben ihre eigenen Schicksale, ihre eigenen Dämonen und obwohl nicht alle gleich viel Raum bekommen, bleibt doch der Eindruck, dass jede eine eigene Geschichte mit sich trägt. Die Dialoge sind authentisch, die Beziehungen glaubwürdig und die Konflikte nachvollziehbar. Besonders eindrücklich sind die stillen Momente Szenen voller Empathie, innerem Ringen oder kleinen Gesten, die viel über die Figuren verraten.



Trotz der Komplexität der Welt verliert man beim Lesen nie den Überblick. Die Autorin findet eine gute Balance zwischen Spannung, Gefühl und Hintergrundinformationen. Gerade weil so viele Themen angeschnitten werden Macht, Vertrauen, Loyalität, Verrat und Hoffnung bleibt die Geschichte durchgehend packend.



Fazit: Rückkehr der Engel ist ein mitreißender Auftakt, der neugierig auf mehr macht. Die Mischung aus fantastischer Welt, glaubhaften Figuren und emotionaler Tiefe sorgt für ein rundes Leseerlebnis. Mara Wolf hat eine Geschichte geschaffen, in der man sich verlieren kann und bei der man jede Seite mit Spannung, Mitgefühl und einem Hauch Gänsehaut liest.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2025

Zwischen Spannung und Schatten – mitreißend, aber nicht ganz überzeugend

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
0

Ich muss sagen: Dieses Buch war für mich ein wenig schwierig. Einerseits fand ich viele Stellen wirklich spannend, andererseits zog es sich stellenweise unendlich in die Länge.

Der Schreibstil war an ...

Ich muss sagen: Dieses Buch war für mich ein wenig schwierig. Einerseits fand ich viele Stellen wirklich spannend, andererseits zog es sich stellenweise unendlich in die Länge.

Der Schreibstil war an sich angenehm und leicht zu lesen. Es gab mehrere Perspektiven, was grundsätzlich spannend sein kann – allerdings fand ich es hier manchmal zu viel. Man hatte kaum Gelegenheit, sich wirklich in einzelne Figuren hineinzuversetzen, da die Sichtweisen so schnell wechselten.

Laut Klappentext gibt es zwei Hauptcharaktere: Wren und August. Rückblickend hatte ich jedoch nicht das Gefühl, dass es überhaupt wirkliche Hauptfiguren gab. Stattdessen standen alle sechs Teenager mehr oder weniger gleichberechtigt im Fokus.

Positiv hervorheben möchte ich, dass es einige Wendungen gab, mit denen man so nicht gerechnet hätte – besonders im Hinblick auf den Demien-Orden und die Akademie an sich. Schon zu Beginn entsteht das Gefühl, dass an dieser Schule etwas nicht stimmt. Das verleiht der ganzen Geschichte einen düsteren, beklemmenden Ton. Vor allem der Direktor Silas sorgt mit seiner geheimnisvollen Art für Misstrauen.

Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass jeder der Schülerinnen ein eigenes Geheimnis mit sich trägt – manche schlimmer, andere weniger dramatisch. Besonders die Enthüllungen rund um August fand ich sehr gravierend. Und was man über Lou erfährt, ist auch nach dem Ende des Buches noch voller Fragezeichen.

Zu den einzelnen Charakteren:
Wren wirkt zu Beginn vielleicht unsympathisch, vor allem wegen ihres starken Wettbewerbsdrangs. Doch dahinter steckt in Wahrheit viel Unsicherheit und der Wunsch, zurückzubekommen, was ihr einst genommen wurde. Allerdings macht sie über weite Strecken kaum eine Entwicklung durch – vielleicht in den letzten sechzig Seiten ein wenig. Davor bleibt sie eher ignorant und emotional verschlossen.

August hingegen hat mir als Charakter gut gefallen. Er wirkt rebellisch, nicht auf den Kopf gefallen, und ist sehr fleißig – besonders bei der Ernte. Sein Image ist das des Schlägers, dem man besser aus dem Weg geht, aber dahinter steckt ein weicher Kern und definitiv ein großes Geheimnis. Seine Entwicklung ist deutlich spürbar.

Emilio und Oliver – ein wildes Duo. Emilio ist klug und ehrgeizig, aber nicht besonders talentiert im Praktischen. Das gleicht Oliver aus. Die Beziehung zwischen den beiden wird im Laufe der Geschichte immer intensiver, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie sich etwas schneller entwickelt. Ihre Geschichte ist auf jeden Fall noch nicht auserzählt.

Irene und Masika sind zwei komplett gegensätzliche Figuren. Irene ist impulsiv, neidisch und flirtet gefährlich mit der dunklen Seite der Demions. Masika hingegen ist ehrlich, talentiert und versucht, eine echte Freundin zu sein. Sie riskiert nicht nur für sich selbst etwas, sondern auch für die, die sie liebt. Während mir Irenes Entwicklung überhaupt nicht gefallen hat – sie wurde mir zunehmend unsympathischer – war Masika mein absolutes Highlight und ist definitiv mein Lieblingscharakter.

