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Veröffentlicht am 11.04.2025

Im Pensionat an der Mosel kehrt keine Ruhe ein...

Schwestern im Geiste
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Diedenhofen, 1911: Eigentlich hatte Schulleiterin Pauline Martin auf ein ruhigeres Schuljahr gehofft, denn die Unruhestifterin Suzette des letzten Jahres ist nicht mehr da und die Schülerinnen, die nun ...

Diedenhofen, 1911: Eigentlich hatte Schulleiterin Pauline Martin auf ein ruhigeres Schuljahr gehofft, denn die Unruhestifterin Suzette des letzten Jahres ist nicht mehr da und die Schülerinnen, die nun neu an der Schule sind, wirken zwar wissbegierig und aufgeweckt, sorgen aber nicht für Unruhe. Auch die neue Lehrerin Rhona O´Meally sorgt für weniger Arbeitsbelastung bei den beiden Lehrerinnen Pauline und Eleonore Schmitt. Da die Irin englische Muttersprachlerin ist und zudem sehr musikalisch, wird sie die Schülerinnen in Englisch und Musik unterrichten. Sie tut es auf eine eher unkonventionelle Art, was sich schon an der ersten Lektüre "Oliver Twist" zeigt. So findet sie schnell eine Verbindung zu den meisten ihrer Schülerinnen. Einzig Charlotte von Schwegat zeigt sich an nichts interessiert, denn sie erhofft sich eine baldige Verlobung mit dem Studienfreund ihres Bruders, Theodor Bernheim. Als die beiden jungen Männer dem Mädchenpensionat einen Besuch abstatten, sorgen sie aber leider für nachhaltige Unruhen. Denn Theos Tanz mit der jüdischen Schülerin Esther zieht Charlottes Unmut auf sich und diese beginnt mit einer Hetzkampagne gegen die ruhige Mitschülerin und Zimmernachbarin. Als dann auch noch antipreußische Schmierereien an zwei Häusern in Diedenhofen auftauchen und zeigen, dass die Bevölkerung auch nach vierzig Jahren preußischer Besatzung immer noch gegen die Deutschen sind, ruft das Polizeiwachtmeister Schrotherr auf den Plan, denn für ihn ist das ganze Mädchenpensionat ein einziger Schandfleck in der beschaulichen Stadt. Zusätzlich geschehen zwei Diebstähle aus den Zimmern der Mädchen, was Charlotte zusätzlich erzürnt und ihren Bruder zu einer Anzeige bei der Polizei bewegt. Schon befindet sich Pauline wieder mitten in polizeilichen Ermittlungen und ist froh, im preußischen Hauptmann Ernst von Pliesnitz einen Unterstützer zu haben. Denn es steht schon wieder viel mehr als nur der gute Ruf ihrer Schule auf dem Spiel...

Marie Pierre gelingt es in diesem zweiten Band rund um das Pensionat an der Mosel nahtlos an den ersten Teil anzuknüpfen. Die Handlung ist durchgehend sehr fesselnd und zeigt neben dem Leben der jungen Frauen in ihrem Internat auch die Spannungen zwischen den Franzosen, die im besetzten Elsass-Lothringen leben und den preußischen Besatzern. Da der Erzählstil der Autorin sehr flüssig ist und sie geschickt zwischen den verschiedenen Personen und deren Erzählperspektiven wechselt, kommt es nie zu langatmigen oder gar langweiligen Momenten.

Da mir bereits der erste Band der Reihe sehr gut gefallen hat, wollte ich nun unbedingt die Fortsetzung lesen. Und ich habe mich wieder sofort in der Handlung wohlgefühlt, hatte keinerlei Probleme, mich an alle Personen und Begebenheiten zu erinnern, obwohl es doch schon einige Zeit her ist, dass ich den Reihenauftakt gelesen habe. Ich liebe es, wie die Autorin in diesem Roman neben dem Leben der jungen Frauen, der Lehrerinnen und anderen Personen auch die Zeitgeschichte erlebbar und auf eine bewegende Art und Weise nachvollziehbar und nahbar macht. Ein großartiger zweiter Teil, der neugierig auf den dritten und leider schon letzten Band der Reihe macht.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Endlich geht es wieder los für OTTO!

OTTO fährt los – Ein Sommer in den Bergen
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OTTO ist ein ganz besonderer Campingbus, denn er bringt seine Insassen nicht nur sicher an ihr Ziel, sondern kann auch mit ihnen sprechen und genießt die Zeit auf Reisen auch selbst. Diesmal denkt er schon, ...

OTTO ist ein ganz besonderer Campingbus, denn er bringt seine Insassen nicht nur sicher an ihr Ziel, sondern kann auch mit ihnen sprechen und genießt die Zeit auf Reisen auch selbst. Diesmal denkt er schon, er sieht doppelt, bis er erkennt, dass da tatsächlich ein Zwillingspärchen vor ihm steht - Clara und Luzie. Die wollen gemeinsam mit ihrer Mama und ihrem Papa in den Urlaub fahren und OTTO darf sie dabei begleiten. Mitten in der Nacht geht es los Richtung Österreich. Als die beiden Mädchen dann aufwachen können sie schon mitten in den Bergen ein Spätstück mit Kaiserschmarrn einnehmen. Dann geht es hoch auf die Berge und OTTO ist ganz schön kaputt, als sie endlich oben ankommen. Doch von Felsen ist weit und breit nichts zu sehen, stattdessen blühen überall die schönsten Blumen. Nachts auf dem Campingplatz schauen sie sich dann gemeinsam die wunderschönen Sterne am Himmel an und entdecken sogar eine Sternschnuppe. Am nächsten Tag geht es weiter und die Mädchen, ihre Eltern und OTTO verbringen eine unvergessliche Zeit in den Bergen.

Die Autorin Madlen Ottenschläger und die Illustratorin Stefanie Reich haben OTTO wieder ein unterhaltsames und interessantes Reiseabenteuer erleben lassen. Wie auch in den beiden Bänden zuvor fährt OTTO eine Familie in den Urlaub. Diesmal geht es durch Bayern nach Österreich, das Allgäu und die Schweiz. Ganz nebenbei lernen Kinder so geographische Gegebenheiten, Sehenswürdigkeiten und andere Fakten über die Berge kennen.

Auch dieses Jahr haben wir den neuen Band der Reihe rund um OTTO schon sehnlichst erwartet. Denn OTTO ist einfach so cool und wir mögen ihn so sehr. Da es dieses Jahr in die Berge geht, wo auch wir schon häufig waren, haben meine Tochter und ich so einiges wiedererkannt und uns sehr darüber gefreut. Aber wir haben auch großes Fernweh nach all diesen Orten bekommen und planen gerade schon einen Ausflug in die Berge.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Der Eberhofer muss wieder ermitteln

Steckerlfischfiasko
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Es ist wieder so weit... Der Franz Eberhofer bekommt wieder einen Anruf und soll schnellstmöglich in den neuen Golfclub von Niederkaltenkirchen kommen, denn da liegt eine Leiche in der Dusche. Also muss ...

Es ist wieder so weit... Der Franz Eberhofer bekommt wieder einen Anruf und soll schnellstmöglich in den neuen Golfclub von Niederkaltenkirchen kommen, denn da liegt eine Leiche in der Dusche. Also muss er wieder ermitteln. Das ist aber gar nicht so einfach, denn der Ermordete war der Präsident des Golfclubs höchstselbst und der Bürgermeister, sämtliche Einwohner des Dorfes und alle Golfer wollen wissen, was geschehen ist. Da bleibt dem Franz gar nichts anderes übrig, als sofort den Rudi Birkenberger anzurufen und um Hilfe zu bitten. Der eilt auch bald herbei und widmet sich dem Tatort, dem Haus des Ermordeten und allen anderen Spuren, die sich so ergeben. Franz dagegen ist schon mit seinem Privatleben eigentlich vollkommen ausgelastet. Kandidiert die Susi doch tatsächlich als neue Bürgermeisterin, der Paul tanzt Ballett und die Oma ist noch auf Reha. Daher verlaufen die Ermittlungen nur schleppend und ein Tatverdächtiger ist noch lange nicht in Sicht...

Rita Falk hat diesmal den neuen Golfclub im beschaulichen Niederkaltenkirchen zum Tatort gewählt. Da der Franz sowieso nichts von diesem Schickimicki-Gelumpe hält, prallt sämtliche Wichtigkeit der Mitglieder und des Bürgermeisters an ihm ab und er macht sich auf seine ganz eigene, gelassene Art an die Sache heran. Wäre der Rudi nicht dabei, hätte der Franz in diesem Fall wohl kaum Ergebnisse erzielt. Insgesamt steht in diesem zwölften Band aber mehr das Privatleben der Eberhofers und der Susi im Mittelpunkt als der Mordfall.

Bisher habe ich alle Bände der Reihe gelesen und liebe die Reihe. Allerdings fällt mir zunehmend auf, dass die Morde selbst immer mehr in den Hintergrund geraten und das chaotische Leben vom Eberhofer in den Mittelpunkt rückt. Ich finde es noch in Ordnung, würde mir aber wünschen, dass im nächsten Band wieder mehr Ermittlungsarbeit vorkommt, denn die war ja auch immer sehr unterhaltsam. Trotzdem mochte ich das Buch sehr gerne und habe die Stunden in Niederkaltenkirchen genossen.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

60 großartige, leckere und einfache Backrezepte, die sofort überzeugen

Nussine backt
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Martina Nussbaummüller liebt es zu backen und hat deshalb vor fünf Jahren ihren Instagram-Acoount gegründet. Denn so kann sie ihre schnell zuzubereitenden und internationalen Rezepte mit vielen anderen ...

Martina Nussbaummüller liebt es zu backen und hat deshalb vor fünf Jahren ihren Instagram-Acoount gegründet. Denn so kann sie ihre schnell zuzubereitenden und internationalen Rezepte mit vielen anderen Naschkatzen teilen. Der große Zuspruch hat für immer mehr Follower und dadurch neue Accounts bei Facebook, YouTube und TikTok gesorgt. Da lag der nächste Schritt, 60 ihrer Rezepte in einem Backbuch zu veröffentlichen nahe.

Dieses Backbuch enthält neben einem Vorwort und einigen einleitenden Informationen über Bachausrüstung und Tipps folgende Kapitel: Kleines, aber Feines, Schnelle Blechkuchen und Torten, Aus dem Gugelhupf, Österreichs Lieblinge und Kroatische Leckereien. Schon hier wird deutlich, dass die Rezepte größtenteils schnell zubereitet werden können. Dank der vielen Fotografien der fertigen Backwerke wird das Buch zu einem Augenschmaus und macht Lust auf ein sofortiges Nachbacken. Da der Seitenaufbau immer der Gleiche ist, ist ein Nachmachen schnell und unkompliziert möglich, denn die wichtigsten Informationen sind auf den ersten Blick ersichtlich.

Schon seit meiner Jugend liebe ich es zu backen und meine Liebsten mit leckeren Kuchen und Torten zu verwöhnen. Allerdings freue ich mich auch immer, wenn Rezepte schnell, einfach und unkompliziert sind und nicht unzählige, kleinteilige Zubereitungsschritte erfordern. Daher finde ich dieses Backbuch rundum gelungen und bin begeistert von den Gebäcken, die in kürzester Zeit gezaubert werden können. Mittlerweile habe ich fünf Rezepte ausprobiert und war immer begeistert vom Geschmack. Am allerbesten war die Tiramisu-Torte und der Eierlikör-Gugelhupf, aber auch die Schokoladen-Cookies, die Linzer Schnitten und die Topfen-Pfirsichtorte waren sehr gut. Da noch einige Rezepte im Buch sind, die ich gerne nachmachen würde, werde ich das Buch noch lange nicht ins Bücherregal stellen, sondern in der Küche in Griffweite belassen.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Ein Neuanfang am Timmendorfer Strand

Die Frauen der Villa Sommerwind. Das Glück am Horizont.
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Im April des Jahres 1903 startet das neue Leben für Eberhart Hohnhold und seine drei Kinder Henriette, Sybille und Hermann. Das Hotel, die Villa Sommerwind, hat Eberhart überraschend von einem Verwandten ...

Im April des Jahres 1903 startet das neue Leben für Eberhart Hohnhold und seine drei Kinder Henriette, Sybille und Hermann. Das Hotel, die Villa Sommerwind, hat Eberhart überraschend von einem Verwandten geerbt und in den letzten Monat auf den neuesten Stand gebracht. Nun wurde es auch endlich Zeit für seine Kinder, zu ihm an den Timmendorfer Strand und in das mondäne und wunderschöne Hotel zu ziehen. Henriette ist es gewohnt, wichtige Entscheidungen gemeinsam mit ihrem Vater zu treffen, oder sogar eigenständig, denn die Ausbildung an der Hotelschule hat sich in vielen Bereichen bezahlt gemacht. Auch musste sie ihren Geschwistern schon bald die Mutter ersetzen und viel Verantwortung übernehmen. So ist sie es auch gewohnt, von vielen Männern von oben herab behandelt zu werden und weiß es, sich durchzusetzen. In der Tochter der Schneiderin des Ortes findet sie schnell eine ebenbürtige Freundin, die ebenso wie sie mutig voranschreitet. Doch der Entscheidung, dass Henriette den Architektensohn Eduard Graff heiraten soll, hat sie nichts entgengenzusetzen, denn ihr Vater lässt sie dabei nicht mitreden. So ist diese Heirat beschlossene Sache, auch wenn Henriettes Herz einem anderen gehört...

Anna Husen ist es gelungen, diesen Roman von der ersten Seite an spannend und fesselnd zu gestalten. Denn die Handlung schreitet schnell voran, ist kurzweilig und von vielen packenden Situationen geprägt. Henriette ist eine sehr starke, emotionale und sympathische Protagonistin, die für ihre Träume kämpft, auch weil ihre Mutter ihr das von Kindesbeinen an beigebracht hat. Da die Kapitel nicht allzu lange sind und auch immer mit Zeitangaben versehen wurden, bleibt es trotz des langen Zeitraumes von 16 Jahren immer übersichtlich.

Es passiert mir nicht sehr häufig, dass ich Romane mit fast 500 Seiten innerhalb von 24 Stunden beende, doch dieses Buch gehört dazu. Ich fand den Schreib- und Erzählstil der Autorin so gelungen, dass die Handlung und damit die Seiten nur so dahingeflogen sind. Die Charaktere waren allesamt liebenswürdig und sind mir im Lauf der Geschehnisse immer mehr ans Herz gewachsen, denn von dramatischen Momenten wurden Henriette und ihre Familie nicht gerade verschont. Ein rundum gelungener Auftaktband einer Reihe, die ich nun unbedingt weiterlesen möchte.

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