Und dann ist da noch Louise … ein Mysterium für sich. Warum kam sie so früh? Warum war ihre Ankunft so anders als die der anderen? Was hatten die Schatten zu bedeuten, die aus ihr kamen? Einige dieser Fragen wurden beantwortet, viele bleiben offen.

Insgesamt:
Das Worldbuilding hat mir grundsätzlich gefallen – man konnte sich die Welt gut vorstellen. Allerdings war mir die gesamte Atmosphäre auf Dauer zu düster. Der Vibe war sehr theatralisch, fast bedrückend, was mir persönlich nicht ganz zugesagt hat.

Was mir hingegen richtig gut gefallen hat, waren die Spiele selbst. Sobald es um die Wettkämpfe ging, war die Spannung da, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Danach flachte es leider wieder ab, und mein Interesse ließ etwas nach. Besonders beim ersten Wettkampf hatte ich stark das Gefühl, eine Nacherzählung von Harry Potter und der Feuerkelch zu lesen. Klar, es gibt immer mal wieder Parallelen – aber hier war es für mich einfach zu offensichtlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Eine rebellische Romantasy über Liebe, Verlust und Selbstbestimmung

How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren mit Farbschnitt nur in der 1. Auflage (Fate Dilogie, Bd. 1)
0

Mit How to Fight Fate wagt Saskia Louis einen Ausflug in die Welt der epischen Romantasy – und trifft direkt ins Herz. In einer Welt, in der Götter mit Menschen spielen wie mit Schachfiguren, erhebt sich ...

Mit How to Fight Fate wagt Saskia Louis einen Ausflug in die Welt der epischen Romantasy – und trifft direkt ins Herz. In einer Welt, in der Götter mit Menschen spielen wie mit Schachfiguren, erhebt sich eine Heldin, die ihr Leben nicht länger nach göttlichen Spielregeln führen will. Und das ist so spannend wie emotional.

Worum geht’s?
Kiana ist eine Novizin der Schicksalsgöttin. Ihre Fähigkeit: Sie sieht kurze Ausschnitte aus der Zukunft – eigentlich ein Geschenk, doch in ihrer Welt ist nichts wirklich freiwillig. Als ihr Seelenpartner stirbt, scheint ihr weiteres Leben bereits vorgezeichnet: ein kurzer, brutaler Tod an der Front.

Aber Kiana rebelliert. Sie glaubt, dass das Band zu ihrer verlorenen Liebe wieder geknüpft werden kann – und begibt sich auf eine gefährliche Reise, um das scheinbar Unmögliche zu erreichen. Unterstützt (oder eher provoziert) wird sie dabei von einem mürrischen Kriegsnovizen, der mehr zu verbergen scheint, als er zugibt. Es entsteht ein Roadtrip voller Magie, göttlicher Machenschaften und langsam wachsender Gefühle.

Was macht das Buch besonders?
📍 Worldbuilding: Die Welt Anima ist faszinierend komplex, voller politischer, religiöser und emotionaler Konflikte. Die Idee der drei Götter – Liebe, Krieg und Schicksal – die um die Menschen kämpfen, ist nicht nur kreativ, sondern auch philosophisch spannend.

📍 Kiana als Protagonistin: Endlich mal eine Heldin, die weder zynisch noch naiv ist. Sie ist verletzlich, kämpferisch, klug – und dabei immer glaubwürdig. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Trauer, Wut und Hoffnung ist greifbar.

📍 Romantik & Dynamik: Enemies-to-Lovers-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Die Dynamik zwischen Kiana und dem Kriegsnovizen ist voller Wortgefechte, Funken und unausgesprochener Sehnsüchte – ohne überstürzt zu wirken.

📍 Themen: Das Buch verhandelt große Fragen – Was macht uns aus? Wer entscheidet über unser Leben? Und wie weit darf man gehen, um sich selbst treu zu bleiben?

Kleine Kritikpunkte?
Die Göttermythologie ist spannend, aber anfangs etwas überfordernd – eine Karte oder ein Glossar hätte hier geholfen. Und ja, der Cliffhanger ist brutal. Aber hey – Band 2 kommt!

Fazit:
How to Fight Fate ist eine mitreißende Romantasy über die Kraft der Selbstbestimmung in einer Welt voller Regeln, Götter und Prophezeiungen. Saskia Louis liefert hier einen spannenden, gefühlvollen Reihenauftakt mit Tiefe, Drama und genau dem richtigen Maß an Romantik. Fans von Fate und Enemies-to-Lovers werden es verschlingen – und sofort nach dem zweiten Teil greifen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere